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Karten für deine Moderation und dein Coaching

Karten für deine Moderation und dein Coaching

Heute stelle ich Karten für Moderation vor und erzähle dir, warum und wie ich diese Karten-Sets in meinen Workshops und Trainings nutze. Ich würde mich freuen, wenn du in den Kommentaren mit uns teilst, welche Ressourcen aus deiner Sicht auch auf die Liste gehören. Abgemacht?

Los geht’s!

Fearless Journey

Fearless Journey Karten

Fearless Journey ist ein Kartenspiel, in dem sich ein Team auf die Reise begibt, um ein großes Ziel zu erreichen. Auf dem nicht immer geradlinigen Weg gilt es, verschiedene Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die das Team zuvor selbst definiert und beschrieben hat. Es basiert auf den Musterstrategien, die Linda Rising und Mary Lynn Manns in ihrem Buch Fearless Change: Patterns for Introducing New Ideas beschrieben haben. Kennengelernt habe ich das Spiel durch die wunderbare Deborah Preuss.

Fearless Journey Session auf #play14 in Berlin

Das wunderbare an dem Spiel ist, es ist sowohl in einem Echt-Fall einer Organisation nützlich (z.B. in Trainings zum Thema Change), als auch in Gesprächen unter Kollegen. So habe ich z.B. eine Session dazu auf dem #play14 Barcamp in Berlin angeboten, und wir hatten viel Spaß daran, über Angst vor Veränderungen und unsere Change Kompetenz zu diskutieren.

Webseite für Karten-Download oder Kauf: https://fearlessjourney.info/

Empowering Questions

Empowering questions Karten

Die bunten quadratischen Karten mit den empowering questions habe ich durch einen Zufall gefunden und mich spontan in sie verliebt. Ich nutze sie z.B., um andersartige Gespräche in „alten“ Teams anzuregen oder für Selbstreflexion in den Workshops.

Verschiedene Möglichkeiten der Nutzung beschreibt die Autorin aus Finnland auf ihrer Webseite.

New Work Quartett

New Work Quartett

Das New Work Quartett von quäntchen+glück habe ich noch nie als Quartett gespielt. Die Karten sind eine wunderbare Inspirationsquelle, wenn es darum geht, was in Sachen Workhacks / New Work nicht theoretisch ginge, sondern sehr praktisch bei quäntchen+glück seit Jahren praktiziert wird.

Aktuell entsteht eine neue Version des Kartensets, vorbestellbar auf der Webseite des Unternehmens, dass jeden Montag für die Kunden nicht erreichbar ist, weil sie ihre internen Fragen in einem Barcamp diskutieren.

Elephant in the room

Elephant in the room Karten

Die zweisprachigen Karten von Michaela Scheller sind eine wunderbare Möglichkeit, Themen besprechbar zu machen, an die sich nicht jeder traut. Ich nutze die Karten für Moderation von Plenums-Diskussionen oder gebe sie als Aufgabe in die Kleingruppen.

Neben den Themen Innovation / Zusammenarbeit / Digitalisierung bringt Michaela bald auch Karten zu den Themen Office365 und New Work raus. Alle Karten sind auf ihrer Webseite zu bestellen.

Chaos Karten

Chaos Karten

Lasse die Teilnehmer aus sich hinauswachsen und etwas tun, was scheinbar nicht zum Programm gehört. Die Chaos-Karten sind (ausnahmsweise) nicht für dich als Trainer gedacht, sondern für die Menschen, die tagtäglich zu oft in die gleiche Richtung denken müssen. Wie soll man da bitte einen tanzenden Stern gebären? (frei nach Nietzsche).

Entdeckt und lieben gelernt habe ich die Karten auf der Manage Agile Konferenz in Berlin. Dort hat jeder der 300 Teilnehmer eine Mission zu erfüllen bekommen. Natürlich nur anzuwenden, wenn du ein bisschen Chaos vertragen kannst!

Neben Chaos Karten für Workshops hat das Team aus dem bayerischen Nizza auch ein Sortiment für Hochzeiten und Parties. Firlefanz, Unsinn und Humbug in einer kleinen Schachtel :-)

The Values Deck

The Values Deck

Das Kartenset von Jacob Morries habe ich entdeckt, weil wir zur gleichen Zeit unsere Kampagne bei Kickstarter am Laufen hatten. Prompt haben wir uns zusammen getan und uns gegenseitig unterstützt. Tun wir bis heute noch. Was so kleine Karten alles tun können! #Magie

Übrigens, Jacob hat aktuell eine zweite Kickstarter-Kampagne am Laufen, dieses Mal sind die 56 Werte von Shalom Schwartz mit Repräsentanten aus dem Tierreich bebildert, was aus meiner Sicht sehr hilfreich ist. Wenn du noch nie etwas von Shalom Schwartz und seinen Werten gehört hast (tat ich vorher auch nicht), ist dieses Set vielleicht eine Bereicherung deiner Arbeit mit dem Werte-Thema. Sowohl in der individuellen Coaching-Session, als auch mit Teams. Mehr dazu erfährst du auf der Webseite, wo es auch ein digitales Assessment zu kaufen gibt.

Reflection Cards

Holstee Reflection Cards

Reflection Cards von Holstee sind … ganz schön viele! Ehrlich, ich habe sie schon etwas länger in der Nutzung und habe sicher nur einen kleinen Teil durchdrungen oder verinnerlicht. Ähnlich wie bei den Empowering Questions Cards geht es auch hier um eine Konversation – ob nun mit sich selbst, mit einem Coachee oder in einem Team, das entscheidest du.

Debriefing Cube

Debriefing Cube Karten

Macht mehr aus jeder Übung, jeder Gruppenarbeit und jedem anderen Schritt in den Workshops und Trainings – mit dem Debriefing Cube von Julian Kea und Team. Das Set aus 42 Karten stellt 42×4 Fragen in sechs Kategorien (Ziel, Emotionen, Zusammenarbeit…) und ermöglicht es, auf mindestens vier verschiedene Weisen das Gähnen beim Debriefing in wertvolle Erkenntnisse zu verwandeln. Ich labe meine Deluxe-Edition im Holzkästchen (Handarbeit aus Berlin) immer dabei. Deutsch oder Englisch, zu bestellen HIER. Wer die Luxus-Version nicht braucht, es gibt auch ein PDF zum selbst ausdrucken. Toll, oder?

WonderCards

WonderCards

Und ja, das Jahr 2019 war das Jahr der WonderCards. Ich bin mein bester Kunde und nutze dieses Kartenset wirklich jede Woche. Bei der Konzeption, in Kundenterminen, bei Diskussionen mit Kollegen und vor allem in den (meistens #noagenda) Trainings, Workshops und anderen Formaten, die ich mit Freude und Leidenschaft moderiere.

Wie viele Möglichkeiten diese Karten für Moderation dir bieten, erzählen wir stetig und unregelmäßig in unseren Videos (Folgen/abonnieren erlaubt). Und falls du wirklich nichts verpassen willst, zweimal die Woche gibt es News, Tipps und Tricks auf unserer Linkedin Seite. Bei Fragen kannst du dich jederzeit an uns wenden – wir teilen das Wissen echt gern!

Und: das ist noch nicht alles, mehr in 2020! Hüpf!

It’s Xmas!

Ich hoffe, du hast ein paar Ideen für Geschenke bekommen – ob Geschenke für jemanden oder für dich selbst ;-)

Was WonderCards angeht, so gibt es diese ab sofort und bis Weihnachten versandkostenfrei. Weltweit. Möchtest du also jemandem in Timbuktu ein Geschenk machen, nur zu!

Und falls du andere Karten für Moderation, Coaching und Trainings hast, die wir kennen sollten, her damit! (Kommentar unten hinterlassen – wir freuen uns alle, denn sharing ist caring)

Viel Spaß und viel Freude,

petranovskaja Unterschrift signatur
Was ist ein Workshop?

Was ist ein Workshop?

Workshops werden 16.300 Mal pro Monat in die Suchzeile der Suchmaschinen eingegeben, und mindestens so oft weltweit organisiert, gehalten, moderiert, durchgeführt. Darum widme ich diesen Beitrag einer kurzen Auseinandersetzung dazu, was ein Workshop ist. Und was nicht.

Ein Workshop (zu Deutsch Arbeitstagung, Arbeitssitzung, Arbeitskreis, Kurs, Lehrgang, Seminar oder Denkwerkstatt) ist im Bildungswesen eine Veranstaltung, in der eine kleinere Gruppe mit begrenzter, kompakter Zeitdauer intensiv an einem Thema arbeitet. Ein Kennzeichen ist dabei die kooperative und moderierte Arbeitsweise an einem gemeinsamen Ziel. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Workshop

Was ist NICHT ein Workshop?

Wikipedia hin oder her, ein Workshop – im 21. Jahrhundert – ist es nicht, wenn jemand eine Gruppe von sowieso überarbeiteten Menschen in einen Raum einsperrt, um sie mit Hilfe einer vorher irgendwo im kleinen Kreis festgelegter Agenda durch einen Tag zu jagen.

Es ist auch KEIN Workshop, wenn die Inhalte vorher schon definiert wurden und von den Teilnehmern höchstens mit bunten Moderationskarten oder Klebenotizen kommentiert werden können.

Der Sinn eines Workshops ist es nicht, verbleibendes Budget für ein „jährliches Offisite“ zu verschwenden, bei dem schon vorher alle wissen, wie es laufen wird und dass nichts bei rauskommt.

So wie es heute viel zu viele Meetings gibt, gibt es aus meiner Sicht auch viel zu viele Workshops.

Es fängt mit der Auftragsklärung an

Hier ein Bild, das ich in meinen Moderationstrainings nutze:

Wenn mein (interner) Auftraggeber und ich uns sicher sind, dass

  • in dem betroffenen Thema die wesentlichen Punkte weitgehend unentschieden und entscheidbar sind,
  • wir die Entscheidung gemeinsam gestalten wollen und
  • die Teilnehmer richtig mitwirken können,

dann können wir Richtung Workshop marschieren.

In allen anderen Situationen reichen kurze Diskussionen im Rahmen normaler Arbeitssitzung oder eine Mail/ein Post als Maßnahme aus.

Ich bin mir sicher, mit diesem kurzen Check würden 50% der (sogenannten) Workshops nicht stattfinden.

#noagenda

Zweite Baustelle: die Agenda, die das eingeladenen Teilnehmer sicher zum Ziel des Workshops führen soll, wird meistens vorher in einem kleinen Kreis entschieden. Was den Entscheidern dann logisch und klar ist, kann auf die Teilnehmer verwirrend wirken. Sie brauchen Zeit, um zu verstehen, was sie auf die bunten Karten schreiben sollen oder warum wir jetzt eine Gruppenarbeit im Nebenraum machen, wo die Diskussion doch gerade so gut lief… Aber: Die agenda sagt, wir haben keine Zeit für die Diskussion, also ab in die Gruppenarbeit.

Wo wir früher munter planen und das Geplante auf hübsche Folien und in perfekte Agendas packen konnten, ändern sich heute Dinge schneller, als wir gucken können. Darum ist in den Workshops eine neue Vorgehensweise notwendig: #noagenda. Nur so können alle anwesenden Teilnehmer auch Teilgeber und Gestalter der neuen Prozesse werden. Nur in einem freien, durch die Anwesenden mitgestaltbaren Raum kann die Organisation die Vorteile des gemeinsamen, kollektiven Lernens für sich entdecken.

#noagenda bedeutet nicht, dass jeder macht was er will. (So bedeutet Agilität auch nicht Abwesenheit von Planung). #noagenda bedeutet, dass es im Vorweg des Workshops keine auf 10 Minuten genaue Agenda gibt. Es gibt ein Ziel. Dieses sollte der Gruppe transparent und klar sein und sollte mitgetragen werden.

Ist das Ziel für alle fein, geht es um die gemeinsame Gestaltung des Weges dahin. Hier unterstützt der (externe) Moderator mit seinen Kenntnissen der Architektur und der Methoden. Was kann/sollte in der Gruppe gemeinsam besprochen werden, was eher in Kleingruppen? Wo sollten wir schreiben? Wo lieber mit Bällen und Lego spielerisch und kreativ zum Ziel gehen?

So füllt sich der vorerst unklare „Wie kommen wir dahin?“ Raum nach und nach mit ersten Antworten, neuen Fragen und immer stärkerer co-kreativer Zusammenarbeit.

Prinzipien hinter #noagenda

People over Tools: Es ist wichtiger, den aktuellen Bedürfnissen und Fragen der Teilnehmer im Workshop zu folgen, als eine neue fancy Methode auszuprobieren

Flow over Agenda: Es ist notwendig, manchen Teilen des Workshops mehr Zeit beizumessen, wenn dort gerade etwas wichtiges passiert und andere Teile des Ablaufes dafür zu kürzen oder eventuell komplett sein zu lassen.

Experience over Beauty: Wenn gerade etwas wichtiges passiert, wenn die Energie im Raum hoch ist und die Teilnehmer selbst von den Ergebnissen begeistert sind, dann kommt es nicht auf die Farbe des Stiftes und die Schönheit der Schrift an. Was unleserlich, aber wichtig ist, kommt wieder. Was schön, aber unwichtig ist, wird wieder vergessen.

Learning over Accuracy: Schnelligkeit und Intensität können manchmal nur erreicht werden, weil auf bestimmte Regeln keine Rücksicht genommen wird. Wenn das dem Lernerfolg und dem Ziel des Workshops dient, dann weg mit den Regeln!

Schwierige Teilnehmer

Immer wieder werde ich in den Moderationstrainings gefragt, wie man mit „schwierigen Teilnehmern“ umgehen soll.

Meine Antwort: es gibt sie nicht.

Es gibt keine schwierigen Teilnehmer.

Wenn Menschen (in Abweichung von Ressourcen, Funktionen, Rollen usw.) sich wie ein Mensch behandelt fühlen, dann benehmen sie sich auch wie einer. Wenn jemand zu viel oder zu wenig redet in meinem Workshop, sollte ich ihm/ihr dankbar sein dafür.

Ja, es ist ein gutes Zeichen, wenn etwas nicht „gut“ läuft. Weil ich dann sicher bin, dass die Gruppe weiß, was sie will. Und ich – wenn ich ohne Agenda arbeite und flexibel genug bin, diesem Wunsch zu folgen – auch mit anderen Mitteln und Wegen dafür sorgen kann, dass wir zum Ziel des Workshops kommen. Wir erarbeiten uns dann eben nicht nur die Ergebnisse, sondern auch den Weg zu den Ergebnissen.

Und sind dann doppelt stolz.

Gilt auch für Trainings

Das #noagenda Ansatz funktioniert übrigens ganz wunderbar auch in Trainings. Dazu mehr in einem der nächsten Blogbeiträge. Als Vorgeschmack diese wunderbare Übersicht von einer hoch geschätzten Lina Markauskaite:

Falls du in der ersten November-Woche und auf der Manage Agile Konferenz bist, dann können wir uns gern persönlich zu diesem Thema austauschen. Ich werde am 5.11. einen Workshop anbieten mit dem Titel: From death by PowerPoint to playful learning: become learning organization through #noagenda

Falls du Lust hast, immer ein passendes Format, eine passende Übung in deiner Tasche zu haben, um selbstbewusst in einen #noagenda Workshop zu marschieren, lege ich dir die #WonderCards ans Herz. Diese gibt es in Deutsch und Englisch in zwei Größen.

Falls du andere oder ähnliche Ideen zu dem Thema Moderation/Workshops hast, würde ich diese liebend gern kennenlernen! Hier im Kommentar oder in einem (Video)Telefonat.

Wie klingt das für dich?

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Warum wir Angst vor Robotern haben sollten

Warum wir Angst vor Robotern haben sollten

Über die Angst vor Robotern habe ich schon Mal geschrieben. Der folgende Artikel basiert auf der Keynote, die ich als Netzwerkpartner der change factory auf der Fujitsu World Tour 2019 in Moskau gehalten habe. 7 Minuten Lesezeit. Kommentare und Fragen willkommen!

Prolog

Fear, Nadja, like joy, usually means that you’re exactly where you should be, learning what you’re ready to learn, about to become more than who you were.

Whoohoo!!

The Universe

Angst vor Robotern: Wo wir herkommen

Die Welt, die wir kannten, verwandelt sich. Es liegt an uns, die neue – morgige – Welt zu gestalten und uns darauf vorzubereiten, was sie uns bietet. Wie bei allen Sachen, Dingen und Themen, die noch ungewiss sind, ist es aus meiner Sicht äußerst menschlich, dass wir aufgeregt und erregt sind und dem „Braten“ noch nicht trauen.

Angst vor Robotern

Woher kommt das Mistrauen?

Vielleicht aus dem Verstehen des Mooreschen Gesetzes, welches besagt, dass die Technologie sich sprunghaft entwickelt und uns (Homo sapiens) in unserer linearen Entwicklung irgendwann überholen wird. Die möglichen Szenarien dieser Entwicklung sehen sicher unterschiedlich aus…

Angst vor Robotern
Herrschaft: Roboter über Menschen? Menschen über Roboter?

Wenn wir bei nur den beiden oberen Szenarien bleiben, geht uns in beiden Fällen etwas durch die Lappen. Ich finde, dieses archaische „Wer besiegt hier wen?“ Denken gehört nicht ins 21. Jahrhundert.

Vielleicht kommt das Mistrauen gegenüber der neuen Technologie auch aus unseren bisherigen Erfahrungen mit unseren Taten und Werken. Nehmen wir nur die Atombombe (wir haben hoffentlich viel daraus gelernt). Den ökologischen Zustand unseres Planeten (vielleicht schaffen wir es noch, dass es hier nicht so viel zu bereuen gibt). Den freiwilligen Verzicht auf das Klonen von Menschen (bevor wir etwas zu bereuen haben).

Vielleicht kommt das Mistrauen aber auch aus den jüngsten Erfahrungen mit der Technologie. Wir wir uns zwar im Restaurant treffen, aber alle auf unsere Smartphones schauen. Wir wir uns zu Meetings treffen, aber statt miteinander zu reden, fleißig in die Tasten hauen. Oder das #FOMO – Fear Of Missing Out – die neue gesellschaftliche Technik-Abhängigkeit.

Experten nehmen an, dass hinter dem Phänomen eine Überforderung steckt, denn die Menge an Information, die man über soziale Netzwerke erhält, ist zu groß. FOMO tritt sowohl bei Menschen auf, die nur gelegentlich soziale Netzwerke verwenden, als auch bei jenen, die sie exzessiv nutzen. Der Zustand wird häufig als ein Syndrom für das kommunikations-beherrschte Zeitalter angesehen.

https://www.wikizero.com/de/Fear_of_missing_out

ICD-11, der WHO Katalog der weltweit normierten Krankheiten, führt „gaming disorder“, eine andere technik-basiertes Phänomen, bereits ab 2022 ein. Traurig, aber wahr.

Angst vor Robotern: Wo wir stehen

Da stehen wir nun, mit einem Mistrauen gegenüber unserer Zukunft und einer Höllenangst gegenüber der Technologie. Die Roboter nehmen unsere Jobs weg! Die Daten, die erhoben werden, werden gegen uns genutzt! Die selbstfahrenden Autos überfahren Fussgänger!

Tatsächlich kann ein Schimpanse auf dem Smartphone fast das Selbe machen, was wir können (kennst du dieses Video?). Wir wissen, wie wir früher mal gearbeitet haben:

Und vielleicht – da schauen wir ja alle zusammen in eine große Kristallkugel – vielleicht tritt tatsächlich ein, was wir weder verstehen noch kennen. Die Welt verändert sich in den nächsten Jahren mehr, als sie es in den letzten 300 Jahren tat.

Angst vor Robotern

Schauen wir auf unsere Berufe hin: 40 bis 60% unserer heutigen Tätigkeiten können digitalisiert und von Maschinen übernommen werden (und der Gerd Leonhard sagt, das wird so kommen). Als Überprüfung deiner eigenen Zukunft kannst du folgende kurze Aufgabe machen:

Schreibe eine Liste mit Tätigkeiten auf, die du ungern machst. Beschreibe jede davon in ein paar Worten.

Alles, was du beschreiben und anderen erklären kannst, kann die Technologie für dich übernehmen. Termine koordinieren, Protokolle anfertigen, Reisen buchen, Mails beantworten – vieles davon geht ja jetzt schon mit Hilfe eines virtuellen Assistenten wie Siri oder Alexa.

Die Angst vor dem leeren Blatt

Die Angst, die viele dann verspüren, ist die Angst vor dem leeren Blatt. Was machen wir mit unserer Zeit, wenn wir nicht in langweiligen Meetings sitzen?

Was fangen wir mit unserer so reichlich frei gewordener Zeit? Müssen wir da etwas miteinander reden? Mit unseren Kindern zum Spielplatz, ohne auf das Smartphone zu schauen? Sonnenuntergang schauen, ohne ihn zu fotografieren?

Können wir das noch?

Angst vor Robotern

10 Dinge, die unsere Kinder nicht erleben werden

Solche und ähnliche Artikel lese ich sehr gern. Zum einen, weil ich zwei Kinder habe. Zum anderen, weil ich mich ein wenig darauf vorbereiten will, wie diese neue Zukunft aussehen kann. Ich prüfe mich selbst: was beunruhigt mich? Wann kriege ich Angst vor etwas?

Eine der Listen könnte so aussehen:

  • unsere Kinder werden keinen Führerschein machen – weil sie sich nur noch in autonom fahrenden oder fliegenden Vehikeln fortbewegen
  • unsere Kinder werden nicht mehr von Lehrern unterrichtet – das notwendige Wissen kann von Androiden oder über neue technologischen Wege im Schlaf vermittelt werden
  • unsere Kinder werden nicht mehr vor einem Personal Computer (PC) sitzen – dieser Hybrid einer Schreibmaschine und eines Fernsehers wird nach und nach durch andere tragbare oder überall im Raum verfügbare/aufrufbare technische Endgeräte ersetzt
  • unsere Kinder werden kein Bargeld kennen – und vielleicht auch gar kein Geld als solches, weil sie nur noch über Blockchain-Strukturen oder mit ihrem Social Credits bezahlen (das in China bereits eingeführte Sozialkredit-System zeigt, dass das keine Theorie ist)
  • unsere Kinder werden möglicherweise weder ihren Beruf noch ihren Lebenspartner suchen – die globale Datenbank wertet alle Daten der kindlichen und jugendlichen Entwicklung zur Verfügung und sorgt dafür, dass es weder zu persönlichen noch zu beruflichen Enttäuschungen kommt

Und spätestens beim dem letzten Punkt schreie ich auf und bekomme Angst. Denn: wer sind wir, wenn wir keine Fehler mehr machen?

Wer sind wir, wenn wir nicht zweifeln? Uns nicht aufregen? Weder weinen noch lachen? Wir sind es, Menschen, die einzigartige, aktuell fast nur uns Menschen zur Verfügung stehende Fähigkeiten haben, solche wie:

  • vergeben
  • faulenzen
  • auf jemanden sehnsüchtig warten
  • streben
  • schlechtes Gewissen haben
  • Mitleid fühlen
  • lechzen
  • Pläne schmieden
  • träumen
  • etwas vorhaben
  • wollen
  • an etwas glauben
  • lieben

Wenn wir also Angst vor der Technologie haben, sollten wir aus meiner Sicht genau prüfen, wovor wir Angst haben, denn die Angst ist eine gute Warn-Boje in dem stürmischen, komplexen und dynamischen Ozean unserer aktuellen Gegenwart.

Angst vor Robotern

Angst vor Robotern: Wo gehen wir hin?

Bei meiner Recherche bin ich auf die Webseite „AI4people“ gestoßen und mit Freude erkannt, dass es bereits seit Jahren daran gearbeitet wird, globale, gemeinsame Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Nutzung der künstlichen Intelligenz zu entwickeln. So wie im Fall des Klonens wollen wir Menschen dafür sorgen, dass es keine ungewollten Konsequenzen unseres Handelns gibt. Viele namhafte Konzerne wirken bei dieser Bestrebung mit, damit unsere Angst vor Robotern unbegründet bleibt.

Zwei der vier Fragen aus dem White Paper des Vereins haben mir ganz besonders gefallen:

  • who we can become
  • what we can achieve

Schon wieder ist da diese Angst vor der Selbstwerdung. Die Befürchtung, ein weißes Blatt zu füllen – mit was?

Viele Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte, strebten wir bloß nach Wachstum, Gewinn, Produktivität, Effizienz, Zielerreichung. Vielleicht haben wir die Angst vor der künstlichen Intelligent, weil sie uns zwingen kann, mehr Mensch zu sein?

Angst vor Robotern

Wenn wir aufhören in „Wer besiegt wen?“ zu denken, wenn wir das Positive und die Möglichkeiten sehen, dann erkennen wir:

  • dass die Technologie und die künstliche Intelligenz viele unserer Routinen-Aufgaben schneller und fehlerfreier erledigen kann
  • dass das Ende dieser (oft sehr langweiliger und anstrengender) Tätigkeiten nicht das Ende der Menschheit bedeutet
  • dass wir – Mensch und Maschinen – zusammen mehr können, als jeder von uns allein
  • dass alles, was die Maschinen nicht machen können, uns um so mehr zu Menschen macht
Angst vor Robotern

Epilog

So lasst uns zu Beginn unsere Stärken stärken und uns auf die besondern Fähigkeiten und Talente besinnen. Laut vielen Studien können wir fürs erste total darauf bauen, dass niemand auf der Welt – nicht mal die schlaueste Maschine – folgende drei Dinge so gut kann wie wir:

  • kritische Denkweise
  • emotionale Intelligenz
  • Kreativität

Und lasst uns anschließend einen Frieden mit unserer Angst vor Robotern schließen, denn diese Angst ist wichtig und nützlich, damit wir unsere Zukunft nicht verpennen.

Und zum Schluss, lasst und optimistisch und mit Freude an der Re-Humanisierung unserer Welt arbeiten. Dazu gehört für mich so ziemlich alles aus der #NewWork Ecke. Wir sollten mindestens genau so viel in die #Digitalisierung wie in die #Humanisierung investieren und dafür sorgen, dass aus uns keine (schlechten) Maschinen werden, sondern glückliche Menschen. Daher freue ich mich, wenn in den Budget-Plänen der Unternehmen folgende Hashtags auftauchen:

  • Vertrauen
  • Talent-Entfaltung
  • Fröhlichkeit
  • Zufriedenheit
  • Kooperation

Und außerhalb der Arbeitswelt… Lasst uns Freude verspüren, in unserem Körper zu sein! Lasst uns lachen und weinen, Sport und Kuschelstunden genießen, einander Zeit schenken, im Wald mit Blättern rascheln und … ab und zu mit den Robotern schimpfen, falls sie das Staubsaugen oder Kaffee kochen nicht richtig erledigt haben.

Danke, dass du bis hier mit mir mitgekommen bist!

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100 Gründe, Bücher zu lesen

100 Gründe, Bücher zu lesen

Lesen ist Magie. Freude, Glück, Tränen. Lesen ist verreisen oder abtauchen, lernen und entdecken. In meinem eigenen Tempo, ohne Vorgaben. Und es gibt so viele Gründe, Bücher zu lesen!

Prolog

Ich werde nie vergessen, wie wir einmal zum dritten Geburtstag eines Jungen eingeladen wurden, und wir haben ihm ein Buch gekauft. Die Mutter, die das Geschenk entgegen nahm, schaute uns entsetzt an und sagte:

Aber er hat doch schon ein Buch!

Wie wird man Leseratte?

Ich bin zwischen Büchern aufgewachsen. Mein Bruder und ich, wir haben beide nächtelang in unserem gemeinsamen Zimmer unter den Bettdecken mit Taschenlampe gelesen. Es gab für mich kaum eine schönere Beschäftigung als zu lesen. Die viel Meter hohen Decken unserer Wohnung waren an allen freien Stellen mit Bücher-Regalen gefüllt. Diese Regale haben meine Eltern selbst gebaut, in der Zeit weit vor IKEA. Die Bretter wurden immer dunkel getönt und die Bücher immer in einer vorgegebenen Ordnung auf ihre Plätze sortiert.

Diese Liebe zu den Büchern konnte ich nur zu 50% an meine Kinder vererben. Meine Tochter liest oft ein Buch pro Woche – neben den Schulsachen. Mein Sohn scheint mehr der auditiv-visuelle Typ zu sein, und zum Glück gibt es auch für seine Neugierde Kanäle und Inhalte.

Papier-Magie

Immer, wenn ich an einem Flughafen oder Bahnhof Zeit habe, stöbere ich in einem Buchladen, und meistens nehme ich ein Buch mit. Ich lese mehrere Bücher parallel, sie liegen überall rum in der Wohnung und begleiten mich.

Seit einem Jahr lese ich auch auf dem Kindle, weil ich nicht davon abhängig sein will, nur ein Buch in meinen Koffer packen zu können. Wusstest du, dass es auf dem Kindle nicht nur möglich ist, Stellen zu markieren, sondern darüber hinaus Kommentare dazu zu schreiben und diese (Markierungen plus Notizen) als PDF an sich selbst oder andere per Mail zu senden? Eine geniale Funktion!

Jedoch hat mich Kindle keinesfalls davon abgebracht, ECHTE Bücher aus Papier zu kaufen. Ja, ich gehöre zu den Freaks, die daran riechen und es toll finden, wie das bedruckte Papier riecht.

100 Gründe, Bücher zu lesen

Braucht es wirklich so viele?

Was sind deine Gründe, zu lesen?

Hier eine Liste der Gründe, die ich mal irgendwo sah und spannend fand:

1. Lesen reduziert Stress
2. Lesen fördert soziale Kompetenzen
3. Lesen hilft beim Einschlafen
4. Bücher haben mehr Emotionen, Höhen und Tiefen, als Filme
5. Lesen hilft, sich zu konzentrieren
6. Lesen fördert die Kreativität
7. Lesen hilft beim Schreiben
8. Bücher haben keine Werbepausen
9. Lesen ist die beste und günstigste Art zum Reisen
10. Lesen macht sexy
11. Lesen macht uns menschlich, weil es Gefühle auslöst und fördert
12. Lesen ist Sport fürs Gehirn und kann vor Alzheimer schützen
13. Menschen, die gerne Lesen, sind bessere Partner
14. Bücher brauchen weder Strom noch WLAN
15. Menschen, die lesen, sind aufgeschlossener
16. Wer liest, wird sich niemals einsam fühlen
17. Wer liest, ist ein gutes Vorbild für Jüngere
18. Es gibt einfach so unglaublich viele gute Bücher
19. Du hast immer etwas, worüber du mit anderen reden kannst
20. Lesen bringt dich zum Lachen und macht dein Leben lebenswert

Digital detox

Ich habe mal versucht, nicht mehr so viele Bücher zu kaufen und mir versprochen, erst wieder ein neues Buch zu holen, wenn ich ale anderen zumindest angelesen habe.

Kurz darauf bekam ich sechs Büchern geschenkt. Von Menschen, die nichts über mein Vorhaben wussten.

Bücher sind magisch, und wer sie in sein Leben reinlässt, wird reicher.

Was denkst du dazu?

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PS: An dieser Stelle möchte ich meine neueste Errungenschaft vorstellen: ein Buchprojekt, bei dem kein Autor ein Honorar bekommt. Der gesamte Erlös geht an ein Projekt, und das Projekt selbst ist mir ehrlich gesagt relativ schnuppe, weil das Buch einen Titel hat, der keine weitere Erklärung braucht:

Bedingungslose Liebe

Über 40 Autoren haben sich der Liebe angenommen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, ob und wie sie überhaupt möglich ist.
Herausgekommen ist dabei ein wunderbares Werk, welches die Komplexität des Liebesbegriffes tiefgründig erforscht und gleichzeitig die Lebenspraxis nicht außer acht lässt.
Freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse, neue Fragestellungen und nicht auflösbare Widersprüche, welche Sie den Liebesbegriff aus völlig neuen Perspektiven betrachten lassen.

Mehr zum Thema Lesen/Bücher:

Wie war deine Woche?

Wie war deine Woche?

Manche Wochen sind so voll mit Bildern, da ist kein Platz für Wörter übrig. Zwischen dem Ufo (Augen auf im Vapiano!) und dem Säge-Mann in Leipzig, dann Zwischenhalt an der Brenz (Steiff Museum, eine schöne Geschichte!). Change Kurve, Bilder suchen für die eigene Change Story, Gruppen-Selfie, weiter gehts… Am Hamburger Flughafen stehen mittlerweile zwei Flügel, und beide wurden am Donnerstag bespielt, und ich habe mich sehr darüber gefreut – wie gut das tut, vom Menschen gespielte Musik zu genießen!

Dann mit 6 Stunden Verspätung doch noch in Frankreich, Wein zu Mittag und Weinberge in der Mittagspause, und wieder Change und Menschen, die lernen wollen, besser und humaner mit den Veränderungen umzugehen…

Zurück in Hamburg ging es dann auf #play14 – eine Unkonferenz zum playful learning, und auch hier wieder tolle Menschen. Neugierig, offen, sensibel, kreativ.

Wie war deine Woche?

Nadja

Warum Höflichkeit gut tut

Warum Höflichkeit gut tut

Ich liebe ja die deutsche Sprache! Allein schon das Wort „Höflichkeit“ erzählt die Hälfte von dem, was ich gern sagen möchte. Damals, beim Hofe. Wo klar war, wie etwas stattfindet. Rituale, sich wiederholende Sequenzen, klare Regeln…

Heute: ich bin zu Besuch beim Kunden. Menschen kommen in den Meeting-Raum. Manche geben mir die Hand, manche bringen auch eine Visitenkarte. Andere sagen nur kurz „Hallo“ und verschwinden hinter ihrem Laptop-Bildschirm. Noch bevor wir fertig sind, müssen die ersten schon wieder los, so dass es auch keine gescheite Abschieds-Sequenz gibt.

Am Sonntag, wir frühstücken in der Hafen City, und es rollen zwei sonntäglich gekleidete Kinder, ca. 2 Jahre alt, an uns vorbei. Mit kleinen Rollern. Das Mädchen erkennt meinen Blick und bleibt stehen. Sie wischt sich die blonde Engelslocke aus dem Gesicht und sagt „Hallo!“ Ihr Bruder bleibt daneben stehen und guckt uns beide an. Er nickt mir zu. Hallo, antworte ich den beiden. Nach einem kurzen Dialog mit den Eltern sagen die beiden Kinder als erste „Auf Wiedersehen!“, bevor sie weiter rollen.

Ein angenehmes Gefühl einer menschlichen Begegnung bleibt.

Was ich mir für morgen wünsche:

  • dass wir einander sehen und wahrnehmen
  • dass wir einander richtig anschauen
  • dass wir einander einen Mindestmaß an Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken
  • dass eine innere Stimme es uns nicht erlaubt, ohne ein gescheites Hallo-Tschüss-Bitte-Danke Ritual miteinander zu sein

Danke, dass du Interesse gezeigt hast zu lesen, was ich schreibe. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag!

Nadja