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Im Land der ausverkauften Schneeschieber

Montag, 18. Januar 2010

Streusalzspuren führen mich sicher zu meinem Ziel, das Großraumbüro im ersten Stock. es ist die zweite Arbeitswoche des Jahres, warum fühlt sie sich nicht als solche an? ich bin voll im Trott. ich habe Meetings, Kundentermine und Abgabetermine und keine Verabredungen nach Feierabend.

Völlig ausgehungert nach Wärme und Cappuchino in der Sonne, futtern wir, nein, wir fressen unglaubliche und mit nichts zu begründende Mengen Schokolade in uns hinein. Reste vom Adventskalender, Lebkuchenherzen und Eierlikörzapfen werden geräuschvoll aus der Verpackung entfernt und sofort verschlungen.

Warum geht es uns so dermaßen auf den Keks, die kalte Jahreszeit? sind wir entwöhnt? verwöhnt? bekloppt? und dann denke ich, es gibt überhaupt kaum etwas, was uns dermaßen aus der Verfassung zu bringen vermag, wie das Wetter. keine Nachricht des Tages scheint uns schocken zu können. Naturkatastrophen, politische Skandale, wirtschaftliche Probleme, her mit all dem Kram, uff, gib noch mal schnell einen Zimtstern rüber, es ist ja bald Feierabend.

Kein Tag in der Woche ist besser dafür geeignet, sich solchen Blödsinn von der Seele zu schreiben, als der Montag. bevor ich das Großraumbüro verlasse, denke ich noch kurz darüber nach, ob unser Kaktus Fencheltee mag, den ich da gleich hineinkippen werde. egal, er kann eh nix dagegen tun. ich muss los, in den Schneeregen.

Terminator Day

Dienstag, 03. März 2009

Wecker um halb sechs. mit geschlossenen Augen waschen, ab in die Klamotten - bis ich am Steuer sitzen muss, kann ich ja noch ein Weilchen weiterschlafen. umparken auf P&R, jetzt bin ich Beifahrer und muss auf der Strecke nach Hannover Krawatte binden, schöne Augen malen und frühstücken. kurz vor acht sind wie auf der CeBIT, die rote Sonne freut sich mit uns, das Messegelände wäre jetzt ein tolles Fotomodell, in diesem warmen schräg einfallenden Morgenlicht. aber ich habe beschlossen, Architektur ist nicht mein Ding :-)

Bis um neun sind nur die Aussteller in den Hallen. sämtliche Kaffeemaschinen haben sich abgesprochen und funktionieren nicht, wir schnorren einen Latte bei der Konkurrenz. ab neun wird es spannend, was bringt der Tag, was von unseren Plänen schaffen wir umzusetzen? wir sind viel unterwegs, Gespräche, Visitenkarten, Händedruck, bitte danke, Notitz machen, weiter. ab Mittag sind auch die Beutelratten da. diese Give-aways sammelnde Spezies wäre auch gutes Fotomotov, wenn ich nicht beschlossen hätte, Street ist nicht mein Ding.

Kurz nach sechs ist Feierabend, alles zusammengeräumt und abgeschlossen, ich möchte möglichst schnell nach Hause, meine Kids in ihre Pyjamas stecken. als wir aus der Halle treten, kommt Polizeieskort an. wir scherzen, Herr Schwarzenegger will uns “Tschüss” sagen. es steigt tatsächlich der Terminator aus und geht zum Convention Center. er sieht ganz normal aus, genau wie im Kino. er hätte uns bestimmt auch gern Tschüss gesagt, aber die vielen Sicherheitsbeamten, ihr wisst schon. und Prominentenfotografie ist auch nicht mein Ding.

Bei uns im Dorf stehen übrigens Kamele auf der Weide hinterm Feuerwehrhaus.