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Warten gehört zu jenen Tätigkeiten, die ich versuche zu vermeiden. Rote Ampeln und Wartezimmer (allein der Name schon!) gehören nicht zu meinen Freunde. Darum möchte ich mit dem heutigen Schubs dich als Leser ermuntern, mit dem Warten aufzuhören. Hier sind meine Top-Argumente:

Lieber ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach

Verstehe mich nicht falsch. Ich weiß, dass es sich manchmal lohnt, auf die Taube zu warten. Manchmal ist es sogar extrem wichtig, auf die Taube zu warten und alle Spatzen ziehen zu lassen. Mit der Betonung auf das Wort „manchmal“.

Wir alle kennen Menschen, die es gewagt haben. Menschen, die etwas entschieden und umgesetzt haben. Eine große reise, eine berufliche Veränderung, ein Jahr im Ausland. Und genau so kennen wir eine Menge Menschen, die es nicht wagen. Jeder hat Träumen und Ambitionen. Es ist in unserer menschlichen Natur angelegt, unzufrieden zu sein und nach etwas zu suchen.

Nichts ist schwerer zu ertragen, wie eine Reihe von guten Tagen. – Goethe

Also los, seihen wir ruhig mal unzufrieden. Lasst uns durchaus frech sein und uns ganz doll was wünschen. Ein anderes Auto. Eine größere Wohnung. Einen längeren Urlaub.

Soweit – so gut?

Und jetzt kommt es: WORAUF WARTEST DU?

Was wäre anders, wenn du jetzt ein größeres Auto hättest? Eine schickere Bude? Zeit für einen Strandspaziergang?

Stelle dich vor einen Spiegel und betrachte dich. Sei mindestens fünf Minuten dieser Mensch mit dem erfüllten Wunsch. Fühle in dich hinein. Was ist anders? Wenn es sich gut anfühlt, gib dir noch fünf Minuten. Klopfe dir selbst auf die Schulter. Mach eine Powerpose. Sage laut „Gut gemacht!“.

Jetzt.

German Angst mit German Mut ersetzen

Warten ist oft ein Zeichen von Unentschlossenheit, Unsicherheit. Soll ich oder soll ich nicht? Ich hätte ja, aber… Der Begriff „German Angst“ ist in das englische Vokabular eingeflossen und bedeutet dort „Bedenken“. Wenn wir uns nicht entscheiden, bedenken und überdenken wir das Ganze stundenlang. Das Ergebnis? Oft weder die Taube noch der Spatz.

Ersetze deine Bedenken mal mit einem mutigen Schritt. Mache das zu einem Experiment. Wenn es dir ganz wichtig ist, dass nichts Schlimmes passiert, entscheide, was ein „safe to fail“ Experiment sein könnte. „Safe to fail“ meint, dass niemand zu Schaden kommt oder sogar, dass niemand bemerkt, dass du etwas gemacht hast.

Außer du selbst.

Wann startet dein Experiment?

Das Leben wartet nicht

Mein Lieblingsargument. Könnten wir die Zeit anhalten, um in Ruhe über die Dinge nachzudenken, wäre das Warten vielleicht gar nicht so übel. Leider fließt das Leben fröhlich weiter, während wir grübeln und warten. Und: während wir warten, verändern sich die Rahmenbedingungen, in deren unsere Überlegungen gestartet sind. Wir denken also sehr schnell in einem „veralteten“ Szenario. Wie soll man da entscheiden?

Stürze dich in den fröhlichen Fluss des Lebens (oder gehe da vorsichtig hinein), aber bleibe nicht stehen. Denn das Leben wartet nicht!

Natur als Vorbild

Hast du schon mal etwas in der Natur gesehen, das wartet? Einen Grashalm vielleicht? Oder die Sonne?

Die Natur ist ein wunderbares Vorbild, wenn es darum geht, einfach zu machen. Die Natur hat keine Angst, etwas falsch zu machen. Sie bemüht sich nicht willentlich darum, Dinge perfekt zu durchdenken (und dennoch produziert sie eine Menge nahezu perfekter Formen, Farben und Materialien). Die Natur experimentiert ununterbrochen, nimmt sich Raum und macht einfach. Jede verfügbare Resource, sei es denn Wasser oder Licht, wird zu etwas umgewandelt. Zu Energie, zu neuen Blumen und Schmetterlingen, zu Wasser…

Du bist auch wie die Natur. Finde deine Geschwindigkeit, finde dein Tempo für Jahreszeitenwechsel. Finde deine Klimazonen und dann lege los mit tun und sein.

Sein und tun.

petranovskaja sein

Reframing

Manchmal fühlt es sich so an, als wäre man gezwungen, zu warten. Auf den Postboten. Auf einen Kollegen im Projekt. Auf die Antwort einer Behörde.

Opfer zu sein ist ungünstig für unser Selbstbewusstsein. Damit du stets der Erschaffer deines Lebens bist und nicht gezwungen bist, zu warten, empfehle ich dir das sogenannte Reframing. Die Technik, dieselbe Realität in einem neuen Licht zu sehen und sich dadurch besser zu fühlen, ist mittlerweile recht verbreitet. Kleine Veränderungen in den Wörtern, die du für die Beschreibung deines Lebens nutzt, bringen oft unerwartete Ergebnisse. Lass uns ein paar Ideen generieren:

Statt „Ich muss auf den Postboten warten“ kannst du sagen „Ich freue mich auf die Zeit, die ich nun habe, und ich werde diese nutzen, um zu …“

Statt sich darüber zu ärgern, dass ein Kollege deine Mail nicht beantwortet hat und du heute eine Aufgabe nicht abschließen kannst, bedanke dich für die Möglichkeit, deine Zeit selbst zu gestalten und dir inzwischen andere Punkte deiner To Do Liste vorzunehmen.

Warten ist unproduktiv. Zeit produktiv zu nutzen kann auch anstrengend sein. In einem Wartezimmer beim Arzt bedanke ich mich für die Möglichkeit, in eine dieser bunten und belanglosen Zeitschriften reinzuschauen und dabei zu entspannen, als wäre ich beim Frisör.

Wähle also Spaß und Freude statt Langeweile und Ungeduld.

Entscheidungen treffen

Logischer Folgeschritt aus dem Reframing ist die Übernahme von Verantwortung für das eigene Befinden. Du triffst die Entscheidung, als was du durch das Leben gehst.

Da ich über das Thema Entscheidung schon einige Male gebloggt habe, empfehle ich dir bei Interesse neben dem Artikel darüber, wie du deine Entscheidung psychologisch korrekt mit einem Würfel triffst auch den Artikel darüber, wie du entscheidest, welche Entscheidung sich lohnt. Doppelt gemoppelt? Finde es heraus ;-)

Und weil wir schon dabei sind, ein thematisch passendes Video habe ich für dich auch im Angebot:

 

Das Leben ist endlich

Mein persönlicher Lieblings-Schubs kommt aus dem Buch der australischen Krankenschwester Bronnie Ware. Das Buch heißt „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ und kommt mit der folgenden Liste auf uns zu:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“ …
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“ …
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“ …

Mir reichen schon die ersten zwei, um mich sofort daran zu erinnern, dass ich sterblich und dass meine Zeit endlich ist. Ich möchte auf jeden Fall sagen können, dass ich mein Leben voll gelebt habe. Ich möchte bunt und laut, lecker und leise, schnell und langsam ausgekostet haben. Gefühle empfunden, Gedanken gedacht, Giraffen gestreichelt und unzähligen Wellen zugeschaut haben.

Das ist mein Leben.

Du hast deins.

Deine Wünsche, deine Ideen, deine Ängste und deine Fragen – all das ist es wert, Platz in deinem Leben gefunden zu haben.

Warten bringt nicht viel. Bei einem meiner Spaziergänge habe ich das folgende Foto gemacht:

petranovskaja godot warten

Das Leben ist endlich.

Du bist einmalig.

Warte nicht, lebe!

#schubs

petranovskaja Unterschrift signatur

 

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