Wie aus “Endlich Freitag” “Endlich Montag” wird

petranovskaja Shiny Eyes on demand 6
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8. August 2013

Ich weiß, dass ich mit meinem überglücklichen “Endlich Montag!” allein da stand, und aus den Cubicals schauten mich verständnislose Gesichte der Ingenieure an. Wie kann man sich auf den Montag freuen?

Ich weiß auch, dass es mich immer noch ärgert, wenn im Radio überglücklich mitgeteilt wird, dass die Woche schon halb oder fast vorüber sei. Endlich Wochenende. Aha. Fünf Siebtel des Lebens leiden und klagen und dann zwei Tage Balance?

Das muss nicht sein. Das darf nicht sein! Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens bei der Arbeit – wie ineffektiv wir doch sind, dass wir so viel Einsatz bringen müssen, um ein kleines bisschen “Restleben” zu genießen!

Ja, ich schreibe absichtlich schwarz-weiß und böse. Weil mir dieses “Morgen endlich Freitag” eben wieder begegnete.

Love it, leave it or change it

Wenn du deine Arbeit WIRKLICH nicht magst, gibt es trotz der drei Verben im obigen Satz nur einen Weg daraus: Du musst etwas ändern. Egal, wofür du dich entscheidest, schaue dir erstmal an, was dir nicht gefällt.

– liegt der Grund in dir selbst? (ich mag nicht, was ich tue)

– liegt der Grund außerhalb deines Einflusses? (Chef, Kollegen, fensterloser Arbeitsraum, Gehalt)

Für alles, was du nicht direkt ändern oder beeinflussen kannst, heißt es: Ändere deine Gedanken dazu. Chef doof? Ignoriere es. Lächle ihn an. Stell ihn dir nackt vor. Sei kreativ. Die meisten Menschen, die ihren Chef nicht mögen, möchten seinen Job nicht haben. Ja, wie können wir denn jemanden achten und toll finden, der für uns nicht mal Vorbild ist? Zu wenig Geld? Wie viel hättest du denn gern? Und weißt du auch, warum du so viel Geld haben willst? Und wie du der Umwelt zeigst, dass du dieses Geld Wert bist? Schreibe auf, warum du es Wert bist, x Euro pro Monat / Jahr zu verdienen. Warum du es Wert bist, einen bessern Chef, bessere Kollegen und bessere Arbeitsumgebung zu haben. Hänge diese Liste am Badspiegel auf und lese sie dir jeden Tag vor. Führe diese Liste fort. Jede Wette, dass sich da was verändert.

Für alles, was du selbst ändern kannst: Ändere es ;-) Nichts ist schönes, als sich mächtig zu fühlen. Schreibe auf, welche guten Seiten deine Situation hat. Was dir fehlen würde. Wie du an dieser Situation wachsen kannst. Nehme die Situation weniger ernst. Mache ein Spiel daraus. Du gehst nicht arbeiten, du bist ein Alien und spionierst die Erde aus. Ja, je alberner, desto einfacher. Du bestimmst die Spielregeln. 

Das war das lang- und mittelfristige Programm. Kurzfristig hilft: Räum deinen Arbeitsplatz am Freitag auf. Ziehe dich Montags besonders hübsch an. Bringe dir Blumen & Obst mit. Ja, dir selbst. Du liebst dich, oder? Es ist dein Leben, deine Woche, deine Zeit!

Lass mich wissen, wenn ich etwas vergessen habe. Ich liebe Dialog!

 

Mehr dazu:

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Dein Kommentar:

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14 Kommentare

  1. Hallo Nadja, das ist ein toller Bericht. Die Sache mit dem Alien hat etwas für sich ! Sonnige Grüße von Kerstin

    Antworten
    • Sonnige Grüße zurück! :-)

  2. ich gehöre zu denen die seit geraumer zeit höchst ungerne zur arbeit schreiten. es ist nicht die arbeit als solche, sondern wie bei fast allen sind es die inneren umstände, die es mir schwer machen.
    es ist, wie ich meine, eine mischung aus mobbing und unfähigkeit.
    was tue ich?
    erstens..beim kunden anständige arbeit leisten. das ist selbstverständlich.
    zweitens..jegliche freiwillige leistung ausserhalb des arbeitsvertrages verweigern. nach dem motto : ich mache nur meine job.

    Antworten
    • Berni, ich habe letztens überlegt, was wäre, wenn auch nur jeder zweite genau das tun würde. Statt sich zu beklagen und unglücklich zu sein, genau diese zwei Dinge machen: Dem Kunden anständige Leistung abliefern, dem Chef nach 40 Stunden den Rücken. Wie viele Firmen müssten sich dann spontan umstellen! All unnötige Arbeiten streichen, all blödsinnige Dienstleistungen, an Unternehmenskultur arbeiten, den Ton in der Firma menschlicher gestalten und und und. Wenn ich den Hebel gefunden habe, dann bediene ich ihn, versprochen!

  3. die schlechte nachricht ist:
    es gibt diesen einen hebel nicht (sorry).
    die gute nachricht ist:
    jeder kann für sich herausfinden, welches sein ganz spezieller hebel ist und ihn dann selber bedienen oder besser: bewegen.

    einen dieser hebel, bzw. einen weg, seinen hebel zu finden, hast du oben schon genannt: was bin ich mir wert? wenn ich beispielsweise schreiben würde, meine arbeit ist locker die 500.000€ wert, die ich gern im jahr hätte, würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, es gäbe da nicht 1 bis 2 innere stimmen, die das unangemessen, gierig und völlig überzogen finden würden.

    allerdings werden die in letzter zeit leiser ;-) und das nicht zuletzt, weil ich ernsthaft angefangen habe, mich zu lieben.

    Antworten
    • das liest sich wie ein Heminguay in Kurzfassung. gratuliere!

  4. Ein toller Artikel, wieder einmal.
    Ich bin selbst Chef – und auch der Chef möchte, das seine Mitarbeiter Montags mit guter Laune zur Arbeit gehen. Auch ich als Chef möchte, dass es rund läuft und dass ein gutes Arbeitsklima herrscht. Auch ein Chef ist nur ein Mensch und möchte sich auch wohlfühlen.
    Was mir in dem Artikel nicht so gut gefällt ist, dass der Chef als “der Böse” dragestellt wird. Fast immer.

    Warum ist das so?

    Was ich mir von meinen Mitarbeitern wünsche, ist, dass sie sich “erwachsen” benehmen und aktiv gestalten.
    Ich frage meine Mitarbeiter ständig, ob alles ok ist, ob sie gute Laune haben und wenn nicht, warum nicht.
    Ich liebe auch den Dialog und … ich muß vielfach den Mitarbeitern die eine oder andere Sorge aus der Nase ziehen.

    Mein Vorschlag: Versetze Dich in die Lage des Chefs – suche den Dialog. Überlege Dir, was geändert werden muß und mache gleich direkt einen Vorschlag. Auch ein Chef kann keine Gedanken lesen.

    Eigentlich ist es doch eine Partnerschaft: Der Chef braucht Leute, die das Unternehmen weiterbringen und der Mitarbeiter sucht einen Ort, wo er sich wohl fühlt und wo er leben mag.

    Wonach ich als Chef immer suche, sind konstruktive Vorschläge: “Wie wäre es, wenn wir zukünftig ….”
    Meine Botschaft: Überlege Dir, was Dir missfällt. Überlege Dir, wie es besser werden kann. Suche das Gespräch mit Deinem Chef. Raus aus der Opferrolle, rein in die Gestalterrolle.

    Vielfach ist die Beziehung Chef-Mitarbeiter gestört. Der Chef ist vielleicht auch unsicher und versucht, sich das nicht anmerken zu lassen. Vielleicht weiß der Chef aber auch gar nciht, worunter Du leidest. Er kann ja nicht hell sehen.
    Gehe nicht immer davon aus, dass der Chef Dein Feind ist.

    Also, ich als Chef freue mich über jeden konstruktiven Vorschlag der Verbesserung. Frei nach dem Motto: Geht es Dir besser, geht es mir auch besser.

    Antworten
    • ich bin dafür, dass wir mehr solche Chefs haben :)

    • Wenn es wirklich so ist, wie du beschreibst Matthias, dann herzlichen Glückwunsch. Ganz ehrlich.
      Meiner Erfahrung nach steht leider oft das Ego im Weg und die Einstellung “Ich bin Chef und muss mir keine Ratschläge geben lassen”. Solche Firmen wandern allerdings auch auf erfolglosen Wegen und nicht selten dem Abgrund entgegen. Und sorry, aber der Fisch stinkt vom Kopf aus.
      Ich schließe mich voll der Aussage von Berni an … Es gab mal eine Zeit, da hab ich das anders gesehen :-( Und ja, es kostet manchmal viel Überwindung, sich aus seiner Komfortzone raus zu bewegen. Aber wie mein Papa immer schon gesagt hat “Das wichtigste ist, du stehst morgens auf und freust dich auf deine Arbeit!” Und sehr oft haben wir es selber in der Hand.

    • jawohl, wenn wir das selbst in die Hand nehmen, dann kann es unser Leben werden! danke, Ishbel!

  5. Aus meiner Sicht sollten wir jedem Tag die Chance geben, der beste Tag in unserem Leben zu werden. Das gilt von Montag bis Sonntag, ohne Einschränkungen. :)

    Antworten
    • dafür!

    • genau, wenn der Montag der Beste sein soll, ist das ja ein disc Krimi für die anderen ;-( :-) ?!
      Die vielen Fragen die das Leben so aufwirft! Über Mon und andere Tage, ich bin gans verwirrt!
      Die Montag war für mich beispielsweise ein vermeintlich guter- weil ich hab meinen Job hingeschmissen…und jetzt lese ich hier: Kündige nicht! ?!
      Hab ich was falsch gemacht? Jetzt war Montag doch nicht der Gute? ;-)

      Nix für ungut, hab nen Clown gefrühstückt!
      Grüssse Euch alle und wünsche Euch den Schalk im Nacken (jetzt kommt die süssse Stimme die mir zuraunt: Der wird Dir vergehen!!) ….so wie ich ihn heute habe.

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