Warum wird Miami the „Magic City“ genannt?

Warum wird Miami the „Magic City“ genannt?

Miami ist eine faszinierende Stadt. Gäbe es auf dieser Seite von Amerika tolle Sonnenuntergänge am Atlantik, würde mir hier nichts fehlen.

Tippt man in Google zuerst „warum“ und dann „Miami“, taucht eine Reihe von oft gesuchten Fragen auf. Unter anderem, warum es hier so warm ist. Oder warum es hier so viel Spanisch gesprochen wird. Erstaunlicherweise sind es nicht die Mexikaner, die die spanische Sprache hier verbreiten. Sondern die Exil-Kubaner. Little Cuba ist ein must see.

Genau so wie Miami Beach mit den hübschen Art Deco Häusern. Und eine Hafenrundfahrt, fast wie in Hamburg. Und so vieles mehr!

Warum nun wir Miami „Magic City“ genannt? Finde es genr selbst heraus.

Magic Pictures

Ich wollte hier lieber über ein besonderes Erlebnis schreiben. Ich fotografiere auf Reisen nämlich gern analog. Und manchmal vergesse ich beim Film Wechsel die Einstellungen im Fotoapparat zu kontrollieren. So habe ich hier einen 400er Film (Lichtempfindlichkeit) mit der 200er Einstellung verknipst. Also doppelt so lang belichtet wie der Film das eigentlich bräuchte.

Herausgekommen sind magische Bilder. Ich liebe sie und ich bin nicht traurig, dass sie so geworden wind.

Hier findest du mehr Blogbeiträge über Orte, die ich bereist habe:

Da jede Reise auch eine Reise ins Innere ist, magst du vielleicht für die Zeit dazwischen einen Reiseführer in das Land des Besseren Du haben?

petranovskaja Unterschrift signatur
Soul Jetlag oder: zu Gast im eigenen Leben

Soul Jetlag oder: zu Gast im eigenen Leben

Wenn mir manches in meinem Leben auch nach einer Woche immer noch seltsam erschient, nehme ich das erst.

Ich bin seit einer Woche zurück aus meiner Zwischenrente. Als Zwischenrente bezeichne ich das, was im Volksmund „Urlaub“ heißt. Da ich nicht vorhabe, irgendwann in Rente zu gehen, brauche ich auch keinen Urlaub. Ich nehme mir meine „Rente“ in der Zeit zwischen dem intensiven und erfüllenden Arbeiten.

Mein Zeiterfassungstool macht sich Sorgen: es wurden auch diese Woche keine Zeiten erfasst, ob ich irgendwas in meinen Einstellungen falsch gemacht hätte?

Nein, habe ich nicht. Ich habe bloß nicht gearbeitet. 19 Tage lang nicht.

Die Mails mancher Kollegen fangen dann auch mal so an:

„Nadja, ich weiß, dass du im Urlaub bist. Vielleicht liest du ja trotz digital Detox deine Mails und kannst meine Frage beantworten?“

Nein, tue ich nicht.

Zurück in Deutschland, zurück in dem „Arbeitsleben“ fühle ich mich wie ein Gast im eigenen Alltag und schaue mir so manches verwundert an.

Soll das so? Oder ist es nur zufällig?

Mails lesen zum Beispiel. Oder Social Media nutzen. Dieses total beschäftigt sein.

Ist das mein Leben?

Was möchte ich der Nachwelt hinterlassen? Woran sollen sich andere erinnern, wenn ich nicht mehr da bin? Sollen sie überhaupt sich an mich erinnern?

Das berühmte Buch der australischen Krankenschwester, in dem sie beschreibt, was Sterbende bereuen, kommt mir wieder in den Sinn. Die Top drei Themen sind:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“
3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

Bronnie Ware

Beim Punkt 1 und 3 bin ich ziemlich gut unterwegs, doch was ist mit Punkt 2? Will ich meinen Kindern dieses Beispiel sein? Eine stets beschäftigte Frau? Jemand, der auch abands um 9 noch etwas am PC schreibt?

Zu Gast im eigenen Leben

Leute, macht bitte ab und zu ein richtiges digitales Detox! So richtig richtig Mails aus, Benachrichtigungen aus, an paar nacheinander folgenden Tagen auch komplett Flugmodus (besonders wenn man sowieso im Ausland ist).

Kein Mensch braucht schnelles Internet am Pool! Und schon gar nicht brauchen wir einen Hotspot am Strand!

So machst du auf dem iPhone den Empfang der Mails aus
Mitteilungen lassen sich mit einem Klick ausschalten

Augen auf! Handy aus! Mach dein Herz weich, mach deine Schultern breit, mach deine Füße nass mit salzigem Wasser und deine Nase weiß mit Sonnencreme!

Lasst uns rausgehen, Wetter und Natur genießen, Menschen treffen, Erfahrungen machen, die wir nicht auf Instagram teilen und Erkenntnisse gewinnen, die wir in Tagebüchern mit Kugelschreibern festhalten! Mein Tagebuch der vergangener Reise ist knallvoll mit Aha-Momenten, und ich bin stolz darauf, noch gar nichts davon online geteilt zu haben…

Kommt Zeit, kommt Blogbeitrag. Bis dahin gemieße ich etwas, das ich „Soul Jetlag“ nenne. Meine Seele braucht offenbar länger als sieben Tage, um hier anzukommen. Ich bin im geiste noch nicht in dem hektischen Deutschland. Mein Herz ist immer noch weich, meine Schultern sind ungewöhnlich breit, und ich könnte den ganzen Tag vor Freude hüpfen.

Wie ging nochmal arbeiten?

Seufz.

Kennst du das auch?

petranovskaja Unterschrift signatur
Aufstehen, um zu verstehen

Aufstehen, um zu verstehen

„Jede Fachperson, die Menschen berät, therapiert oder erforscht, ohne den Körper mit einzubeziehen, sollte eine Erklärung für dieses Manko abgeben müssen.“ – Gerald Hüther

Ich möchte gar nicht so viel dazu schreiben. Weil es manchmal für mich reicht, der wunderbaren und von mir so innig geliebten deutschen Sprache zuzuhören. Stehen und Verstehen haben die gleiche sprachliche Wurzel.

Verstehen ist ein Kompositum aus dem Präfix ver- und dem Verb stehen; bezeugt in den mittelhochdeutschen Formen verstēn und verstān, welche ihrerseits dem Althochdeutschen firstān – ursprünglich „rings um etwas stehen, etwas umstehen, etwas in der Gewalt haben, beherrschen“, später „erfassen, ergreifen, ertappen; merken, meinen, empfinden, fühlen; begreifen, einsehen, erkennen“ – entstammen.

Mein Aufruf daher an alle, die mit Menschen arbeiten: steht öfter auf! So kann Neues entstehen, jemand kann etwas feststellen oder gestehen, vielleicht bringt das den Prozess in einen gewünschten Zustand, dem keiner widerstehen kann 😊

Mehr Verständnis für sich selbst und für einander, das wäre schon ein wunderbarer Anfang in so vielen Gruppen!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Was Crowdfunding für mich ist

Was Crowdfunding für mich ist

In diesem Artikel berichte ich über meine Erfahrungen mit Crowdfunding. Sie können von anderen Erfahrungen abweichen. Fünf Minuten Lesezeit.

Wikipedia behauptet:

Crowdfunding [ˈkɹaʊdˌfʌndiŋ] (von englisch crowd für ‚(Menschen-)Menge‘, und funding für ‚Finanzierung‘), auf deutsch auch Schwarmfinanzierung oder Gruppenfinanzierung, ist eine Art der Finanzierung. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich ProjekteProdukte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Eigenkapital oder dem Eigenkapital ähnlichen Mitteln, in Deutschland zumeist in Form partiarischer Darlehen oder stiller Beteiligungen, versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in der Regel Internetnutzer, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.

Im Mai 2019 habe ich über die Kickstarter Plattform die englische Version der BeraterKartenWonderCards – erfolgreich finanziert. Die drei wesentlichen Erkenntnisse möchte ich mit dir teilen.

  1. Es ist eine Mutprobe und eine Gefühls-Achterbahn
  2. Es ist eine wunderbare Zeit, um tolle Menschen kennenzulernen
  3. Es ist ein Safe-to-fail Experiment

Es ist eine Mutprobe

Stell dir vor, du stellst dich in ein Schaufenster, und niemand schaut hin? Stell dir vor, du stehst mit einem Gemüse-Stand auf dem Markt, doch niemand will dein Gemüse?

Wer schon einmal einen Impostor-Syndrom erlebt hat, der sollte sich vor der eigenen Crowdfunding-Campagne genug Baldrian und die Telefonnummern der besten Freunde in die Tasche legen. Ich bin ziemlich naiv und blauäugig in die vierwöchige Phase des Fundings reingehüpft, und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viele Zweifel an meinen eigenen Fähigkeiten hatte.

Es ging mir phasenweise alles andere als gut. Schlechter Schlaf, Unruhe, Nervosität… An manchen Tagen habe ich 300 Mal auf mein Handy geguckt – ob wohl jemand doch in mein Schaufenster schaut? Ob wohl doch jemand das Gemüse will?

Hätte ich vorher gewusst, dass das so sein wird, hätte ich mich besser vorbereitet. Wie genau, sage ich am Ende des Artikels.

Zusammenfassend: Crowdfunding Kampagne zu organisieren und durchzuführen ist nichts für schwache Nerven. Es ist eine wertvolle Erfahrung, aber auch eine Art Selbsttest, eine Prüfung der eigenen Selbstwertgefühle und sollte behutsam vorbereitet werden.

Es geht um Menschen

Wo die WonderCards nach der Kampagne hinkommen

Ich reise gern. Und bei meinen Reisen lerne ich sehr gern Menschen kennen. Andere Reisende oder Einheimische.

Crowdfunding war so etwas Ähnliches für mich. Ich habe andere „Reisende“ getroffen – Menschen, die auch gern Ideen verwirklichen. Ich habe auch „Einheimische“ getroffen – Menschen, die sich über meinen „Besuch“ gefreut haben.

Es geht beim Crowdfunding um Menschen. Darum, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Menschen für sich zu gewinnen. Für die Idee und das Produkt. Manche brauchen das Produkt nicht – sie unterstützten mich als Person. Manchen bin ich als Person vielleicht egal – sie wollten das Produkt mit erschaffen.

Die Crowd zustande zu bringen braucht einige Kompetenzen.

  • Den Mut, sich zu zeigen.
  • Die Fähigkeit, andere um Hilfe zu bitten.
  • Liebe zu anderen Menschen.
  • Kreativität

Unterstützung kommt nämlich oft aus völlig unerwarteten Quellen. Über Twitter. Von einer Podcasterin aus Australien. Oder von jemandem, den ich noch nie persönlich getroffen habe – wir haben uns nur auf LinkedIn wegen Working Out Loud geschrieben.

Menschen sind toll. Voller Ideen und Energie. Ich glaube, ich habe auf meiner Crowdfunding Reise die Menschen teilweise unterschätzt. Und deshalb wohl auch an mir selbst gezweifelt.

Menschen können Berge versetzen. Ganze Welten erschaffen. Projekte über Crowdfunding zum Erfolg bringen. Danke, Menschen!

Safe to fail Experiment

In meinem Umkreis denken nach meinem Erfolg einige Kollegen über eigene Kampagnen nach. Nur wenige wussten, wie schwer diese vier Wochen für mich waren. Viele sehen nur das Ergebnis. Nicht den Weg.

Und dennoch würde ich jedem empfehlen, so etwas wie Crowdfunding zu versuchen. Als ein Safe-to-fail Experiment. Als eine Reise. Als eine Möglichkeit, sich mit ganz vielen Menschen zu verbinden und sich plötzlich als einen Teil einer großen Gemeinschaft zu fühlen.

Wenn es klappt, folgt die Umsetzungsphase. Das ist zum Teil viel Arbeit.

Wenn es nicht klappt… dann hast du auf jeden Fall eine Geschichte für die nächste F*** up-Night.

Das habe ich mir jeden Abend beim Einschlafen gesagt.

Vielen in unserem Leben passiert nur deswegen nicht, weil wir eine irre Angst vorm Misserfolg haben. Wir haben nicht gelernt, stolz auf Fehler zu sein. In unserer Gesellschaft ist „Nicht geschimpft schon gelobt genug“. Und darum gehen wir – aus meiner Sicht viel zu oft – auf die Nummer sicher.

Beispiel: Deutschland belegt einen der Ersten zehn Plätze in der Liste der eingereichten Patente.

Und einen der letzten zehn in der Liste der umgesetzten Patent-Ideen.

Ja, jetzt kommt der Nadja-Schubs: Wenn du eine Idee hast, raus in die Welt damit! Es muss ja nicht sofort eine Kickstarter-Kampagne werden… Für die deutschen BeraterKarten habe ich zum Beispiel mit Prototyp-Testern gearbeitet: mit ca. 50 Menschen, die ich aus meinem Netzwerk akquiriert habe, mich bei der Entwicklung der Karten zu unterstützen.

50!

Menschen sind wunderbar, nicht wahr?

Du kannst gern bei mir anfangen und dich an mich wenden. Ich bin gern dein erster Prototypen-Tester. Für was auch immer. Ich mag Menschen, Ich mag Ideen. Ich mag Neues.

#Schubs

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde?

Bessere Vorbereitung. Nicht nur Erfolgs-Stories über Crowdfunding lesen, sondern auch die Fail-Projekte anschauen.

Anweisungen folgen. Wenn dort steht, starte 5-6 Wochen davor mit Kommunikation, dann ist das ein guter Rat. Manche Menschen brauchen länger, bis sie bereit sind, dich zu unterstützen. Manche haben noch nie etwas von Crowdfunding gehört und brauchen erstmal Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Manche wollen Muster des Produktes, um darüber reden zu können.

Finanzielle Grenze niedrigen setzen. Schließlich ging es mir nicht darum, Geld zu machen, sondern viel mehr darum, viele Menschen zu erreichen. Ich wäre viel weniger unter Druck, wenn die Kampagne früher voll finanziert wäre, und könnte mit mehr Leichtigkeit agieren.

Das wäre es auch schon.

Danke fürs Zuhören :-)

petranovskaja Unterschrift signatur
Wie Räume Einfluss auf Ergebnisse haben

Wie Räume Einfluss auf Ergebnisse haben

Es war der Petervan Auwera, der mich zum Nachdenken brachte. Räume, in denen wir arbeiten, haben einen großen Einfluss darauf, wie unsere Arbeitsergebnisse aussehen.

So sehen z. B. viele Hotels einen Workshop-Raum:

Ich bin mir sicher, du kannst auf Basis dieser beiden Bilder das mögliche Szenario weiter denken… zwei Referenten sitzen vor der Gruppe und klicken ab und zu auf dem PC, damit die nächste Folie erscheint. Ab und zu darf eine Frage gestellt werden…

Nun, ich arbeite ohne PowerPoint und ohne PC. Ich arbeite mit Menschen. Und damit Menschen zusammen nachhaltige Ergebnisse erschaffen und selbst stolz darauf sind, brauchen sie einen guten Raum.

Das haben wir letzte Woche aus dem Raum gemacht:

Und so waren ganz andere Dinge mit den Menschen in diesem Raum möglich. Einander zuhören und gemeinsam eine co-kreative Reise in die Zukunft ihres wunderbaren Unternehmens gestalten…

Was ich hiermit fördern möchte:

  • Flow
  • Interaktionen und Dialoge
  • Verbindungen zw. den Teilnehmern
  • Einsatz des ganzen Körpers

Was denkst du darüber?

petranovskaja Unterschrift signatur

Monday Productive

Monday Productive

Some weeks ago I was answering some questions from Stoyan Yankov about Monday productivity. I loved his questions! Copying the answers here for my own reference ;-)

Stoyan: Monday #Productive is a weekly interview format, featuring peak-performers from my network, who share 5 quick ideas on how to boost your #productivity and stay at the top of your game.

1. You have previously worked in a number of large corporates. Why did you decide to switch to a career as an independent entrepreneur? Was there a defining moment, and triggered this decision?

▶ Yes, it was my manager. And as it was the second time that I wanted to quit because of my manager, I decided, no more managers, who tell me what to do. Working with the corporate world from “outside” now, I feel sad to see, how many organizations are not productive because of bad management and how many people celebrate: “Thanks God, it’s Friday!”

2. The slogan of your own webpage is “I Make Sure people like to go to Work on Mondays”. Where is that inspiration coming from? What are some strategies and advice you can share to those who are not so excited about it?

▶ Everything starts with your own attitude. You decide, whether your day will be good or bad. Reading above “It’s time to get s*** done!”, sends myself a signal, that there is s*** in my life. I never do s***. I only do great stuff!

Imagine, just half of the employees would love Monday. Imagine, how much this would change in terms of productivity, quality, togetherness, fun, innovation (continue this list). So, the attitude. My very first job was at Mercedes in Moscow, and it looked to me, that I was the only one who was excited to have this job. So I started a “Thanks God it’s Monday!” mailing every week, and after some months, I created a different attitude in our team. So, check your own attitude, then put it on others (your energy is contagious), and at the end of the day, the energy of other people helps you to feel good.

You work alone? Change your facial expression before you look into the mirror. You can affect your own attitude by just smiling for 3-5 minutes or making a power pose.

3. The life of an independent entrepreneur can be very dynamic. What do you do to make sure you are constantly focused on what matters most?

▶ Good question! I get distracted very fast because I get fascinated or excited about new stuff very fast. To stay focused I use three things:

✅ The visual connection to my WHY. I do use a set of self-made polaroid pictures with my most important life goals, which I shuffle before I start my day. Just pictures, no numbers or words. Visuals are actually very powerful, we forget that very often.

✅ Reminder (paper, sticky notes, digital calendar entries) for short term tasks. I know that every distraction costs me 23 minutes to get into deep concentration again, so phone off, emails off, focus!

✅ Group accountability in a mastermind group. Being not alone in what we are doing is great! Here we do regular calls, and every upcoming call reminds me to do what I promised in the last call. I also have a yoga accountability chat, where everyone just posts if she did sun salutations this morning. This reminds the rest of us to get on the mat immediately!

4. There are a lot of consultants / speakers / coaches in my network. From your experience – What would be your advice in terms of attracting great clients, the ones – that you enjoy working with, but can also afford you?

▶ I absolutely love Design thinking, because it forces me to walk in customers shoes. Many years I spent tons of time and money on selling my service instead of asking the customer: What is your real problem? So instead of searching for my niche or improving my SEO, I started to do a lot of co-creation, co-decision… Every workshop agenda, every keynote slide, is co-created, so all involved parties have “skin in the game” before the game starts. I even do it with 300 people conventions. Digital tools make it possible!

The second part of your question – having customers want me so much, that they pay me accordingly – was a very difficult topic for me for years. Until I found an inner voice which tells me, I want to create a maximum value every day in every context. To be able to do so, I started to learn, not just specific stuff in my “comfort zone”, everything what could bring additional value. I am beta tester for many tools and websites (I love technology!), read tons of articles and blogs (before they become books), discuss in forums, answer and ask questions in groups, visit barcamps and expensive education, meet many different people, try new things out (push myself out of the box), work with artists. I started snowboarding with 43, build an aircraft, started and gave up a startup, wrote a book. Right now I am running a Kickstarter campaign, and I can tell you, all these different experiences makes us – consultants, trainers, facilitators – more valuable for our customers as just our professional certificate.

5. Three quick tips how to get motivated, if you are feeling down or overwhelmed, but have to get things done anyhow?

📌 First, stand up from your chair or sofa and make a power pose. If you never did, watch the TED talk with Amy Cuddy and find your ultimate body expression for “I can do this!” There is no “IT”, that makes us feel overwhelmed. We DECIDE to feel that way. So we can decide for ourselves to feel different. Become the master of your brain, your feelings, your body.

📌Second, “eat the frog”. Whatever bothers you the most right now, do it first. Feel pain? That is your compass. More pain? Go there. If the topic looks too big, set you an alarm clock for 10-15 minutes and do not allow yourself to do something else besides the “frog” topic. After alarm rings, drink something you like (tea, coffee) and choose the next “frog”. Our fear to start fixing something unpleasant is mostly bigger than the issue, and the longer we wait, the bigger is the fear.

📌Third, use affirmations. I used to have many in the first months of my self employment, because I felt alone and unable to become a magnet for my business. I had notes everywhere in my apartment. In the fridge, in the socks drawer… Short visual reminder really helped me to believe in myself! My most preferred formulas are:

  • I have the power to … (whatever is on your list now)
  • Life is good.
  • I am enough.

[BONUS] Name one to three books that helped you to become a better leader?

Any book of Dale Carnegie

Napoleon Hill: Think and grow rich

Mohammed Bin Rashid Al Maktoum: Flashes of thought

Drei Lektionen aus Dubai

Drei Lektionen aus Dubai

Eins vorweg: Reisen bildet immer, und eine Reise nach Dubai könnte so manchen von uns bestimmt gut tun! Meine Erwartungen für Dubai waren ungefähr so:

  • es ist ein arabisches Land, also irgendwas mit Moschee und als Frau seltsam behandelt werden
  • es ist ein junger Staat, also viel lose und durcheinander
  • Kamele, Süßigkeiten, Rosenwasser

Ich lag weder falsch noch richtig, denn Dubai ist vor allem für eins gut: statt „oder“ gibt es dort ganz viel „UND“. Es ist ein ausgezeichneter Platz, um die Ambidextrie zu verstehen.

Lektion 1: So geht #Ambidextrie

Es ist vermutlich nicht der beste Platz, um eine Lektion in der Geschichte dieses Fleckchens Erde zu bekommen. Und auch nicht der schlechteste. Denn wo nicht viel Geschichte ist, lässt sich diese schnell erklären und in Bilder verpacken. Wo früher die Kamele entlang getrieben wurden, ist heute die achtspurige Hauptstraße – Sheikh Zayed Road. Hunderte von 400 m Wolkenkratzern (Schwindelgefühle beim Spaziergang) begegnen auf paar Quadratkilometern alten Holzschiffen, auf denen Alltags-Güter (Kühlschränke, Fernseher etc.) für Stadtbewohner transportiert werden. Wunsch nach Weltführerschaft in XY und tatsächliche Vorreiterrolle in manchen Bereichen begegnen verschleierten Frauen und Gebetsräumen in den Einkaufsmalls. Friedliches nebeneinander Leben von Menschen aus 200 Nationen begegnet dem Fakt, dass ich als Frau gewisse (für mich selbstverständliche) Schritte in dem Miteinander nicht gehen kann. Zum Beispiel niemals einem Mann die Hand geben. Sehr ungewohnt.

Alt wohnt neben neu. Erkunden und Experimentieren, Innovation und Vorreiterrolle begegnet Tradition und Aufrechterhalten. Europäisch sein wollen begegnet arabisch bleiben wollen. Ein höchst spannendes Umfeld, in welchem Jeder von uns eine Oase für sich finden kann.

Ambidextrie eben.

Lektion 2: So sieht #Mut aus

Wettbewerb hat hier einen großen Stellenwert. Pferde, Kamele, andere Tiere. Aber auch alles andere, an dem man sich messen kann, ist hier in einer guten Gesellschaft. Reichtum, Größe, Länge, Ausgefallenheit, Neuheit, Einmaligkeit: Erster sein und Bester sein zählen hier ganz viel.

Ich hab mal gelesen, dass ein Pferd schneller rennt, wenn es gegen stärkere Konkurrenz antritt. Übersetzt auf Dubai heißt es so viel wie: wenn um uns herum alle auf dem Weg zu ihrem Sieg sind, motiviert es auch mich, mich etwas mehr anzustrengen. Kompetenz belebt das Geschäft? Das war gestern! Wettbewerb ist so etwas wie Sauerstoff hier. Kaum steht ein höchster Turm der Welt, wird der nächste schon zum Bau freigegeben.

Meine erste Reaktion war: die haben wohl nichts besseres zu tun. Doch beim Lesen des (sehr lesenswerten) Buches von Mohammed Bin Rashid Al Maktoum „Flashes of Thought“ habe ich erkannt, dass diese Errungenschaften mehr brauchten, als nur Geld und Langeweile. Jedes einzelne Projekt, welches wir jetzt als DAS Ding kennen, brauchte eine mutige Entscheidung. Höchst spannend finde ich die Entstehungsgeschichte von der Fluglinie Emirates. Als eine Airline, die damals über 70% der Starts und Landungen in Dubai durchführte forderte, diese für sich exklusiv zu haben, entschied sich die Regierung zu einem entgegengesetzten Schritt und kündigte den Vertrag komplett. Zwei Flugzeuge wurden 1985 geleast und flogen erstmal nur drei Städte in Asien an. Nach und nach wuchs die Airline Emirates (heute drittgrößte der Welt), vorrangig mit alten Flugzeugen. Heute kennen wir die Emirates als eine der kundenfreundlichsten Airlines der Welt. #erfolgsstory

Just because Dubai was small, it didn’t mean we had to think small. How fast you go, how far you get, is in your hands. We have to be brave to be big.

Mohammed Bin Rashid Al Maktoum

Ähnlich mutige Entscheidungen wurden getroffen, als es darum ging, den heute größten von der Hand angelegten Seehafen der Welt zu bauen. Es waren – wie auch in unserer Welt – nicht alle dafür. Und es geht bestimmt munter so weiter bei den weiteren Entscheidungen, zum Beispiel zu dem neuen Super-Turm (1200 m hoch), den zollfreien Vierteln für Unternehmer oder Healthcare, dem Baustopp der Inseln… Überall werden Entscheidungen notwendig sein, und diese sind nur dann einfach, wenn der Entscheider mutig und mit einem klaren Warum unterwegs ist.

Wat vermisse ich diese Entscheidungsstärke in manchem Unternehmen!

Lektion 3: Ruhe und #Gelassenheit

Jepp, in den Ländern mit höheren Temperaturen ist Eile insgesamt nicht weit verbreitet. Das ist wenig neu. Um so schöner ist es zu sehen, wie hektisch ich mir vorkomme in diesem Land.

Nehmen wir mal die Straßen. Die Art der Straßenführung ist hier – aus deutscher Sicht – furchtbar. Selten effizient. Schlecht durchdacht. Nervig. Raubt Zeit und nerven.

Es sei denn, wir lehnen uns zurück und lernen, „arabisch“ zu fahren. Das bedeutet vor allem: rechtzeitig los. Und dann nicht schimpfen, sondern einfach fahren. Bist du falsch abgebogen, kann das 10-20 Minuten Umweg bedeuten. Auf Autobahnen kommt man machmal nur in eine Richtung abgebogen, und es dauert 10-20 km, bis die nächste Ausfahrt kommt.

Oder nehmen wir mal Essen. Du möchtest Tee mit Zitrone? Yes, Ma’am, sagt der freundliche Inder und bringt dir Kaffee mit Milch. Oh, doch lieber Tee mit Zitrone? Na dann, please, Ma’am, Tee mit Milch. Oh, keine Milch? Natürlich bringe ich Zitrone.

Auch hier bringt Aufregung oder böse gucken absolut gar nichts. Viel lachen und einfach immer wieder bestellen bringt Entspannung und erklärt vielleicht auch, warum hier alles so viel kostet. Wegen der dreifachen Logistik eben.

Photo by Harsh Singh on Unsplash

Ach und dann war da noch das Krähen-Management. Krähen sind diese schwarzen Vögel, die – wenn in großen Gruppen – rein gar keine Manieren haben. Sie würden – wenn man sie lässt – alles plündern, was wir versuchen, draußen unter Palmen stilvoll zu essen. Da die Krähen hier gesetzlich geschützt sind, darf man sie nicht töten oder schädigen. (Eine sehr schöne Metapher für so manche kulturelle Hürde in Unternehmen… Ich sage nur: Betriebsrat)

Krähenmanagement bedeutet darum, das Leben der Krähen in der Nähe unserer Outdoor-Speiseräume möglichst unkomfortabel zu machen. Und das geht, indem paar kernige Kerle mit einem Falken unterwegs sind und diesen Falken ab und an loslassen. Der Falke – gesund ernährt und gut erzogen – verletzt ebenfalls nicht die Gesetze des Landes. Aber Krähen fühlen sich nun mal nicht wohl, wenn ein Falke über ihnen kreist, und so gehen sie ihr Mittagessen woanders suchen.

Alle sind entspannt, gelassen. Alle lächeln, und ich bestelle mir einen Tee mit Zitrone.

Wie sehen deine Reise-Erfahrungen aus?

petranovskaja Unterschrift signatur

Titelphoto by David Rodrigo on Unsplash

Wie die Stacey Matrix dir hilft, eine Entscheidung zu fällen

Wie die Stacey Matrix dir hilft, eine Entscheidung zu fällen

Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Entscheidungen. Heute nehmen wir uns kurz die sogenannte Stacey Matrix vor und schauen, wem diese wann helfen kann, eine Entscheidung zu treffen. Drei Minuten Lesezeit. Versprochene Aha-Erkenntnisse, wenn du noch nie davon gehört hast.

Wo kommt die „Stacey Matrix“ her?

Die Stacey Matrix wurde von dem Professor für Management an der Hertfordshire Business School in Großbritannien Ralph Douglas Stacey entwickelt. Sie hilft zu verstehen, warum manches Vorgehen in bestimmten Situationen ungeeignet ist. Im Projektkontext kann man sich mit Hilfe der Stacey Matrix entschieden, ob klassisches oder agiles Projektmanagement angemessen ist.

Stacey Matrix: horizontale und vertikale Achse

Die horizontale Achse der Stacey Matrix ist die Wie-Achse. Sie steht für den Weg, wie eine Aufgabe zu lösen oder eine Herausforderung zu meistern ist, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Typische Fragen zur Orientierung sind:

  • Wie sicher sind wir, dass unser Plan zum gewünschten Ergebnis führen wird?
  • Wie klar ist es uns, wie wir vorgehen wollen?

Je größer die WIE-Sicherheit, desto näher befindet sich der Punkt am Nullpunkt der Achse.

Die vertikale Achse ist die Was-Achse. Sie steht für die Klarheit über Ziele, die es zu erreichen gilt, und die Einigkeit über die Anforderungen, die die Problemlösung erfüllen muss. Mögliche Fragen zur Orientierung sind hier:

  • Wie genau sind die Ziele und Anforderungen definiert?
  • Wie einig sind sich die Stakeholder des Vorhabens? Wollen sie alle das selbe Ergebnis? Sind deren Erwartungen und Wünsche gut vereinbar?

Je mehr Sicherheit über die WAS-Einigkeit, desto näher befindet sich der Punkt am unteren Ende der Achse.

Bei einem Projekt oder Vorhaben können sowohl die Ziele und Anforderungen, die zu erreichen bzw. zu erfüllen sind, als auch der bestmögliche Weg hierzu mehr oder weniger klar oder unklar sein.

petranovskaja appelo certainty agreement

Vier verschiedene Entscheidungssituationen

Einfache Entscheidungssituation: Der Stacey Matrix zufolge ist eine (Management-)Entscheidung einfach, wenn außer dem Ziel und den Lösungsanforderungen auch der Weg dorthin klar ist – zum Beispiel, weil das Unternehmen schon viel Routine im Lösen entsprechender Aufgaben hat. Hier kann man mit Best Practice, Routinen und optimierten Lean Prozessen arbeiten.

In der Sprache des Cynefin-Modells: Anschauen, einordnen, reagieren.

Komplizierte Entscheidungssituation: Sind jedoch das Was und/oder das Wie teilweise unklar, dann wird es kompliziert. Das Schwierige hierbei ist, dass das deutsche Wort „kompliziert“ zum Teil die nächste Entschidungssituation – komplex – mit einschließt. In dem Wiktionary finden wir folgende Beschreibung:

Objektiv ist etwas kompliziert, wenn es eine unnötig hohe Komplexität bzw. Vielschichtigkeit aufweist. Subjektiv erscheint etwas als kompliziert, wenn man nicht über das Wissen, das Können, die Intelligenz oder die Bereitschaft verfügt, es zu verstehen oder zu beherrschen. Daher ist Kompliziertheit immer negativ konnotiert. Diese Konnotation wird im Sprachgebrauch meist durch zusätzlich abwertende, rein deutsche Worte markiert: „zu kompliziert“, „ziemlich kompliziert“. 

Bei der fett + kursiv markierten Definition verbleibend, hilft die Stacey-Matrix, sich in der komplizierten Situation für folgendes Vorgehen zu entscheiden: Anschauen, analysieren, reagieren.

Komplexe Entscheidungssituation

Wir hatten früher mal einen Spruch: Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man ’nen Arbeitskreis. Was ironisch gemeint war, macht in der heutigen Zeit durchaus Sinn, vor allem, wenn es sich bei der Situation, in der man nicht mehr weiter weiß, um eine komplexe Situation handelt.

Sind neben den Zielen und/oder Lösungsanforderungen auch der Weg dorthin sehr unklar ist – zum Beispiel, weil die Herausforderung neu ist und das Unternehmen noch keine Erfahrung mit dem Lösen vergleichbarer Aufgaben gesammelt hat, also Neuland betritt? Dann ist die Entscheidungsfindung komplex, und es empfiehlt sich folgendes Vorgehen: probieren, anschauen, reagieren, erneut probieren, anschauen, reagieren usw. – also in iterativen Schleifen arbeiten, um sich allmählich dem Ziel, das oft noch nicht definitiv feststeht, zu nähern. Im Alltag spricht man hier schnell von Agilität, ich bin mir jedoch sicher, dass es andere Begriffe dafür gibt, z.B. in der Forschung und Entwicklung.

Chaotische Entscheidungssituation: Chaotisch wird die Entscheidungsfindung, wenn neben den Zielen sowie Anforderungen auch der Weg völlig unklar ist? Zum Beispiel weil das Unternehmen zwar weiß „Wir müssen uns für die Zukunft wappnen“, jedoch weder eine Einigkeit über das WAS noch eine Sicherheit über das WIE hat. Es ist klar, dass etwas getan werden muss, aber es gibt keinerlei Orientierungshilfen oder Struktur. Pures (chaotisches) „Durchwurschteln“ ist angesagt in der Hoffnung, dass es gut geht. Handeln, wahrnehmen, reagieren.

Hilfreich?

Die Stacey Matrix ist ein wirkungsvolles Instrument, um Klarheit über ein Vorhaben oder Projekt zu gewinnen. Dieses ist vor allem in einem Team sehr wirkungsvoll, da die Einschätzungen darüber, was klar oder sicher ist, sehr unterschiedlich ausfallen können.

  • Hat man sich in der Teamdiskussion erstmal auf die Positionierung des Vorgehens geeinigt, geht es in dem zweiten Schritt darum, die geeignete Vorgehensweise (oft: Projektmanagement-Methode) auszuwählen.
  • Für einfache und komplizierte Situationen ist das „klassische“ Projektmanagement eine gute Wahl.
  • Für komplexe Situationen sollte man sich aus der agilen Kiste bedienen.
  • Und bei Chaos, nun, ganz ehrlich? Da lohnt es sich manchmal, einfach eine Tasse Tee zu trinken und abzuwarten, bis zumindest etwas klarer wird.

;-)

Die Stacey Matrix ist übrigens Teil der BeraterKarten und zusammen mit 31 weiteren Karten immer ein Ass in deinem Berater-Ärmel!

Photo by Erol Ahmed on Unsplash

Ich hab nix gegen Roboter. Du?

Ich hab nix gegen Roboter. Du?

Neulich war ich in der Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg. Ich meine, allein der Name „Museum der Arbeit“ ist schon eine Sensation.

Hallo 21. Jahrhundert, wir brauchen ein neues Wort für „Arbeit“, denn auch „NewWork“ drückt es nicht aus, was wir gerade durchleben!

Zurück zum Museum. So sah sie tatsächlich mal aus, die Arbeit.

Bitte sag mir, dass auch du nichts dagegen hast, wenn die oben dargestellten körperlichen Tätigkeiten in Zukunft von süßen blauäugigen Robotern übernommen werden.. ;-)

Spannend ist die Auseinandersetzung mit der anderen Seite: Was bleibt uns? Was kann kein Roboter übernehmen? Wo sind die Grenzen der künstlichen Intelligenz (KI)?

Dazu gab es im Museum eine wunderbar dargestellte interaktive Diskussionswand. In verschiedenen Farben konnte man Ideen wie Bedenken loswerden und so als Besucher sowohl etwas beitragen als auch von anderen inspirierende Beiträge erhalten. Am meisten hat es mir gefallen, dass diese Wand ganz analog war und so die Menschlichkeit der verschiedenen Schrifttypen erhalten blieb.

Vielleicht übernehme ich diese Methode in einen der nächsten Workshops.

Riesendank an Birgit Dierker dafür, mich dahin gelockt zu haben!

Die Ausstellung „Out of office“ ist noch bis Mai geöffnet.

Viel Spaß in der Zukunft!

Nadja

Wie ein Reset dir hilft, zukunftsorientiert zu handeln

Wie ein Reset dir hilft, zukunftsorientiert zu handeln

Dieser Artikel berichtet von meinen Erfahrungen mit radikalen Aktionen, die einem Reset (im Sinne von „Zurück auf Werkseinstellungen“) sehr nahe kommen. Zur Anregung deiner eigenen Aktionen biete ich dir als Download ein Reset-Canvas an.

Warum radikales Reset?

Unser Gehirn ist darauf programmiert, (gefährliche) Veränderungen in unserem Umfeld zu registrieren und eine angemessene Reaktion darauf bereit zu stellen. Die Kehrseite der Medaille: wir nehmen kleine und kleinste Veränderungen nicht wahr. Als Beispiel nehme ich gern alles, was mit Abnehmen und Fitness-Studio zusammenhängt. Ein Tag mit ausgewogener Ernährung oder ein Besuch des Studios ist kein wahrnehmbarer Unterschied. Bedeutet: für das Gehirn sind diese Aktionen quasi wertvoll.

Millionen von Menschen kämpfen mit der Umsetzung ihrer Vorhaben und Neujahrsvorsätze. Es gibt Tausende von Techniken, wie man dem Gehirn klar macht, das man auf dem richtigen Weg ist. Mit Strichlisten, Dankbarkeits-Tagebüchern und anderen Tricks, die es dafür gibt, verdoppeln und verdreifachen wir den Aufwand auf dem Weg zu recht einfachen und banalen Zielen.

Was ein Blödsinn! Sich selbst mit eigenen Kräften zu überlisten ist eine verdammt harte Arbeit.

Die gute Nachricht ist: Es geht anders.

Ich habe zum Beispiel viele Freunde, die mit sehr viel Aufwand und vielen zum Teil teueren Methoden aufgehört haben zu rauchen. Um dann wieder anzufangen.

Mein Freund Simon hat da einfach an einem Tag Strich gemacht und wurde Nichtraucher. Er hat verlernt, wie das Rauchen geht. Und er hat die Gewohnheit, ca. 50 Euro pro Woche für Zigaretten auszugeben, umgeleitet in einen Schuhkarton, der von da an sein Reisebudget-Karton wurde.

Radikales Loslassen

Eine andere Form, schneller zum Wunschleben zu kommen (und darum geht es uns doch, oder?) ist das radikale Loslassen. Hier sind drei Beispiele aus meinem Leben.

Vier Wochen staatenlos

Als ich mich entschieden habe, meinen russischen Pass aufzugeben und deutsche Staatsbürgschaft anzunehmen, wusste ich nicht, was es bedeuten wird. Es bedeutete jedoch – neben jeder Menge Papierkram – auch einen Monat im Status „staatenlos“. Mit nichts in der Hand habe ich vier Wochen gewartet und gehofft, dass die neue Heimat mich aufnimmt, während das Mütterchen Russland mich freigegeben hat.

Freiberuflichkeit ohne Fallnetz

Ich habe zwei Mal im Leben einen guten und sicheren Job gekündigt. Beide Male war schlechtes Management die Ursache und beide Male war das eine gute Erfahrung für mich.

Als ich jedoch beim zweiten Mal nicht mehr in eine Anstellung wollte, sondern in die Selbständigkeit – ohne einen Kundenstamm oder Plan – haben mich alle für verrückt erklärt.

Doch das komplette Loslassen des Alten hat mir einen freien Kopf verschafft für das Neue. Und die Freiheit war entscheidend, um mich zu positionieren.

Digital Detox

Auf Knöpfe zu drücken fühlt sich im Leben manchmal an, als wäre ich bei Alice im Wunderland. Wollen Sie den Account wirklich löschen? Ja, ich will. Hiermit bestätigen wir, dass Ihr Account unwiderruflich gelöscht ist. Adieu Facebook! Tschüss zig andere Accounts. Auch meinen Account beim Newsletter-Versender habe ich 2018 während der DSGVO Diskussionen gelöscht. Samt allen Newslettern und allen Mailadressen, die ich über Jahre mit viel viel mühsamer Arbeit gesammelt und erstellt habe.

Das hat sich so gut angefühlt, wie wenn man sehr lange Haare auf Ohrläppchen-Länge abschneidet und den Sommerwind im Nacken spürt. Leicht, warm.

petranovskaja reset digital detox

Jetzt habe ich meine Mailbox aufgeräumt. Ohne sie zu sortieren. Einfach weg. Zuerst habe ich mich erschrocken. Dann gefreut.

Ich freue mich immer noch!

Reset für Organisationen

Ganz nach dem Prinzip „Das Große im Kleinen, das Kleine im Großen“ gelten die Prinzipien des radikalen Loslassens und Vergessens natürlich auch für ganze Organisationen. Wenn deine erste Reaktion „Schmarrn!“ lautet, lösch einfach diese Denkweise und lasse eine andere Möglichkeit zu

Weil andere Autoren schon recht intensiv an den Fragen des organisatorischen Resets gearbeitet haben, lasse ich dir zum Nachlesen zum Beispiel diesen Link da: 7 Thesen zur Zukunft der Arbeit.

Wenn du auch etwas Lesenswertes dazu kennst, poste es doch bitte in den Kommentaren! Danke :-)

Anker lichten, auf in die Zukunft!

Das radikale Loslassen, das Löschen und sich befreien, das Verlernen – das sind alles Wege, zu deinem Wunschleben zu kommen. Dabei musst du dich nicht mühsam selbst besiegen. Du ermöglichst deinem Gehirn, sein Potenzial für das Suchen neuer Wege und Lösungen zu aktivieren.

Gehe den einfachen Weg.

Lichte den Anker, reiße dich los von etwas, was dich in der Vergangenheit festhält. Richte dich auf die Zukunft aus. Du bist mehr als die Länge deiner Haare, mehr als die Mails in deiner Mailbox und verdammt noch mal viel mehr als deine veralteten Glaubenssätze und Gewohnheiten.

  • Du willst mehr Sport machen?
  • Verlerne das Leben ohne Sport!
  • Du willst dich gesund ernähren?
  • Vergesse, wo man Pommes essen und wo man Süßigkeiten kaufen kann!

Du willst mehr Zeit für deine Projekte?

Lösche alle Accounts, die deine Zeit rauben. Das Leben findet nicht bei Instagram statt! Das Smartphone wurde erfunden, um unser Leben zu vereinfachen und uns Zeit zu verschaffen. Stattdessen raubt es den meisten von uns jede freie Minute, weil wir (im Durchschnitt) 5 bis 8 Mal pro Stunde auf das Ding schauen.

Ein radikaler Vorschlag für dich: Gehe mal einen Tag ohne Smartphone in die Stadt. Verabrede dich mit Freunden – wie früher – an einem Ort zu einer Uhrzeit. Photographiere mit einer Kamera. Prüfe die Uhrzeit mit einer Armbanduhr. Schreibe Notizen auf Servietten und Papier. Und vor allem: höre den anderen zu, betrachte deine Umgebung, sei mehr im Hier-und-jetzt.

Sei mehr du.

Für alle weiteren Ideen deines persönlichen Resets habe ich ein Reset-Canvas entwickelt. Download, print, Stift und Tasse Lieblingsgetränk, Blick aus dem Fenster…

petranovskaja Reset Canvas

Sei mutig, sei verrückt und genieße alles, was das Reset möglich macht!

petranovskaja Unterschrift signatur

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Wie Experimente uns helfen, eine bessere Welt zu bauen

Wie Experimente uns helfen, eine bessere Welt zu bauen

Dieser Artikel beschreibt, wie Experimente, Prototypen und Fehler uns helfen, eine bessere Welt zu bauen. Die Lesezeit beträgt ca. 5 Minuten. Ich fühle mich geehrt, wenn Du anschließend noch ein Paar Minuten Zeit investierst, um nachzudenken oder sogar einen Kommentar da zu lassen. Enjoy!

Wie viel Inspirationen entsteht aus Imperfektion?

Letztens war ich in einer Ausstellung, in den gab es eine Menge analoger Fotos mit ungeraden Horizonten. Ich stand vor jedem dieser Bilder und habe überlegt, wie mutig das doch sein muss, als Starfotograf so ein Foto einfach sein zu lassen, ohne den Horizont begradigen zu lassen. In der heutigen Zeit von Instagram wäre das für ganz viele von uns undenkbar (das gilt für viele Instagrammer, die ich kenne – jedes Bild wird auf Perfektion gebracht).

In der gleichen Ausstellung habe ich unter einem Bild das Motto der Punk-Bewegung gefunden:

Dinge zu tun ist wichtiger, als sie gut tun zu können.

Das brachte mich zum Lächeln, als hätte ich irgendwo in einem abgelegenen peruanischen Dorf einen Menschen getroffen, der genau so denkt wie ich. Ich meine, ich empfinde mich nicht als Punk. Ich weiß nicht mal genau, wofür sie sonst stehen. Aber der Spruch, der liegt mir sehr am Herzen.

Betrachten wir doch mal die Kinder. Wenn sie nicht diesem Motto folgen würden, hätten sie niemals gelernt, wie man mit einem Löffel isst oder Lego stapelt. Das Tun, das Machen steht im Vordergrund.

Betrachten wir die Kunst. Ich meine, es gibt natürlich die Werke, in denen das Meer oder das Pferd perfekt abgebildet sind. Viel mehr beschäftigen uns aber die Werke, in denen etwas „unstimmig“ ist. Nicht exakt symmetrisch, nicht ganz stimmig, etwas wild in der Farbwahl oder Formgebung. Bestimmt hast du auch schon mal vor so einem Bild gestanden.

Warum das Bild schief hängen darf

Vielleicht kennst du Loriot und seinen Sketch „Das Bild hängt schief“. In nur zwei Minuten verwüstet der Herr das komplette Zimmer, wobei seine Intention eine andere war.

In dieser Szene passiert das Disaster aus Ungeduld. Und aus der Unfähigkeit, das Unperfekte zu ertragen.

In unserem Arbeits-Alltag geht es manchmal ähnlich zu. Wir wollen die Perfekte Quartals-Statistik, die perfekten Kunden-Kennzahlen, tadellose Berichte. Zahlen und Fakten werden so lange beschönigt, bis niemand mehr die Realität hinter der Facade wieder erkennt.

Die Welt mit den perfekt hängenden Bildern ist oft eine tote Welt.

Und was ist mit Führung?

Auch in der Führung ist die Welt manchmal zu perfekt. In der selbst hergestellten Kontrolle-Illusion bemühen sich weltweit Führungskräfte darum, alles richtig zu machen. So, wie sie das in einem Training gelernt und in den Rollenspielen auswendig gelernt haben. Mechanistisch, jeden Tag aus Neue gleich und in den meisten Fällen wenig wirksam.

Viele Führungskräfte haben an sich selbst gestellte Anforderungen, die nicht mit den tatsächlichen Anforderungen des Unternehmens übereinstimmen. Sie wollen es allen Recht machen, stets selbst dafür sorgen, dass die Ergebnisse perfekt sind. Das Ergebnis: viel zu viele Arbeitsstunden, Überforderung und … unzufriedene Mitarbeiter.

Wie soll man als Mitarbeiter zufrieden sein, wenn man im Auge seines Vorgesetzten das „schiefe Bild“ ist? Wenn man als Mitarbeiter korrigiert, kritisiert und auf Schwächen hingewiesen wird?

Zu Hölle mit der Taube, her mit dem Spatzen!

Wir leben in einer Welt, in der es alles gibt. Freiheit, Trinkwasser aus dem Wasserhahn, Erdbeeren im Winter. Doch stets streben die Jahrespläne nach mehr Umsatz, weniger Kosten und vor allem: nach etwas, was gleichzeitig neu genug und sicher genug ist.

Durch die uns täglich langweilende Sättigung sollte jede noch so verrückte Idee herzlich willkommen sein. Weg mit der Langeweile, her mit der Disruption!

Wir sind keine großen Schritte gewohnt. Wir können nur die kontinuierliche Verbesserung.

Doch so viele große Ideen werden nicht umgesetzt, weil die Größe der Ideen und der womöglich großer Aufwand zur Verwirklichung uns davon abschreckt, anzufangen. Wir sind keine großen Schritte gewohnt. Wir können nur die kontinuierliche Verbesserung.

Darum sollte das Motto der Punk-Bewegung hinter den Ohren einer jeden Führungskraft geschrieben sein:

Dinge zu tun ist wichtiger, als sie gut tun zu können.

So glücklich bin ich zu sehen, wie viele Unternehmen ihre Führungskräfte-Programme vom „Training“ in „Werkstatt“ oder „Bootcamp“ umbenannt haben. Somit soll gezeigt werden, dass man die Hoffnung nicht aufgegeben hat. Wir können es lernen, wie man große Schritte macht. Wir können mutig sein, um etwas im Alltag auszuprobieren. Wir können Imperfektes zulassen. Wir können experimentieren wie ein Kind oder ein leidenschaftlicher Forscher. Das Wichtigste: das Anfangen.

Wie fängt man etwas Neues an?

Wenn Du gern konkrete Übungen zum Ausprobieren magst, hier ist eine für dich.

Um der Angst vor Was-auch-immer zu entkommen und trotzdem etwas Neues auszuprobieren, kannst du die 20 Minuten Regel anwenden. Mache 20 Minuten genau das, was du tun würdest, wenn du die angedachte Veränderung bereits umgesetzt hättest. Du willst mehr zuhören? Stelle dir ein Timer und los gehen deine 20 Minuten. Du wärest gern geduldiger? Was wäre dann anderes in deinem Leben? Du möchtest pünktlich Feierabend machen? Nein sagen? Selbstbewusster auftreten? Versetze Dich für 20 Minuten in die Person, die diese Neuerung bereits komplett in das Leben implementiert hat.

Fühle 20 Minuten lang, wie es dir geht. Gefällt es dir? Lohnt es sich, das Experiment zu wagen?

Die Kraft des Imperfekten

Perfektes ist langweilig. Man kann es sich paar Minuten lang anschauen und dann ist es langweilig. Man kann es bewundern. Und danach? Langweilig!

Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen.

Goethe

Wir brauchen das kindliche Vertrauen in das Tun, um uns zu entfalten. Wir brauchen schiefes Bild, um uns lebendig zu fühlen.

Lasst uns Dinge tun und das Tun vor dem Können stellen!

So lasst uns anfangen! Lasst uns loslegen! Lasst uns Anker lichten! Lasst uns aufbrechen!

  • Lasst uns persönliche 20 Minuten Experimente starten.
  • Lasst uns tun, statt warten.
  • Lasst uns ausprobieren statt Bedenken tragen.
  • Lasst uns Erfahrungen sammeln statt contra Argumente auflisten.
  • Lasst uns bewusst und lebendig sein.

Wir wollen lebendig und zufrieden sein. Kein Schattendasein. Kein halb-lebendig sein.

Lasst uns Dinge tun und das Tun vor dem Können stellen. Lasst uns für einander Inspiration und Kraftfeld sein, so (un)perfekt, wie wir sind.

Denn ansonsten:

One day baby, we’ll be old
Oh baby, we’ll be old
And think of all the stories that we could have told.

Asaf Avidan

Und wenn das noch nicht #Schubs genug war: Jeder von uns besitzt genau so viel Mut, wie viel Angst er / sie spürt.

Auch Du!

petranovskaja Unterschrift signatur

Photo by Dmitry Ratushny on Unsplash

Wie du aufhörst zu warten und anfängst zu leben

Wie du aufhörst zu warten und anfängst zu leben

Warten gehört zu jenen Tätigkeiten, die ich versuche zu vermeiden. Rote Ampeln und Wartezimmer (allein der Name schon!) gehören nicht zu meinen Freunde. Darum möchte ich mit dem heutigen Schubs dich als Leser ermuntern, mit dem Warten aufzuhören. Hier sind meine Top-Argumente:

Lieber ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach

Verstehe mich nicht falsch. Ich weiß, dass es sich manchmal lohnt, auf die Taube zu warten. Manchmal ist es sogar extrem wichtig, auf die Taube zu warten und alle Spatzen ziehen zu lassen. Mit der Betonung auf das Wort „manchmal“.

Wir alle kennen Menschen, die es gewagt haben. Menschen, die etwas entschieden und umgesetzt haben. Eine große reise, eine berufliche Veränderung, ein Jahr im Ausland. Und genau so kennen wir eine Menge Menschen, die es nicht wagen. Jeder hat Träumen und Ambitionen. Es ist in unserer menschlichen Natur angelegt, unzufrieden zu sein und nach etwas zu suchen.

Nichts ist schwerer zu ertragen, wie eine Reihe von guten Tagen. – Goethe

Also los, seihen wir ruhig mal unzufrieden. Lasst uns durchaus frech sein und uns ganz doll was wünschen. Ein anderes Auto. Eine größere Wohnung. Einen längeren Urlaub.

Soweit – so gut?

Und jetzt kommt es: WORAUF WARTEST DU?

Was wäre anders, wenn du jetzt ein größeres Auto hättest? Eine schickere Bude? Zeit für einen Strandspaziergang?

Stelle dich vor einen Spiegel und betrachte dich. Sei mindestens fünf Minuten dieser Mensch mit dem erfüllten Wunsch. Fühle in dich hinein. Was ist anders? Wenn es sich gut anfühlt, gib dir noch fünf Minuten. Klopfe dir selbst auf die Schulter. Mach eine Powerpose. Sage laut „Gut gemacht!“.

Jetzt.

German Angst mit German Mut ersetzen

Warten ist oft ein Zeichen von Unentschlossenheit, Unsicherheit. Soll ich oder soll ich nicht? Ich hätte ja, aber… Der Begriff „German Angst“ ist in das englische Vokabular eingeflossen und bedeutet dort „Bedenken“. Wenn wir uns nicht entscheiden, bedenken und überdenken wir das Ganze stundenlang. Das Ergebnis? Oft weder die Taube noch der Spatz.

Ersetze deine Bedenken mal mit einem mutigen Schritt. Mache das zu einem Experiment. Wenn es dir ganz wichtig ist, dass nichts Schlimmes passiert, entscheide, was ein „safe to fail“ Experiment sein könnte. „Safe to fail“ meint, dass niemand zu Schaden kommt oder sogar, dass niemand bemerkt, dass du etwas gemacht hast.

Außer du selbst.

Wann startet dein Experiment?

Das Leben wartet nicht

Mein Lieblingsargument. Könnten wir die Zeit anhalten, um in Ruhe über die Dinge nachzudenken, wäre das Warten vielleicht gar nicht so übel. Leider fließt das Leben fröhlich weiter, während wir grübeln und warten. Und: während wir warten, verändern sich die Rahmenbedingungen, in deren unsere Überlegungen gestartet sind. Wir denken also sehr schnell in einem „veralteten“ Szenario. Wie soll man da entscheiden?

Stürze dich in den fröhlichen Fluss des Lebens (oder gehe da vorsichtig hinein), aber bleibe nicht stehen. Denn das Leben wartet nicht!

Natur als Vorbild

Hast du schon mal etwas in der Natur gesehen, das wartet? Einen Grashalm vielleicht? Oder die Sonne?

Die Natur ist ein wunderbares Vorbild, wenn es darum geht, einfach zu machen. Die Natur hat keine Angst, etwas falsch zu machen. Sie bemüht sich nicht willentlich darum, Dinge perfekt zu durchdenken (und dennoch produziert sie eine Menge nahezu perfekter Formen, Farben und Materialien). Die Natur experimentiert ununterbrochen, nimmt sich Raum und macht einfach. Jede verfügbare Resource, sei es denn Wasser oder Licht, wird zu etwas umgewandelt. Zu Energie, zu neuen Blumen und Schmetterlingen, zu Wasser…

Du bist auch wie die Natur. Finde deine Geschwindigkeit, finde dein Tempo für Jahreszeitenwechsel. Finde deine Klimazonen und dann lege los mit tun und sein.

Sein und tun.

petranovskaja sein

Reframing

Manchmal fühlt es sich so an, als wäre man gezwungen, zu warten. Auf den Postboten. Auf einen Kollegen im Projekt. Auf die Antwort einer Behörde.

Opfer zu sein ist ungünstig für unser Selbstbewusstsein. Damit du stets der Erschaffer deines Lebens bist und nicht gezwungen bist, zu warten, empfehle ich dir das sogenannte Reframing. Die Technik, dieselbe Realität in einem neuen Licht zu sehen und sich dadurch besser zu fühlen, ist mittlerweile recht verbreitet. Kleine Veränderungen in den Wörtern, die du für die Beschreibung deines Lebens nutzt, bringen oft unerwartete Ergebnisse. Lass uns ein paar Ideen generieren:

Statt „Ich muss auf den Postboten warten“ kannst du sagen „Ich freue mich auf die Zeit, die ich nun habe, und ich werde diese nutzen, um zu …“

Statt sich darüber zu ärgern, dass ein Kollege deine Mail nicht beantwortet hat und du heute eine Aufgabe nicht abschließen kannst, bedanke dich für die Möglichkeit, deine Zeit selbst zu gestalten und dir inzwischen andere Punkte deiner To Do Liste vorzunehmen.

Warten ist unproduktiv. Zeit produktiv zu nutzen kann auch anstrengend sein. In einem Wartezimmer beim Arzt bedanke ich mich für die Möglichkeit, in eine dieser bunten und belanglosen Zeitschriften reinzuschauen und dabei zu entspannen, als wäre ich beim Frisör.

Wähle also Spaß und Freude statt Langeweile und Ungeduld.

Entscheidungen treffen

Logischer Folgeschritt aus dem Reframing ist die Übernahme von Verantwortung für das eigene Befinden. Du triffst die Entscheidung, als was du durch das Leben gehst.

Da ich über das Thema Entscheidung schon einige Male gebloggt habe, empfehle ich dir bei Interesse neben dem Artikel darüber, wie du deine Entscheidung psychologisch korrekt mit einem Würfel triffst auch den Artikel darüber, wie du entscheidest, welche Entscheidung sich lohnt. Doppelt gemoppelt? Finde es heraus ;-)

Und weil wir schon dabei sind, ein thematisch passendes Video habe ich für dich auch im Angebot:

 

Das Leben ist endlich

Mein persönlicher Lieblings-Schubs kommt aus dem Buch der australischen Krankenschwester Bronnie Ware. Das Buch heißt „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ und kommt mit der folgenden Liste auf uns zu:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“ …
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“ …
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“ …

Mir reichen schon die ersten zwei, um mich sofort daran zu erinnern, dass ich sterblich und dass meine Zeit endlich ist. Ich möchte auf jeden Fall sagen können, dass ich mein Leben voll gelebt habe. Ich möchte bunt und laut, lecker und leise, schnell und langsam ausgekostet haben. Gefühle empfunden, Gedanken gedacht, Giraffen gestreichelt und unzähligen Wellen zugeschaut haben.

Das ist mein Leben.

Du hast deins.

Deine Wünsche, deine Ideen, deine Ängste und deine Fragen – all das ist es wert, Platz in deinem Leben gefunden zu haben.

Warten bringt nicht viel. Bei einem meiner Spaziergänge habe ich das folgende Foto gemacht:

petranovskaja godot warten

Das Leben ist endlich.

Du bist einmalig.

Warte nicht, lebe!

#schubs

petranovskaja Unterschrift signatur