Wie “Endlich Montag!” dir helfen kann, immer eine gute Woche zu haben (mit Übung)

Wie “Endlich Montag!” dir helfen kann, immer eine gute Woche zu haben (mit Übung)

Fünf Minuten Lesezeit über ein Thema, das mich seit Jahren begeistert: Endlich Montag!

Endlich Montag!

Diese zwei Wörter waren einst Revolution für mein Denken und Handeln. Heute möchte ich dir die Möglichkeit geben zu entdecken, was in diesen magischen Wörtern steckt.

1. “Endlich Montag!” hat nichts mit Arbeit zu tun

Ich freue mich auf jeden Montag. Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag, doch die Montage geben den Takt an. Sie teilen das lange Leben und das stetige Ticken der Uhr in kleine Häppchen ein. So wie die Woche für eine überschaubare Menge an Tagen steht, steht auch ein Jahr für eine überschaubare menge an Lebenszeit. Und so wie die Woche eine gute kompakte Zeitmenge zum planen und gestalten ist, so ist ein Jahr symbolisch ein Paket, um nach und nach das ganze leben – in diese Päckchen eingeteilt – zu steuern und zu gestalten. Dieser Weisheit bedienen wir uns im “Create Your Year” Workshop. Wir schauen uns die Jahre an, dabei geht es jedoch immer um das ganze Leben.

So ist der Montag also immer eine Art Wecker, der eine neue Möglichkeit bietet, sich bewusster mit dem zu beschäftigen, was ich mit der überschaubaren Menge an Tagen anstellen werde. Ich tue das auch im Urlaub, manchmal. :-)

2. “Endlich Montag!” ist eine Haltung

Ja, mir ging es irgendwann spürbar auf den Keks, dass sich die Welt um mich herum immer auf den Freitag freute. Die Radios fingen schon Mittwochs damit an, dass Bergfest wäre und bald endlich Freitag wäre. Ich habe nicht verstanden, wie man sich und sein Leben dermaßen zum Fenster rauswerfen kann. Wie man permanent fünf Siebtel seiner Lebenszeit “erträgt” und “über sich ergehen” lässt.

Zugegeben, nicht jede Arbeit ist so, dass man vor Freude hüpft. Und auch ich habe ab und an Tage, die ich aus dem Kalender streichen möchte.

Und gerade aus dieser Erfahrung behaupte ich: Mit der richtigen Haltung (= Mindset) zu der eigenen Lebenszeit kann jeder von uns sein Leben in eine erfreulichere Bahn lenken. Und das geht unter anderem über die Freude.

Freude ist laut Wikipedia eine emotionale Reaktion auf ein angenehmes Ereignis. Mit der “Endlich Montag!” Haltung wische ich diesem reaktionellen Ding eins aus. Weil ich mich in den Zustand der Vorfreude versetzen kann. Ich kann ja noch gar nicht wissen, ob dies oder das eintritt und ob ich mich ÜBER etwas freuen werde. Aber ich kann mich AUF etwas freuen, und zwar auf eine ganze Menge von kleinen Dingen.

Ich kann mich darauf freuen,

  • Zeit für mein Hobby einzuplanen
  • Kollegen zu sehen
  • in meinem Projekt weiter zu kommen
  • Kaffee zu trinken
  • etwas für meine Weiterbildung oder Karriere zu tun
  • mein Hörbuch im Auto zu hören
  • jemanden bei der Arbeit zu unterstützen
  • eine Bushaltestelle früher auszusteigen und zu Fuss zu gehen

und und und…

Forscher der University of California in Irvine haben empirisch belegt, dass Vorfreude den Endorphin-Spiegel erhöht und Stressgefühle vermindert. Es geht dabei gar nicht darum, ob das, worauf ich mich gefreut habe, tatsächlich eintritt. In einer experimentellen Studie wurde gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer ein freudiges Ereignis lieber drei Tage verschieben würde, als es sofort zu erleben.

Wenn das nicht ein grandioser Trick unserer genialen biologischen Baukonstruktion ist!

Ich habe es übrigens eine Zeit lang mit “Endlich heute!” versucht, musste dann aber feststellen, dass es sich inflationär anfühlt und nicht so wirksam ist.

3. “Endlich Montag” befreit

Wenn du dich aus eigenen Stücken FÜR den Montag, für die Woche, für die Freude an dem, was du tun wirst, entscheidest, dann gibst du deinem Selbstbewusstsein wichtige Signale. “Ich will” setzt deutlich schneller Energie frei als “ich muss”, und so kann man nicht nur eine Menge Kaffee zum wach werden sparen.

Sich bewusst für das Tun zu entscheiden bedeutet, eigene Identität zu spüren. Eigene Ressourcen im Zugriff zu haben. Auf eigene Bedürfnisse zu achten. All das sind wichtige inneren Prozesse, die wir in der Zeit der äußeren Reizüberflutung zu sehr vernachlässigen.

Burnout kommt nicht von zu viel Arbeit, sondern von zu wenig Freiheit das zu tun, wofür man brennt – und zwar freiwillig und aus eigenen Stücken. Entscheide dich für “Endlich Montag!” Haltung, und du wirst dich frei fühlen, jede Woche.

Eine Übung für eine gute Woche

Stell dir vor, unser Geisteszustand ließe sich in vier Kategorien einteilen. Dies dient nur der Vereinfachung und der Vorbereitung auf die Übung. Die vier Zustände sehen folgendermaßen aus:

petranovskaja endlich Montag Flow

Die Übersicht basiert auf zwei Annahmen: Wir als Menschen wollen a) wachsen (und fühlen uns dann zufrieden) und b) wollen wir einen Beitrag zu dieser Welt leisten. Sind wir zufrieden und ohne Vision unterwegs, führt es zu einer Verwirrung. Haben wir eine Vision und sind unzufrieden, führt das zu Stress (und diesen Stress kennt fast jeder von uns). Haben wir vom beiden nichts…. naja, auch das kennen manche von uns. Leider. Erstrebenswert ist also einzig und allein der vierte Geisteszustand, der hier – nicht ganz konform zu mit der offiziellen Definition von Mihály Csíkszentmihályi – als Flow bezeichnet wurde. Gemeint ist dabei ein Zustand der spürbaren inneren Motivation, Leistung zu erbringen. Freiwillig. Mit Lust.

Die Übung ist also denkbar einfach (und selbstverständlich ist sie alles andere als simple und banal…).

Schritt 1: Prüfe zuerst, wo du dich momentan befindest.

  • Hast du eine Vision?
  • Weißt du, warum du jeden Morgen aufstehst?
  • Fühlst du dich verbunden mit einem großen Etwas (einem Ziel, einer Aufgabe)?
  • Fühlst du dich zufrieden?
  • Vielleicht sogar glücklich?
  • Weißt du, was du brauchst, um dich zufrieden zu fühlen?

Schritt 2: Gehe zu dem gewünschten Quadranten oder feiere deinen gegenwärtigen Zustand!

Weil das “Gehen zu dem gewünschten Quadranten” durchaus schwierig sein kann, brauchst du vielleicht Unterstützung. Ein Kompakt-Seminar oder Workshop mit Gleichgesinnten, zum Beispiel das “Create Your Year” kann eine Idee sein, wie du Energie tanken kannst. Falls du es eher persönlich magst, gibt es in deiner Nähe sicher Menschen, die Coaching anbieten.

Und nun nichts wie los! Werde ein “Endlich Montag!” Mensch. Werde zum Starter. Zum Planer, Umsetzer und Gestalter. Sehe Möglichkeiten statt Probleme. Betrachte dich selbst als Macher und  in der Lage, alles zu werden, was du werden willst. Fokussiere dich auf die Ziele. Mache platz für Träume. Endlich ist Montag! Endlich eine neue Gelegenheit, dinge in die Hand zu nehmen und etwas Grandioses aus dem eigenen Leben zu machen.

Freudig jauchzend,

petranovskaja Unterschrift signatur

 

Wie aus “Endlich Freitag” “Endlich Montag wird, die zweite

Wie aus “Endlich Freitag” “Endlich Montag wird, die zweite

Ich liebe, was ich tue. Jeden einzelnen Tag. Doch besonders dann, wenn aus heiterem Himmel eine Mail in meiner Box landet, in der jemand schreibt, dass sie oder er einen meiner Vorschläge umgesetzt hat und wie sich das auf das Leben auswirkt.

Stolz und glücklich

Stolz und glücklich möchte ich euch heute präsentieren, wie Dominik und seine Kollegin nach dem Lesen des Artikels “Wie aus “Endlich Freitag” “Endlich Montag wird” ihre eigenen Weg gefunden haben, mehr Spaß im Büro zu haben und sich auf die Arbeit zu freuen.

Hier kommt er also, der unerwartete Gastblogartikel :-)

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petranovskaja_obst

Besagten Blogartikel hatte ich vor einiger Zeit an eine Kollegin weitergeleitet. Wir haben uns über die Sichtweise unterhalten und überlegt, wie das weiter umzusetzen wäre.

Aus Taten folgen Resultate

Nach der Mittagspause hatte ich am selben Tag noch eine kleine Blume auf dem Schreibtisch stehen. Zum Feierabend hatten wir uns dann nochmal kurz unterhalten und uns mit “Schade, dass schon wieder Feierabend ist; wir hatten einen produktiven Tag heute.” verabschiedet.

Nun sind ein paar Wochen ins Land gezogen (die Blume hat es leider mangels Pflege am Wochenende nicht überlebt) und heute haben wir einen weiteren Schritt zur Umsetzung getan: Beim lokalen Bio-Obstbauer haben wir das “Büro-Obst für zwei”-Abo bestellt, so dass wir nicht selber an das Obst denken müssen, sondern einmal pro Woche eine Überraschungskiste direkt an den Schreibtisch frei Haus geliefert bekommen. Ausliefertermin ist Donnerstags. Somit können wir zwar (noch) nicht “Endlich Montag” sagen, freuen uns aber nun mehr auf den Donnerstag, als auf den Freitag.

Äpfel mit Birnen war gestern, heute: Möhren mit Bananen!

Heute wurde die erste Kiste geliefert und der Kommissionierer möchte vermutlich gleich auch unser Konfliktmanagement prüfen: In der “Büro-Kiste für zwei” sind drei Bananen. ähnlich wie bei meinem Lieblings-Eisdealer, der auf den “Liebesbecher für zwei” nur eine
Kirsche platziert. Wir haben das aber recht pragmatisch gelöst: Ich habe aus meiner mitgelieferten Gemüsekiste eine Möhre spendiert und dafür zwei Bananen bekommen.

Eigentlich freuen wir uns jetzt schon auf den nächsten Donnerstag und sind gespannt, was dann drin ist.

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Lieber Dominik und Kollegin,

ich danke euch vom Herzen – für das Entdecken eurer Lust auf gemeinsame Taten, für das Finden einer Lösung und auch für das Teilen dieser Geschichte mit mir und meinen Blogbesuchern. Ich wünsche euch viel Spaß beim Vernichten der Obstkisten und viel gute Zeit zusammen!

Und für dich, der / die das jetzt liest gilt: Es müssen nicht gleich große Dinge sein, die du änderst, um dich besser zu fühlen. Es reicht, wenn du mit einem kleinen Schritt anfängst.

petranovskaja_signatur

Wie aus “Endlich Freitag” “Endlich Montag” wird

Ich weiß, dass ich mit meinem überglücklichen “Endlich Montag!” allein da stand, und aus den Cubicals schauten mich verständnislose Gesichte der Ingenieure an. Wie kann man sich auf den Montag freuen?

Ich weiß auch, dass es mich immer noch ärgert, wenn im Radio überglücklich mitgeteilt wird, dass die Woche schon halb oder fast vorüber sei. Endlich Wochenende. Aha. Fünf Siebtel des Lebens leiden und klagen und dann zwei Tage Balance?

Das muss nicht sein. Das darf nicht sein! Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens bei der Arbeit – wie ineffektiv wir doch sind, dass wir so viel Einsatz bringen müssen, um ein kleines bisschen “Restleben” zu genießen!

Ja, ich schreibe absichtlich schwarz-weiß und böse. Weil mir dieses “Morgen endlich Freitag” eben wieder begegnete.

Love it, leave it or change it

Wenn du deine Arbeit WIRKLICH nicht magst, gibt es trotz der drei Verben im obigen Satz nur einen Weg daraus: Du musst etwas ändern. Egal, wofür du dich entscheidest, schaue dir erstmal an, was dir nicht gefällt.

– liegt der Grund in dir selbst? (ich mag nicht, was ich tue)

– liegt der Grund außerhalb deines Einflusses? (Chef, Kollegen, fensterloser Arbeitsraum, Gehalt)

Für alles, was du nicht direkt ändern oder beeinflussen kannst, heißt es: Ändere deine Gedanken dazu. Chef doof? Ignoriere es. Lächle ihn an. Stell ihn dir nackt vor. Sei kreativ. Die meisten Menschen, die ihren Chef nicht mögen, möchten seinen Job nicht haben. Ja, wie können wir denn jemanden achten und toll finden, der für uns nicht mal Vorbild ist? Zu wenig Geld? Wie viel hättest du denn gern? Und weißt du auch, warum du so viel Geld haben willst? Und wie du der Umwelt zeigst, dass du dieses Geld Wert bist? Schreibe auf, warum du es Wert bist, x Euro pro Monat / Jahr zu verdienen. Warum du es Wert bist, einen bessern Chef, bessere Kollegen und bessere Arbeitsumgebung zu haben. Hänge diese Liste am Badspiegel auf und lese sie dir jeden Tag vor. Führe diese Liste fort. Jede Wette, dass sich da was verändert.

Für alles, was du selbst ändern kannst: Ändere es ;-) Nichts ist schönes, als sich mächtig zu fühlen. Schreibe auf, welche guten Seiten deine Situation hat. Was dir fehlen würde. Wie du an dieser Situation wachsen kannst. Nehme die Situation weniger ernst. Mache ein Spiel daraus. Du gehst nicht arbeiten, du bist ein Alien und spionierst die Erde aus. Ja, je alberner, desto einfacher. Du bestimmst die Spielregeln. 

Das war das lang- und mittelfristige Programm. Kurzfristig hilft: Räum deinen Arbeitsplatz am Freitag auf. Ziehe dich Montags besonders hübsch an. Bringe dir Blumen & Obst mit. Ja, dir selbst. Du liebst dich, oder? Es ist dein Leben, deine Woche, deine Zeit!

Lass mich wissen, wenn ich etwas vergessen habe. Ich liebe Dialog!

 

Wie ein Montag sein sollte

Ausschlafen. Yoga. Dusche. Frühstück.

Flipflops an und ab zum Markt. Frische leckere Sachen kaufen. zweites Frühstück in der Sonne.

Morgen-Mails lesen und schnell beantworten.

und dann, wenn keiner auf etwas wartet, Pläne schmieden: für den Rest des Tages, für die Woche, für den Ausstieg aus dem aktuellen Projekt. für Mai. für den Sommer. für den Business Plan. für den Rest des Lebens.

Das schönste am Leben ist, dass man selbst bestimmen kann, was man will.

denn um zu bekommen, was man will braucht es nur eins:

deine Entscheidung.

Ein Roman (Woche 21)

Ein Roman (Woche 21)

Diese Woche verdient keinen Blogbeitrag, diese Woche verdient einen Roman. Soeben habe ich erfahren, dass zwei Menschen, die ich kenne, Corona haben. Das macht etwas mit mir. Und auch in der Universität, in der mein Vater in Mexiko arbeitet, gibt es einen Corona-Fall, somit fange ich automatisch an, mir Sorgen um meinen Papa zu machen.

Dabei gab es bis eben so viele ganz andere Themen in meinem Leben, und diese Themen drehten sich meistens um die Zukunft und die Arbeit.

Arbeiten mit Corona

Viele Wochen gab es Diskussionen über das New Normal (was für ein widersprüchlicher und unpassender Begriff!). Corona, als Katalysator hat sie uns nur aufgezeigt, was vorher schon da war. Und da wir uns versuchen, “mit Corona” zurecht zu finden, fühlt sich das an, als male sich ein Jugendlicher die Pickel über.

Wir haben erkannt, dass es noch länger dauert, bis wir von Normalität sprechen können. Und darum haben viele Unternehmen angefangen, sich zu überlegen, wie sie ihre Arbeit neu formen und gestalten. Zum Beispiel, wie das Büro genutzt wird. Und wie die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit gestaltet wird, die während Corona völlig eingeschlafen ist.

Ich habe mit Premium Cola gesprochen, also natürlich mit Menschen, nicht mit der Firma, und da eine unglaubliche Geschichte kennengelernt darüber, wie ein Getränkelieferant die böse Zeit (alles, wo man Cola trank, ist zu oder abgesagt) nicht einfach nur überlebt hat, sondern gestärkt daraus ging. Antifragil eben. Die Geschichte ist so unglaublich, dass ich sie wahrscheinlich erst nachte Woche Einmeine eigenen Worte fassen werde. Oder ich bitte um ein Videointerview. Ein wahres Wirtschaftsmärchen. Ich komme darauf zurück.

Stammhirn vs. Großhirn

Ich lese nun in der Woche 21 meine eigenen Tagebuch-Einträge “von damals” und stelle fest, manche Fragen können wir uns immer wieder stellen, Hier ein paar aus der Woche 1:

Hast du mehr als Stammhirn? Fight, Flight oder tot stellen, die drei Überlebensstrategien des Stammhirns. In den nächsten zwölf Monaten kommt es darauf an, wer mehr drauf hat, als nur zu überleben. 

  • Wer hat Resilienz in sich?
  • Wer kann gelassen sein?

Auch hier gibt es Tausende Bücher, und sehr viele von uns haben sie gelesen. Worauf es jetzt ankommt, ist, dieses Wissen anzuwenden. Also: einatmen, ausatmen.

Was ist schon New am New Work?

Unser New Work Journeython ist in der Woche 4 angekommen, und die Reise war bisher enorm erkenntnisreich. Unter anderem diskutieren wir immer wieder:

  • es ist nicht sonderlich viel “neu” im New Work
  • New Work ist ein Containerbegriff
  • New Work ist kein Endzustand, den man irgendwann erreichen kann
  • es geht viel mehr darum, Arbeit im Wandel bewusst zu gestalten als um Erfüllung von Kriterien
  • New Work ist nicht dafür da, ein Unternehmen noch effektiver zu machen
  • im New Work geht es vor allem um die Humanisierung der Arbeit
  • wer zu schnell zu dem “wie?” (Maßnahmen) übergeht, ohne sich Zeit für “Warum?” und “Wozu?” zu nehmen, macht sich selbst und die Mitarbeiter kaputt und erzeugt mehr Frust als vorher da war
  • die Burnout Rate, die Gallup-Studie-Ergebnisse sind nur Symptome und können nicht mit einem Training behoben werden

Es kommen bestimmt noch viel mehr Erkenntnisse dazu, und ab Ende September reisen wir mit einer zweiten Gruppe los. Hier kannst du dich zum New Work Journeython anmelden.

Was soll ich beruflich machen?

Ich habe diese Frage auf Twitter gestellt. Ich habe wirklich Impulse und disruptive Ideen gebraucht. Ja, ich liebe, was ich tue. Und gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob ich das den Rest meines Lebens tun möchte – oder kann.Hier ist die Liste der Empfehlungen, was ich beruflich tun soll:

  • Lach-Yoga-Trainerin
  • Wonderwoman
  • Clown-Therapeutin
  • Impro-Theater-Schauspielerin
  • Aufmerksame Hinschauerin und Zuhörerin, Schreiberin von Tage- und Handbüchern, Malerin in Bild und Sprache
  • Spieleentwicklerin
  • Stadtführerin
  • Thermomix-Verkäuferin (:-))
  • Moderatorin einer Samstagabend-Gala im zdf
  • Inneneinrichtungsberaterin
  • Krankenhaus-Clown
  • Da Du die Montage liebst auf keinen Fall ins Friseur-Handwerk
  • Zuhören! Verstehen!
  • Nimm den #ESMI (Einen Sch*** Muss Ich) Faden wieder auf ;)
  • 50% Organisationsberatung für nachhaltige Unternehmen und 50% Tischlerin und beides mit Muße

Und da bin ich nun, mit all den wilden und verrückten Beispielen und freue mich, dass so vieles aus der Liste Anklang in meinem Inneren findet. Ich kann mir fast alles davon vorstellen.

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Was ist es überhaupt, Arbeit?

So bin ich bei der Frage angekommen, was es überhaupt ist, Arbeit. Du siehst, ein Roman, definitiv ein Roman. Wenn es nicht darum geht, Geld zu verdienen, um Sachen zu kaufen, die ich nicht brauche und Menschen damit zu beeindrucken, die ich nicht mag, dann ist Arbeit definitiv etwas anderes.

  • gestalten, schaffen
  • das Geschaffene weitergeben
  • Beitrag leisten
  • Berufung, Leidenschaft, Spaßfaktor

Und so gehe ch mit einem großen Lächeln in das Wochenende. Ich habe nicht die absolute Antwort gefunden, dafür habe ich so viel Neues (oder vergessenes Altes) gefunden und ich möchte mich hiermit nochmal ausdrücklich bei der sogenannten Corona-Leise für diese Gelegenheit bedanken, mein Leben mit Liebe und Zufriedenheit anzuschauen und teilweise zu transformieren.

Eine Übung für Zwischendurch – aus der Corona-Woche 2

Stories aus der Zukunft

Stell dir vor, wir sitzen zusammen im Jahr 2025 und schauen zurück auf die heutige Zeit. Und wir erzählen einander Geschichten, die mit folgenden Worten beginnen:

“Weisst du noch, damals, als wir Corona hatten und zum ersten Mal in einer digitalen Umgebung arbeiten mussten?” und der nächste führt fort:

“Ja, genau, und weißt du noch, als …” und so weiter.

Was fällt dir da als erstes ein?

petranovskaja Unterschrift signatur

Mein Corona-Tagebuch

Photo by Kimberly Farmer on Unsplash

Win-Win im New Work (Woche 17)

Win-Win im New Work (Woche 17)

Win-win muss anderes aussehen und sich anders anfühlen, darüber denke ich mit einem Staubsauger in der Hand nach. Wenn ich eine Sache nicht gern mache, ist es staubsaugen. Und dennoch musste ich genau das gestern tun, und zwar fast drei Stunden lang. (Es kommen gleich langweilige Baustellen-Datails…)

Mit einem lauten Industrie-Sauger haben wir den Estrich dafür vorbereitet, dass eine Grundierung und eine neue Ausgleichsmasse darauf kommt, nachdem die drei Wochen “alte” Ausgleichsmasse mit sehr viel Dreck und noch mehr Lärm ausgefräst wurde.

  • Zur Freude unserer Nachbarn im Mehrfamilienhaus
  • Mit mindestens drei Wochen Zeitverzug
  • Mit erheblichen Mehrkosten
  • Mit Handwerkern, die wir nach diesem Vorfall vermutlich nicht wieder sehen werden

Eine klassische Lose-Lose Situation. Und das alles warum? Weil beim ersten Mal gepfuscht wurde.

Was hat das mit Corona zu tun?

Ganz einfach. Wenn wir uns jetzt zu sehr beeilen, das “New Normal” zu postulieren, es für fertig zu erklären und zu versuchen so zu tun, als wäre das alles schon gut genug, werden wir (eventuell, unter Umständen) nicht glücklich damit.

Was wäre stattdessen ratsam?

Stille. Ruhe. Nachdenken. Uns mehr miteinander austauschen. Sichtbar machen, was wir brauchen, was uns wichtig ist. In einem Zoom Termin sagte jemand:

Verzweiflung lässt Mut für Veränderung.

Ja, darum geht es oft. Uns nicht zu schnell beruhigen. Nicht sofort zuschlagen, wenn etwas nach Lösung aussieht. Eine kreative Unruhe ertragen.

Vielleicht ist die Sommerferien-Saison ja ganz gut für so etwas?

Das erste Ding, das ich uns für die irgendwann sanierte Wohnung neu gekauft habe, ist ein Staubsauger-Roboter.

New Work und Roboter

Über New Work und Roboter denke und schreibe ich gern und viel. Wofür der Staubsauger-Roboter in meinen Gedanken steht, ist (leider) nicht unbedingt erfreulich: er soll mir Arbeit abnehmen, die ich nicht gern mache, damit ich mehr Zeit habe, um etwas anders zu tun.

Genau so sind wir in unserem jetzigen “old work” gelandet: über Aufgabentrennungen, über Optimierung der Arbeitsprozesse und über Spezialisierung.

Darum über ich mir ein anderes Mantra ein, welches für mich für New Work steht:

Ich habe einen Staubsauger-Roboter, damit er etwas tut, während ich mich ausruhen kann.

Nichtstun ist für mich eine echte Aufgabe. Vielleicht auch für dich?

Il dolce far niente

Das süße Nichtstun – auf Italienisch Il dolce far niente – ist für viele von uns eine echte Aufgabe. Wir sind so sozialisiert, dass wer sich ausruht, als faul gilt. Den ganzen Tag rumsitzen und Filme gucken oder Musik hören oder spielend as tun doch nur die, die keine Arbeit haben.

Somit füllen wir uns jede Minute mit Arbeit. Die neuen Geräte – smart genannt – sorgen dafür, dass ununterbrochen etwas blink oder piept oder gewischt werden möchte. Wir sind beschäftigt, ja. Aber ist das Arbeit?

Und wie schwer ist es, zu versuchen, einfach nur da zu sitzen. Wahrzunehmen, was ist, zu spüren, was die Sinne wahrnehmen, zu sein.

petranovskaja la dolce far niente
Das süße Nichtstun – Il dolce far niente

Wie viel NEW ist in New Work?

Heute früh haben Nicole Anzinger und ich unseren vierten New Work Friday moderiert. Im Zentrum der Diskussion stand das Thema “Boss” und die Frage, inwiefern alles, was wir im New Work Dschungel dazu schreiben, überhaupt neu ist. Als Beispiel haben wir auf die Piraten geschaut, die bereits im 17. Jahrhundert weiter waren mit ihren Prozessen und Systemen als manch eine Organisation heute.

Kommt da ein “Ja, aber…”? Perfekt!

New Work Boss

New Work Boss

Zusammen haben wir einen Boss gezeichnet und dabei ganz tief in die Schublade unserer Vorurteile gegriffen. Vieles entsprach dabei aber auch unseren täglichen Erfahrungen. Bosse tragen dunkle Anzüge und Statussymbole, sind “bossy”, tun selber nichts, außer in Meetings zu sitzen…

Was hat das mit Corona zu tun?

Corona macht viele Aspekte unseres Arbeitslebens deutlicher.

  • Wie viel Chef brauche ich, um produktiv zu sein?
  • Warum können nicht alle Menschen sich selbst führen?
  • Wie fühlt sich gute Führung an, wenn ich meinen Chef nicht sehen kann?

Und die Hauptfrage bleibt: reicht uns die Kraft der Krise, um die neu gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen nicht zu schnell in etwas zu gießen, das drei Wochen später mit viel Krach und Dreck wieder runter muss? (siehe Baustellen-Beispiel oben…)

Und noch eine Brücke zu einer anderen Passage da oben: wir haben die New Work Friday Teilnehmer gefragt, was New Work für sie ist. Die Antworten:

  • New Work steht für das Sein. New Work ist das was wir leben würden wollen. Es ist Philosophie und Essenz des Menschen. Wir verlieren das Gefühl, was wir Wirkich, wirklich wollen durch die Sozialisierung
  • New Work ist gesunder Menschenverstand
  • New Work neu, weil wir Arbeit so noch nicht erlebt haben in unserem kollektiven Ergeben/Gedächtnis
  • New Work ist ein Bewusstsein über die Strukturen, in denen wir arbeiten: wir haben die Verantwortung abgegeben, wir hinterfragen den Status Quo zu wenig
  • New Work ist Identifikation mit dem was ich mache

Was wäre deine Antwort auf diese Frage?

Wir hosten demnächst übrigens ein New Work Journeython – HIER findest du die Details.

Win-Win Beispiel aus New Work

Der New Work Urvater, Fritjof Bergmann, hat propagiert, man solle einen drittel seiner Zeit etwas für Erwerb tun, einen Drittel für seine eigene Lust (siehe La dolce far niente!) und einen Drittel für die Gemeinschaft.

Ich hoste jeden Montag ein Remote Café für eine Community of practice von Moderatoren. Wir sind mittlerweile über 150 Leute, und jeden Montag lernen wir und diskutieren verschiedene Themen und Aspekte. Mit der Zeit sind wir immer mehr selbstorganisiert geworden. Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich die Veranstaltung nicht mit einer Paywall versehe und dieses wunderbar funktionierende und populäre Format monetisiere.

Hier ist, was ich stattdessen tue. Ich lasse mir freiwillig per Paypal.me einen Cappuccino (mit und ohne Kuchen ;-)) bezahlen. Diesen Kaffeegenuss nehme ich immer in einem kleinen Bistro bei einer reizenden Lady bei mir um die Ecke. Das Bistro war nämlich währen Corona kurz vor dem aus. #supportyourlocals

So entsteht eine (in meinem Weltbild) Win-Win Situation: Die Montags-Crowd ist happy, ich kann Il dolce far niente unter Bäumen genießen, und die reizende Lady hat einen (kleinen und stetigen) Umsatz. Und weil das Bistro damit hoffentlich überlebt, bleibt für die ganze Nachbarschaft ein reizendes Plätzchen erhalten. Und das führt dazu, dass mehr Menschen die Gelegenheit haben, das süße Nichtstun zu genießen. Und das führt dazu, dass wir entspannter und liebenswürdiger werden als je zuvor.

More Shiny Eyes!

petranovskaja Unterschrift signatur

Mein Corona-Tagebuch

Moderation: virtuell versus face2face, Argumente

Moderation: virtuell versus face2face, Argumente

Seit Wochen ist die Moderation nur virtuell möglich, langsam fangen wir jedoch an, auch über die Präsenz-Termine und die face2face moderation zu sprechen. Auf Linkedin, in Slack und in Telegram Communities habe ich meine Kollegen gefragt, was aus ihrer Sicht pro und contra Argumente für die eine und die andere Realität sind.

Wie wird unser Weg vom “MÜSSEN” (weil es nicht anderes geht) der virtuellen Begegnung zum “WOLLEN” aussehen? Wem geht es so wie mir? Ich verspüre nämlich trotz meiner allgemeiner Offenheit gegenüber den Technologien und digitalen Möglichkeiten gewaltige Resistenz. Ich will nicht immer nur vor dem Rechner sitzen. Ich will wieder reisen, meinen Koffer packen. Ich will sogar wieder über zu dunkle und zu kleine Räume schimpfen. Statt über Bandbreite und Log in Probleme.

Meine Freunde wundern sich. Ich bin in der Tat eher als Early adopter und begeisterter Tester der Technologie bekannt. Ich hatte zu allen heute gängigen Tools bereits vor Corona einen Account und ein paar Testprojekte.

Warum nur fällt es mir so schwer, die vermutlich noch viel länger anhaltende Notwendigkeit einer ausschließlich virtuellen Moderation anzunehmen?

Die Change Kurve wieder?

Die Rahmenbedingungen

Die Pivi Scamperle hat in den Channels eine Übersicht der möglichen Rahmenbedingungen gesammelt für face2face Trainings und Seminare. Eine Übersetzung der offiziellen Auflagen quasi für uns Trainer und unsere Teilnehmer.

petranovskaja moderation face2face auflagen corona

Wie du sehen kannst, keine Raketenwissenschaft. Natürlich fallen einige Übungen weg, bei denen man sich berühren würde. Dafür sind Übungen an der frischen Luft um so einfacher zu “verordnen”. Alles in einem: möglich!

Die Pro und Contra Argumente

Darauf hin habe ich auf Facebook zwei Runden gedreht und alle genannten Argumente und Bedenken in eine Übersicht gepackt.

petranovskaja moderation virtuell face2face argumente

Ich habe versucht, meinen inneren Widerstand in die Neugier zu verwandeln. Wenn dir noch mehr Argumente einfallen, lass es mich gern wissen! :-)

Good news: #noagenda geht auch virtuell wunderbar

petranovskaja moderation noagenda
#noagenda Training: Prinzipien und Design

Trotz meines inneren Widerstandes moderiere ich eine online Sequenz mit den Mitgliedern des Schweizer Ausbilder-Vereins. Ich muss zugeben, die Qualität der Unterhaltung und der Diskussion leidet nicht. Natürlich wäre mir eine Präsenz lieber. Ich möchte mich mehr bewegen, ich möchte die Teilnehmer von Stühlen reissen…

Wird vielleicht in Zukunft auch das möglich sein? Mit anderen Übungen, mit anderer technischer Ausstattung? Mit mehr Achtsamkeit und Fokus auf humanes Miteinander?

Was denkst du?

Facilitators’ remote café

Das beste Beispiel für das Wahrsein vieler Argumente aus der ersten Spalte ist das Facilitators’ remote café, das ich als Gastgeberin jeden Montag moderiere (ein Grund mehr für “Endlich Montag!”). Ohne dieses Format würde mir vieles fehlen…

Wie geht es dir mit dem Thema? Was sind deine Empfindungen? Was lernst du über dich und deine Stärken?

Lasst uns in Kontakt bleiben!

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Mehr zu Moderation im Blog:

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 8, fragil)

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 8, fragil)

Das Lied von Sting – “Fragile” – begleitet mich als Ohrwurm seit mehreren Tagen. Ich nehme immer mehr kleine und große Signale wahr, dass wir unsere Zerbrechlichkeit, unsere Fragilität, unterschätzen.

Seit Montag tragen wir Nasen-Mund-Schutz, auch Maske genannt. Seit Jahren rege ich mich darüber auf, wie viele von uns vor allem im beruflichen Umfeld mit einer “Maske” unterwegs sind – nicht offen, nicht authentisch. Nun tragen wir das auch noch physisch, und mir fällt auf, wie viele von uns müde Augen haben.

How fragile we are…

Ich habe das Gefühl, ein Klirren zu hören, wenn ich Nachrichten lese (und das tue ich aus Absicht nur selten). Menschen werden arbeitslos, Firmen gehen pleite, häusliche Gewalt und Kinder, um deren Bildung sich nur ein Teil der Lehrer wirklich kümmert. Politiker, die versuchen, gelassen und sicher zu wirken. Wir sind zerbrechlich. Als Menschen, als Gemeinschaft, als wirtschaftlich voneinander abhängiges Gerüst.

Die Lufthansa steht vor der Insolvenz. Für mich bricht eine ganze Welt zusammen. Wenn es eine Instanz wie Lufthansa nicht mehr gibt, die in meinem Empfinden so viele Werte der deutschen Kultur trägt… Und dann lese ich wieder begeistert, die Flugkapitäne wollen bis zu 45% ihres Gehalts spenden, um ihr Unternehmen zu retten. Ein zerbrechlicher Weltkonzern, der von den eigenen Mitarbeitern getragen wird… Was für Bilder!

Und dann kommt der Trump (oder das, was die Medien uns von ihm zeigen) und sagt, es werde in USA bald wieder alles normal.

Was ist normal?

Ist “normal” das, was uns in diese Situation gebracht hat? Ist es normal, dass jemand Milliarden auf der Börse verdient, weil er auf fallende Aktienkurse und Insolvenzen anderer Unternehmen setzt? Ist es normal, dass viele Menschen vor Corona nicht wussten, wie die Bergkette in der Ferne oder ein Sternenhimmel aussieht? Ist es normal, dass wir so viel konsumieren und alles sofort haben wollen?

Was ist normal?

Was wollen wir als unser neues Normal haben?

Heute ist der 1. Mai – Tag der Arbeit. 1886 wurde dieses Datum berühmt, weil die Arbeiter gestreikt haben. Was haben sie gefordert? Einen Wechsel von 12 auf 8 Stunden Tag.

Und heute? Wofür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen? Was würdest du fordern, wenn es um deine Arbeit geht? Was kommt dir als erstes in den Sinn?

Free hugs

Weißt du noch, damals, vor Corona? Da gab es in den Fussgängerzonen Hippies, die haben “Free hugs” als Schild gehabt und alle, die das wollten, umarmt?

Jetzt dürfen wir das grad nicht tun.

Und dann lese ich, die Schüler in Nordrhein-Westfalen hören zuerst den Einweisungen in die Hygiene-Regeln zu und umarmen sich anschließend alle.

Jawohl!

Weil wir keine Maschinen sind. Weil unser Verstand zwar laut und teilweise diszipliniert ist, wir aber soziale und emotionale Wesen sind. Vernunft hin oder her, wir werden als Art nur dann nicht aussterben, wenn wir zulassen, dass wir Emotionen haben, die ausgelebt werden müssen. Wie jemand sagte, wenn wir uns komplett nach den Regeln verhalten, dann sterben wir von innen an emotionalem Hunger.

Wir werden überleben

Wir werden überleben, wenn wir weiterhin

  • zweifeln
  • hoffen
  • verzeihen
  • träumen
  • brauchen
  • vergessen
  • uns verlieben
  • einander zuhören und
  • sind, wer wir wirklich, wahrhaftig sind

Mehr als Klops Fleisch, der an einem Virus erkranken könnte.

Bilder der Woche

Während die Baustelle und der Abbruch mich weiterhin in Schach halten, gibt es so viele schöne Bilder aus den Momenten davor/danach/dazwischen. Danke an alle, die mich durch diese zeit begleiten!

Ein Buddha ohne Arm
Strandperle (Strandlokal an der Elbe in Hamburg) mit Absperrungen
Leere Straße vor unserem Haus, auch mit Absperrungen
Meine liebe Freundin Birgit
Home Office auf der Baustelle

Bitte achte auf dich und deine Zerbrechlichkeit. Bitte erlaube dir, nicht so viel zu schaffen wie sonst. Lasse deine Sehnsüchte und Bedürfnisse zu, finde Platz für deine Emotionen. Halte inne, atme tief durch.

Bis bald,

petranovskaja Unterschrift signatur

Mein Corona Online-Tagebuch: Woche 1 | Woche 2 | Woche 3 | Woche 4 | Woche 5 | Woche 6 | Woche 7

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 7, Abbruch)

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 7, Abbruch)

Ich finde, Bauprojekte – auch wenn sie wenig Komplexität aufweisen – sind gut geeignet, um die aktuelle Situation zu betrachten. Und da es in meinem Leben seit einer Woche ein solches Bauprojekt gibt, habenmeine Metaphern im Moment mit Rigips, Zement und Armaturen zu tun.

Wollen wir weiter machen?

Letze Woche habe ich geträumt, zu moderieren, also zu arbeiten, und die Frage, die mir sehr wichtig erschien war: Wollen wir weiter machen?

Seit Montag haben wir hier zulande offizielle Maßnahmen-Lockerungen, und es ist faszinierend, wie normale und neue Lebenszüge nebeneinander existieren. Menschen in Flip Flops bei der Strandperle. Menschen in Masken im Supermarkt. Stau auf der Straße. Schlange mit 1,5 m Abstand vor dem Baumarkt. Es scheint, wir finden einen Weg zwischen dem, was schon möglich ist und dem, was noch nicht erlaubt ist.

Ein Freund besuchte uns auf der Baustelle. Er kommt auf mich zu, Arme weit ausgebreitet … Nichts würde ich lieber tun, als ihn herzlich zu umarmen. Doch … und das tut richtig weh! – ich umarme ihn nicht. Wie komisch sich das anfühlt! Und gleichzeitig: ich muss mich nicht erklären, er versteht das.

Wollen wir weiter machen?

petranovskaja Was wir in den nächsten 12 Monaten tun Abbruch
So sieht es in Abbruch-Zeiten aus… (mein zukünftiges Badezimmer)

Wie ich weiter mache

Meine “normale Arbeit ist nicht existent. Auf Anraten meiner lieben Freundin Birgit übe ich mich in Vertrauen und Gelassenheit. Ich mache mich nicht verrückt, ich digitalisiere nichts. Ich bin in meiner Mitte, ich habe Spaß am Rumsein und ich weiß, was ich gut kann und was mein Mehrwert ist. Das ist eine erstaunliche Erkenntnis.

Ich habe Vertrauen darin, dass das Universum meine Stärken braucht, und ich stelle diese Stärken der Welt gern zur Verfügung.

Was für ein Mantra! :-)

Umbruch und Aufbruch sind tolle Worte. Diese Woche gab es in meinem Leben einiges an Abbruch. Das Bad, die alte Glasfaser-Tapete, schief gebaute Zwischenwand, die Decke mit dem Wasserschaden…

Die Geräuschkulisse und der Staub, wer es kennt, der weiß, was ich meine. Es ist unschön. Die Bilder danach sind weit entfernt von einer neuen Ordnung, und ich brauche viel Phantasie und Visualisierungskraft, um mich auf das Danach zu freuen.

So wie Corona einige von uns aus dem Hamsterrad und dem Karussell geworfen hat, so stellen wir jetzt in unserem zukünftigen Zuhause einige Leitplanken neu. Wir haben ja Zeit. Und die Handwerker freuen sich, wenn einige der “niedere Arbeiten” von uns gemacht werden.

Was nicht mehr gut ist, kommt weg. Wir behalten nur was wir wirklich wirklich wollen.

Moment, das habe ich doch schon mal gehört… “nur was ich wirklich wirklich will”… Das war was mit Arbeit und New Work und Glück, oder?

Was trotz Abbruch stehen bleibt

Es sind drei wundervolle Projekte, die mich – neben der Baustelle – spüren lassen, was ich wirklich wirklich will:

petranovskaja Was wir in den nächsten 12 Monaten tun CYY
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1. Create Your Year

Das Create Your Year hat ein Alumni-Treffen gehabt. Aus einem Corona-gerechten Spaziergang mit Birgit wurde ein Video-Termin mit unseren “Absolventen” aus den Jahren 2014 bis 2020. Das hat total gut getan. Hier ein paar Zitate:

  • Corona gab mir Zeit nachzudenken: Was möchte ich wirklich wirklich wirklich tun?
  • Es ändert sich endlich was! Hoffentlich verfallen wir nicht in den alten Trott!
  • Emotionen ist das, was uns Menschen ausmacht. Wir lassen das im Moment zu wenig zu. Wir gaukeln uns die Normalität vor.
  • Die Möglichkeiten sind da. Wir haben sie vorher nicht genutzt, weil wir sie vorher nicht gesehen oder nicht gebraucht haben.

2. Das Handbuch der Entscheidungen

Ich telefoniere mit Tobias, der auch in einem Kaufen/Bauen (lassen) Projekt drin steckt. Wir sprechen darüber, und wir sprechen über die Entscheidungen. Unser gemeinsames Buchprojekt (Das kleine Handbuch der Entscheidungen) bekommt durch unsere privaten Projekte richtig viel Futter, und so sind wir uns einig, weiter zu schreiben. Es ist ein schönes Projekt zum Weitermachen!

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3. New Work Ausrüstung

Noch nie war der Zeitpunkt für das Nachdenken über unsere Arbeit passender. Mit der New Work Ausrüstung wollen Nicole Anzinger und ich jedem etwas an die Hand geben, was sofort hilft, unterstützt, anregt. Nich linear, nichts vorschreibend. Und: New Work bedeutet Arbeit. Das spüren alle, die die Prototypen auspacken. es ist erstmal viel zu tun. Irgendwann entsteht nach und nach Struktur und Klarheit.

Ganz nebenher: Wondercards

Wondercards haben eine kleine Pause. Ich spreche mit vielen über die virtuelle Moderation und stelle fest, dass sehr viele Formate, Übungen und Tools digitalisierter sind (im guten Sinne des Wortes). Gleichzeitig habe ich durch die fehlenden Workshops/Trainings nicht so viele Möglichkeiten, diese auszuprobieren. Also halten Ute und ich die Füße eher still. Kein Abbruch, kein Umbruch, aber auch noch kein Aufbruch.

Neues Lieblings-Termin: Facilitators (remote) café

Jeden Montag treffen sich ca. 30 Moderatoren in einem virtuellen Café und trinken zusammen einen Morgenkaffee oder Tee. Wir testen zusammen Tools, Methoden, Übungen aus. Wir diskutieren darüber, wie es uns mit der neuen Zeit geht. Wir lernen einander kennen. Wir sind einfach so füreinander da. Kollegen, die noch nie zusammen gearbeitet haben.

Eine große Freude, Gastgeberin für diese tolle Community zu sein!

petranovskaja Was wir in den nächsten 12 Monaten tun Abbruch
petranovskaja Was wir in den nächsten 12 Monaten tun Abbruch

Und dann wieder: Baustelle. Nach Lärm, Staub und Schwitzen sitzen wir abends da und betrachten den Raum.

Die eine Frage bleibt:

Wollen wir weitermachen?

Das sehen wir nächste Woche.

Halt die Ohren steif,

petranovskaja Unterschrift signatur

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Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 5, nachdenklich)

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 5, nachdenklich)

Es ist Woche 5 unserer neuen Zeit, und ich bin nachdenklich.

Sind das schon die neuen wir? Die, die es für selbstverständlich halten, alles online zu tun? Kinder online ausbilden, online zusammen singen, Bier trinken und arbeiten. War es das?

Meine Sorge ist, dass wir diese Zeit nicht dafür nutzen, eine neue Welt für uns zu erträumen und entstehen zu lassen. Meine Sorge ist, dass wir wieder zurück und zwei freiwillig in unser Hamsterrad einsteigen und die meisten Dinge so tun, wie bisher.

Und dann denke ich, ich sollte vielleicht nicht so viel denken.

Note from the Universe.

Und dann denke ich doch nach.

Was ist noch wichtig?

Nach dem Duschen wickle ich meine Haare in ein Handtuch, und immer dann, wenn die Haare zu lang sind für das Frottee, gehe ich zum Frisör. Da hätte ich von 4 Wochen hin gemusst, und nun ist das plötzlich nicht mehr wichtig. Heute habe ich mit Hilfe eines YouTube Videos meine Haare ganz allein um 6-7 cm gekürzt. Geht doch!

Frisör-Besuche sind plötzlich nicht mehr wichtig.

In meiner Küche hängt eine Weltkarte, und um diese Weltkarte drumrum sind zig Fotos angeordnet – die meisten analog mit meinem Lomo aufgenommen. Die Fotos sind in den 52 Ländern aufgenommen, in denen ich auf meinen Reisen gewesen bin, und die Weltkarte ist eine Scratch Map – immer dann, wenn ich ein neues Land besucht habe, konnte ich dort etwas freirubbeln.

Das ist nun nicht mehr wichtig.

Ich habe darüber nachgedacht, dass ich nach der Corona Krise auf keinen Fall so wie bisher reisen kann. Ich habe dafür noch keine Erklärung und keinen Begriff. Es fühlt sich nicht mehr richtig an. Und da wir demnächst umziehen werden, wird die Weltkarte mit den noch nicht besuchten Ländern wohl verschwinden.

Ach, und habe ich erwähnt, dass ich seit dem 15. März bis (aktuell) Ende Juni keine Aufträge habe? Es fühlte sich zuerst sehr seltsam an, ein wenig Angst hatte ich am Anfang an, und dann begriff ich: ich bin nicht systemrelevant. Das macht nichts.

Das ist gerade nicht wichtig.

Was wichtig ist, das werde ich in den nächsten Wochen rausfinden.

Der innere Kreis

Hast du schon mal überlegt, wen du wirklich vermisst? Nicht einfach aus Gewohnheit, sondern so wirklich herzlich. Nicht zu einem Zweck, sondern aus Liebe, Zuneigung, Sehnsucht. Wer gehört zu deinem “inneren Kreis”?

Diese Woche wäre ich eigentlich in Mexiko, bei meinem Vater. Letzte Woche wäre ich eigentlich auf Hawaii, mit meiner Tochter. Dass ich beide in ihrem jetztigen Wohnort jetzt nicht besuchen kann, das tut weh. Dass ich sie so schnell wie möglich nach all dem hier besuchen will, das steht fest.

Und dass ich meine Kinder fast ausschließlich auf einem Bildschirm sehe: wird das irgendwann die neue Normalität? Wie werden wir Gefühle empfinden, wenn wir so viel weniger Nähe erleben? Was macht es mit der Chemie im Gehirn, wenn die Körper-Chemie nicht erlebbar ist? Nachdenklich ich bin…

Vor dem Einschlafen kuschele ich mich gedanklich in meinen “inneren Kreis” hinein und fühle mich dann geborgen.

Digitale Frustration

Ich habe gestern mit einer Kollegin in Kanada gesprochen. Genauso wie ich, mag sie analoge Methoden und arbeitet mit Menschen und Materialien in Räumen. Genauso wie ich, hatte sie zuerst den Impuls, alles zu digitalisieren und zu virtualisieren. Recht zeitgleich haben wir beide beschlossen, dass das nicht unser Weg ist.

Weil wir an etwas anderes glauben, und darin unsere Stärke sehen.

Letzten Montag haben wir die digitale Frustration gemeinsam erlebt. In dem Facilitators (remote) Café haben wir neben dem Kennenlernen und Austauschen auch Zeit gehabt zu erleben, was es mit uns macht, wenn die Technik nicht mitmacht. Und vielleicht weil wir nicht versucht haben, diese Frustration mit etwas zu überspielen, gab es sehr viel positive Resonanz.

petranovskaja facilitators remote cafe resonant feedback

Überhaupt tut es gut, das zu tun, was mir am meisten Spaß macht. Und das ist eindeutig NICHT, etwas virtuell in andere Menschen einzuhämmern. Aus Neugier bin ich in mehrere der kostenlosen Angebote reingeschaut. Höflich, hoffnungsvoll, anspruchsfrei. Um festzustellen, eine Vorstellungsrunde mit 30 Leuten ist auch virtuell anstrengend. Um nochmal bestätigt zu bekommen, Präsentation von Slides ist auch in einem virtuellen Raum nicht meins.

Leanne Hughes hat Abend und bald Herbst…

Meins ist, gute Moderation mit #noagenda zu machen und Menschen zu verbinden. So hab ich mal wieder mit Leanne aus Australien telefoniert. Und mit Gesine aus Hamburg. Und mit Tamara aus Kanada. Und mit so vielen anderen großartigen Kollegen! Die große Welt ist plötzlich so nah!

Was auch meins ist, ist Bücher lesen. Ich lese mit Vergnügen, vor allem, weil das Papier mit der Haptik und dem Geruch so viel anders sind als die Virtualität!

Wir bauen eine App

Und dann, dann ist da noch das New Work Ausrüstung-Projekt. Nicht nur haben wir die Prototypen an 30 Menschen versendet, wir (Nicole Anzinger und ich) haben die frei gewordene Zeit genutzt und eine App gebaut. Eine, die demnächst sogar im Apple Store sein wird.

Nachdenklich, das passt auch beim Thema New Work. Wir diskutieren viel, dass jetzt, genau jetzt die richtige Zeit wäre, alle in eine Retrospektive zu schicken. Was tun wir als Team/als Unternehmen? Warum machen wir das so? Was würden wir mehr/weniger/anders machen?

Wir sind gespannt und zuversichtlich.

Was mich außerdem nachdenklich macht? Die Kraft mancher Zitate. Diese Woche immer noch die gleichen Worte wie letzte Woche:

You recognize all you can do for now is all you can do for now.

Michael Neill, Inside Out Revolution

Gibt es etwas, was dich nachdenklich macht?

petranovskaja Unterschrift signatur

Mein Corona Online-Tagebuch: Woche 1 | Woche 2 | Woche 3 | Woche 4

PS: Einen Tag später habe ich einen Blog gelesen, der sehr gut beschreibt, wie es mir geht:

Ich schreibe diese Worte, weil ich hier mit Dir stehe – verdutzt, ein bisschen ängstlich vielleicht, aber auch mit dem Gefühl einer neuen Möglichkeit – an diesem Punkt, wo sich die Wege scheiden. Lass uns gemeinsam schauen, wohin einige von ihnen führen.

Charles Eisenstein