Lasst uns mild und leise sein,

lasst uns loslassen, was uns beschäftigt und nervös macht. Corona, Wahlen, Politik – all das ist weit weg von unserem Circle of influence!

Lasst uns die Eckigkeit der Zeit sein lassen und unseren inneren Blick ruhen lassend den Lärm für eine Weile ignorieren. Psssst… Einatmen, ausatmen.

Lasst uns leise sein und zuhören. Wahrnehmen, wie es uns geht.

Lasst uns mild und leise sein,

bevor das tralala der Vorweihnachtszeit unsere ohnehin angespannten Nerven komplett zum Glühen bringt.

Mild und weich sein ist ok. Ohne Last der Ereignisse auf unseren Schultern und ohne Lärm. Mild und sanft – ohne Statistiken, Tweets und zahlreiche verwirrende Fakten. Ohne was auch immer – ein wichtiger Zwischen-Zustand! Wenn wir stets voll sind, müssen wir es immer mit uns tragen. Leere fühlt sich erschreckend an, doch ist sie auch eine Erleichterung. Alles hat zwei Seiten.

Still sein ist ok. Natürlich müssen wir unsere Meinung sagen und für einander da sein. Doch manchmal ist Nichtstun und soll sein heilender als Umtriebigkeit und Disziplin und Fleiß, den so viele von uns an der Tag legen.

Wir müssen nichts. Und dennoch versuchen wir – wie Max das nennt – das alles auszuhalten. Und da drin, in dem Wort “Aushalten”, ist das “halten” drin. Und das macht uns müde und mürbe.

Lasst uns loslassen und dann am Ufer diesen Flusses stehen und zusehen, wie “es” von uns schwimmt. Lass uns die Leere spüren, die “es” hinterlässt, die heilende Leere der plötzlichen Leichtigkeit.

Lasst uns leise sein und nicht zerreden, was dann vielleicht an die Stelle von “es” kommt.

Wir sind. Annehmen, alles wie es kommt. Mit der Hilflosigkeit und Selbstliebe. Wir sind mehr als Aufstehen, Krönchen richten und weitergehen. Wir sind auch zum still und leer sein fähig. Zu unendlich fähig sein heißt jedoch nicht, die Grenzen dieser Unendlichkeit zu testen.

Danke an Jo und Tomas für die Inspiration und Menschlichkeit.

Mein Corona-Tagebuch