Über den Rand malen

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Zu meinem Geburtstag, der kurz vor Weihnachten ist, habe ich einen sehr schönen handgeschriebenen Brief von meiner besten Freundin bekommen, die verreist war und mich daher nicht besuchen konnte. ein Satz aus diesem Brief ging mir die ganzen Feiertage durch den Kopf: “Du hast den schwierigen Weg des Ausprobierens gewählt.”

Aus der Sicht der Welt, in der alles geregelt ist, mag das so stimmen. doch dieser geregelten – scheinbar einfachen – Welt bin ich entsprungen, entlaufen, aus die Maus. jetzt bin ich unterwegs in der unbekannten, lauten, neuen Welt und aus der Sicht dieser Welt habe ich mich für den einfacheren Weg entschieden. für den Weg, auf dem man tut, woran man glaubt; wo man die Meinungen anderer Leute links liegen läßt bis man eine eigene hat; wo man sich nicht verbietet zu lieben und zu leiden; wo man über den Rand malt, weil da viel mehr Platz ist als auf dem engstirnigen Blatt Papier. das Leben ist groß und wundervoll, besonders wenn man es anlächelt. ich habe keine Angst und keine Bedenken, und dieser Zustand ist weder mit Geld noch mit Titeln zu erlangen, sondern einzig und allein mit der Entscheidung, die aus meiner Mitte kommt.

Hallo ungeregeltes Leben! Hallo fluffige nicht greifbare Wolken! Hallo Geheimnisse und Entdeckungen! Hallo neues Wissen, neue Menschen, neue Länder, neue Galaxien! schön, euch kennenzulernen!

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Konfetti im Haar

Doch doch, auch wir Pfeffersäcke haben es mitbekommen, heute darf man lustig sein und dies als Entschuldigung nehmen, warum etwas im Projekt nicht fertig wird.

Jetzt eben habe ich in Wuppertal angerufen, und was ist? da geht gar keiner ans Telefon. dann habe ich nochmal angerufen und was ist? die Frau D. ist noch nicht am Platz. soso. uns hier im Norden würde so was nicht durchgehen. wir haben keine Innenstadtvollsperrung wegen Karnevalsumzug. wir haben Nieselregen und viel zu viel zu tun.

als Marktlücke würde ich Pappnasen mit Veilchenduft bezeichnen. und für dauernd verschnupfte die mit Eukaliptus. diese Dinger stören zwar etwas beim Schreiben, aber ich wurde heute viel öfters von Kollegen angesprochen als sonst.

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halb_siebzig

ich werde morgen fünfunddreißig, und das erste Mal im Leben habe ich überhaupt keine Lust auf den Geburtstag. klar, ihr werdet mir gleich schlau sagen, wart mal ab, Mädchen, wie es ist, wenn man erstmal 45 wird oder so. jepp. ihr habt ja recht. und es gibt kein aber.

und es gibt kein zurück. nach vorn schauen. ich habe mir ein hawajanisches Badesalz gekauft und Packung für die Haare und eine Körperlotion, die mir garantiert gut tun wird. ich backe nicht, ich lasse backen, und ich habe nur paar ganz ganz liebe Freundinnen eingeladen, die garantiert gehen, wenn sie merken, dass mir nicht nach Feiern zumute ist.

und dann werde ich mich in mein hawajanisches Bad legen und mir was singen.

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Ferien bei Kollegen

wenn man in der Schweiz von Freunden spricht, nennt man sie “Kollegen”. ich habe vergessen zu fragen, wie man Kollegen nennt. ich war in der Schweiz, Freunde, also Kollegen, besuchen. paar davon waren sogar echte ex-Kollegen. nett war das. warm und sonnig, mehr will man nicht.

der Zug nach Luzern fuhr pünktlich ab, ich sitze oben, meine Seele baumelt dem Körper davon. angekommen, hier war Musikfestival, der Bahnhof voller Punks, das passt so wenig hierher… und an jeder Ecke: “heissi Maroni”, drei Monate im Jahr riecht es in der Schweiz nach gebratenen Kastanien. ich nehme lieber Tasse heisse Schokolade.

so ähnlich begegne ich anderen Städten, entspannt, fröhlich, neugierig. da drüben hat’s ein nettes Cafe. und abends gibts Nachtessen. Zug steht am Zuger See, Stück weiter kommt man nach Küssnacht. die schweizerischste Schweiz trifft man in Schwyz. kaum gewöhne ich mich an die Orte, die Küche und die Mundart, muss ich schon wieder zurück.

ich lasse immer ein Stück meiner Sehnsucht hier. und ich werde wiederkommen.

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heute schüttel ich mir einen

gestern ließ ich mir paar schütteln. Mojitos. einen zu viel, mindestens. eine Party, auf der man freiwillig mit pubertierenden Kindern anderer Gäste Monopoly spielt.

Bevor das mit den Mojitos kam, habe ich Zwillige fotografiert und somit mein Herbstprojekt begonnen. nur Männer kommen vor die Linse, bis ich weiß, was ich suche. ein Projekt, bei dem garantiert alles anders kommt, als ich es erwarte.

Nun, heute schüttel ich mir einen selber. einen Film, es stehen genug rum hier in der auf-die-Entwicklung-Warteecke. und sollte ich beim Schütteln erfolgreich sein, gibts was auf die Augen ;-)

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Fiderallala

Die einen gewinnen etwas und bespritzen sich danach gegenseitig mit Champagner. die anderen sind Künstler, sie machen tolle Sachen und gehen dann mit ganz vielen schicken und bekannten Persönlichkeiten in Bars, um sich toll aussehende Coctails mixen zu lassen und hauen sich dabei die Nächte um die Ohren.

Ich bin ein ganz normales Mädchen. dass ich zum Durchschnitt gehöre, merke ich besonders beim EInkaufen. Schuhe und Röcke in meiner Größe sind immer weg. aber in der Apotheke, da ist es andersrum, die Apotheken sind die einzigen, die sich auf den Durschnittsmenschen eingestellt haben, denn alles, was ich normalerweise in der Apotheke haben will, steht direkt hinter der Apothekerin. egal in welcher Stadt, egal in welchem Land. bitte – danke, Nächster.

Abends, wenn die einen sich ihre Champusklamotten waschen lassen und andere sich Coctails auf ebenfalls Klamotten kleckern, da räum ich auf oder sehe fern oder scanne Fotos, totale Durchschnittstätigkeiten eben. das beruhigt. heute habe ich aus den Himbeeren, die um diese Jahreszeit immer in großen Gruppen heranreifen, Marmelade gekocht. hält man den Topf beim Eingießen schön weit oben, ist der Marmeladenstrahl dann schön dünn und passt ungekleckert in die hübschen schmalen Geleegläschen. trotzdem spritzt es dabei, weil der Strahl von so weit oben kommt. und solche Dinge beschäftigen mich dann den Rest meines Abends, wieso das Zeug aus der schmalen Öffnung rausspritzen kann, wo man doch so genau zielen muss, damit da überhaupt was hineinpasst?

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stolz und müde

Heute habe ich mehr von der Welt gerettet, als James Bond.

Mehr böse Geister bekämpft, als Harry Potter.

Mehr Geld eingespart, als ein Finanzminister.

Und auch wenn meine Welt nur ein winziger Sandkorn in der großen Welt ist, bin ich stolz. stolz und müde.

*mich an die Theke setz und ein anständiges Getränk bestell*

Feierabend.

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Teufelszeug

Neulich bekam ich eine Mail. nein, kein Spam. die Mail war versprochen und hatte einen Anhang. einen Photoshopfilter. der Filter kann beliebige Filmkörnung und Färbung simulieren. das da oben ist ein Lomobild, mit einem gecrossten Fujifilm aufgenommen, nicht wahr?

Teufelszeug!! zuerst schmeisse ich diesen Filter vom Rechner und dann verkaufe ich die Digi bei ebay. gleich wenn ich mit dem Scannen fertig bin :-/

seufz.

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