Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 3)

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 3)

Ich bin digital-müde, daher wird das heute ein kurzer Tagebuch-Eintrag.

Diese Woche war sehr emotional. Zwischen Hoffnung und schlaflosen Nächten war alles dabei. Lange Gespräche, sehr viele virtuelle Sessions in allen Ausprägungen und ganz viele davon richtig toll!

Das Lernen macht mich froh. Das viele Lernen und vor allem das viele intensive Zuhören macht mich müde. Jemand sagte, es ist wie FOMO (Fear Of Missing Out) 2.0 – man müsste ja nicht überall dabei sein, aber man habe Angst, etwas Tolles zu verpassen.

Wir haben eine einmalige Chance

Was mich unruhig stimmt, ist das Gefühl, wir könnten diese einmalige Chance verpassen. Jetzt, wo wir Zeit und Möglichkeiten haben, etwas wirklich Neues und Gutes aus unserer Welt zu machen, statt “Kreide zu digitalisieren” oder “Raupen zu optimieren”. Wir könnten so viele Schmetterlinge entstehen lassen!

Tun wir das?

An dieser Stelle ein Video dazu von der allerliebsten Birgit Dierker und mir aus dem Jahr 2016 – maximal sehenswert!

Mein Tagebuch Woche 1

Mein Tagebuch Woche 2

PS: Mitten in dem digitalen Wahnsinn ist unser analoger New Work Ausrüstungs-Prototyp fertig. Jubiduuu!

petranovskaja Unterschrift signatur
Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 2)

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun… (Woche 2)

Was werden wir in den nächsten zwölf Monaten tun? In der einen Woche seit meinem letzten Blogbeitrag hat sich die Welt dreimal um sich herum gedreht und sieht ganz anders und sehr ungewohnt aus. Ich habe mir vorgenommen, meine “unfertigen Gedanken” ab und an hier festzuhalten. Als Tagebuch – was ich durch meine selektive Wahrnehmung erlebe. Gern kannst du deine Sicht der Dinge als Kommentar hinzufügen.

Physische Distanz und digitale Nähe

Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge.

Angela Merkel

Konzerte und Veranstaltungen sind abgesagt. Meetings sind abgesagt. Geschäfte, Museen und Restaurants sind geschlossen. Wir üben uns in social distancing. Wir sollen nirgendwo mehr hin, Hamburg gleicht einer Geisterstadt. Abstand an der Kasse, niemanden umarmen, niemandem die Hand geben. Dabei sind wir doch soziale Wesen!

NEW WORK in Zeiten von Corona: Sie reale Distanz wird zwar größer, aber die soziale Nähe wächst. Wir lernen und auf einer ganz anderen Ebene kennen und wertschätzen. Das wird sich nicht mehr ändern lassen.

Pivi Scamperle

Um so spannender ist es, wie mein Kalender, den die Kunden leer geräumt haben (100% der Workshops und Trainings wurden abgesagt) plötzlich voll wurde. Angebote, sich zu vernetzen, gemeinsam zu lernen, die freie Zeit miteinander zu verbringen.

Weil wir soziale Wesen sind!

Wir haben in den letzten Tage einander zum Teil besser kennengelernt, als in den Jahren zuvor, weil wir einander in die Wohnzimmer schauen konnten.

Wir rücken zusammen, weil wir gemeinsame Probleme lösen wollen – und das WOLLEN steht noch vor dem “müssen”.

Diese digitale Nähe ist atemberaubend!

Alte Rituale raus, neue Rituale rein

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
?!?!?

Kannst du dir eine Geburtstagsfeier ohne Gäste vorstellen? Oder eine Beerdigung? Es ist unsere neue Realität.

Dafür kommen neue Rituale. Schon mal einen virtual Lunch gehabt? Oder ein gemeinsames Bier vorm Bildschirm? Und wisst ihr, was faszinierend ist? In einer Kneipe, mit knapp 40 Leuten Bier trinkend, würden mir niemals alle 39 zuhören, wenn ich etwas sage.

Am Bildschirm funktioniert das. Die digitale Welt macht einiges möglicher. Das sollten wir uns hinter die Ohren schreiben.

Change Kurve

Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Max Frisch

Momentan beobachte ich an meinem eigenen Erleben sehr deutlich, wie die Change Kurve funktioniert. Letzte Woche noch, da war sehr viel Ablehnung, ein nicht-wahr-haben-wollen und “hoffentlich nicht wir”. Auch diese Woche will ich das nicht haben wollen, und die immer weiter steigenden Zahlen der berühmten exponentiellen Kurve erreichen mein in Hoffnung-Watte gepacktes Hirn nur schwer.

Was nach der Ablehnung-Phase kommt, wissen wir auch. Die berühmt berüchtigte Resistenz. Mein Hirn sagt mir zwar, dass die Fakten hier sind, und Hamburg hat die höchste auf 100.000 Menschen Quote, ich bill das aber dennoch nicht.

Die Change Kurve erklärt so wunderbar, warum viele Entscheidungen zur Schließung/Sperrung nicht oder viel später kamen. Die Change Kurve erklärt, warum Menschen überall auf der Welt feiern gehen als wäre nichts. Die Bilder aus Italien sind furchtbar. Der Hirn, in Watte gepackt, antwortet nicht.

Schwierig ist, dass – aufgrund der Komplexität der Situation – keine vorgegebenen Lösungen existieren, die wir bloß wählen müssen. Kommt Impfstoff? Kommt Medikament? Die Schlagzeilen sind zum Teil so widersprüchlich, dass jeder das volle Recht hat, durchzudrehen.

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Verwirrende Nachrichten-Schlagzeilen

Ich kann nicht schlafen, mein Herz pocht, zum einen aus Ohnmacht zu sehen wie fragil unsere Gesellschaft ist, zu sehen wie schnell unsere Wirtschaft aus dem Gleichgewicht geworfen wird, wie angreifbar unsere innere Einstellungen sind, wie schnell aus einer aufgeklärten, solidarischen Gemeinschaft einzelne egoistische Gollums werden die mit Ihren Schätzen von Nudeln und stapelweise Klopapier aus den Einkaufläden stürmen. Es belastet mich dass viele Unternehmen nicht digital vorbereitet sind und das Einrichten von Homeoffice und VPN auf einmal zu Raketentechnology wird, die nicht so schnell lösbar ist. Dass Gymnasien keine schülereigene E-Mail Adressen haben und deshalb per mehrstufige E-Mailketten und zum Teil per Wurfsendung die Aufgaben an die Schüler verteilen. 😔

Oliver Ewinger auf Linkedin

Nach der rationalen Einsicht und der Resistenz kommt die emotionale Akzeptanz. Und mit ihr kommt “es betrifft mich doch” Phase, die wir Tal der Tränen nennen. Das ist die Phase, gepaart mit social ditancing, in der wir einander so stark wie noch nie brauchen werden.

Weil wir soziale und emotionale Wesen sind.

PS: Ein guter Artikel zum Umgang mit Krisen

Umlernen in Unternehmen

Was früher unmöglich schien: alle arbeiten online. Wie viele Unternehmen/Institutionen haben eine Ausrede gesucht, warum Home Office oder Remote Work nicht geht? Wie viele von ihnen dürfen jetzt lernen, WAS ALLES geht? Online Vertrieb? Jepp. Online Schooling der Kids? Auch.

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Schnell merken wir, was anders ist…

Präsentismus könnte aussterben. “Ich muss ins Büro” wird vielleicht als Satz nicht mehr so oft gesagt werden in 2021. Niemand muss ins Büro. Wir wollen arbeiten, ja, und wir können.

An dieser Stelle meine ganz persönliche Hochachtung und riesige Dankbarkeit für die Vertreter alle der Berufe, die nicht im Home Office arbeiten können. Medizinische Berufe, Supermarkt-Mitarbeiter, Polizei und Feuerwehr, wen hab ich nicht auf dem Schirm?
DANKE EUCH!

Frühling ist nicht abgesagt

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Frühling 2020 in Hamburg

Wir haben plötzlich Zeit, so gehen wir in der frischen Lift spazieren. Frühling ist nicht abgesagt. Die Kirschen blühen, die dicken Hummeln haben keine Ahnung, was Corona ist, und sammeln ihr Frühstück. Hund müsste man jetzt sein ,Habe selten so viele glückliche Hunde gesehen. Herrchen den ganzen Tag zuhause, Spaziergänge vermutlich öfter und länger, was will man da als Hund noch?

Im Ernst, die Natur tut gut, und das ist jetzt für mich der beste Weg, der inneren Anspannung und dem Stress zu entkommen.

CLC20Digital als beispiellose Aktion von selbstorganisierter Community

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Plötzlich so normale Videokonferenzen

Am 19. und 20. März 2020 wäre ich eigentlich auf dem Corporate Learning Camp gewesen. In Hamburg. Mit 300 weiteren Menschen. Natürlich wurde auch diese Veranstaltung vorerst auf August verschoben. Woraufhin ich in unserem Chat fragte, ob wir die reservierte Zeit nicht dennoch nutzen wollen für ein Barcamp. Prompt übernahm die Selbstorganisation die Initiative, und am 19. März saß ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Videocall mit 467 Menschen. 467!

Wir organisierten uns selbst, wir probierten Tools und Methoden aus, wir lernten fehlerfreundlich und wir waren, glaube ich, fast alle high. Diese Erfahrung – neu für alle von uns – schafft Präzedenzfälle. Was vor zwei Wochen noch unmöglich schien, fühlt sich nach “ich war dabei, und es hat Spaß gemacht” Tag machbar, fast selbstverständlich an.

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Virtuelle Nähe, ganz neu

In einer 3D Lernwelt findet gerade die Einführung statt. Wir “sitzen” als Avatar im Atrium, und ein verspäteter Teilnehmer kommt rein. “Setz dich”, sagt der Moderator. “Wie geht das” fragt der Mensch. Situationskomik deluxe!

Ich moderiere eine Session zu meinem Herzensthema – #noagenda in Komplexität, für Lernprozesse und Transformationen in Unternehmen. Ich bin mir nicht sicher, wie viel Action benötigt wird, damit man sich als Teilnehmer nicht langweilt.

Es hat funktioniert. Die ersten Erkenntnisse:

  • es fehlt das physische Gefühl für Gefühle, zum Beispiel bei Aufstellung im Raum
  • die Teilnehmer sind mit der Technik beschäftigt, hören dadurch nicht immer zu

Beim nächsten Mal werde ich mehr Selbstorganisation zulassen, denn man kann bei Tricat auf den Whiteboards malen und ganz viele anderen Dinge tun, und ich würde gern herausfinden, was passiert, wenn die Teilnehmer sich in einem virtuellen Raum selbst organisieren dürfen. Pull over push ;-)

Gruppenfoto geht wunderbar!

petranovskaja 12 monate virtuelle nähe
Ein Workshop in 3D. #läuft

Stories aus der Zukunft

Eine Übung, die du mit den Menschen, die dich umgeben, machen kannst:

Stellt euch vor, wir sitzen zusammen im Jahr 2025 und schauen zurück auf die heutige Zeit. Und wir erzählen einander Geschichten, die mit folgenden Worten beginnen:

“Weisst du noch, damals, als wir Corona hatten und zum ersten Mal in einer digitalen Umgebung arbeiten mussten?” und der nächste führt fort:

“Ja, genau, und weißt du noch, als …” und so weiter.

Es hilft, die heutige Situation zu meistern. Probiere das aus und erzähle mir, wie das geklappt hat. (Danke an Michael Plath und Mary Jacob, die diese Übung mit uns auf dem #CLC20Digital gemacht haben!)

Weil wir soziale, emotionale und neugierige Wesen sind ;-)

petranovskaja Unterschrift signatur
Was wir in den nächsten 12 Monaten tun…

Was wir in den nächsten 12 Monaten tun…

Was werden wir in den nächsten zwölf Monaten tun? Nun, ich bin kein Zukunftsforscher, aber ein sehr zukunftsorientierter Mensch und ich denke gerne nach.

Freitag, der 13. März

Liebes Tagebuch, heute ist Freitag der 13. Ich glaube, heute ist auch der Anfang von einem neuen Lebensabschnitt für sehr viele von uns. Ich glaube, dass dieser Virus viel weiter reichende Folgen haben wird, als uns heute schon bewusst ist. Hier sind ein paar Gedanken aus meiner Perspektive. Ich werde diesen Blogbeitrag einfach regelmäßig um Fakten und weitere Gedanken erweitern.

1. Es trennt sich Spreu vom Weizen

Die nächsten ein paar Monate werden zeigen, wer nun wirklich agil ist. Denn es reicht gerade in diesen Zeiten überhaupt nicht, Scrum-Zertifikate zu besitzen. Was wir brauchen, ist eine agile Haltung. Eine wirkliche Bereitschaft, uns auf das Neue, auf das komplett Unbekannte einzustellen. Dieses neue mit Freude zu begrüßen.

Es kommt auf gute Führung an, auf eine gute Unternehmenskultur und auf eine klare Vision. Wer hier blank ist, wir das in den nächsten 12 Monaten schnell zu spüren bekommen.

2. Change Management Praxis

Wir werden auch endlich lernen, welche Teile vom Change Management nun totaler Quatsch sind und was wirkt und gebraucht wird. Heute werden die Grenzen zwischen Europa und USA für 30 Tage geschlossen. Das hat für mich eine klare Konsequenz: ich kann meinen Vater, nicht wie geplant, Ende März besuchen. Auf meine (leicht ketzerische) Frage bei Twitter, wie man nun Betroffene zu Beteiligten macht, bekam ich zum Beispiel folgende Antworten:

  • Einbinden durch freiwillige Teilhabe und Mitbestimmung
  • Erst einmal verstehen, was Veränderungen in Menschen auslösen können
  • Man müsse den Betroffenen zuhören
  • „Lies mein Buch“
  • Kommunikation und Vertrauen
  • Druck x Vision x Können > Widerstand“ aus Klaus Doppler
  • wir sind alle Betroffene

Wie der Leser mit Leichtigkeit erkennt, ist keine der Antworten aus meiner persönlichen Betroffenen Sicht auch nur irgendwie hilfreich, weil nur schöne Theorie. Wir müssen uns meistens in solchen Fällen selbst um uns kümmern.

Und das wird auch in sehr vielen Unternehmen genauso passieren, es wird kein Change Manager geben, der vorbeikommt und sich darum kümmert, wie es den Menschen in dieser Situation (Home-Office, sich allein fühlen, Fragen haben) geht. Oder doch?

Und wieder kommt es auf Führung, Unternehmenskultur, Menschen an.

Eine Vermutung: in den nächsten zwölf Monaten werden wir uns viel mit diesem Thema auseinandersetzen, allerdings praktisch. Wir werden sehr viel über Change lernen.

3. Lernen, lernen, lernen

Apropos Lernen. Ähnlich wie der Robinson Cruso, der auf einer Insel ausgesetzt wurde und alles from Scratch lernen musste, werden auch wir sehr viele Dinge sehr schnell lernen müssen. Dazu gehören unter anderem sehr viele digitale Kompetenzen, über die in vielen Unternehmen bis heute nur theoretisch gesprochen wurde.

Laptops sind gerade Mangelware. Sie wurden von sehr vielen Unternehmen leer gekauft, um ihre Mitarbeiter spontan ins Home-Office schicken zu können. Nun lernen wir alle, wie man mit zahlreich vorhandener Software umgeht, wie wir uns selbst organisieren und trotz Remote produktiv bleiben. Es sind sehr spannende Zeiten!

Als jemand, der sein Geld unter anderem mit Trainings und Lernen verdient, frage ich mich, welche Themen wir in den nächsten zwölf Monaten vor der Brust haben werden, in denen ich die Unternehmen unterstützen kann. Wenn du eine Idee hast, schreibe diese gerne in den Kommentaren.

4. Aus dem Hamsterrad aussteigen

Natürlich werden wir in den nächsten zwölf Monaten erst mal versuchen, alles soweit beim Alten zu belassen, wie nur möglich. Das ist nicht nur die Change Management Theorie, das ist einfach menschlich.

Wir werden allerdings nach und nach feststellen, dass das nicht funktioniert. Was ist das Leben von uns in den nächsten zwölf Monaten verlangt, ist, dass wir aus diesem verdammten Hamsterrad aussteigen. Dazu gehören:

  • Besinnung: Start with WHY
  • Reduzierung: Weg mit Business Bullshit
  • Bereinigung: Weniger Schein, mehr Sein
  • Humanisierung: durch Remote werden wir (paradoxerweise) menschlicher

5. Hast du mehr als Stammhirn?

Fight, Flight oder tot stellen, die drei Überlebensstrategien des Stammhirns. In den nächsten zwölf Monaten kommt es darauf an, wer mehr drauf hat, als nur zu überleben.

Wer hat Resilienz in sich? Wer kann gelassen sein? Auch hier gibt es Tausende Bücher, und sehr viele von uns haben sie gelesen. Worauf es jetzt ankommt, ist, dieses Wissen anzuwenden. Also: einatmen, ausatmen.

Apropos überleben: ich glaube, in neun Monaten könnten die Geburtenraten steigen. 😉

6. Cynefin, VUCA, Stacey und Co.

Lasst uns in den nächsten zwölf Monaten viele Geschichten darüber sammeln, wie verschiedene Modelle, die Komplexität erklären, nun endlich zur Anwendung kommen. Ich bin sehr gespannt, was wir alles sehen und mit Hilfe dieser Modelle besser verstehen werden.

Hallo, neue Zukunft!

Für heute reicht es an Gedanken, glaube ich. Stand heute sind alle meine Trainings und Workshops der nächsten 8 Wochen verschoben oder abgesagt. Ich habe jetzt also sehr viel Zeit, etwas Gutes für diese Welt zu machen – ohne mein eigenes Hamsterrad. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das tolle Geschichten sein werden.

Entscheidend ist nicht, was uns passiert, sondern wie wir die Fakten für uns auslegen.

Entscheidend ist nicht, was wir erleben, sondern was wir daraus lernen.

Entscheidend ist nicht, was wir können, sondern was wir mit unserem Können anstellen.

Packen wir es an!

Ich würde mich sehr freuen, zu erfahren, was du denkst. Nutze gerne die Kommentarfunktion!

Warum Change Prozesse keine motivierten Mitarbeiter brauchen

Warum Change Prozesse keine motivierten Mitarbeiter brauchen

Wenn es um Change geht, werden die meisten unruhig. Das kann damit zusammenhängen, dass unser Hirn recht faul ist und mit allen Mitteln versucht, die aktuelle Situation beizubehalten. Diese Eigenschaft des Gehirns ist der Hintergrund dafür, dass es Komfortzonen und Gewohnheiten gibt. Diese kleine Inseln im unruhigen Ozean von Change geben uns die Illusion, es ist alles beim alten. Und das Hirn freut sich, wenn wir in der Komfortzone und in der Gewohnheit bleiben, weil es dann Energie sparen kann.

Es gibt auch andere Gründe für diese innere Unruhe. In den Glaubenssätzen (und in den meistverkauften Büchern) über Change gibt es in der Veränderung Gewinner und Verlierer. Und weil wir so ungern abgeben und verlieren (auch hier sicher aus dem Stammhirn gesteuerte Survival-Angst), wollen wir lieber gar keinen Change.

Die Liste der Ängste lässt sich lange fortführen.

Warum braucht also der Change keine motivierten Mitarbeiter?

Na weil das alles Lüge ist. Wie sollen wir motiviert sein für etwas, wo unsere faule Denkmaschine aus den Gewohnheiten raus soll? Und wie sollen wir all die Ängste ablegen und uns mit Freude auf das (unbekannte) Neue einlassen?

Weil Change nicht mechanisch ist. Wir können zwar Maßnahmen planen und Termine dran setzen, jedoch wissen wir alle, wie sehr wir uns da selbst in die Tasche lügen, auch später, wenn wir die Berichte pimpen.

Die Natur ist uns nach wie vor das beste Vorbild, wenn es um Veränderungen geht. In der Natur wird die Notwendigkeit erkannt und die Anpassung so lange ausprobiert, bis die Balance wieder hergestellt ist. Sowohl die Pflanzen als auch Tiere kommen dabei ohne motivierende Reden und Hochglanzbroschüren aus – weil die Veränderung und die Anpassung ein natürlicher Prozess ist. Und ganz ohne Management auskommt ;-)

Und bei uns? Da sieht der Change Management Prozess eher so aus:

Phasen, Stufen, Säulen – all das motiviert nicht

Wir Menschen sind soziale Wesen. Neben Gesundheit sind soziale Kontakte immer wieder ganz ober auf der Liste der Faktoren, die einen Einfluss auf unser Glück und unser langes Leben haben. Warum also gibt es immer noch so wenig Bestreben, uns zu verbinden, unsere Hirne und unsere Herzen zu einem großen kollaborativen und co-kreativen Ökosystem kurzzuschließen und den Rest dem Flow zu überlassen?

Und wenn ich “uns” schreibe, dann meine ich ganz bestimmt nicht die Betroffenen, die man dann rein mechanisch zu Beteiligten macht. Ich meine uns alle, weil wir alle gut Probleme lösen können, wenn wir das zusammen tun. Besonders in der Diversität unserer Denkweisen und unserer Erfahrungen. Also schließt das “wir” auch Außenstehende, die nicht in dem gleichen UNternehmen arbeiten und somit in der Lage sind, andere (angstfreiere) Fragen zu stellen.

Lösungsvorschläge

Ökosystem über Mechanik

Einige neuen Formate, die teilweise selbstorganisiert laufen, wo die Teilnehmer sich selbst überlassen werden, zeigen, wie schnell manches möglichist. MOOCs, WOL Circle, Masterminds, Foren und Barcamps – alles, was möglichs OFFEN ist, lockt uns Menschen an, weil wir dann selbst wählen können.

Spaß vor Ernst

Ja, echt jetzt.

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.

George Bernard Shaw

Mit Ernst sind wir wo wir sind. Mit Spaß haben wir das noch nicht probiert. Dabei entgeht uns – rein hirnmäßig betrachtet – recht viel. Denn im Zustand der “gehobenen Gestimmtheit” kann unser Denk- und Problemlösesystem hundertfach mehr, als wenn wir unter Stress und Zeitdruck versuchen, zu denken.

Das sollte uns zu denken geben.

So, Spaß also. Wie soll das gehen? Mein persönlicher Favorit ist alles, was sich mit “serious play” überschreiben lässt.

Spielerisches Lernen, kreatives Problemlösen, bunt gestaltete Umsetzung, die die Büros aus den grauen Zellen in Kindergarten-like aussehende und mit Girlanden behangene Märchenschlösser verwandelt.

Weil im Märchen alles möglich ist.

Und so ist es in unserem Leben auch.

Wir wissen das. Wir nehmen uns nur keine Zeit für Magie und Möglichkeiten.

Mehr Magie statt motivierte Lemminge

Statt also die Mitarbeiter für den X-ten anstehenden Change mechanisch zu motivieren, schlage ich vor, auf unkonventionelle und vom Ökosystem des Unternehmens selbst entwickelte Vorgehensweisen zu setzen. Inkludiert Familienmitglieder, Kunden und Schüler aus umliegenden Schulen. Lernt zusammen, experimentiert, wertet es aus (was für ein geniales deutsches Wort: etwas ausWERTen!) und sorgt dafür, dass es keine Verlierer gibt.

Wälzt im Schlamm der Ungewissheit – und genießt, dass sich au dieser Ursuppe von Spaß und Angst etwas entwickelt, das ganz sicher nachhaltig, ganzheitlich, human und umwerfend gut ist.

Bang!

petranovskaja Unterschrift signatur

Titel-Photo by Dušan Smetana on Unsplash

Warum wir Angst vor Robotern haben sollten

Warum wir Angst vor Robotern haben sollten

Über die Angst vor Robotern habe ich schon Mal geschrieben. Der folgende Artikel basiert auf der Keynote, die ich als Netzwerkpartner der change factory auf der Fujitsu World Tour 2019 in Moskau gehalten habe. 7 Minuten Lesezeit. Kommentare und Fragen willkommen!

Prolog

Fear, Nadja, like joy, usually means that you’re exactly where you should be, learning what you’re ready to learn, about to become more than who you were.

Whoohoo!!

The Universe

Angst vor Robotern: Wo wir herkommen

Die Welt, die wir kannten, verwandelt sich. Es liegt an uns, die neue – morgige – Welt zu gestalten und uns darauf vorzubereiten, was sie uns bietet. Wie bei allen Sachen, Dingen und Themen, die noch ungewiss sind, ist es aus meiner Sicht äußerst menschlich, dass wir aufgeregt und erregt sind und dem “Braten” noch nicht trauen.

Angst vor Robotern

Woher kommt das Mistrauen?

Vielleicht aus dem Verstehen des Mooreschen Gesetzes, welches besagt, dass die Technologie sich sprunghaft entwickelt und uns (Homo sapiens) in unserer linearen Entwicklung irgendwann überholen wird. Die möglichen Szenarien dieser Entwicklung sehen sicher unterschiedlich aus…

Angst vor Robotern
Herrschaft: Roboter über Menschen? Menschen über Roboter?

Wenn wir bei nur den beiden oberen Szenarien bleiben, geht uns in beiden Fällen etwas durch die Lappen. Ich finde, dieses archaische “Wer besiegt hier wen?” Denken gehört nicht ins 21. Jahrhundert.

Vielleicht kommt das Mistrauen gegenüber der neuen Technologie auch aus unseren bisherigen Erfahrungen mit unseren Taten und Werken. Nehmen wir nur die Atombombe (wir haben hoffentlich viel daraus gelernt). Den ökologischen Zustand unseres Planeten (vielleicht schaffen wir es noch, dass es hier nicht so viel zu bereuen gibt). Den freiwilligen Verzicht auf das Klonen von Menschen (bevor wir etwas zu bereuen haben).

Vielleicht kommt das Mistrauen aber auch aus den jüngsten Erfahrungen mit der Technologie. Wir wir uns zwar im Restaurant treffen, aber alle auf unsere Smartphones schauen. Wir wir uns zu Meetings treffen, aber statt miteinander zu reden, fleißig in die Tasten hauen. Oder das #FOMO – Fear Of Missing Out – die neue gesellschaftliche Technik-Abhängigkeit.

Experten nehmen an, dass hinter dem Phänomen eine Überforderung steckt, denn die Menge an Information, die man über soziale Netzwerke erhält, ist zu groß. FOMO tritt sowohl bei Menschen auf, die nur gelegentlich soziale Netzwerke verwenden, als auch bei jenen, die sie exzessiv nutzen. Der Zustand wird häufig als ein Syndrom für das kommunikations-beherrschte Zeitalter angesehen.

https://www.wikizero.com/de/Fear_of_missing_out

ICD-11, der WHO Katalog der weltweit normierten Krankheiten, führt “gaming disorder”, eine andere technik-basiertes Phänomen, bereits ab 2022 ein. Traurig, aber wahr.

Angst vor Robotern: Wo wir stehen

Da stehen wir nun, mit einem Mistrauen gegenüber unserer Zukunft und einer Höllenangst gegenüber der Technologie. Die Roboter nehmen unsere Jobs weg! Die Daten, die erhoben werden, werden gegen uns genutzt! Die selbstfahrenden Autos überfahren Fussgänger!

Tatsächlich kann ein Schimpanse auf dem Smartphone fast das Selbe machen, was wir können (kennst du dieses Video?). Wir wissen, wie wir früher mal gearbeitet haben:

Und vielleicht – da schauen wir ja alle zusammen in eine große Kristallkugel – vielleicht tritt tatsächlich ein, was wir weder verstehen noch kennen. Die Welt verändert sich in den nächsten Jahren mehr, als sie es in den letzten 300 Jahren tat.

Angst vor Robotern

Schauen wir auf unsere Berufe hin: 40 bis 60% unserer heutigen Tätigkeiten können digitalisiert und von Maschinen übernommen werden (und der Gerd Leonhard sagt, das wird so kommen). Als Überprüfung deiner eigenen Zukunft kannst du folgende kurze Aufgabe machen:

Schreibe eine Liste mit Tätigkeiten auf, die du ungern machst. Beschreibe jede davon in ein paar Worten.

Alles, was du beschreiben und anderen erklären kannst, kann die Technologie für dich übernehmen. Termine koordinieren, Protokolle anfertigen, Reisen buchen, Mails beantworten – vieles davon geht ja jetzt schon mit Hilfe eines virtuellen Assistenten wie Siri oder Alexa.

Die Angst vor dem leeren Blatt

Die Angst, die viele dann verspüren, ist die Angst vor dem leeren Blatt. Was machen wir mit unserer Zeit, wenn wir nicht in langweiligen Meetings sitzen?

Was fangen wir mit unserer so reichlich frei gewordener Zeit? Müssen wir da etwas miteinander reden? Mit unseren Kindern zum Spielplatz, ohne auf das Smartphone zu schauen? Sonnenuntergang schauen, ohne ihn zu fotografieren?

Können wir das noch?

Angst vor Robotern

10 Dinge, die unsere Kinder nicht erleben werden

Solche und ähnliche Artikel lese ich sehr gern. Zum einen, weil ich zwei Kinder habe. Zum anderen, weil ich mich ein wenig darauf vorbereiten will, wie diese neue Zukunft aussehen kann. Ich prüfe mich selbst: was beunruhigt mich? Wann kriege ich Angst vor etwas?

Eine der Listen könnte so aussehen:

  • unsere Kinder werden keinen Führerschein machen – weil sie sich nur noch in autonom fahrenden oder fliegenden Vehikeln fortbewegen
  • unsere Kinder werden nicht mehr von Lehrern unterrichtet – das notwendige Wissen kann von Androiden oder über neue technologischen Wege im Schlaf vermittelt werden
  • unsere Kinder werden nicht mehr vor einem Personal Computer (PC) sitzen – dieser Hybrid einer Schreibmaschine und eines Fernsehers wird nach und nach durch andere tragbare oder überall im Raum verfügbare/aufrufbare technische Endgeräte ersetzt
  • unsere Kinder werden kein Bargeld kennen – und vielleicht auch gar kein Geld als solches, weil sie nur noch über Blockchain-Strukturen oder mit ihrem Social Credits bezahlen (das in China bereits eingeführte Sozialkredit-System zeigt, dass das keine Theorie ist)
  • unsere Kinder werden möglicherweise weder ihren Beruf noch ihren Lebenspartner suchen – die globale Datenbank wertet alle Daten der kindlichen und jugendlichen Entwicklung zur Verfügung und sorgt dafür, dass es weder zu persönlichen noch zu beruflichen Enttäuschungen kommt

Und spätestens beim dem letzten Punkt schreie ich auf und bekomme Angst. Denn: wer sind wir, wenn wir keine Fehler mehr machen?

Wer sind wir, wenn wir nicht zweifeln? Uns nicht aufregen? Weder weinen noch lachen? Wir sind es, Menschen, die einzigartige, aktuell fast nur uns Menschen zur Verfügung stehende Fähigkeiten haben, solche wie:

  • vergeben
  • faulenzen
  • auf jemanden sehnsüchtig warten
  • streben
  • schlechtes Gewissen haben
  • Mitleid fühlen
  • lechzen
  • Pläne schmieden
  • träumen
  • etwas vorhaben
  • wollen
  • an etwas glauben
  • lieben

Wenn wir also Angst vor der Technologie haben, sollten wir aus meiner Sicht genau prüfen, wovor wir Angst haben, denn die Angst ist eine gute Warn-Boje in dem stürmischen, komplexen und dynamischen Ozean unserer aktuellen Gegenwart.

Angst vor Robotern

Angst vor Robotern: Wo gehen wir hin?

Bei meiner Recherche bin ich auf die Webseite “AI4people” gestoßen und mit Freude erkannt, dass es bereits seit Jahren daran gearbeitet wird, globale, gemeinsame Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Nutzung der künstlichen Intelligenz zu entwickeln. So wie im Fall des Klonens wollen wir Menschen dafür sorgen, dass es keine ungewollten Konsequenzen unseres Handelns gibt. Viele namhafte Konzerne wirken bei dieser Bestrebung mit, damit unsere Angst vor Robotern unbegründet bleibt.

Zwei der vier Fragen aus dem White Paper des Vereins haben mir ganz besonders gefallen:

  • who we can become
  • what we can achieve

Schon wieder ist da diese Angst vor der Selbstwerdung. Die Befürchtung, ein weißes Blatt zu füllen – mit was?

Viele Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte, strebten wir bloß nach Wachstum, Gewinn, Produktivität, Effizienz, Zielerreichung. Vielleicht haben wir die Angst vor der künstlichen Intelligent, weil sie uns zwingen kann, mehr Mensch zu sein?

Angst vor Robotern

Wenn wir aufhören in “Wer besiegt wen?” zu denken, wenn wir das Positive und die Möglichkeiten sehen, dann erkennen wir:

  • dass die Technologie und die künstliche Intelligenz viele unserer Routinen-Aufgaben schneller und fehlerfreier erledigen kann
  • dass das Ende dieser (oft sehr langweiliger und anstrengender) Tätigkeiten nicht das Ende der Menschheit bedeutet
  • dass wir – Mensch und Maschinen – zusammen mehr können, als jeder von uns allein
  • dass alles, was die Maschinen nicht machen können, uns um so mehr zu Menschen macht
Angst vor Robotern

Epilog

So lasst uns zu Beginn unsere Stärken stärken und uns auf die besondern Fähigkeiten und Talente besinnen. Laut vielen Studien können wir fürs erste total darauf bauen, dass niemand auf der Welt – nicht mal die schlaueste Maschine – folgende drei Dinge so gut kann wie wir:

  • kritische Denkweise
  • emotionale Intelligenz
  • Kreativität

Und lasst uns anschließend einen Frieden mit unserer Angst vor Robotern schließen, denn diese Angst ist wichtig und nützlich, damit wir unsere Zukunft nicht verpennen.

Und zum Schluss, lasst und optimistisch und mit Freude an der Re-Humanisierung unserer Welt arbeiten. Dazu gehört für mich so ziemlich alles aus der #NewWork Ecke. Wir sollten mindestens genau so viel in die #Digitalisierung wie in die #Humanisierung investieren und dafür sorgen, dass aus uns keine (schlechten) Maschinen werden, sondern glückliche Menschen. Daher freue ich mich, wenn in den Budget-Plänen der Unternehmen folgende Hashtags auftauchen:

  • Vertrauen
  • Talent-Entfaltung
  • Fröhlichkeit
  • Zufriedenheit
  • Kooperation

Und außerhalb der Arbeitswelt… Lasst uns Freude verspüren, in unserem Körper zu sein! Lasst uns lachen und weinen, Sport und Kuschelstunden genießen, einander Zeit schenken, im Wald mit Blättern rascheln und … ab und zu mit den Robotern schimpfen, falls sie das Staubsaugen oder Kaffee kochen nicht richtig erledigt haben.

Danke, dass du bis hier mit mir mitgekommen bist!

petranovskaja Unterschrift signatur
100 Gründe, Bücher zu lesen

100 Gründe, Bücher zu lesen

Lesen ist Magie. Freude, Glück, Tränen. Lesen ist verreisen oder abtauchen, lernen und entdecken. In meinem eigenen Tempo, ohne Vorgaben. Und es gibt so viele Gründe, Bücher zu lesen!

Prolog

Ich werde nie vergessen, wie wir einmal zum dritten Geburtstag eines Jungen eingeladen wurden, und wir haben ihm ein Buch gekauft. Die Mutter, die das Geschenk entgegen nahm, schaute uns entsetzt an und sagte:

Aber er hat doch schon ein Buch!

Wie wird man Leseratte?

Ich bin zwischen Büchern aufgewachsen. Mein Bruder und ich, wir haben beide nächtelang in unserem gemeinsamen Zimmer unter den Bettdecken mit Taschenlampe gelesen. Es gab für mich kaum eine schönere Beschäftigung als zu lesen. Die viel Meter hohen Decken unserer Wohnung waren an allen freien Stellen mit Bücher-Regalen gefüllt. Diese Regale haben meine Eltern selbst gebaut, in der Zeit weit vor IKEA. Die Bretter wurden immer dunkel getönt und die Bücher immer in einer vorgegebenen Ordnung auf ihre Plätze sortiert.

Diese Liebe zu den Büchern konnte ich nur zu 50% an meine Kinder vererben. Meine Tochter liest oft ein Buch pro Woche – neben den Schulsachen. Mein Sohn scheint mehr der auditiv-visuelle Typ zu sein, und zum Glück gibt es auch für seine Neugierde Kanäle und Inhalte.

Papier-Magie

Immer, wenn ich an einem Flughafen oder Bahnhof Zeit habe, stöbere ich in einem Buchladen, und meistens nehme ich ein Buch mit. Ich lese mehrere Bücher parallel, sie liegen überall rum in der Wohnung und begleiten mich.

Seit einem Jahr lese ich auch auf dem Kindle, weil ich nicht davon abhängig sein will, nur ein Buch in meinen Koffer packen zu können. Wusstest du, dass es auf dem Kindle nicht nur möglich ist, Stellen zu markieren, sondern darüber hinaus Kommentare dazu zu schreiben und diese (Markierungen plus Notizen) als PDF an sich selbst oder andere per Mail zu senden? Eine geniale Funktion!

Jedoch hat mich Kindle keinesfalls davon abgebracht, ECHTE Bücher aus Papier zu kaufen. Ja, ich gehöre zu den Freaks, die daran riechen und es toll finden, wie das bedruckte Papier riecht.

100 Gründe, Bücher zu lesen

Braucht es wirklich so viele?

Was sind deine Gründe, zu lesen?

Hier eine Liste der Gründe, die ich mal irgendwo sah und spannend fand:

1. Lesen reduziert Stress
2. Lesen fördert soziale Kompetenzen
3. Lesen hilft beim Einschlafen
4. Bücher haben mehr Emotionen, Höhen und Tiefen, als Filme
5. Lesen hilft, sich zu konzentrieren
6. Lesen fördert die Kreativität
7. Lesen hilft beim Schreiben
8. Bücher haben keine Werbepausen
9. Lesen ist die beste und günstigste Art zum Reisen
10. Lesen macht sexy
11. Lesen macht uns menschlich, weil es Gefühle auslöst und fördert
12. Lesen ist Sport fürs Gehirn und kann vor Alzheimer schützen
13. Menschen, die gerne Lesen, sind bessere Partner
14. Bücher brauchen weder Strom noch WLAN
15. Menschen, die lesen, sind aufgeschlossener
16. Wer liest, wird sich niemals einsam fühlen
17. Wer liest, ist ein gutes Vorbild für Jüngere
18. Es gibt einfach so unglaublich viele gute Bücher
19. Du hast immer etwas, worüber du mit anderen reden kannst
20. Lesen bringt dich zum Lachen und macht dein Leben lebenswert

Digital detox

Ich habe mal versucht, nicht mehr so viele Bücher zu kaufen und mir versprochen, erst wieder ein neues Buch zu holen, wenn ich ale anderen zumindest angelesen habe.

Kurz darauf bekam ich sechs Büchern geschenkt. Von Menschen, die nichts über mein Vorhaben wussten.

Bücher sind magisch, und wer sie in sein Leben reinlässt, wird reicher.

Was denkst du dazu?

petranovskaja Unterschrift signatur

PS: An dieser Stelle möchte ich meine neueste Errungenschaft vorstellen: ein Buchprojekt, bei dem kein Autor ein Honorar bekommt. Der gesamte Erlös geht an ein Projekt, und das Projekt selbst ist mir ehrlich gesagt relativ schnuppe, weil das Buch einen Titel hat, der keine weitere Erklärung braucht:

Bedingungslose Liebe

Über 40 Autoren haben sich der Liebe angenommen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, ob und wie sie überhaupt möglich ist.
Herausgekommen ist dabei ein wunderbares Werk, welches die Komplexität des Liebesbegriffes tiefgründig erforscht und gleichzeitig die Lebenspraxis nicht außer acht lässt.
Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Fragestellungen und nicht auflösbare Widersprüche, welche Sie den Liebesbegriff aus völlig neuen Perspektiven betrachten lassen.

Mehr zum Thema Lesen/Bücher: