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Das Leben besteht aus Entscheidungen.

Jede Minute treffen wir welche. Manche Entscheidungen sind klein (Cappuchino oder Latte?), manche sind vollautomatisch („Ich muss mal“). Andere Entscheidungen sind viel komplizierter, und dann gibt es noch welche, die sind komplex.

Kennst du den Unterschied zwischen kompliziert und komplex? Hier eine Kurzerklärung:

Mit Wissen kann man komplizierte Aufgaben lösen, aber nur mit Können kann man komplexe Aufgaben lösen. Die Logistik einer Fußballmannschaft ist kompliziert, aber mit genügend Wissen über die Zusammenhänge lösbar. Die Durchführung des Spiel selbst ist komplex (weil hochdynamisch) und mit theoretischem Wissen über das Fußballspiel eben nicht lösbar. Dafür muss man es können. (dankbar gefunden im Kulturmanagement Blog).

Die Entscheidung, welches Auto man sich kauft, kann (muss nicht) kompliziert sein. Eine Entscheidung für das Heiraten oder für das Beenden einer Beziehung dagegen ist bereits komplex, weil die Bestandteile des Systems, in dem die Entscheidung getroffen wird, sich dynamisch verhalten und eigene Meinungen haben.

Entscheidungen. Einmal getroffen, geht es in die Umsetzung. Theoretisch.

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie. – Ernst Ferstl

Wenn wir es jedes Mal dokumentieren würden, wenn wir eine Entscheidung treffen, was glaubst du, wie groß ist der Anteil der Entscheidungen, die du nicht umgesetzt hast?

Heisst es, die Entscheidung war falsch?

In vielen Fällen haben wir nicht den Mut, etwas umzusetzen. Wir haben Angst zu scheitern, und so kapitulieren wir lieber. Die eine Stimme in uns sagt: „Lass das, war nicht so wichtig, die Entscheidung.“

Und so arbeiten wir zu viel in den Jobs, die wir hassen, um Geld zu verdienen und uns von diesem Geld Sachen zu kaufen, die wir nicht brauchen und damit Menschen zu imponieren, die wir nicht ausstehen können.

Klingt böse?

Prüfe dich. Sei ehrlich. Schaue zurück in dein Leben. Du wirst feststellen, dass der Druck unserer Leistungsgesellschaft enorm hoch und dass wir durch zahlreiche Signale aus der Werbung, aus den Münden von Eltern, Lehrern, Politikern und anderen Einfluss ausübenden Personen massiv beeinflusst werden in unserem täglichen Verhalten.

Wie weiter machen?

Ich schlage einen bewussteren Umgang mit eigenen Entscheidungen vor.

Jedes Mal, wenn du etwas tun willst und dich wirklich dafür entscheidest. frage dich:

Wass, wenn ich das nicht tue?

  • Bin ich dann traurig?
  • Kann ich es vertreten?
  • Schäme ich mich später dafür?
  • Kann ich meinen Kindern erklären, warum ich das nicht gemacht habe?
  • Bereue ich das auf dem Sterbebett?

Was, wenn ich nicht nach New York fliege? Nicht sechs Wochen in die Berge fahre? Nicht zur Kirschblüte nach Japan? Nicht den aktuellen Job hinschmeisse? Mich nicht für XYZ bewerbe? Was passiert, wenn ich diese Frau / diesen Mann nicht anspreche? Wenn ich diesen einen Anruf nicht tue? Wenn ich morgen früh nicht in die Jogging-Schuhe schlüpfe und endlich endlich wieder laufen gehe? Was wenn ich mich mit meinen Eltern nicht vertrage? Wenn ich meinem Kind / meinem Chef oder jemandem anders nicht „Nein!“ sage?

Was, wenn ich das nicht tue?

Wir können uns nicht nicht entscheiden. Wenn wir uns für das nicht-Tun entscheiden, ist das genau so eine bewusste Entscheidung, wie die Entscheidung fürs Handeln.

  • Für etwas, was mir wichtig ist.
  • Für etwas, was ich in meinem Leben erleben will.
  • Für jemanden, den ich in meinem Leben haben will.

Was, wenn nicht?

Bin ich dann noch ich?

So möchte ich dich heute in diese sehr philosophische Selbstbetrachtung entlassen, die gut zu einem ausgedehnten Spaziergang in der wundervollen Frühlingssonne passt.

Genieße es und sei du selbst.

petranovskaja_signatur

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