Zukunft der Arbeit: Was mich aufregt

Zukunft der Arbeit: Was mich aufregt

Gedanken zum 1. Mai, Tag der Arbeit

Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen
Genug ist zu wenig – oder es wird so wie es war
Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders

Herbert Grönemeyer – „Bleibt alles anderes“

Es ist 1. Mai, und es ist Montag. Am Tag der Arbeit arbeitet kaum jemand, und ich denke, die meisten von uns freuen sich über diesen Feiertag. Besonders, wenn das Wetter gut ist.

In meiner Heimat sind wir am 1. Mai meistens auf die Straße gegangen, zur Demo. Worum es ging? Um Solidarität. Zeigen, dass wir da sind. Zusammenhalten. Sich beteiligen.

Hier in Hamburg ist der 1. Mai ein Tag voller Schlagzeilen. Krawalle, Wasserkanonen, Polizeieinsatz, kaputte Fensterscheiben, Angst um Ausschreitungen. Wer nicht radikal ist, macht einen großen Bogen um die Schanze.

Work is not a job.

Catharina Bruns, Unternehmerin

Keine Demos zur Zukunft der Arbeit? Nope. Eher Konferenzen, auf denen man sich für teueres Geld Vorträge von schlauen Leuten anhören darf. Oder Online-Diskussionen bei Xing. Oder beunruhigende Beiträge in den Medien. Soeben habe ich einen Artikel von der Bertelsmann-Stiftung kommentiert… Die Überschrift lautete: „Tag der Arbeit: Doch wie viele werden in Zeiten der Roboter-Technik noch Arbeit haben?“. Meine Antwort:

petranovskaja arbeit

Was mich aufregt

Es regt mich auf, dass wir – und hier spreche ich von dem Wir meiner zweiten Heimat Deutschland – wenig Wir-Gefühl haben (Ausnahme: Fussball-Weltmeisterschaft). Dass es wenig Zusammenhalt gibt. Und dass sich nur sehr wenige an der Gestaltung der Zukunft beteiligen.

Es regt mich auf, dass diejenigen, die sich an der Gestaltung der Zukunft der Arbeit beteiligen, möglichst schnell ein Markenlogo drauf und ein Preisschild dran machen. Erinnert mich an das geschützte „Schland“ Wort. So schließt man schnell diejenigen aus, die sich mit so etwas nicht auskennen oder eher frei mitwirken wollen.

Es regen mich 3.0, 4.0 und andere sinnlose Buchstaben und Zahlen. Unnötige Verkomplizierung von ohnehin komplexem Material.

Es regen mich Betriebsräte auf, die angstgetrieben so viele gute Initiativen ausbremsen oder stoppen.

Es regen mich Politiker und Lobbyisten auf, die nicht wissen, worum es geht, aber trotzdem öffentlich Stellung beziehen zu „Man muss was tun“. Wer ist „man“?

Es regt mich auf, dass wir einander oft sehr schlecht zuhören. Dass wir unsere Sehnsüchte, Bedürfnisse und Wünsche nicht kennen. Dass wir weder uns selbst zugeben, wie sehr wir überfordert sind.

Zukunft der Arbeit

Ja, alles dreht sich. Ja, es ist viel, komplex und unvorhersehbar. Keiner weiß, was morgen kommt und wo es dann weh tut.

Keiner weiß, was morgen kommt und wo es dann weh tut.

Perfekte Ausgangslage, um in Bewegung zu kommen. Genau die richtigen Rahmenbedingungen, um in Bewegung zu bleiben. Stillstand ist der Tod.

Apropos Tod

Diejenigen, die viel Macht und Einfluss auf das, wie unsere Gesellschaft sich entwickelt, sind – zumindest biologisch – dem Tod viel näher, als die, die noch viel Zeit in der neuen Arbeitswelt verbringen werden. Mittfünfziger bis Mittsechziger, Anzüge, Privilegien, gewohnte Strukturen – warum sollten die bitte schön etwas ändern wollen?*

Und die Mittzwanziger bis Mittdreißiger? Viel zu viele passen sich an. Dem Wortschatz, dem Verhaltenskodex, dem Mindset. Manch sprechen von Karriere, als hätten wir da draußen 1974.

Viel zu viele passen sich an.

Zum Glück gibt es die anderen. Die jungen Wilden, die sich nicht anpassen. Nur dass sie auch selten dort reingehen, wo Veränderungen nötig sind. Sie gründen ihre eigenen Unternehmen, wandern nach Asien aus und leben dort als Digitalnomaden, finden ihren Weg – vorbei an dem Mainstream.

Mag sein, dass sich auf diesem Wege auch viel verändert. Dass durch – Achtung Buzzword – Fachkräftemangel und fehlenden Nachwuchs diejenigen einfach aussterben, die sich nicht verändert haben. Wäre voll das Darwinsche Prinzip. Doch auch dies – zugucken müssen, wie fähige, fitte Leute auf ihre Rente warten – regt mich auf.

Vielleicht sind wir zu satt? Wir haben zu viel, es fehlt uns an nichts, wir jammern auf dem allerhöchsten Niveau dieses Planeten. Aus so einem Zustand entstehen selten Impulse für wirkliche Veränderungen. Weil wirkliche Veränderungen nicht immer angenehm sind.

Vielleicht sind wir zu satt?

Mein Beitrag

Nun, meckern kann jeder. Was tue ich?

  1. über die Zukunft und unsere Möglichkeiten schreiben und sprechen
  2. mich bei verschiedenen Initiativen beteiligen und einbringen
  3. lesen, lernen, neugierig sein, weiter gehen
  4. andere schubsen, motivieren, an- und aufregen, bis sie auch in Bewegung sind
  5. Vorbild sein: mutig, optimistisch, emotional

Und was machst du?

Nadja Petranovskaja Signatur

*Nicht falsch verstehen: Ich arbeite viel mit den Managern über 50, und es gibt grandios gute Vordenker und Entscheider unter ihnen. Um das Mindset dieser Generation dem Neuen gegenüber offen zu machen, braucht es viel Geduld. Doch der Einsatz von Zeit und wertschätzender, liebevoller Umgang mit der erfahrenen Generation lohnt sich immer! 

Acht unabdingbare Schritte, um die Zukunftsfähigkeit zu erreichen (plus Bonus)

Acht unabdingbare Schritte, um die Zukunftsfähigkeit zu erreichen (plus Bonus)

Ich muss verrückt sein. Was andere auf Hochglanzfolien für teuer Geld verkaufen, schreibe ich hier einfach so ins Internet.

Ich bin verrückt. Verrückt nach einer schönen gemeinsamen Zukunft. Und eins weiß ich: es reicht nicht zu wissen, man muss es auch umsetzen. Es ist also unerheblich, dass hier Themen und Impulse für alle verfügbar stehen. In dem Tun zeigt sich, wer nicht nur konsumieren, sondern auch umsetzen kann. Denn nur, wer sich bewegt und die richtigen Impulse anwendet, überlebt. Das neue Darwinsche Gesetz sozusagen.

See you on the other side ;-)

Acht unabdingbare Schritte, um die Zukunftsfähigkeit zu erreichen

Vorab: Sollte irgendein der Punkte in dieser Liste Fragen aufwerfen, gibt es am Ende dieses Artikels eine Kommentarfunktion. Ich freue mich sehr auf unseren Dialog!

1. Fokussiere dich ausschließlich auf sinnhafte und wertschöpfende Tätigkeiten, Dienstleistungen und Produkte

Für deine Kunden geht es primär um die Wertschöpfung. Die Probleme des 21. Jahrhunderts werden immer komplexer, und so müssen auch die Lösungen und Lösungswege immer flexibler und weitblickender sein. Beispiel: Wenn China morgen eine ökologische Stadt bestellt, wer kann sie liefern?

Es reicht nicht, Prozesse zu optimieren und Marktführer in einem Bereich zu sein. Zunehmend schnell kratzen die „jungen wilden“ neuen Unternehmen an der Marktposition. Es ist also regelmäßig notwendig, alles wegzulassen, was unnötig ist. Für manchen Unternehmen könnte das zum Beispiel bedeuten, dass sie ihren Vertrieb nicht mehr brauchen. Für andere, dass einen Teil ihrer Produktpalette reduzieren, um mit weniger Angeboten wendiger zu sein.

Agilität ist das neue A und O.

In Zeiten voller Umbruch bleibt manchmal kein Stein auf dem anderen. Wo harte Faktoren wackeln und Richtung wechseln, bilden die sogenannten „weichen Faktoren“ (Unternehmenskultur, Vernetzung auf zwischenmenschlicher Ebene) den einzigen Halt. Das „Warum“ des Unternehmens wird wichtiger sein als die Quartalszahlen. Und wenn das „Warum“ zukunftsfähig ist, werden sich genug Menschen finden, die sinnhaften Dienstleistungen / Produkte herzustellen. Wer wertschöpfend denkt und agil handelt, zieht als Unternehmen auch Mitarbeiter an.

Fachkräftemangel ist Fremdwort für zukunftsfähige Organisationen.

2. Fördere richtige Kompetenzen

Faktenfächer wie Geschichte, Geografie oder Biologie spielen in Zukunft kaum noch eine Rolle. Stattdessen heißen die Schulfächer „Mut“, „Verantwortung“, „Projektarbeit“, „Teamführung“, „Selbstreflexion“ und natürlich „Programmieren“. – Sven Gábor Jánszky, Trendforscher

Während die Kids in der Schule immer noch primär Deutsch und Mathe im Fokus haben, wird uns die Zukunft ganz andere Kompetenzen abverlangen. Wie in meinem Artikel zur Zukunft der Arbeit erwähnt, sind es unter anderem folgende Fähigkeiten:

  • Problemlösungskompetenz
  • Selbstmanagement
  • Kreativität
  • Unternehmergeist
  • Interkulturelle / interdisziplinäre / generationsübergreifende Kompetenz
  • Teamfähigkeit / Ambiguitätstoleranz
  • Technische Fähigkeiten (Umgang mit den Geräten, Apps und Daten, Programmiersprachen)
  • Change Kompetenz / antifragile Haltung / Risikofreude

Es liegt auch nicht mehr allein in der Verantwortung der Personalabteilungen, den Lernprozess in diesen Feldern anzustoßen. Jeder, der einer Arbeit nachgeht, muss sich aus meiner Sicht selbst um seine Entwicklung kümmern. Gegebenenfalls kann er bei seinem Unternehmen Unterstützung in Form von Finanzmittel oder freier Zeit erfragen. Schlaue Unternehmen tun ihrerseits alles dafür, Lernmöglichkeiten für die gelisteten Kompetenzfelder in den Arbeitsalltag einzubauen statt sie in Form von Seminaren „gähn“ anzubieten.

Neue notwendige Kompetenzen werden uns herausfordern.

3. Nutze die Andersartigkeit der Menschen (Ambiguitätstoleranz)

Aus dem Industriezeitalter haben wir das Bild vom Menschen übernommen, der in ein Raster und in eine Norm passt.  Menschen wachsen, lernen, gehen 40 Stunden pro Woche arbeiten, werden Rentner und sterben. Dass unsere menschlichen Bedürfnisse dabei für die allermeisten von uns nicht genügend befriedigt wurden, quittieren wir jetzt mit der wachsenden Arbeitsunfähigkeit.

Zukünftig werden wir alle viel stärker damit konfrontiert, dass weder alle über einen Kamm scheren noch etwas mit einer Gießkanne über alle verteilen wirksam ist. Wir werden uns untereinander viel mehr reiben und dabei lernen, wie verschieden wir sind. Und wir werden lernen, einen Vorteil daraus zu ziehen.

Langsame brauchen länger, sensible brauchen leiser, risikobereite brauchen bunter, leistungsfähige brauchen mehr.

Die Unsicherheit dieser Vielschichtigkeit zu ertragen wird ein wichtiger Faktor sein bei der Frage, wer übrig bleibt.

4. Lasse Impulse zu

Viel mehr als früher werden Impulse und Informationsflüsse an Bedeutung gewinnen. Wo man sich früher leisten konnte, eine Vorstandspräsentation tagelang vorzubereiten, wird diese in Zukunft – wenn überhaupt – nur noch als Elevator Pitch existieren. Es wird mehrere Wahrheiten nebeneinander geben und eine wachsende Zahl an Möglichkeiten.

Impulse gab es auch früher schon von überall: von außen, von innen. Innerhalb eines Unternehmens waren die offiziell gültigen meistens von oben gekommen, die anderen wurden per Flurfunk verteilt.

Wer in Zukunft überleben will, muss zulassen, dass Informationen frei verfügbar sind, und jeder von uns muss lernen, diese sinnstiftend zu verwenden.

5. Fördere zwischenmenschliche Beziehungen

Komplexes lässt sich nur zusammen bewältigen. Gerald Hüther spricht von „Gewinnergemeinschaften“. Muss man hier eigentlich noch lange argumentieren?

Früher waren Strukturen vor allem funktional zusammengesetzt. Irgendwie musste jeder funktionieren. Zukünftig werden wir schnelleren Wachstum und biegsamere Bewegungen brauchen. Als Unternehmen mit Hunderten und Tausenden von Mitarbeitern ist das nur dann möglich, wenn zwischenmenschliche Beziehungen ermöglicht, gefördert und gepflegt wurden.

Mehr zusammen lachen, öfter zusammen Pizza essen und auf jeden Fall zusammen über die Zukunft sprechen!

6. Pflege Emotionen

Wir Menschen sind emotionale Wesen. Wenn wir bei der Arbeit nur unser Gehirn nutzen, verschenken wir einen Großteil unseres Potenzials.

Emotionen, erkannt und benannt, sind in dynamischen und komplexen Umfeldern ein viel besserer Kompass als (vermeintlich) sachliche Argumente. Wer sagen kann, warum er verärgert ist, reduziert Business Bullshit, zeigt sich als menschliches Wesen und ermöglicht Beziehungen mit anderen Menschen, denen es ähnlich geht.

Sobald wir lernen, auf dieser Ebene miteinander zu sprechen, werden wir mehr Menschen als wir es heute sind.

7. Gestalte das Lernen neu

Früher haben wir das Lernen den Institutionen überlassen. Schule, Uni, Weiterbildungs-Institute.

Zukünftig wird das Lernen überall und jederzeit stattfinden. Im Bus auf dem Weg zur Arbeit. im Schlaf, in der Diskussion mit Kollegen. Wer nicht offen ist für das Lernen, wird sich zunehmend unwohl fühlen. Weil das Gewohnte, das Stetige immer weniger greifbar sein wird. Mitkommen – mit der Geschwindigkeit, mit der Menge – lautet die Devise.

Und weil Lernen zusammen viel wirkungsvoller ist, gehört es zum Neugestalten des Lernens dazu, dass man auf einander achtet. Es geht eben nicht mehr darum, wer schneller und besser ist.

Das „WIR“ wird groß geschrieben und das „WIR“ wird gewinnen.

8. Probiere Neues aus

Das Cynefin Modell sagt klipp und klar, was für komplexe Umfelder gut funktioniert: ausprobieren statt nachdenken. Wer nicht ausprobiert, gewinnt keine neuen Erkenntnisse, hindert eigene Lernprozesse.

Denn es gibt so viele neuen Möglichkeiten! Neue Methoden, neue Theorien, neue wissenschaftlichen Erkenntnisse, neue Wege, etwas zu lernen und neue Gelegenheiten, zu wachsen.

Wie gesagt, ich bin verrückt. Verrückt und hungrig nach einer Zukunft, in der Agilität und Digitalisierung keine Schlagworte mehr sind. Ich will erleben, wie wir zusammen – jeder für sich aber vor allem gemeinsam – wachsen und gedeihen.

Und natürlich will ich erleben, wie immer mehr von uns anfangen, von innen zu leuchten, vor dem Wecker aufzustehen und sich auf jeden einzelnen Tag freuen.

More Shiny Eyes!

Bonus!

9. Kümmere dich um die Gesundheit

Nachdem Work-Life-Balance für die meisten zum Unwort geworden ist, sprechen wir nun lieber von Wellbeing. Ariana Huffington sagt, Wohlsein ist die neue Metrik unseres Lebens. Wo früher nur Geld oder Erfolg zählte, weiß man (endlich), dass man Zeit und Glück nicht kaufen kann. Genau so wenig, wie man sich eine Gesundheit kaufen kann.

Wenn du dir jeden Tag die Zähne putzt, nimm dir bitte jeden Tag mindestens genau die gleiche Zeit für die Pflege deiner mentalen Gesundheit. Mache es auf deine Art und Weise. Ideen dafür gibt es zahlreich in diesem Blog und jeden Montag in meinem Newsletter. Solltest du deine ganz persönlichen Ideen brauchen, komm bitte in mein Coaching-Programm. Und wenn du das zusammen mit deinen Kollegen tun willst, habe ich ein Enterprise Mind Fitness Programm im Angebot.

Jeden Tag zufrieden lächeln.

#läuft

Nadja Petranovskaja Signatur

 

 

PS: Mein Web-Wörterbuch hat heute Wörter „sinnhaft“, „sinnstiftend“, „Ambiguitätstoleranz“ und „weitblickend“ hinzugefügt.

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Juhuu, dieses Jahr fahre ich nach zwei Jahren „Entzug“ wieder zum PM Camp in Dornbirn. Die Überschrift – „Muster brechen“ verspricht viele spannende Diskussionen und Begegnungen mit verschieden denkenden Menschen. Verbunden durch das Thema „Projektmanagement“ gestalten wir zusammen die Zukunft – die unserer Arbeit, die unserer Unternehmen und somit auch unsere.

Eine Blogparade setzt sich mit verschiedensten Aspekten des Themas auseinander – Führung, Change Management, Projektarbeit… Ich mache hiermit mit, doch weilen meine Gedanken etwas weiter weg von den konkreten Themen.

Bei den Grundlagen. Schon länger beschäftige ich mich mit unserer psychischen Gesundheit, vor allem mit der Prävention dieser. Wo die Psyche müde ist, sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Nicht nur, dass wir während des Lebens nicht all unser Potenzial abrufen und den Großteil davon ins Grab mitnehmen, auch verschwenden wir den benutzbaren Anteil als würden wir mit einem Ferrari Rasen mähen. Siehe Titelbild.

Wie also das, was in uns steckt, klarer sehen und leichten greifen können? Wie all den Müll zur Seite schieben und den Schimmer im Rohdiamanten unserer Persönlichkeit erkennen?

Gern hätte die Nadja gesagt „Das geht ganz einfach!“.

Doch ich weiß, dass das nicht einfach ist. Unter anderem kannst du in meinem Blog nachlesen, warum schlechte Gewohnheiten (Gewohnheiten = Muster) gut sind (<- klick) und 11 Tipps erhalten, wie du neue Gewohnheiten haften lassen kannst (<- klick).

Und was ich auch weiß: Brechen macht Brüche.

Ich bin für den sanften Weg

Für das kontinuierliche Verwandeln, für leichte Wege und annehmbare Lösungen.

Und um eine gute Grundlage für das Verwandeln unserer Muster zu haben, empfehle ich neue Gedanken. Dinge anders sehen. Alltägliches neu betrachten. Bereits Normales zu etwas ganz Besonderem machen.

Unser Kopf ist nicht nur rund, er ist auch groß genug, dass wir viele verschiedene Gedanken an uns lassen und aus dieser Vielfalt ein eigenes, unser ganz eigenes Denken entwickeln. Dieses darf gern anders sein, als das, was all die anderen Menschen denken, denn nur aus dieser Vielfalt entstehen neue Muster.

Und darum mache ich heute einen Vorschlag. Für einen ersten sanften Schritt. Wenn du mehr Vorschläge magst, abonniere doch bitte meinen „Endlich Montag“ Newsletter, dieser schubst dich immer Montags leicht in die neue Woche.

Und den ersten Schritt, den machen wir heute mit Poesie. Mit der schrägen und weit in die Zukunft schauenden Yoko Ono. Hier ein Gedicht aus ihrem wundervollen Buch „Acorn“.

Der Himmel ist nicht nur über unseren Köpfen.
Er streckt sich bis runter an die Erde.
Immer wen wir den Fuß vom Boden heben,
laufen wir im Himmel.

Laufe mit diesem Wissen durch die Stadt.
Überlege, wie lange du heute im Himmel gelaufen bist.

 (Himmelsstück X)

Steigst du jetzt eine Station früher aus, um etwas länger im Himmel zu laufen? ;-)

petranovskaja_signatur

 

 

P.S.: Weil sich und seine Muster verwandeln eine spannende Reise ist, habe ich einen Reiseführer zusammengestellt. Wer sich die e-book Version holt, wird ein ganzes Jahr auf seiner Reise begleitet – denn ich will mit allen mir verfügbaren Mitteln sicherstellen, dass du dein Ziel erreichst und auch deine Augen jeden Morgen leuchten!

25 Ideen für besondere Momente (nicht nur zur Weihnachtszeit)

25 Ideen für besondere Momente (nicht nur zur Weihnachtszeit)

Letztens traf ich jemanden, der viel reist und viele Geschichten erzählt. Eine seiner Geschichten drehte sich um einen Universität-Professor, der sehr stolz darauf war, dass er in seinem Alter die neue Technik beherrschte und fast alles über sein Smartfon regelte. Bis er feststellte, dass er sich nicht mehr auf das Lesen eines Buches fokussieren konnte. Zu sehr war sein Gehirn und seine Augen darauf trainiert, dass der Bildschirmhintergrund leuchtete, die wesentlichen Punkte fett gedruckt waren und er mit ein paar Gesten schnell weiter kam.

Oje, dachte ich, das kenne ich! „Was hat der professor gemacht?“, – fragte ich.

Nun, der Professor hat sich eine vierwöchige Startfon-Entzugs-Kur verschrieben, und siehe da, es ging wieder.

Offline, der neue Luxus – darüber habe ich letzte Woche geschrieben. (nachlesen kannst du es HIER)

Das ist die erste Idee für dich und deine erholsamen Festtage. Für mehr besondere Momente habe ich eine Liste von Zeitblüten geklaut ;-) – und schau mal an! – der erste Punkt ist das, was ich seit Jahren immer und immer wieder propagiere. Punkt Nummer sieben steht bei mir ganz oben auf der To Do Liste.

Viel Spaß!

24 Zeitblüten-Tipps für besondere Momente (mit ein paar Kommentaren von Nadja)

  1. Einen handgeschriebenen Brief für einen lieben Menschen (z. B. Partner, Kind, Eltern) verfassen und darin deine Dankbarkeit und Zuneigung kundtun. Du kannst sicher sein, dass ein solcher Brief wertgeschätzt und lange aufbewahrt wird. Ich habe vor vier Wochen die Leser meines Newsletters dazu aufgerufen, mir zu schreiben und ich werde keinen eizigen Brief und keine einzige Postkarte wegwerfen! Danke an alle, die mir geschrieben haben!
  2. am Abend durch die Stadt/Ortschaft bummeln und die weihnachtlich beleuchteten Häuser betrachten – ich mache einen großen Bogen um die alkoholisierten Weihnachtsmärkte und bin mit Vorliebe dort, wo wenig los ist: die Fenster dort sind nicht minder schön geschmückt!
  3. eine Tasse Tee oder heiße Schokolade bei Kerzenschein genießen – Kaffee geht auch!
  4. mit einem lieben Menschen telefonieren, den du lange nicht mehr gesprochen hast – wie bei dem Professor und seinem Buch, kann auch hier ein Konzentrationsmangel-Effekt auftreten… tief durchatmen und einfach zuhören – oder ganz tolle eigene Geschichten erzählen und sich anschließend darüber freuen, wie schnell die Zeit verflogen ist. Unbezahlbare Momente!
  5. für mind. 10 Minuten die Sterne am klaren Nachthimmel beobachten – manchmal tun es 2 Minuten auch, und der kalte Wind treibt uns wieder ins Haus. Auf jeden Fall empfehle ich die App „Night Sky“, mit der man feststellen kann, auf welches Sternenbild man gerade schaut – funktioniert ohne Internetverbindung und auch bei Wolken!
  6. (gemeinsam) im Fotoalbum schmökern und dadurch alte Erinnerungen wecken
  7. Bratäpfel zubereiten (verbreitet auch einen herrlichen Wohlgeruch)
  8. einen Spieleabend organisieren – und so richtig zocken!
  9. bei rauem Wetter einen ausgedehnten Spaziergang machen – oder eine Fahrradtour. Hinterher eine Badewanne!
  10. für mind. 10 Minuten einfach nichts tun – einer meiner Lieblings-Manöver bei Stress
  11. einen Abend ohne elektrisches Licht, nur bei Kerzenlicht verbringen – hach!
  12. jemanden um Verzeihung bitten, der sich von dir aus gegebenem Anlass eine Entschuldigung erhofft
  13. gemeinsam ein feines Essen zubereiten und dann genießen
  14. einer Person in einem Anliegen Hilfe anbieten, die es vielleicht nicht von dir erwartet
  15. einem Bettler etwas zum Essen kaufen (nach Rückfrage, was er sich wünscht), anstatt Geld zu geben, das oft ohnehin von Hintermännern wieder abgenommen wird
  16. einer Person eine Umarmung schenken – einfach so! – kommt alle her! :-)
  17. einen Morgen-/Abendspaziergang machen – Morgenyoga: mindestens 5 Sonnengrüße oder Dehnungsübungen
  18. über einen bestimmten Zeitraum den Fernseher nicht einschalten (z. B. in der Vorweihnachtszeit jeweils von Montag bis Donnerstag oder auch nur an einem Tag in der Woche) – oder den Fernseher seit Jahren gar nicht mehr besitzen. Erstaunlich, wie viel zeit man plötzlich hat! Und wie wenig man verpasst ;-)
  19. einer Person ein aufrichtiges Kompliment machen
  20. jemanden positiv überraschen, auf welche Weise auch immer
  21. ein Weihnachtsgedicht auswendig lernen – haha, der ist gut, Damit kann ich auch Punkt 20 erfüllen und meine Kinder überraschen! Wer hat eine Gedichts-Empfehlung für mich?
  22. ein Buch lesen, das du das letzte Mal in deiner Kindheit gelesen hast – und dabei prüfen, ob es dir wie dem Professor geht 
  23. einer geschätzten Person eine Karte mit lieben Worten in den Briefkasten werfen, allerdings anonym, also ohne deine Unterschrift – eine sehr schöne Guerilla-Aktion!
  24. einen alleinstehenden Menschen (z. B. aus der Nachbarschaft) einladen bzw. sich bewusst Zeit für ein längeres Gespräch mit ihm nehmen – und sich darüber freuen, über den eigenen Schatten gesprungen zu sein.

 

Hast du deine ganz eigene Lieblings-Art, besondere Momente zu erleben? Wann hast du dich das letzte Mal bewusst auf das Genießen konzentriert?

Viel Spaß dabei!

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Warum ich gern an ungewöhnlichen Orten arbeite

Warum ich gern an ungewöhnlichen Orten arbeite

Ich arbeite gern im Flugzeug. Und in menschenleeren chinesischen Restaurants (deren W-LAN viel schneller ist als das von Coffeeshops). Am Strand, im Bushaltestellenhäuschen, mit Blick auf Wasser oder Straßenkreuzung, mal eher ruhig, mal eher mittendrin. Ich arbeite sehr gern und habe deswegen immer etwas zu schreiben und zu strukturieren dabei. Bunte Stifte, viel Papier, Klebezettel, Heftchen.

Was Arbeit ist

Es kann nicht jeder so arbeiten wie ich. Mein Lieblings-Verkäufer von Aldi, der an der Kasse immer dermaßen gute Sprüche klopft, dass ich darüber laut lachen muss und die Schlange aufhalte, weil ich vor lauter Lachtränen mein Portemonnaie nicht finde, dieser Verkäufer kann nicht an der Elbe arbeiten. Zumindest nicht als Aldi-Verkäufer.

2011 habe ich mich entschieden, eine BusinessMuse zu werden. Es gab für diesen Beruf keine Stellenanzeige und auch kein Gehalt, und beim Erwähnen meiner Lust auf Selbständigkeit wurde ich nicht von begeisterten Rufen begrüßt, sondern von Fragen und Zweifeln. Ob das was für mich ist. Ob ich schon eine Kundenbasis habe.

Was ist es, Arbeit? Neue Arbeit, darüber wird viel geschrieben. Und die neue Generation Y, die Millenials, die mir so sympatisch sind, weil sie lieber weniger Geld und mehr Freiheit wählen. Für Geld kann man nämlich keine Zeit kaufen. Weil ihnen Mitbestimmung und Sinn wichtiger sind als Karriereaussichten. Wenn ich über diese Generation lesen, denke ich, genau so bin ich auch, also hat es nicht nur mit dem Geburtsjahr zu tun, sondern mit dem Puls der Zeit und dem Mitgestalten der Zukunft.

Wenn es das Wort „Berufung“ gibt, warum gibt es dann keine Berufungs-Schulen? Und warum wird man in den Schulen dieses Landes mit veraltetem Wissen vollgestopft, statt Talentförderungs-Workshops und „Under-15-Startup-Wochenenden“ zu organisieren? Wovor haben wir Angst? Dass uns etwas Gutes passiert? Dass unser Potenzial zur Geltung kommt? Das wir plötzlich SPASS HABEN?

Ich weiß, Umbruch passiert nicht von heute auf morgen. Aber jemand muss anfangen. Vorgehen. Ersten Schritt wagen. Tun, erste best practice schaffen, Ergebnisse vorweisen. So wie früher geht es in Zukunft nicht mehr. Auch wenn es früher angeblich besser war.

Lachen und Schaffen

Der Asphalt ist warm, auf der Baustelle nebenan offensichtlich Mittagspause. Es ist ruhig und wir arbeiten draußen, wozu sonst hat Flipchart Rollen? Wir arbeiten an einem Konzept für das Create Your Year Sommer Special, eine Veranstaltungsreihe für all die Menschen, die ihr Leben selbst gestalten. Für alle, die daran glauben, dass Leben mehr zu bieten hat. Für mutige, neugierige und selbstbewusste Menschen, die sich mit genau solchen treffen wollen.

Passanten schauen kurz, lächeln und gehen weiter. Als BusinessMuse ist es normal, an ungewöhnlichen Orten zu arbeiten, und heute ist es Eppendorfer Weg in Hamburg, vor dem Atelier werte und werke, in dem meine BusinessMusen-Kollegin Birgit Dierker Kreativauszeiten und Visionscoaching anbietet und Kunstwerke schafft.

Wir lachen viel und wir schaffen ungewöhnliche, sehr wirksame Konzepte. Obwohl zusammen seit fast einem Jahr für große Unternehmen dieser Republik im Einsatz, haben wir noch nie zusammen an einem Schreibtisch gesessen. Dafür an sämtlichen Cafe- und Gartentischen, auf Bänken, Baumstämmen und Fensterbrettern. Hast du schon mal versucht, dich auf eine Routine-Aufgabe, zum Beispiel ein Montagsmeeting, in einem Park vorzubereiten? Es ist eine Wucht an Energie da draußen, und wir sperren sie aus und verstecken uns hinter langen Korridoren und Doppelverglasung.

Bunt

Das Leben ist viel bunter, als die Straße, auf der wir zur Arbeit fahren. Und viel vielfältiger, als die langweiligen Möbel, an denen wir Heldentaten vollbringen sollen. Besser, schneller, effizienter, urgs! Sorry, aber Heldentaten vollbringt man NICHT an einem Schreibtisch.

Es gibt übrigens einen guten TED Talk dazu, und da es dort deutsche Untertitel / Transkription gibt, gilt die Ausrede mit dem Englisch nicht.

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Wenn etwas besser und wirklich anders werden soll, dann müssen wir ANDERS arbeiten, und dafür müssen wir Unsicherheit zulassen, die erstmal entsteht, wenn wir uns nicht an die gewohnten Regeln halten. Mein Lieblingsverkäufer bei Aldi, der hat das auf seine Art und Weise umgesetzt. Keiner schafft es, nicht zu grinsen und manche erkundigen sich, wann er wieder arbeitet, um genau an diesem Tag einkaufen zu gehen. Kriegt er für so was eine Prämie von seiner Filiale? Wohl kaum. Aber was kriegt man nicht fürs Geld? Spaß und Freude und das Gefühl, sein eigenes Leben zu leben und einen Beitrag zu leisten – und aus einem Grund auf dieser Erde zu sein.

Schau hin, höre hin, lass es auf dich wirken, und morgen, da kannst du deinem Chef und deinem Team vorschlagen, euch an einem ungewöhnlichen Ort zu treffen, um die Zukunft der Abteilung oder der Firma zu besprechen. Sollte zufällig Inspiration fehlen, ruft mich an.

Los geht’s!

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Willkommen!

Willkommen!

Wenn Menschen gern tun, was sie Arbeit nennen Endlich Montag! Menschen, die Freude und Spaß bei der Arbeit haben und stolz auf das sind, was sie tun. Das ist meine Welt. Ich glaube daran, dass es möglich und erstrebenswert ist, das persönliche Potential in der Arbeit...
Sieben hilfreiche Möglichkeiten, dich mit deiner Arbeit anzufreunden

Sieben hilfreiche Möglichkeiten, dich mit deiner Arbeit anzufreunden

Wo fange ich an? Vielleicht im 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit. Wie wir wissen, ist der Tag in der Zeit der Industrialisierung entstanden, und in den damaligen Demos ging es darum, dass man 8 Stunden (statt 12 Stunden) Schichten hat und geregeltes Lohn bekommt. Kampftag der Arbeiterbewegung.

Heute, wo wir immer mehr zu Denkarbeitern werden und unsere „Schichten“ durch den Einsatz von mobilen technischen Kisten schwer messbar geworden ist, gehen wir nicht auf die Barrikaden. Wir jammern. Und die erste Möglichkeit, dich mit deiner Arbeit anzufreunden ist: Lege dir neue Vokabeln an, über deine Arbeit zu reden. Hör auf zu jammern! Warum du es tun sollst, steht in diesem Blogpost hier.

Ja, die Statistik sagt, dass ca. 75% der Arbeitnehmer in Industrienationen mit ihrer Arbeit nicht glücklich sind. Und meistens wird dabei auf die bösen Arbeitgeber geguckt, als wären sie die einzigen, die da etwas ändern könnten. Richtig, auch du kannst etwas tun, zum Beispiel schauen, wie sehr dein Wollen und dein Müssen auseinander sind, und wenn dieses Thema dich reizt, habe ich auch dazu einen Blogpost für dich.

Immer noch „Endlich Freitag“ Gedanken? Finde die Gründe dafür! Ein paar hilfreiche Fragen findest du HIER. Sollte ich dich damit angesteckt haben, kannst du dann lesen, wie Dominik und seine Kollegin dieses Prinzip in ihrer Bürogemeinschaft umgesetzt haben.

Sollte der Prozess des Nachdenkens so ins Rollen gekommen sein, kannst du dir noch ein paar Fragen zur Motivation stellen und hinter die Kulissen schauen: Warum stehst du überhaupt morgens auf? Was motiviert dich? Und wenn wir schon dabei sind, Salz in die Wunde zu streuen: Ich habe ein Webinar mit bösen Fragen rund um das Thema Arbeiten im Angebot, und die Aufzeichnung kannst du dir HIER anschauen.

Und sollte das alles relativ einseitig ausfallen, und du denkst, nur eine Kündigung hilft dir, nicht so schnell bitte! Drehe noch eine Runde und lese, warum du deinen Job nicht kündigen solltest.

Das waren sie, sieben Möglichkeiten, dich mit deiner Arbeit anzufreunden, und wenn du weitere Fragen oder Kommentare hast, ich freue mich immer über deine Rückmeldungen!

Weil das Thema Arbeit so unerschöpflich bunt ist und so viele Aspekte hat, werde ich mich auch in den nächsten Wochen damit beschäftigen und dazu hier was bloggen. Wenn es dich interessiert und du nichts verpassen willst, abonniere meinen Newsletter.

Viele Grüße,

petranovskaja_signatur