Was an den Neujahrsvorsätzen so zauberhaft ist

Was an den Neujahrsvorsätzen so zauberhaft ist

Neujahrsvorsätze werden in der heutigen Zeit gern verpönt und verteufelt, dabei sind sie eigentlich – nach wie vor – ganz zauberhaft. Wie ich zu dieser Erkenntnis im Jahr 2022 komme, das beschreibe ich gern hier.

Kopf-Ziele

Als ich nach Deutschland kam (das war 1992), habe ich sehr schnell gelernt, dass die Deutschen gerne planen. Und dass es dafür allerhand Werkzeuge und Hilfsmittel gibt. Jahresplaner, To Do Listen, Planungsmeetings ohne Ende, und dann kam auch schon das erste Mal die Sylvester-Frage, was ich mir für das nächste Jahr vornehme.

Ach so geht das, dachte die junge Nadja damals. Man wünscht sich was und erzählt es allen, und dann kann es einfach so zu mir kommen… Also habe ich natürlich – wie es üblich ist – mir alles mögliche vorgenommen, für Erfolg, Glück und Gesundheit. Mit und ohne Bleigießen und andere Sylvester-Bräuche.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht daran erinnern, wie viele meiner Vorsätze erfüllt wurden, das mag daran liegen, dass ich mir die Wünsche nicht wirklich vom Herzen her gedacht habe, sondern mehr aus der kognitiven Logik.

Herz-Ziele

Das Leben ist ein Zebra (ich mag diese Metapher sehr), und so kam in meinem Leben ein relativ schwarzer Streifen, in dem – und daran kann ich mich ganz gut erinnern – keiner meiner Wünsche oder Vorhaben in Erfüllung ging. Nichts wurde besser, ich war oft krank, unzufrieden bis unglücklich, gestresst… Kurz: eine ganze Palette von allem, w as man nicht haben mag.

Wenn ich aus der heutigen Perspektive die Frage “Warum?” stelle, dann weiß ich, dass ich mit Sicherheit Einfluss darauf hatte, wie mein Leben war. Wir haben nämlich immer eine Einfluss darauf. Und wir vergessen das regelmäßig. Meine Neujahrsvorsätze in dieser Zebra-Zeit waren zwar aus dem Herzen kommend, aber ihnen fehlte das Vertrauen, dass ich es wert bin, zufrieden, gesund und glücklich zu sein, und ohne Vertrauen kommen wir nicht weit.

Willensziele (und Theory U)

Der wunderbare Otto Scharmer visualisiert in seiner Theory U einen U-Bogen mit mehreren Ebenen, und die Ebenen haben so etwas wie eine Voraussetzung, um ihnen zu begegnen. Mir ist dieses Denk-Format (ich weiß nicht, ob das Wort Modell passend ist) erst beim Schreiben in den Sinn gekommen, weil ich nach und nach über mein Leben und das Transformieren meiner Neujahrsvorsätze nachgedacht habe. Die übliche Abbildung dazu (findest du mit Leichtigkeit im Internet) ist für meinen Artikel hier eher verwirrend, daher bleibe ich bei den Worten.

Otto Scharmer spricht davon, dass wir die Veränderungen, die wir uns wünschen, von der Zukunft her denken sollen. In der Mitte des Kreativ-Prozesses dazu gibt es so was wie ein Nadelöhr, und um dahin zu kommen, soll man drei Schwellen überwinden. Die erste Ebene braucht einen “Open Mind”, um weiter zu kommen. Innehalten, das Denken öffnen und neue Gedanken zulassen (dazu passt auch das erste Kapitel “Anhalten” in unserem neuen Buch “Am Leben vorbei“). Weiter geht es, und es braucht ein “Open Heart” – das Neue sehen, sich umwenden, bereit sein. Und dann, als letzte Stufe vor dem Nadelöhr geht es um “Open Will” mit einer für uns nicht leichten Aufgabe, dem Loslassen.

Kommt man mit dem offenen Denken, offenen Herzen und offenen Willen in die magische Mitte des Prozesses, kann man seine Zukunft – und zwar die, die sich entfalten möchte – fühlen und wahrnehmen (“Presencing“).

Und das ist der Nadja dann nach vielen enttäuschenden Jahren mit den enttäuschenden Neujahrsvorsätzen passiert, nachdem sie sehr viel losgelassen hat. Kündigung und Scheidung, Umzug und eine berufliche Selbständigkeit ohne Sicherheitsnetz.

Soll man die Neujahrsvorsätze verfluchen?

Dann kamen ein paar Jahre, in denen es plötzlich uncool war, sich etwas vorzunehmen, es sei zu viel, zu unrealistisch und überhaupt, sich selbst zu perfektionieren, wäre unmenschlich. Das war dann auch die Zeit, in der ich ein Buch dazu geschrieben habe, wie man – trotz des berühmten inneren Schweinehundes – zu seinen Zielen und zu einem Besseren Ich kommt.

Um mich herum wurde sich also ein paar Jahre nichts vorgenommen. Ich dagegen habe regelmäßig Yoga gemacht, bin mit meinen Kindern in schöne fremde Länder gereist, habe meine Selbständigkeit auf stabilere Beine gestellt und immer mehr unnötige Dinge in meinem Leben losgelassen.

Nordstern-Ziele

Heute nehme ich mir keine konkret messbaren Dinge mehr vor. Also weder Umsatz-Ziele noch Reise-Ziele noch etwas, was ich irgendwann – an einem Tag im Jahr abhaken kann. Ich habe auch keine Bucket List mehr, wie früher.

Stattdessen habe ich einen Nordstern – also etwas, was mir jeden Tag Orientierung gibt, wenn ich mich entscheiden möchte. Ich möchte zum Beispiel in 2022 so oft wie möglich gesund sein, um einen Handstand zu üben. Damit nehme ich mir den Druck, eines Tages den Handstand zu können, und dennoch habe ich jeden Morgen eine Motivation, auf die Yogamatte zu gehen, mich gesund zu ernähren, mich viel zu bewegen und für genug Schlaf zu sorgen. Ich weiß, sehr schlau.

Ich bin gespannt, ob mir der Nordstern eine Hilfe sein wird. Ich finde ihn nämlich ganz und gar zauberhaft, und damit auch das ganze Thema Neujahrsvorsätze. Was immer uns in diesem Jahr passiert – und wir haben ja schon zwei unplanbare Jahre hinter uns – ich habe einen großen Einfluss darauf, wie mein tägliches Leben aussehen wird.

Und darüber freue ich mich sehr.

Worauf und worüber freust du dich in diesem Jahr?

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Viel Spaß beim Lesen!

10 Jahre selbst und ständig, Rückschau

10 Jahre selbst und ständig, Rückschau

Wenn du selbstständig bist oder darüber nachdenkst, dich selbstständig zu machen, dann lies gern weiter, denn in diesem Artikel teile ich sehr gerne meine Erfahrungen aus zehn Jahren meiner Selbständigkeit. Ich habe an diesem Artikel gefühlt 10 Stunden geschrieben, immer wieder am überlegen, welche meiner Erfahrung nun wirklich wichtig oder es wert sind, geteilt zu werden.

Letztendlich habe ich mich an den Fragen orientiert, die mir über Twitter, LinkedIn und Instagram zu meiner Selbstständigkeit gestellt worden. Ich wünsche dir auf deinem Weg jetzt schon ganz viel Erfolg, Freude und Spaß!

Frage: Wofür würde ich mir am Anfang meiner Selbstständigkeit mehr Zeit und Fokus nehmen?

Der Beginn meiner Selbstständigkeit war voller Sorgen. Ich denke, so geht es vielen. Darum würde ich – im Nachhinein betrachtet –meine Zeit besonders am Anfang viel mehr in Beziehungen zu Menschen investieren, die sich mit Themen befassen, die mir wichtig sind. Heute tue ich es verstärkt auf LinkedIn und Twitter, vor zehn Jahren gab es diese Möglichkeit für mich noch nicht. Warum würde ich das machen? Ganz einfach: weil Menschen einander wunderbar unterstützen können!

Daher mein Appel an dich: verlinke dich mit guten Menschen! Sei proaktiv, zeige dich, stelle Fragen und unterstütze andere mit deiner Energie (z. B. indem du aktiv an den Diskussionen teilnimmst).

Frage: Welche Fehler sollen andere Gründer nicht machen?

Zu meinen Fehlern zähle ich vor allem, viel zu viel Geld, Energie und Zeit in Marketing investiert zu haben. Ja, das Marketing ist total unnütz gewesen für mich. Ich habe Logos in Auftrag gegeben, Webseiten poliert, an Weiterbildungen und Kursen teilgenommen, Experten angefragt und viele viele Stunden mit dem Selbstmarketing verbracht. Am Ende des Tages hat mir all dieses Marketing rein gar nichts gebracht, denn meine Aufträge kamen vor allem über Mundpropaganda und Empfehlungen meines Netzwerkes.

Was ich zum Glück umschifft habe, war das Beschaffen von vielen technischen Geräten. Ich sehe bei vielen Kollegen immer wieder, wie viel Geld sie in externe Mikrofone, Einrichtung ihrer Hintergründe, Software, neueste Hardware und so weiter investieren. In dem Bereich, in dem ich tätig bin, (Life Coaching, Moderation und Trainings) ist diese Technik komplett unnötig. Mit den teureren Geräten kann ich keine bessere Dienstleistung vollbringen.

Dritter Punkt an dieser Stelle: investiere in deine Gesundheit! Denn die Gesundheit ist für viele von uns Freelancer eine Voraussetzung, überhaupt Geld verdienen zu können. Sind wir krank, können wir uns ganz vieles von der Backe streichen. Also, gehe regelmäßig zur Vorsorge, zum Chiropraktiker, zum Sport, zur Massage… Kümmere dich darum, dass dein Körper dich gut durch den Stress des Selbstständigseins bringt. Schlafe viel, trinke viel Wasser, esse gesund.

Frage: Wie funktioniert Netzwerken ohne Konkurrenz?

Ich habe in einem der vielen Weiterbildungen folgendes gelernt: möchte ich Unterstützung oder Vernetzung, die lange anhält und uns beiden etwas bedeutet, so reiche ich zuerst meine Hand. Zum Beispiel kann ich jemanden anschreiben, um ihn darauf hinzuweisen, dass auf seiner Webseite ein Tippfehler ist. Darauf hin stelle ich mich kurz vor und sage, warum mir diese Mensch einiges bedeutet. Zum Beispiel, weil ich von ihm viel lernen möchte. Kommt keine Antwort zurück, weiß ich Bescheid: da ist keine Zeit für Vernetzung. Sehr oft habe ich aber über solche spontanen kleinen kurzen E-Mails wunderbare Beziehungen geknüpft mit Menschen, die sonst nach Außen sehr beschäftigt aussahen. Ich bin bis heute mit vielen Menschen verlinkt, die mich inspiriert und weitergebracht haben. Ich bin ihnen sehr dankbar!

Was Social Media angeht, so ist auch hier die Regel sehr einfach: ich fange an, die Beziehung zu bauen. Meldet sich die andere Person gar nicht, so weiß ich: entweder da ist gar keine Person dahinter (Agentur) oder die Person hat kein Interesse an einer echten Beziehung. Dann brauche ich auch nicht weiter an diese Tür zu klopfen. Auch hier habe ich sehr viele gute Erfahrungen gemacht und kann es nur empfehlen, dich proaktiv bei den Personen zu melden, die du spannend und inspirierend findest.

Frage: Wie hast du die ersten zähen Jahre gemeistert?

Ich bin sehr glücklich darüber drei Mentoren in meiner Selbstständigkeit gehabt zu haben. Alle drei Mentoren habe ich mir selbst angefragt, und alle drei haben mir zugesagt, kostenlos Unterstützung zu leisten. Daher hier an dieser Stelle ein einfacher Tipp: finde jemanden, den du inspirierend findest, der dein Vorbild ist. Frage diese Person, ob sie dich in deiner Selbstständigkeit unterstützen kann. Sei dabei bitte sehr präzise: schreibe also ganz genau, was du werden möchtest und warum diese Person dir dabei Unterstützung leisten kann. Ich unterstütze aktuell selbst drei Selbstständige, weil ich diese wunderbare Erfahrungen genau so zurückzahlen möchte, wie ich sie von anderen erhalten habe. Karma eben.

Ein anderer Punkt, der mir sehr geholfen hat: #Zwischenrente. Ich nenne meine Reisen nicht Urlaub, sondern Zwischenrente. Das bedeutet für mich: ich folge dem Vorbild meiner Eltern, die beide mit 72 Jahren immer noch arbeiten, und möchte auch selbst nicht irgendwann in beigen Klamotten mit Bussen durch die Gegend kutschiert werden, nein, ich möchte aktives Leben mitten drin, solange es geht! Da Reisen bekanntlich viel Geld kosten, achte ich da sehr darauf, dass es ein Gleichgewicht zwischen meinem Budget und der Erholung gibt. So habe ich bereits sehr viele Low Budget Reisen gemacht, die mir sehr viel Freude bereitet haben. Es müssen also nicht immer Malediven sein, damit ein breites grinsen auf deinem Gesicht herrscht! Mein Lieblingsbeispiel sind drei Wochen mit dem Auto durch Europa mit dem Tagesbudget von 50 €. Ja, es geht!

Frage: Wie sieht die Arbeitslast bei dir aus?

Wenn ich es mir aussuchen kann, dann arbeite ich für meine Kunden nur am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Montag und Freitag sind für meine eigene Themen reserviert, was die Frage von Madlen beantwortet, wie ich die Balance zwischen den selbst gewählten eigenen Projekten und den Aufträgen halte. Ja, ganz einfach: über eine strikte Kalender-Ordnung. Natürlich geht diese Wochenaufteilung nicht immer auf, dann ist es eben eine Ausnahme. Ich bin sehr stolz darauf, jeweils montags und freitags viel Zeit mit meiner Familie, am Elbstrand oder mit Bücherlesen verbringen zu können. Das gibt mir sehr viel Kraft für die Kundenprojekte.

Frage: Hast du schon mal darüber nachgedacht, dich wieder anstellen zu lassen?

Ja natürlich! Zweimal war ich sehr kurz davor mir wieder einen Job zu suchen. Das Konto war leer, das Auftragsbuch auch. Jedoch hat es auf eine wunderbare Weise immer wieder funktioniert, mich über Wasser zu halten, und ich glaube, das ist eine wichtige Erfahrung.

Frage: Was sind deine Wege, Unterstützung mit Papierkram zu erhalten?

Ich liebe meine Steuerberaterin! Ohne sie wäre ich nirgendwo. Ich weiß, viele Selbständige wollen das Geld sparen und ihre Steuer-Unterlagen lieber selbst machen, ich investiere diese Zeit jedoch viel lieber ins Lernen, Bücher lesen, neue Projekte. Das hat sich bis jetzt aus meiner Sicht immer gelohnt.

Frage: Wie bewahrst du dein Optimismus und deine Kreativität?

Mit kleinen Schritten! Ich tanze, gehe raus, koche mir etwas leckeres, lache über lustige Bilder, rufe Freunde an. Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, ich bin leer und ausgelaugt, gebe ich mir Aufmerksamkeit und eine große Portion Selbstumarmung. Ich weiß, nur ich selbst kann mich so trösten, wie ich das brauche. Das war ein langer Lernweg.

Was mir außerdem sehr hilft: Affirmationen und Visualisierungen. Ich habe eine kleine Schachtel, in der meine Lieblingsbilder drin sind. Sehr gerne mache ich sie morgens vor der Arbeit auf, gehe die Bilder einzeln durch, streichle die Motive, erinnere mich daran, was mir wirklich wirklich wichtig ist. Schließlich sollen all die Ikigai Übungen nicht umsonst gewesen sein!

Frage: Wie komme ich an ersten gute Kunden? Wie weiß ich, ob mein Angebot gut ist?

Fake it till you make it. Habe ich irgendwo aufgeschnappt und sehr oft angewendet. Wenn ich denke: dieses Projekt möchte ich unbedingt haben, so gehe ich voll rein! Es passiert auch heute noch, dass der Kunde zu mir nicht passt. Das sind Momente, die gehören einfach dazu. Schließlich läuft in diesem Geschäft sehr viel über persönliche Ebene und gemeinsame Werte.

Das bedeutet: suche dir Kunden, die deine Werte teilen, dann weißt du, dass eine Zusammenarbeit möglich ist. Danach suchst du nach Themen und Projekten, wo ihr gut miteinander arbeiten könnt. Manchmal sind es nicht sofort die Themen, die du später besetzen möchtest. Das macht nichts! Hat der Kunde dich erst mal gern, kommt er ja mal wieder, später kannst du sowohl dein Honorar erhöhen, als auch deinen Anspruch an die Qualität der Projekte.

Ob mein Angebot gut ist? Ich gehe immer davon aus, dass er nicht gut genug ist, wenn der Kunde anspruchsvoll ist. Ich bin sehr gerne bereit, mehr zu geben, weiter zu springen, etwas Neues zu lernen, damit wir in dem gemeinsamen Lernprozess etwas erreichen. Manchmal stelle ich auch fest, dass der Kunde den Anspruch gar nicht hat, den ich habe. Dann kann ich mich entspannen und meine Lieblingsthemen einfach so aus dem Ärmel schütteln, das sind dann die sehr entspannten Aufträge mit einem guten Erfolg. Win-Win.

Das war es

Ich habe in den letzten zehn Jahren sehr viel ausprobiert, sehr viel gelernt, viel geweint, aber auch sehr viel gelacht, getanzt und meine Zeit mit wunderbaren Menschen verbracht. Ich konnte Tausende von Menschen unterstützen, viele Unternehmen voranbringen, viele Teams ermuntern, sich zu entwickeln und mehr zu schaffen, als einzelne Menschen je für möglich hielten. Ich bin stolz auf jedes einzelne Projekt. Die Projekte sind im Einzelnen:

HenneEi: ich habe als Projektmanagerin ein Flugzeug gebaut.

Mind Fitness Club: zusammen mit Alexandra Marko habe ich ein virtuelles Coaching Zuhause für viele Menschen aufgebaut, und hätten wir uns persönlich gut verstanden, so wären wir heute vielleicht ein erfolgreiches Start Up. Geblieben ist der Mind Fitness Newsletter als Newsletter Format für Unternehmen.

Create Your Year: zusammen mit der wunderbaren Birgit Dierker habe ich jahrelang Menschen dabei unterstützt, ihr Leben zu visualisieren und als starke Menschen in das neue Jahr zu starten.

New Work Toolbox & Ausbildung: ein Joint Venture mit Nicole Anzinger für das Begreifen, Erkunden und Gestalten der neuen Arbeitswelt.

Wondercards: eine geschützte Marke für haptische Materialien rund um Moderation, Beratung und Coaching. Demnächst mit einem ganz neuen Coaching-Produkt!

Handbuch der Entscheidungen: ein sehr spontanes und leichtes Buchprojekt zusammen mit Tobias Leisgang. Wir denken bereits Band 2 vor.

Facilitators Remote Café: ein wöchentliches Format, aus dem eine Community of Practice heraus gewachsen ist – ein internationales Netzwerk von Moderatoren rund um die Welt.

More Shiny Eyes – mein großes und herzliches WARUM. Alles, was ich tue, findet unter diesem Motto statt. Ich möchte, dass wir als Menschen öfter strahlen, unsere eigenen Stärken wahrnehmen und für uns einsetzen und mit unserem eigenen Strahlen auch anderen Menschen die Erlaubnis dafür geben.

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Wie du authentischer wirst

Wie du authentischer wirst

In sehr vielen Gesprächen mit Teilnehmern meiner Workshops und Trainings sprechen wir darüber, wie man authentischer wird. Was mir bei diesen Diskussionen sehr gefällt: die Diversität der Bilder zu dem Begriff “Authentizität”. Für die einen bedeutet es, ungelogen alles zu sagend as man denkt und alles so zu tun, wie man es selbst für richtig hält. Für die anderen bedeutet das, nicht daran zu denken, wie andere mein Verhalten bewerten und verurteilen.

Dann haben wir immer wieder Diskussionen zu dem Thema Ethik, Moral, soziales Umfeld und Erziehung. So ist dieser Blogbeitrag als eine Art Labskaus zu verstehen; ein bisschen Hering, etwas Kartoffelpüree, Rote Bete und Gewürzgurke. Klingt schräg, ist echt lecker (komm mal nach Hamburg! ;-))

Hering = Selbstkenntnis

Die Authentizität steht und fällt mit der Selbstkenntnis. Wie willst du selbst sein, wenn du gar nicht weißt, wie du tickst, was wahrhaftig deins ist? Wie willst du als ein echter du wahrgenommen werden, wenn du deine Grenzen, deine Knöpfe, deine Sehnsüchte nicht kennst?

Bevor du also auch nur das geringste in Richtung deines authentischen Verhaltens tust, ab auf die Schulbank: lerne dich selbst kennen!

Schneller Hering: Persönlichkeitstest

Wenn du zu den schnell denkenden und ungeduldigen Menschen gehörst, dann mache einen (oder ein paar) Persönlichkeitstest. Damit meine ich etwas, was tiefer geht als ein Horoskop und ein Brigitte-Test. Empfehlen kann ich dir den Gallup Strengths Finder (kostet Geld), den Riemann-Thomann Fragebogen (gibt es online) oder (wenn du es wirklich ernst meinst) ein Reiss oder LUXX Profile (kostet etwas mehr Geld, weil du die Auswertung mit einem Master besprichst).

Langsamer Hering: Coaching

Klingt wie voll ausgebremst, ist aber eher das Gegenteil: Ich kann jedem Menschen auf diesem Planeten empfehlen, Coaching zu machen (oder in einer Coaching-ähnlichen Struktur, zum Beispiel in einer Master Mind Gruppe zu arbeiten). Zugegeben, die Erkenntnisse dauern länger, dafür passen sie aber besser zu deinen konkreten Fragen, als die Auswertung eines Persönlichkeitsfragebogens.

Kartoffelpüree = Gedanken/Glaubenssätze

Ja, wir sind immer noch nicht im Tun. Wir prüfen zuerst unsere Glaubenssätze in Bezug darauf, wie unsere Beziehung mit der Außenwelt aufgebaut ist.

Welche Rollen spielen wir für wen? Welche Hüte haben wir im Alltag auf? Welche dieser Rollen sind für wen wichtig? Warum denken wir, dass wir authentisch sein müssen? Wer hat Vorteile oder eventuell Nachteile davon, wenn wir authentisch sind?

Da das Kartoffelpüree ein ganz schöner Brei ist, passt diese Metapher hier wunderbar: die eigenen Gedanken und Glaubenssätze zu sortieren ist nämlich gar nicht so einfach. Solltest du dich hier vertiefen wollen, empfehle ich dir einen weiteren Blogbeitrag von mir: Wie du deine Glaubenssätze parken kannst.

Rote Bete = sichtbares, erlebbares Verhalten

Rote Bete gehört zu den Lebensmitteln, die du nur schwer rausgewaschen bekommst. Somit soll dir diese Metapher ein klares Signal senden: tue nichts, was du sofort wieder zurück nehmen möchtest. Im ersten Schritt hast du dich selbst besser kennengelernt und verstanden. Im zweiten Schritt hast du dir unpassende Gedanken geparkt und dich mit Hilfe der verbleibenden (passenden) Glaubenssätze dafür entschieden, warum (für wen) du authentisch sein möchtest.

Nun ist das rote Gemüse dran. Wähle für den ersten Schritt etwas, was wir “safe to fail” nennen: ein Verhalten, eine Tat, die keine allzu schwere Konsequenzen mit sich zieht. Es kann sogar etwas sein, was niemand außer dir sieht. Schreibe zum Beispiel ein ehrliches Tagebuch. Ehrlich heisst, dass du dich traust, auch das reinzuschreiben, was jemand anderen verärgern oder enttäuschen würde wenn sie das lesen würden, Normalerweise verstecken wir solche Gedanken nicht nur vor den anderen, sondern auch vor uns selbst.

Darf es etwas mehr rot sein?

Hast du genug im Kleinen geübt, geht es mit deiner Authentizität nach draußen, Traust du dich, einem Freund ehrlich zu sagen, was dir nicht gefällt? Traust du dich, etwas anzuziehen, was du schon immer tragen wolltest? Prüfe jedes Mal, ob du die Dinge tust (oder tun möchtest), weil sie etwas mit den anderen Menschen oder mit dir selbst zu tun haben. Bleibe gnadenlos ehrlich zu dir. Trage deine ersten neuen Verhaltensgeschichten in das Tagebuch ein.

Gewürzgurke = Probieren und Experimentieren

Das Ding mit den Gewürzgurken ist: dem einen sind die zu sauer, dem anderen zu süß. Alles, was du in Bezug auf dein authentisches Verhalten tust, sollte in erster Linie für dich und deine mentale Gesundheit gut sein. Viele deiner Aktionen werden gar nicht sofort registriert, weil sie nur für dich etwas neues darstellen.

Es kann allerdings passieren, dass die dich umgebende Welt auf deine neuen Schritte reagiert. Bleibe bei dem Bild der Gewürzgurke: nicht jeder mag dieses Gemüse, und das ist völlig ok so. Wem also etwas an deinem neuen Verhalten nicht schmeckt, darf diese Meinung gern haben. Es stellt rein gar kein Problem für dich Dar, denn du hast dich – im Hering und im Kartoffelpüree Kapitel – darauf vorbereitet.

Experimentiere also weiter. Wo, wann, mit wem kannst du am leichtesten die authentischste Version deiner selbst sein? Manchmal ist es bei der Arbeit leichter als im Privatleben, manchmal andersrum… Mache deine Experimente, lerne immer dazu und das Wichtigste: laufe nicht rückwärts! (Würde jemand einem Koch sagen, dass das Labskaus ein seltsames Gericht ist, und der Koch hätte zurückgeschreckt, hätte uns in Hamburg heute echt was gefehlt!)

Wenn du Fragen hast, melde dich 🤗

Ansonsten: viel Freude!

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Wie du deine Glaubenssätze parken kannst und was es mit Essen zu tun hat

Wie du deine Glaubenssätze parken kannst und was es mit Essen zu tun hat

Wie und warum sollst du deine Glaubenssätze parken? Ganz einfach: weil unsere Glaubenssätze unser Verhalten (also die Summe unserer Handlungen) beeinflußen und steuern.

Ich glaube zum Beispiel total daran, dass die Arbeit uns mehr Energie geben kann, als sie uns nimmt. Un mit diesem Glaubenssatz erzeuge ich regelmäßig erstatte Blicke: Wie soll den DAS gehen? Zu diesem Thema habe ich ein sagenhaftes Video gedreht.

Bitte hier entlang:

  • Wenn du das Video wirklich geschaut hast, hast du eventuell die eine oder andere Frage. Diese beantworte ich dir sehr gern.
  • Vielleicht hast du auch ein Bleispiel oder eine Idee, welchen deiner Glaubenssätze du parken könntest, um ein zufriedenes Leben zu führen.

So oder so, es ist nun an dir, etwas daraus zu machen.

Schubs!

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Was du zum korrekten Träumen brauchst oder „Träum weiter!“

Was du zum korrekten Träumen brauchst oder „Träum weiter!“

Stell dir vor, du bist 14-15 Jahre alt, und jemand fragt dich: was willst du werden? Und du, noch ziemlicher Grünschnabel, blauäugig und idealistisch, beschreibst dein Traumleben – samt deiner Berufung, deine Zukunftsbilder mit allem drum und dran. Und als du fertig bist mit deiner Antwort, guckt der Fragende dich ziemlich skeptisch an und sagt: Träum weiter.

Ich hoffe, so etwas ist dir nie passiert. Mir ist das passiert, und zwar immer und immer wieder. Als ich 14 Jahre alt war, das war 1987, hatte ich einen großen Traum: ich wollte Psychologin werden. Jedoch wollte ich nicht einfach nur Psychologie studieren. Ich wollte Psychologie in der Sprache Freuds studieren. Idealerweise in Wien, aber natürlich ginge auch Deutschland oder Schweiz. Wohl gemerkt, wusste ich damals noch nicht viel über die drei Länder, denn ich lebte hinter dem eisernen Vorhang, und mein Wissen wahr ausschließlich den Büchern entnommen.

Meine Liebe zur deutschen Sprache war – gefühlt – etwas sehr natürliches. Ich konnte nicht verstehen, warum meine (meist erwachsene) Zuhörer mir den Vogel zeigten und „Träum weiter“ sagten.

Also hat sich meine Antwort kaum gewandelt, als ich 15 und später 16 Jahre alt wurde. Ich ging auf mein Abitur zu, und die Blicke der Erwachsenen wurden immer kritischer.

Träum weiter!

Dabei kann man den Satz „Träum weiter“ doch auch gang anders aussprechen! Mit einem „Hey, das klingt fantastisch! Erzähl mir mehr darüber“ Unterton. Träum weiter. Träum bunter, wilder, bewegter, emotionaler, verspielter, begeisterter…

Wissen wir doch alle, wie wichtig das ist, etwas zu visualisieren oder uns ganz lebendig vorzustellen! Schlag einen beliebigen Ratgeber zum Thema „Du kannst alles werden“ (Brian Tracy, Zig Ziglar, Tony Robbins etc.), und du wirst ein Kapitel zum Thema Visualisieren und Ziele setzen drin finden. Lese Studien dazu, und du wirst feststellen, dass es noch besser ist, die Träume und Ziele aufzuschreiben. So wird oft eine Langzeitstudie zitiert mit dem folgenden Ergebnis:

  • 83% der Studienabgänger hatten sich keine Ziele für ihre Karriere gesetzt. Das durchschnittliche Einkommen dieser Gruppe wurde als Vergleichsgrundlage herangezogen.
  • 14% der Studienabgänger hatten eine klare Zielsetzung für ihre Karriere, die sie aber nicht schriftlich festgelegt hatten. Ihr durchschnittliches Einkommen lag im Schnitt dreimal so hoch wie das der ersten Gruppe.
  • 3% der Studienabgänger hatten nicht nur klare Ziele für ihre Karriere formuliert, sondern diese auch aufgeschrieben. Mit der Folge: Sie verdienten im Schnitt zehnmal so viel.

So sehr diese angebliche Harvard-Studie ein Fake ist, so sehr sind die Ergebnisse jedoch realistisch. Eine Psychologie-Professorin hat nämlich die Fake-Studie in 2007 „nachgemacht“ und dabei empirische Belege für die Wirksamkeit von drei Coaching-Tools geliefert:

  • Verantwortlichkeit,
  • Engagement und
  • das Aufschreiben der eigenen Ziele.

Link zur Studie-Summary

Was aus meinem Traum wurde

1989 ist meine Schulklasse die erste gewesen, die zum Schüleraustausch nicht in die ehemalige DDR, sondern in den Westen Deutschlands flog. In einer Disko, einen Tag vor meiner Rückreise, lernte ich meinen zukünftigen Mann und Vater meiner Kinder kennen. Nach der Rückkehr nahm ich an einer Deutsch-Olympiade teil, machte den 2. Platz und lernte dadurch den Vize-Konsul des deutschen Konsulats kennen. Als er mir den Preis – das wunderbare Buch „Steppenwolf“ von Hermann Hesse – überreichte, fragte er: Nadja, was möchtest du nach der Schule werden.

Mein perfekter Pitch mit vor Freude glänzenden Augen kam aus mir raus. „Hast du denn schon ein Studenten-Visum?“ fragte er darauf hin, und half mir in den Wochen darauf, ein Visum zu beantragen.

Die Geschichte, wie mein Traum wahr wurde, hat noch ein paar mehr schöne Details, und die Moral davon soll sein: bitte bitte, träum weiter! Lass dich nicht von schlauen Menschen, die alles besser wissen, abbringen. Egal, wie unerreichbar etwas zu sein scheint, darum darf es sich Traum nennen. Egal wie sehr Menschen dir sagen, dass deine Ziele SMART formuliert sein müssen, lass das. Gib deiner Vorstellungskraft die komplette Festplatte frei und träume!

Was du zum korrekten Träumen brauchst

Ein paar Hinweise – aus der psychologischen Perspektive – möchte ich dir jedoch geben. Verstehe das bitte nicht als Checkliste, sondern als Inspiration zum weiter träumen.

Sprich mit anderen über deinen Traum

Egal, was es ist. Einen Prinzen heiraten, zum Mars fliegen, ein Restaurant auf Fiji aufmachen – Träume haben keine Grenzen. Wir sind diejenigen, die uns eingrenzen und limitieren. Um diese Hürde verschwinden zu lassen, sprich mit anderen Menschen darüber, was deine Imagination hergibt. Und zwar mit allen Menschen, die du triffst. An der Bushaltestelle. Zuhause. Bei der Arbeit. In deinem Youtube Kanal. Dadurch aktivierst du die beiden ersten Wirkmechanismen, die in der Studie bestätigt wurden: Verantwortlichkeit und Engagement.

Mache dir ein Bild

Visualisieren und Aufschreiben von Dingen, die unser Unterbewusstsein uns zuflüstert, ist eine mächtige Kraft nach vorn. Mit anderen Menschen darüber sprechen ist das eine. Höre deinen Worten zu, und „übersetze“ sie später in Bilder. Dadurch aktivierst du den Wirkmechanismus Nummer drei aus der oben zitierten Studie.

Formuliere es positiv

In deinem Traum sollte es nur mehr, weiter, bunter zugehen. Füge so viele Adjektive und Qualitäten hinzu, wie du magst – und sorge dafür, dass all diese beschreibenden Wörter wie Magnete wirken und eine Anziehungskraft ausüben.

Plane voraus

Stell dir vor, dein Traum wird wahr. Wen rufst du an? Wie feierst du? Was schreibst du in dein Tagebuch? Wie sieht dein erstes Selfie in der neuen Realität aus? Wie erzählst du deinen Kindern und Bolognesern später über den wahr gewordenen Traum?

Bestelle weise

Wenn wir uns etwas wünschen, sollten wir – bei aller Liebe zu weiter, bunter, wilder – auch achtsam sein. Du hast dir in deinem Traum einen neuen roten Wagen bestellt? Wenn das so ungenau formuliert ist, darfst du dich später nicht beschweren, wenn es ein Ferrari geworden ist statt eines Elektro-Starts. Bestellt ist bestellt. Oder du lernst einen Traum-Typen kennen, der all deine Wünsche erfüllt, aber bloß Französisch spricht. Bestellt ist bestellt, geliefert ist geliefert.

Hol dir Mut

Inspiration ist überall. Ich habe HIER ein paar Mutrezepte für dich gesammelt, und ich hoffe, sie helfen dir, mehr und bunter zu träumen.

Träume also und genieße, was dabei passiert.

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Mehr dazu:

Porzellan im Elefantenladen

Porzellan im Elefantenladen

Ich liebe Metaphern und Bilder im Kopf, und dann werde ich manchmal beschenkt mit einer Wortverdrehung wie “Porzellan im Elefantenladen” (statt “Elefant im Porzellanladen”). Dafür bin ich dem Leben sehr dankbar.

Als die Corona-Pandemie began, habe ich jede Woche ein Blog-Tagebuch geführt. Das hat gut getan. 37 Wochen am Stück. Dann war ich eine Weile Tagebuch-müde, und heute tut es wieder gut, mir selbst zu schreiben und mir selbst zuzugeben, wie es mir geht. Denn regelmäßige Rituale tun gut. Und eins meiner neuen Rituale ist der halbe Hahn am Donnerstag.

Donnerstags gibt es Hähnchen

Donnerstags gibt es Hähnchen. Der Wagen steht immer Donnerstags vor dem Rewe um die Ecke meines Coworking Space, und zum Coworking Space sind es nur 1,6 km von zuhause. Das Leben in der Pandemie hat meine äußere Welt kleiner gemacht, weil ich mich nur noch im Radius von 5 km von meiner Wohnung bewege.

Ich habe keine Lust mehr. Ich sehe andere menschen nach Dubai und Südafrika fliegen, und ja, natürlich könnte ich auch genau das tun, doch es fühlt sich falsch an.

Ich höre Geschichten von Parties, geheim natürlich und mit ganz vielen privaten Vorkehrungen, und ich habe nicht mal Kraft, da etwas dazu zu sagen.

Still und klein zu sein ist mein “new normal”. In einem wunderbar inspirierenden Artikel von Sara Huang habe ich gelesen, dass wir als Menschen (und zu einem großen Teil sind wir ja immer noch ein Tier) ein Territorium brauchen. Dass das Ausmaß, in dem wir als Menschen Territorien beanspruchen können, die Wahrnehmung der eigenen Identität, Sicherheit und Freiheit beeinflusst.

Kein Wunder also, dass wir von dem Lockdown im unterschiedlichen Maße beeinflusst werden. Mein Territorium ist gefühlt zwischen Singapur und der Pazifik-Küste. Ich bin ein Kosmopolit, ich fühle mich wohl in großen Städten und in Menschengruppen. Und ich fühle mich zunehmend unwohl, je weniger ich an einem Flughafen oder in einem Raum voller Menschen bin.

Doch Donnerstags gibt es Hähnchen. Ein Ritual, der nicht nur satt macht, sondern auch zufrieden. Für den Moment.

Frühjahrsmüde

Morgens nehme ich immer Vitamine zu mir. Ich habe gelesen, dass eine Kombination aus A, D und E besonders wirksam sei und das Immunsystem stärkt. Vitamin A ist außerdem gut für meine Augen. Und obwohl ich auch Vitamin C und Zink zu mir nehme, bin ich unglaublich frühjahrsmüde.

Wie langweilig das doch manchmal ist, alles richtig zu machen! Viel schlafen, viel trinken (Wasser, versteht sich), Gemüse essen und viel an der frischen Luft sein. Statt eines Dankeschön ist mein Körper träge, meine Beine schwer wie Baumstämme und mein Geist lustlos und faul.

Würde viel Wein und wenig Schlaf diese Situation bessern?

Porzellan im Elefantenladen

In einem Gespräch kam ein wunderbarer Freudscher Versprecher zustande: Ich meinte, ich fühle mich wie Porzellan in einem Elefantenladen. Und plötzlich waren all die Bilder da. Von der gefühlten Zerbrechlichkeit, von der gefühlten Ohnmacht und dem überwältigenden Gefühl des Kleinseins.

Es macht wenig Sinn, dieses Gefühl zu verdrängen oder zu ignorieren Es möchte da sein und mir etwas sagen.

Ich höre eine Weile zu. Vielleicht sind die Elefanten ja auch ganz lieb…

Danke dir fürs Lesen.

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Mein Corona-Tagebuch