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Wie „Endlich Montag!“ dir helfen kann, immer eine gute Woche zu haben (mit Übung)

Wie „Endlich Montag!“ dir helfen kann, immer eine gute Woche zu haben (mit Übung)

Fünf Minuten Lesezeit über ein Thema, das mich seit Jahren begeistert: Endlich Montag!

Endlich Montag!

Diese zwei Wörter waren einst Revolution für mein Denken und Handeln. Heute möchte ich dir die Möglichkeit geben zu entdecken, was in diesen magischen Wörtern steckt.

1. „Endlich Montag!“ hat nichts mit Arbeit zu tun

Ich freue mich auf jeden Montag. Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag, doch die Montage geben den Takt an. Sie teilen das lange Leben und das stetige Ticken der Uhr in kleine Häppchen ein. So wie die Woche für eine überschaubare Menge an Tagen steht, steht auch ein Jahr für eine überschaubare menge an Lebenszeit. Und so wie die Woche eine gute kompakte Zeitmenge zum planen und gestalten ist, so ist ein Jahr symbolisch ein Paket, um nach und nach das ganze leben – in diese Päckchen eingeteilt – zu steuern und zu gestalten. Dieser Weisheit bedienen wir uns im „Create Your Year“ Workshop. Wir schauen uns die Jahre an, dabei geht es jedoch immer um das ganze Leben.

So ist der Montag also immer eine Art Wecker, der eine neue Möglichkeit bietet, sich bewusster mit dem zu beschäftigen, was ich mit der überschaubaren Menge an Tagen anstellen werde. Ich tue das auch im Urlaub, manchmal. :-)

2. „Endlich Montag!“ ist eine Haltung

Ja, mir ging es irgendwann spürbar auf den Keks, dass sich die Welt um mich herum immer auf den Freitag freute. Die Radios fingen schon Mittwochs damit an, dass Bergfest wäre und bald endlich Freitag wäre. Ich habe nicht verstanden, wie man sich und sein Leben dermaßen zum Fenster rauswerfen kann. Wie man permanent fünf Siebtel seiner Lebenszeit „erträgt“ und „über sich ergehen“ lässt.

Zugegeben, nicht jede Arbeit ist so, dass man vor Freude hüpft. Und auch ich habe ab und an Tage, die ich aus dem Kalender streichen möchte.

Und gerade aus dieser Erfahrung behaupte ich: Mit der richtigen Haltung (= Mindset) zu der eigenen Lebenszeit kann jeder von uns sein Leben in eine erfreulichere Bahn lenken. Und das geht unter anderem über die Freude.

Freude ist laut Wikipedia eine emotionale Reaktion auf ein angenehmes Ereignis. Mit der „Endlich Montag!“ Haltung wische ich diesem reaktionellen Ding eins aus. Weil ich mich in den Zustand der Vorfreude versetzen kann. Ich kann ja noch gar nicht wissen, ob dies oder das eintritt und ob ich mich ÜBER etwas freuen werde. Aber ich kann mich AUF etwas freuen, und zwar auf eine ganze Menge von kleinen Dingen.

Ich kann mich darauf freuen,

  • Zeit für mein Hobby einzuplanen
  • Kollegen zu sehen
  • in meinem Projekt weiter zu kommen
  • Kaffee zu trinken
  • etwas für meine Weiterbildung oder Karriere zu tun
  • mein Hörbuch im Auto zu hören
  • jemanden bei der Arbeit zu unterstützen
  • eine Bushaltestelle früher auszusteigen und zu Fuss zu gehen

und und und…

Forscher der University of California in Irvine haben empirisch belegt, dass Vorfreude den Endorphin-Spiegel erhöht und Stressgefühle vermindert. Es geht dabei gar nicht darum, ob das, worauf ich mich gefreut habe, tatsächlich eintritt. In einer experimentellen Studie wurde gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer ein freudiges Ereignis lieber drei Tage verschieben würde, als es sofort zu erleben.

Wenn das nicht ein grandioser Trick unserer genialen biologischen Baukonstruktion ist!

Ich habe es übrigens eine Zeit lang mit „Endlich heute!“ versucht, musste dann aber feststellen, dass es sich inflationär anfühlt und nicht so wirksam ist.

3. „Endlich Montag“ befreit

Wenn du dich aus eigenen Stücken FÜR den Montag, für die Woche, für die Freude an dem, was du tun wirst, entscheidest, dann gibst du deinem Selbstbewusstsein wichtige Signale. „Ich will“ setzt deutlich schneller Energie frei als „ich muss“, und so kann man nicht nur eine Menge Kaffee zum wach werden sparen.

Sich bewusst für das Tun zu entscheiden bedeutet, eigene Identität zu spüren. Eigene Ressourcen im Zugriff zu haben. Auf eigene Bedürfnisse zu achten. All das sind wichtige inneren Prozesse, die wir in der Zeit der äußeren Reizüberflutung zu sehr vernachlässigen.

Burnout kommt nicht von zu viel Arbeit, sondern von zu wenig Freiheit das zu tun, wofür man brennt – und zwar freiwillig und aus eigenen Stücken. Entscheide dich für „Endlich Montag!“ Haltung, und du wirst dich frei fühlen, jede Woche.

Eine Übung für eine gute Woche

Stell dir vor, unser Geisteszustand ließe sich in vier Kategorien einteilen. Dies dient nur der Vereinfachung und der Vorbereitung auf die Übung. Die vier Zustände sehen folgendermaßen aus:

petranovskaja endlich Montag Flow

Die Übersicht basiert auf zwei Annahmen: Wir als Menschen wollen a) wachsen (und fühlen uns dann zufrieden) und b) wollen wir einen Beitrag zu dieser Welt leisten. Sind wir zufrieden und ohne Vision unterwegs, führt es zu einer Verwirrung. Haben wir eine Vision und sind unzufrieden, führt das zu Stress (und diesen Stress kennt fast jeder von uns). Haben wir vom beiden nichts…. naja, auch das kennen manche von uns. Leider. Erstrebenswert ist also einzig und allein der vierte Geisteszustand, der hier – nicht ganz konform zu mit der offiziellen Definition von Mihály Csíkszentmihályi – als Flow bezeichnet wurde. Gemeint ist dabei ein Zustand der spürbaren inneren Motivation, Leistung zu erbringen. Freiwillig. Mit Lust.

Die Übung ist also denkbar einfach (und selbstverständlich ist sie alles andere als simple und banal…).

Schritt 1: Prüfe zuerst, wo du dich momentan befindest.

  • Hast du eine Vision?
  • Weißt du, warum du jeden Morgen aufstehst?
  • Fühlst du dich verbunden mit einem großen Etwas (einem Ziel, einer Aufgabe)?
  • Fühlst du dich zufrieden?
  • Vielleicht sogar glücklich?
  • Weißt du, was du brauchst, um dich zufrieden zu fühlen?

Schritt 2: Gehe zu dem gewünschten Quadranten oder feiere deinen gegenwärtigen Zustand!

Weil das „Gehen zu dem gewünschten Quadranten“ durchaus schwierig sein kann, brauchst du vielleicht Unterstützung. Ein Kompakt-Seminar oder Workshop mit Gleichgesinnten, zum Beispiel das „Create Your Year“ kann eine Idee sein, wie du Energie tanken kannst. Falls du es eher persönlich magst, gibt es in deiner Nähe sicher Menschen, die Coaching anbieten.

Und nun nichts wie los! Werde ein „Endlich Montag!“ Mensch. Werde zum Starter. Zum Planer, Umsetzer und Gestalter. Sehe Möglichkeiten statt Probleme. Betrachte dich selbst als Macher und  in der Lage, alles zu werden, was du werden willst. Fokussiere dich auf die Ziele. Mache platz für Träume. Endlich ist Montag! Endlich eine neue Gelegenheit, dinge in die Hand zu nehmen und etwas Grandioses aus dem eigenen Leben zu machen.

Freudig jauchzend,

petranovskaja Unterschrift signatur

 

Wie aus „Endlich Freitag“ „Endlich Montag wird, die zweite

Wie aus „Endlich Freitag“ „Endlich Montag wird, die zweite

Ich liebe, was ich tue. Jeden einzelnen Tag. Doch besonders dann, wenn aus heiterem Himmel eine Mail in meiner Box landet, in der jemand schreibt, dass sie oder er einen meiner Vorschläge umgesetzt hat und wie sich das auf das Leben auswirkt.

Stolz und glücklich

Stolz und glücklich möchte ich euch heute präsentieren, wie Dominik und seine Kollegin nach dem Lesen des Artikels „Wie aus „Endlich Freitag“ „Endlich Montag wird“ ihre eigenen Weg gefunden haben, mehr Spaß im Büro zu haben und sich auf die Arbeit zu freuen.

Hier kommt er also, der unerwartete Gastblogartikel :-)

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petranovskaja_obst

Besagten Blogartikel hatte ich vor einiger Zeit an eine Kollegin weitergeleitet. Wir haben uns über die Sichtweise unterhalten und überlegt, wie das weiter umzusetzen wäre.

Aus Taten folgen Resultate

Nach der Mittagspause hatte ich am selben Tag noch eine kleine Blume auf dem Schreibtisch stehen. Zum Feierabend hatten wir uns dann nochmal kurz unterhalten und uns mit „Schade, dass schon wieder Feierabend ist; wir hatten einen produktiven Tag heute.“ verabschiedet.

Nun sind ein paar Wochen ins Land gezogen (die Blume hat es leider mangels Pflege am Wochenende nicht überlebt) und heute haben wir einen weiteren Schritt zur Umsetzung getan: Beim lokalen Bio-Obstbauer haben wir das „Büro-Obst für zwei“-Abo bestellt, so dass wir nicht selber an das Obst denken müssen, sondern einmal pro Woche eine Überraschungskiste direkt an den Schreibtisch frei Haus geliefert bekommen. Ausliefertermin ist Donnerstags. Somit können wir zwar (noch) nicht „Endlich Montag“ sagen, freuen uns aber nun mehr auf den Donnerstag, als auf den Freitag.

Äpfel mit Birnen war gestern, heute: Möhren mit Bananen!

Heute wurde die erste Kiste geliefert und der Kommissionierer möchte vermutlich gleich auch unser Konfliktmanagement prüfen: In der „Büro-Kiste für zwei“ sind drei Bananen. ähnlich wie bei meinem Lieblings-Eisdealer, der auf den „Liebesbecher für zwei“ nur eine
Kirsche platziert. Wir haben das aber recht pragmatisch gelöst: Ich habe aus meiner mitgelieferten Gemüsekiste eine Möhre spendiert und dafür zwei Bananen bekommen.

Eigentlich freuen wir uns jetzt schon auf den nächsten Donnerstag und sind gespannt, was dann drin ist.

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Lieber Dominik und Kollegin,

ich danke euch vom Herzen – für das Entdecken eurer Lust auf gemeinsame Taten, für das Finden einer Lösung und auch für das Teilen dieser Geschichte mit mir und meinen Blogbesuchern. Ich wünsche euch viel Spaß beim Vernichten der Obstkisten und viel gute Zeit zusammen!

Und für dich, der / die das jetzt liest gilt: Es müssen nicht gleich große Dinge sein, die du änderst, um dich besser zu fühlen. Es reicht, wenn du mit einem kleinen Schritt anfängst.

petranovskaja_signatur

Endlich Montag!

Endlich Montag!

 

Seit ich mich dafür entschieden habe, glückliches Leben zu führen, freue ich mich über jeden Morgen, und auf den Montag ganz besonders:

– ich kann auf die Erfolge der letzten Woche schauen
– ich kann meine neue Woche planen und gestalten

Machst du mit? Planst du deine Woche mit mir? Es dauert nicht länger als 15 Minuten, wenn du es regelmäßig machst! (Und hier ist ein Blogbeitrag mit Video dazu)

Und nun ab in den Montag!

petranovskaja_signatur

 

 

Wie aus „Endlich Freitag“ „Endlich Montag“ wird

Ich weiß, dass ich mit meinem überglücklichen „Endlich Montag!“ allein da stand, und aus den Cubicals schauten mich verständnislose Gesichte der Ingenieure an. Wie kann man sich auf den Montag freuen?

Ich weiß auch, dass es mich immer noch ärgert, wenn im Radio überglücklich mitgeteilt wird, dass die Woche schon halb oder fast vorüber sei. Endlich Wochenende. Aha. Fünf Siebtel des Lebens leiden und klagen und dann zwei Tage Balance?

Das muss nicht sein. Das darf nicht sein! Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens bei der Arbeit – wie ineffektiv wir doch sind, dass wir so viel Einsatz bringen müssen, um ein kleines bisschen „Restleben“ zu genießen!

Ja, ich schreibe absichtlich schwarz-weiß und böse. Weil mir dieses „Morgen endlich Freitag“ eben wieder begegnete.

Love it, leave it or change it

Wenn du deine Arbeit WIRKLICH nicht magst, gibt es trotz der drei Verben im obigen Satz nur einen Weg daraus: Du musst etwas ändern. Egal, wofür du dich entscheidest, schaue dir erstmal an, was dir nicht gefällt.

– liegt der Grund in dir selbst? (ich mag nicht, was ich tue)

– liegt der Grund außerhalb deines Einflusses? (Chef, Kollegen, fensterloser Arbeitsraum, Gehalt)

Für alles, was du nicht direkt ändern oder beeinflussen kannst, heißt es: Ändere deine Gedanken dazu. Chef doof? Ignoriere es. Lächle ihn an. Stell ihn dir nackt vor. Sei kreativ. Die meisten Menschen, die ihren Chef nicht mögen, möchten seinen Job nicht haben. Ja, wie können wir denn jemanden achten und toll finden, der für uns nicht mal Vorbild ist? Zu wenig Geld? Wie viel hättest du denn gern? Und weißt du auch, warum du so viel Geld haben willst? Und wie du der Umwelt zeigst, dass du dieses Geld Wert bist? Schreibe auf, warum du es Wert bist, x Euro pro Monat / Jahr zu verdienen. Warum du es Wert bist, einen bessern Chef, bessere Kollegen und bessere Arbeitsumgebung zu haben. Hänge diese Liste am Badspiegel auf und lese sie dir jeden Tag vor. Führe diese Liste fort. Jede Wette, dass sich da was verändert.

Für alles, was du selbst ändern kannst: Ändere es ;-) Nichts ist schönes, als sich mächtig zu fühlen. Schreibe auf, welche guten Seiten deine Situation hat. Was dir fehlen würde. Wie du an dieser Situation wachsen kannst. Nehme die Situation weniger ernst. Mache ein Spiel daraus. Du gehst nicht arbeiten, du bist ein Alien und spionierst die Erde aus. Ja, je alberner, desto einfacher. Du bestimmst die Spielregeln. 

Das war das lang- und mittelfristige Programm. Kurzfristig hilft: Räum deinen Arbeitsplatz am Freitag auf. Ziehe dich Montags besonders hübsch an. Bringe dir Blumen & Obst mit. Ja, dir selbst. Du liebst dich, oder? Es ist dein Leben, deine Woche, deine Zeit!

Lass mich wissen, wenn ich etwas vergessen habe. Ich liebe Dialog!

 

Wie ein Montag sein sollte

Ausschlafen. Yoga. Dusche. Frühstück.

Flipflops an und ab zum Markt. Frische leckere Sachen kaufen. zweites Frühstück in der Sonne.

Morgen-Mails lesen und schnell beantworten.

und dann, wenn keiner auf etwas wartet, Pläne schmieden: für den Rest des Tages, für die Woche, für den Ausstieg aus dem aktuellen Projekt. für Mai. für den Sommer. für den Business Plan. für den Rest des Lebens.

Das schönste am Leben ist, dass man selbst bestimmen kann, was man will.

denn um zu bekommen, was man will braucht es nur eins:

deine Entscheidung.

Flugunterricht für Vögel

Flugunterricht für Vögel

Ob Vögel Flugunterricht brauchen? Heute setze ich mich mit meinem eigenen Beruf kritisch auseinander. Das passiert weder aus Frust noch aus Neid, vielmehr aus dem Wunsch, unsere Arbeitswelt um ein paar Aspekte reicher zu machen und das Gestalten der Zukunft mit mehr Freude und Elan anzugehen. Lesedauer: ca. 5 Minuten.

Fast jede Woche spreche ich als Beraterin mit mittleren und großen Unternehmen über das Thema „New Work“. Meine Fragen dazu:

  • Was bedeutet der Begriff „New Work“?
  • Was ist zu diesem Thema bereits in der Umsetzung? (aus der Phase des Redens raus)

Die Antworten sind verschieden. Frau X wäre auf einer Konferenz gewesen. Es seien Berater im Haus, die etwas untersuchen und ein Konzept vorstellen wollen. Man wolle noch nicht in die Umsetzung gehen, bevor man sich sicher sei, was genau man tun sollte. Und ob ich ein Buch oder so etwas empfehlen könnte.

Prolog: Flugunterricht für Vögel

Stell dir vor, eine Gruppe smarter, gut aussehender Berater (teilweise in Anzügen, teilweise eher Berlinerisch leger und mit einem langen gepflegten Bart ausgestattet) von einem oder mehreren namhaften Unternehmen bringt einem Schwarm Gänse das Fliegen bei. Dazu haben die Berater vorher die Vögel untersucht und einen Konzept aufgestellt. In der sehr langen PowerPoint Präsentation mit sehr viel Text (in Schriftgröße 10 und kleiner) findet man neben den Erkenntnissen der Analyse-Phase auch eine ausgiebige Anleitung dazu, wie man abhebt, fliegt, in der Luft navigiert und wieder landet. Nachdem die Präsentation den schnatternden Vögeln vorgetragen wurde, heben diese in die Luft und fliegen davon. Die Berater schreiben die Rechnung.

Das Umkehren

Ich lese hundert Mal so viel wie ich schreibe. Daher weiß ich mit Sicherheit nicht mehr genau, aus welchem Buch oder Blog ich die Weisheit bezogen habe, dass es in der VUCA Zeit nicht mehr darum geht, Konzepte zu schreiben und umzusetzen, sondern viel mehr darum, Steine aus dem Weg zu nehmen. Welchen Weg ich meine?

Ich bin mir sicher, dass Vögel selbst wissen, wie man fliegt. Und ich bin fest überzeugt, dass – gerade weil wir so viel über VUCA sprechen – die neue Realität nicht auf alte Art und Weise geschaffen werden kann. Während wir also an sehr vielen Baustellen in der Wirtschaft immer noch versuchen, uns dem Thema „New Work“ auf alte, uns vertraute Art und Weise zu nähern, frisst sich das Neue unaufhaltsam durch unsere Welt.

Das Neue aus New Work kann man nicht aufhalten. Nicht planen. Nicht in Prozesshandbücher packen.

Wir können, wir dürfen dem Neuen vertrauen und ihm die Steine aus dem Weg räumen. Dafür sorgen, dass es sich dort entfaltet, wo wir es brauchen. Zum Beispiel in den Abteilungen, die vom Fachkräftemangel betroffen sind (oh ja, es gibt ihn doch, diesen Mangel!). Zum Beispiel in den zahlreichen Führungskräfte-Programmen, die (viel zu oft) immer noch als PowerPoint Schlacht ablaufen. Oder im Mittelstand – weil diese Unternehmen wendiger und an sich agiler sind als Großkonzerne und so gutes stabiles Mittelfeld der Zukunft sind.

Der Kern

Giso Weyand, ein Mensch, den ich sehr schätze, hat in seinem wunderbaren Buch eine Aufgabe, die lautet: Stell eine Liste der Dinge zusammen, die dich (als Berater) in den letzten Monaten geärgert haben. Als ich die Übung machte, dachte ich nicht viel über die Folgen nach.

Doch jetzt weiß ich: ich ärgere mich seit einer längeren Zeit darüber, wie viel über das Thema New Work gesprochen, geschrieben und diskutiert wird – und wie wenig in die Tat umgesetzt. Das Festhalten an der alten Überzeugung, auch dieses hochkomplexe Thema könnte man mit Hilfe von linear nach vorne schauenden Konzepten lösen, macht mich traurig. Die (zum Teil sehr erfolgreiche) Versuche, aus der Verwirrung der Unternehmen Geld zu machen – mit Konferenzen (wo man den Vögeln das Fliegen beibringt in Form von Vorträgen), mit Büchern (wo man berichtet, wie Vögel fliegen), mit schlauen neuen Berater-Titeln (New Work Evangelist oder Senior New Work Enabler).

Verständlich, dass dieses Vorgehen vorerst mehr Verwirrung schafft, als Klarheit. Das führt selbstverständlich dazu, dass noch mehr Flugunterricht-Stunden verschrieben werden.

Der Dunning-Kruger-Effekt

Meine Aufregung wurde diese Woche kanalisiert. Ein Teilnehmer meiner Führungs-Werkstatt hat mich auf den Dunning-Kruger-Effekt hingewiesen. Dieser Effekt, von zwei Psychologen entdeckt, beschreibt die Neigung inkompetenter Personen, das eigene Können zu überschätzen und den Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht zu erkennen. Gleichzeitig werden diejenigen mit echten Kompetenzen häufig mit Zweifeln an ihren Fähigkeiten geplagt.

Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen. – David Dunning

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Der britische Philosoph Bertrand Russell hat bereits einige Jahrzehnte davor erkannt:

Das Problem mit der Welt ist, dass die Dummen schwärmerisch sind und die Intelligenten voller Zweifel.

Petranovskaja Fresse halten

Wie kommen wir zur Lösung?

Das berühmte Kurzvideo mit dem Pinguin, der sagt, was zu tun ist, wenn man keine Ahnung hat, ist millionenfach geteilt und zitiert worden. Resultate? Unbekannt.

Gern zitiere ich den Einstein, der sagte, dass man Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen kann, durch die diese entstanden sind. Wenn wir uns also im postindustriellen Zeitalter einen Weg in das New Work suchen, wäre mein absolut größter, laut auszusprechender Appel:

Lasst es uns tun!

  • Tun im Sinne von Kindern, die spielerisch lernen, wie etwas geht
  • Tun im Sinne der Agilität: Experimentieren, Prototypisieren, Neuland entdecken (New Work ist doch Neuland, oder?)
  • Tun im Sinne eines mutigen Unternehmertums
  • Tun im Sinne von Corporate Rebellen
  • (Liste ist bestimmt nicht vollständig!)

We are largely better at doing than we are at thinking. – Nassim Taleb, Antifragile

Wer lieber analysieren und Konzepte schreiben will, bitte schön!  Der von mir tief bewunderte Nassim Taleb, dem ich die Metapher mit dem Flugunterricht für Vögel geklaut habe, meint dazu:

Praktiker schreiben nicht, sie handeln. Vögel fliegen, und diejenigen, die ihnen das Fliegen beibringen wollen, sind dieselben, die ihre Geschichte aufzeichnen. Man kann also unschwer erkennen, dass Geschichte tatsächlich von Losern geschrieben wird, die über viel Zeit und einen sicheren akademischen Posten verfügen.  – Nassim Taleb, Antifragilität

Zeit, mich selbst an die eigene Nase zu fassen

Was tue ich hier? Ich schreibe.

Als Bild dazu: Ich schreibe in einer Flughafenlounge, während ich auf meinen Flug warte (genau, ich kann fliegen! :-)). Ich habe gerade drei Tage in einer Führungswerkstatt mit einer Gruppe von Führungskräften gearbeitet, und wir haben viel daran gearbeitet, wie man die Mitarbeiter und unternehmerische Werte in der Zeit voller Unsicherheit, Sprunghaftigkeit und Komplexität, behalten und entwickeln kann. Nein, wir haben das nicht New Work genannt. Aber wir waren uns alle einig, dass wir die Zukunft entwickeln, und dass es sich anfühlt, als wären wir auf einer portugiesischen Karavelle, die zwar Richtung Indien aufgebrochen ist, aber eventuell in Amerika landen wird.

Ich bin ein Praktiker. Ein leidenschaftlicher, recht pragmatischer Macher. Ein Umsetzer. Und – bekannter weise – jemand, der andere sehr gern in dieses Tun schubst.

petranovskaja grosses entstehen

Hier kommt also der große Schubs zum New Work:

Lasst uns zusammen aufbrechen! Keiner von uns weiß, wie New Work geht – dann sind wir alle in der gleichen vorteilhaften Situation. Wir können es alle zusammen entdecken, kartografieren, benennen und erkunden. Wir können von oben – aus der Flughöhe – neue Erkenntnisse über die Lage gewinnen. Wir – Berater und Unternehmen – sind auf diesem Weg in die Zukunft ein Team, eine Gruppe voller neugieriger Unternehmer. Wir können dem Neuen die Steine aus dem Weg räumen und lernen, wie wir es in das „Alte“ integrieren können. Lasst uns zusammen testen, wie breit unsere Flügel sind und wie weit sie uns tragen können.

Lasst und fliegen!

#schubs

petranovskaja Unterschrift signatur

 

Photo by Gary Bendig on Unsplash

Wie eine echte Veränderung durch Rebellen möglich wird und warum ich ein Rebell bin

Wie eine echte Veränderung durch Rebellen möglich wird und warum ich ein Rebell bin

Haufe hat zu einer spannenden Blogparade eingeladen. Es geht um Veränderungen, um Rebellen, um Mut, um gemeinsames Lernen. Hier ist mein Beitrag, in dem ich erzähle:

  • was ich aus der Zusammenarbeit mit Corporate Rebels United gelernt habe
  • wo aus meiner Sicht der Unterschied zu den Change Agents liegt

Born in USSR

In der Zeit voller Umbrüche, Unsicherheit und Mehrdeutigkeit sind Rebellionen völlig normal. Ich bin in der Sowjetunion aufgewachsen und habe nicht nur die Zeit vor uns nach Perestroika life erlebt, sondern auch eine ziemlich positive emotionale Beziehung zu Revolution, Rebellen und Aufstand anerzogen bekommen.

Daher ist es vielleicht wenig verwunderlich, dass ich mich zu den “Corporate Rebels United” – einem virtuellen globalen Netzwerk – hingezogen fühlte, als ich diese im Internet entdeckte.

Das Manifest

Haufe-Blog schreibt:

“Jeder Wandel, jede Innovation braucht Menschen, die über Grenzen hinweg denken, den Status Quo hinterfragen und andere von ihren Ideen überzeugen”.

Dem stimme ich voll zu – doch wie macht man das?

Eine Gruppe, eine Bewegung muss vor allem verkünden, wofür sie steht. So wie es vielen klar ist, wofür z.B. der Betriebsrat in einer Organisation steht, sollte auch eine rebellische Bewegung ihre Statements offenlegen.

Bei den Corporate Rebels United lautet das Manifesto:

Relentlessly

Challenging the status quo

Breaking the rules

Saying the unsaid

Spreading the innovation virus

Seeding tribal energy

With no fear

With a cause to do good

Leading by being from our true selves

Going after the un-named quality

Relentlessly

Wie man erkennt, erklärt das Manifest hiermit niemandem den Krieg. Es gibt mehr Aufforderungen an sich selbst, als Forderungen an das System. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. So ein Manifest in dann in jedem Umfeld “gültig” – ob Mittelstand, ob Konzern, ob Kleinbetrieb.

Es geht nicht darum, etwas zu zerstören, sondern darum, etwas Neues entstehen zu lassen. “With a cause to do good” – angstfrei, schonungslos offen legen, was möglich ist. Innovations-Virus ausbreiten, was für ein schönes Bild!

petranovskaja rebellen

Mit der Überzeugung, verantwortlich für die Zukunft des eigenen Unternehmens verantwortlich zu sein, trafen sich bei „Corporate Rebels United“ Menschen, um voneinander zu lernen und einander zu unterstützen. Zu wissen, dass man als Organisationsrebell nicht allein ist, war ein gutes Gefühl.

Obwohl wir nicht wirklich einen Aufstand angezettelt haben, unterstützte diese Gruppe sicher einen Mindset Change in mehreren Organisationen. Wenn Vertreter und hochkarätige Mitarbeiter namhafter Unternehmen sich öffentlich dazu bekennen, dass eine Veränderung aus derer Sicht notwendig ist, macht das vielen anderen Mut, ebenfalls ihre Stimme zu heben.

petranovskaja rebellen start

Eine meiner spannendsten Erfahrungen hier war das Global Rebel Jam 2013 – eine 24 Stunden online Veranstaltung mit inspirierenden Geschichten und Diskussionen zu verschiedensten Themen, u.a.:

  • How to build a global grassroot movement
  • Reinventing Sales Management
  • Dissent & Disagreeing: Having the Real Conversation
  • How office design can improve collaboration and innovation
  • Intrapreneurs in Government
  • Innovation culture
  • Managing rebels at work: What leaders need to understand
  • Leading Networked Organizations

Wie leicht zu erkennen, die Themen könnten auch einer ganz “normalen” Konferenz entstammen. Was war nun das Rebellische daran? Anders gefragt: treffen sich vielleicht ohnehin sehr oft Organisationsrebellen auf manchen Konferenzen, ohne sich so zu bezeichnen?

Wenn es bei einer „guten“ Rebellion um Innovation, Durchbruch, Fortschritt geht, ist es vor allem die Haltung. „Gute“ Rebellen probieren und erschaffen Neues, statt sich über Missstände zu beklagen. Sie sind voller Leidenschaft – statt Verbitterung und Ärger. Sie generieren Energie, inspirieren, stecken an – statt anderen Energie abzuziehen. Sie sprechen über Möglichkeiten – nicht über Probleme. Sie interessieren sich dafür, wie etwas klappen kann statt, du weißt schon.

Im Gegensatz zu einem Change Agent…

Was unterscheidet einen Organisationsrebellen von einem Change Agent?

Ein Change Agent sorgt (meistens) dafür, dass eine (von jemand anderem ausgedachte und geplante) Veränderung in die Organisation implementiert wird. Er kümmert sich um Kommunikation, Mobilisierung, Alignment und und und…

Ein Organisationsrebell LEBT DAS NEUE. Motiviert durch Liebe zu seiner Arbeit und volle Identifikation mit dem Unternehmen, in dem er arbeitet, möchte er

  • öffentlich die Wahrheit aussprechen, die fast jeder denkt
  • mit eigenem Beispiel voran gehen und das Neue vorleben
  • Regeln brechen, damit Aufbruch / Ausbruch möglich wird
  • Andere positiv anstecken und ihnen den steinigen Weg etwas ebnen

Er hat dazu KEINEN AUFTRAG VON OBEN. Er hat einen inneren Auftrag, aus dem Herzen. Er ist mutig, risikobereit und probiert Neues aus.

petranovskaja rebellen innovation

Was soll das?

Organisationsrebellen sind keine seichten Transformierer. Ein Aufstand, ein Nicht-Akzeptieren-Wollen des Alten ist in den meisten Kulturen der “zivilisierten” Welt ein negativ belegtes Ereignis. Um so spannender finde ich, dass wir nun unter dem Dach von Haufe diese Diskussion führen.

Vielleicht, weil die Zeit reif ist? Weil die “normale” Organisationsentwicklung an ihre Grenzen gestoßen ist? Weil weder Change Agents noch Change Berater für genug Veränderung sorgen? Vielleicht, weil wir erkennen, dass wir mit Mut, Risikobereitschaft und Querdenken weiter kommen als mit den alten Tugenden wie Fleiß und Disziplin?

Wir brauchen dringend ECHTE VERÄNDERUNG statt Buzzword Bingo, Sau durchs Dorf jagen und Powerpoint Folien!

Ich bin ein Rebell. Unangepasst, freiheitsliebend, in Maßen seltsam. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Welt besser zu machen indem ich Menschen und Organisationen darin unterstütze, gern das zu tun, was sie tun. Meine persönliche Rebellion lautet seit 1997: Endlich Montag! Ich arbeite gern, ich stecke andere damit an. Ich schreibe seit Jahren einen “Endlich Montag!” Newsletter und vertrete folgende Meinung:

Menschen, die ihre Arbeit gern tun und sich auf jeden Montag freuen, sind das Beste, was einem Unternehmen passieren kann.

Wie steht es mit dir?

petranovskaja Unterschrift signatur

Zusätzliche Links:

Artikel von Peter Vander Auwera, dem Initiator von Corporate Rebels United

TED Talk von Peter Vander Auwera zum Thema Corporate Rebels

Bilder in diesem Blogbeitrag sind der Präsentation von Peter Vander Auwera entnommen, thanks vor inspiration!

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