Diese Woche verdient keinen Blogbeitrag, diese Woche verdient einen Roman. Soeben habe ich erfahren, dass zwei Menschen, die ich kenne, Corona haben. Das macht etwas mit mir. Und auch in der Universität, in der mein Vater in Mexiko arbeitet, gibt es einen Corona-Fall, somit fange ich automatisch an, mir Sorgen um meinen Papa zu machen.

Dabei gab es bis eben so viele ganz andere Themen in meinem Leben, und diese Themen drehten sich meistens um die Zukunft und die Arbeit.

Arbeiten mit Corona

Viele Wochen gab es Diskussionen über das New Normal (was für ein widersprüchlicher und unpassender Begriff!). Corona, als Katalysator hat sie uns nur aufgezeigt, was vorher schon da war. Und da wir uns versuchen, “mit Corona” zurecht zu finden, fühlt sich das an, als male sich ein Jugendlicher die Pickel über.

Wir haben erkannt, dass es noch länger dauert, bis wir von Normalität sprechen können. Und darum haben viele Unternehmen angefangen, sich zu überlegen, wie sie ihre Arbeit neu formen und gestalten. Zum Beispiel, wie das Büro genutzt wird. Und wie die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit gestaltet wird, die während Corona völlig eingeschlafen ist.

Ich habe mit Premium Cola gesprochen, also natürlich mit Menschen, nicht mit der Firma, und da eine unglaubliche Geschichte kennengelernt darüber, wie ein Getränkelieferant die böse Zeit (alles, wo man Cola trank, ist zu oder abgesagt) nicht einfach nur überlebt hat, sondern gestärkt daraus ging. Antifragil eben. Die Geschichte ist so unglaublich, dass ich sie wahrscheinlich erst nachte Woche Einmeine eigenen Worte fassen werde. Oder ich bitte um ein Videointerview. Ein wahres Wirtschaftsmärchen. Ich komme darauf zurück.

Stammhirn vs. Großhirn

Ich lese nun in der Woche 21 meine eigenen Tagebuch-Einträge “von damals” und stelle fest, manche Fragen können wir uns immer wieder stellen, Hier ein paar aus der Woche 1:

Hast du mehr als Stammhirn? Fight, Flight oder tot stellen, die drei Überlebensstrategien des Stammhirns. In den nächsten zwölf Monaten kommt es darauf an, wer mehr drauf hat, als nur zu überleben. 

  • Wer hat Resilienz in sich?
  • Wer kann gelassen sein?

Auch hier gibt es Tausende Bücher, und sehr viele von uns haben sie gelesen. Worauf es jetzt ankommt, ist, dieses Wissen anzuwenden. Also: einatmen, ausatmen.

Was ist schon New am New Work?

Unser New Work Journeython ist in der Woche 4 angekommen, und die Reise war bisher enorm erkenntnisreich. Unter anderem diskutieren wir immer wieder:

  • es ist nicht sonderlich viel “neu” im New Work
  • New Work ist ein Containerbegriff
  • New Work ist kein Endzustand, den man irgendwann erreichen kann
  • es geht viel mehr darum, Arbeit im Wandel bewusst zu gestalten als um Erfüllung von Kriterien
  • New Work ist nicht dafür da, ein Unternehmen noch effektiver zu machen
  • im New Work geht es vor allem um die Humanisierung der Arbeit
  • wer zu schnell zu dem “wie?” (Maßnahmen) übergeht, ohne sich Zeit für “Warum?” und “Wozu?” zu nehmen, macht sich selbst und die Mitarbeiter kaputt und erzeugt mehr Frust als vorher da war
  • die Burnout Rate, die Gallup-Studie-Ergebnisse sind nur Symptome und können nicht mit einem Training behoben werden

Es kommen bestimmt noch viel mehr Erkenntnisse dazu, und ab Ende September reisen wir mit einer zweiten Gruppe los. Hier kannst du dich zum New Work Journeython anmelden.

Was soll ich beruflich machen?

Ich habe diese Frage auf Twitter gestellt. Ich habe wirklich Impulse und disruptive Ideen gebraucht. Ja, ich liebe, was ich tue. Und gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob ich das den Rest meines Lebens tun möchte – oder kann.Hier ist die Liste der Empfehlungen, was ich beruflich tun soll:

  • Lach-Yoga-Trainerin
  • Wonderwoman
  • Clown-Therapeutin
  • Impro-Theater-Schauspielerin
  • Aufmerksame Hinschauerin und Zuhörerin, Schreiberin von Tage- und Handbüchern, Malerin in Bild und Sprache
  • Spieleentwicklerin
  • Stadtführerin
  • Thermomix-Verkäuferin (:-))
  • Moderatorin einer Samstagabend-Gala im zdf
  • Inneneinrichtungsberaterin
  • Krankenhaus-Clown
  • Da Du die Montage liebst auf keinen Fall ins Friseur-Handwerk
  • Zuhören! Verstehen!
  • Nimm den #ESMI (Einen Sch*** Muss Ich) Faden wieder auf ;)
  • 50% Organisationsberatung für nachhaltige Unternehmen und 50% Tischlerin und beides mit Muße

Und da bin ich nun, mit all den wilden und verrückten Beispielen und freue mich, dass so vieles aus der Liste Anklang in meinem Inneren findet. Ich kann mir fast alles davon vorstellen.

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Was ist es überhaupt, Arbeit?

So bin ich bei der Frage angekommen, was es überhaupt ist, Arbeit. Du siehst, ein Roman, definitiv ein Roman. Wenn es nicht darum geht, Geld zu verdienen, um Sachen zu kaufen, die ich nicht brauche und Menschen damit zu beeindrucken, die ich nicht mag, dann ist Arbeit definitiv etwas anderes.

  • gestalten, schaffen
  • das Geschaffene weitergeben
  • Beitrag leisten
  • Berufung, Leidenschaft, Spaßfaktor

Und so gehe ch mit einem großen Lächeln in das Wochenende. Ich habe nicht die absolute Antwort gefunden, dafür habe ich so viel Neues (oder vergessenes Altes) gefunden und ich möchte mich hiermit nochmal ausdrücklich bei der sogenannten Corona-Krise für diese Gelegenheit bedanken, mein Leben mit Liebe und Zufriedenheit anzuschauen und teilweise zu transformieren.

Eine Übung für Zwischendurch – aus der Corona-Woche 2

Stories aus der Zukunft

Stell dir vor, wir sitzen zusammen im Jahr 2025 und schauen zurück auf die heutige Zeit. Und wir erzählen einander Geschichten, die mit folgenden Worten beginnen:

“Weisst du noch, damals, als wir Corona hatten und zum ersten Mal in einer digitalen Umgebung arbeiten mussten?” und der nächste führt fort:

“Ja, genau, und weißt du noch, als …” und so weiter.

Was fällt dir da als erstes ein?

petranovskaja Unterschrift signatur

Mein Corona-Tagebuch

Photo by Kimberly Farmer on Unsplash