Was alte Photos unserer Großeltern uns lehren (könnten)

Was alte Photos unserer Großeltern uns lehren (könnten)

Vor kurzem habe ich eine Webseite mit vielen Bildern entdeckt. Es wurden alte Fotos der eigenen Großeltern gepostet mit ein paar erklärenden Worten dazu.

Meine Urgroßmutter als erste Frau in Indien am Steuer… Mein Großvater am Tag bevor er in den Krieg zog… Meine Großmutter mit Hemingway… Mein Großvater bringt Einstein das Violine spielen bei…

Ich war gerührt, und habe natürlich automatisch an meine Großeltern gedacht und an die wenigen schwarz-weiß Fotos, die ich aus deren Jugend besitze.

petranovskaja großeltern mut

Das da oben sind nicht meine Großeltern, aber Bilder, die bei mir spontan Begeisterung auslösen. Für den Mut, die besonderen Merkmale, die Eigensinnigkeit und Einmaligkeit der Persönlichkeiten auf den Fotos. Männer und Frauen, lustig, nachdenklich und in einem Moment, an dem man sich dank des Fotos lange erinnert.

Und heute? Wie machen zum Teil Hunderte von Fotos pro Tag. Wir posten sie überall… wir erzählen der Welt permanent, was wir essen und trinken, wie das Wetter aussieht und mit wem wir gerade knutschen. Und? Wer am lautesten schreit, wird vielleicht zwischen all den anderen sogar tatsächlich wahrgenommen.

petranovskaja großeltern mut humor

Meine Großmutter hat mir die analoge Fotografie ans Herz gelegt. Alle paar Wochen hat sie auf einem Holzgitter auf der Badewanne in dem minikleinen Badezimmer ihren Vergrößerer aufgebaut mit den dazu gehörenden Wannen und die Bilder aus der alten Kamera aufs Papier gebracht. Gäbe es diese Badezimmer-Tage nicht, hätte ich kaum Erinnerungen an meine Kindheit – fast alle Bilder hat sie damals von uns gemacht.

Nun stell dir vor, deine Enkel wollen ihren Kindern etwas über dich erzählen und dabei vielleicht auch paar Bilder zeigen. Sollen sie dann wirklich dein Facebook oder Instagram Account aufrufen und all deine Posts anschauen?

  • Was würdest du von dir zeigen, wenn du nur fünf Fotos hinterlassen könntest?
  • Oder sogar nur drei?
  • Welche dieser Bilder sind noch gar nicht entstanden, weil du etwas noch nicht erlebt hast? Was schiebst du vor dir her?
  • Wer bist du wirklich?

Sollte sich die eine oder andere Frage nach Salz in der Wunde anhören, gern geschehen. Ich finde, man kann nicht früh genug damit beginnen, etwas zu tun und zu erleben, was WIRKLICH DEINS IST.

Viel Spaß dabei und liebe Grüße an deine Enkel!

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Frei sein. Rumsein. Sein.

Frei sein. Rumsein. Sein.

Oh, endlich einfach nur schreiben! Ohne Business im Kopf, ohne Grund und ohne Call to action…

Frei sein im Schreiben, diesen Blog einfach lieben dafür, dass es ihn gibt und niemandem gerade jetzt dienen wollen…

Frei sein… scheint banal zu sein, doch ist es das wirklich?

In einem Land, in dem wir wirklich frei sind, wie viel von uns sind frei?

Bin ich frei?

Frei sein

In St. Georg, einem Nachbar-Stadtteil, wird seit zwei Jahren dieser Spruch auf die Straße geschrieben: FREI SEIN. In bunter Kreide, Lebensdauer bis zum nächsten Regen. Ein Aufruf? Eine Botschaft? Eine Erinnerung? Ein Wunsch?

Passanten und Anwohner stutzen kurz, schütteln verwundert den Kopf oder grinsen sich eins. Man ging weiter. Um festzustellen, dass einen diese Nachricht an der nächsten Ecke wieder einholt. Und an vielen anderen. Dass man ihr nicht so einfach auskommt und dass sie, selbst wenn man sie ignorieren möchte, etwas mit einem anstellt.

Völlig unspektakulär, eher nett und harmlos, klopfen die bunten Buchstaben an irgendeine Synapse und stellen erneut ihre Frage. Bist du frei? Fühlst du dich so? Ist sie erstrebenswert für dich? Vermisst du sie? Wie lebst du so? Und fühlt es sich richtig an, wie du lebst? Bist du DU?

Hast du die Freiheit, immer wieder ja zu allem zu sagen? Hast du die Freiheit, ab und an NEIN zu sagen? Bist du frei in deinen Entscheidungen? Fühlst du dich stark – spürst du die breiten Flügel, die dich so weit tragen können, wie du dir das wünschst?

Bist du frei in der Wahl, der Nachrichten, die du empfängst? Kannst du selbst entscheiden, welche Sätze dein Bewusstsein erreichen? Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was die Nachrichten mit uns anstellen, die wir unüberlegt an uns heran lassen… Wie oft wir in unseren eigenen Denk- und Fühl-Prozessen unterbrochen werden… All das negative, destruktive, menschenverachtende, sexistische…

Rumsein

Seit ich Birgit Dierker kenne, ist Rumsein das neue große Glück.

Rumsein ist wie Rumsitzen oder Rumliegen. Nur ohne eine Aktivität dazu. Einfach nur da sein, ohne Auftrag und ohne gewünschtes Ergebnis. Achtsam, aber ohne Diktiergerät und Notizbuch. Man könnte denken, das ist wie Meditieren, doch ist das Meditieren schon wieder zu viel Tun. Eine Aktivität zu viel. Ein aktiv ausgeführtes etwas.

Rumsein ist anders.

Rumsein ist das Flow des Lebens. Nichts tun. Nicht darüber nachdenken. Nichts wollen. Nichts aktiv herbeiführen. Nichts auftanken oder abschütteln. Rumsein. Es ist kein Tun. Es ist ein SEIN.

Sein

“To be or not to be.” – Shakespeare

Das Thema ist so alt wie wir Menschen denken. Nun, ich denke (so wirklich) erst seit ein paar Dutzend Jahren, und darum sind mir meine Gedanken noch ganz neu und frisch, und weil ich heute frei bin von einer Pflicht oder einem Unterhaltungsanspruch, fasse ich kurz zusammen:

Manche sagen, man ist das, was man tut (To be is to do). Andere denken genau andersrum (To do is to be). Sinatra fast frei zusammen: “Do be do be do” und lässt mich immer wieder lächeln, so losgelöst.

Wenn das Sein kein Tun ist und dennoch damit verbunden, bin ich dann frei, wenn mein Tun freiwillig, aus freien Stücken und selbst ausgewählt ist? Ist das freie Sein stark an das freie Tun gekoppelt oder gibt es das freie Sein eben ohne das Tun?

Wie gesagt, ein paar Sonntagsgedanken vom grünen Sofa hatten heute einen Anspruch, aufgeschrieben zu werden, jedoch keinerlei Anspruch zu einem Aufruf, Schubs oder Aktion.

Frei,

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Wähle das Wählen

Wähle das Wählen

Jemand sagte: Das Wetter kann man nicht wählen.

Doch!, – sagte ich mir und buchte mir ein Wochenende in der Sonne.

Die Bundestagswahlen haben dieses Jahr für sehr viele Gespräche gesorgt. Vielleicht täuscht es aber auch nur, weil es gerade mal 10 Tage her ist. Oder weil mein Sohn (15) sich neuerdings sehr für Politik interessiert.

Ich interessiere mich für die Wege, unser menschliches Potenzial zu heben. Eine unpassende Antwort auf die Partyfrage: „Was machst du so beruflich?“ Aber eine ehrliche. Meine Partygespräche sind seither nie langweilig.

Wählen heißt verzichten

Deutsche Sprache ist eine schöne Sprache. So viele Wortspiele, gemeinsame Wortwurzeln, und manchmal reimen sich genau die richtigen Wörter perfekt aufeinander. Wie „Wahl“ und „Qual“ zum Beispiel.

Wählen ist eine Qual. Ob eine Bundestagswahl oder eine Kugel Eis beim Italiener – mit meiner Wahl entscheide ich, wie das Leben weiter geht. Im Großen oder im Kleinen. Denn zwischen dem, was wir schon haben (und kennen) und dem, was wir durch unsere Wahl herbeiholen, liegt die Ungewissheit. Was, wenn die gewählte Sorte nicht schmeckt? Und wenn ich etwas übersehen habe? Wenn ich jetzt heirate und morgen eine noch hübschere Frau treffe?

Je mehr Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen, desto schwieriger ist es für unser – sowieso mit Informationen überfülltes – System, eine entspannte Wahl zu treffen.

Wenn wir das eine wählen, wählen wir all das andere ab. Wenn ich VW kaufe, fahre ich keinen Mercedes. Und andersrum. Menno, das ist aber ungerecht!

Wählen hat Konsequenzen

Niemand niemand kann’s dir kann’s dir sagen sagen
Keiner keiner kennt die Antwort – die Antwort
auf alle alle deine deine Fragen Fragen
Du musst du musst nur verstehen – verstehen
wir ernten ernten, was wir was wir säen (säen)

Fanta 4

Im Fall von der Bundestagswahl werden wir die Konsequenzen sicher präsentiert und kommentiert erleben. Es wird ja jetzt schon genau analysiert, wie X angeblich Einfluss auf Y hat und warum Z dann unwahrscheinlich wird.

Manche Konsequenzen sehen wir nicht sofort. Manche begreifen wir nicht als Konsequenz. Weil – bis auf das Beispiel mit der Eissorte – die meisten Themen des Lebens komplex sind. Wir können die Konsequenz nicht linear verfolgen. Wir können nicht immer ernten, was wir säen (wählen), weil andere sich einmischen.

Am Beispiel Marmelade: Paul geht in Supermarkt und will Marmelade kaufen. Er weiß, dass seine Frau Erdbeere mag, doch er mag lieber Pfirsich. Weil Paul heute gut drauf ist, denkt er auch an seine Tochter und kauft ihre Lieblingsmarmelade – bittere Orange aus England. Zuhause angekommen und stolz wie Oskar, stellt Paul am Frühstückstisch fest, dass seine (pubertierende) Tochter von Orange nix wissen will und weder er selbst noch seine Frau bittere Orange mögen.

Das hat er sich anderes vorgestellt, der Paul. Nächstes Mal soll jemand anders die Qual der Wahl am Marmeladenregal haben. (das reimt sich ja schon wieder, Schenkelklopfer!)

Man kann nicht nicht wählen

Ob Paul nun mit oder ohne Marmelade nach Hause gekommen wäre, eine Wahl hätte er getroffen. Entweder für sich zu sorgen (Pfirsich) oder seiner Frau eine Freude zu machen (Erdbeere) oder sich bei seiner (pubertierenden) Tochter ein paar Punkte zu holen (ist nach hinten losgegangen). Beim nächsten Mal – das hat er auch schon entschieden – soll jemand anders wählen, er wählt das „sich ergeben der Wahl durch andere“. Das haben bei der Bundestagswahl 17 Millionen wahlberechtigte Menschen auch getan.

Wenn man nicht wählt, also nicht proaktiv und mit voller Überzeugung, wählt man das Andere. Das, was über bleibt. Das, was andere wählen. Man kann dan Glück haben oder Pech. Im Fall vom Glück, nun man kann das Ergebnis nicht auf eigenes Konto verbuchen. Im Fall vom Pech: Man kann versuchen, wie ein pubertierendes Kind die Nase zu rümpfen und zu sagen, das habe ich nicht ausgesucht. Das ändert das Ergebnis nicht.

Also ahoi, wähle das Wählen! Gehe mit offenen Augen durch dein Leben und suche aus, was DU haben willst. Sei dir bewusst, dass Wählen gleichzeitig verzichten bedeutet. Rechne mit Konsequenzen, die man nicht vorhersehen kann (es sind oft genug auch gute dabei!).

Sei der Gestalter deines Lebens. Der Surfer deiner Welle. Der Herr oder die Herrin deines Königreiches.

Viel Spaß dabei!

petranovskaja Unterschrift signatur

 

 

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Warum eine Nicht-Entscheidung auch eine Entscheidung ist

Ich mag das Thema Entscheidung (und Nicht-Entscheidung) und schreibe immer wieder gern darüber. Denn ich bin der Meinung, dass unser ganzes Leben aus Entscheidungen besteht. Mal geht es darum wie du festlegst, welche Entscheidung sich lohnt. Mal zeige ich dir auf, wie du eine Entscheidung mit einem Würfel treffen kannst. Ich philosophiere auch darüber, warum jede Entscheidung, die du im Leben triffst, zu 50% ein Zufall sein wird.

Heute freue ich mich über Unterstützung in diesem Thema. Mein Blogger-Kollege Benedikt Ahlfeld, der sich selbst auch Entscheidungsmacher nennt, stellt uns heute gute Fragen und gibt in dem folgenden Gastartikel eine Menge Tipps für dein Hin- und Her in diesem Thema.

Wie immer freue ich mich, wenn auch unter diesem Blogartikel eine Diskussion entsteht oder wenn du mich auf einem anderen Wege wissen lässt, was deine Gedanken sind.

Nadja Ende.

petranovskaja Benedikt Ahlfeld Nicht-Entscheidung

Warum eine Nicht-Entscheidung auch eine Entscheidung ist!

Wie gehst du persönlich mit dem Thema Entscheidungen um?

Fällt es dir leicht Entscheidungen zu treffen oder gehörst du zu den Entscheidungsmuffeln? Entscheidungen begleiten uns unser ganzes Leben lang. Wir lernen es bereits als kleine Kinder und trotzdem haben die meisten von uns als Erwachsener große Probleme Entscheidungen zu treffen. Doch was versteckt sich dahinter? Und ist es wirklich immer notwendig, sich für das eine und gleichzeitig gegen das andere zu entscheiden?

Wie wäre es, wenn wir immer den komfortablen Weg der Mitte gehen könnten oder uns vielleicht gar nicht entscheiden müssten?

Wo haben Entscheidungen ihren Ursprung

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wieso wir Menschen uns immer und immer wieder entscheiden wollen? Die Antwort auf die Frage ist ganze einfach: weil wir es können. Und genau das ist unser Problem! Blicken wir einige Schritte in der Evolutionsgeschichte zurück, war das Entscheidungsverhalten früher ausschließlich auf den Überlebensinstinkt ausgerichtet. Laufe ich von dem hungrigen Säbelzahntiger davon oder bleib ich stehen und lass mich fressen? In diesen Situationen war es nicht schwer, die richtige Entscheidung zu treffen.

Doch heute entscheiden wir nicht mehr über Leben und Tod, sondern wir entscheiden über alles, wirklich die kleinste Kleinigkeit im Leben. Es ist das Überangebot an Wahlmöglichkeiten, das es uns schwer macht, eine Entscheidung zu treffen. Es ist unser Unterbewusstsein, das uns blockiert und uns einfach nicht entscheiden lassen möchte. Natürlich hast du die Möglichkeit dich mit deinem Unterbewusstsein durch Methoden wie Hypnose auseinanderzusetzen und so an deinem Entscheidungsverhalten zu arbeiten, doch auch das musst du wirklich aus deiner tiefsten Überzeugung heraus wollen.

Sich entscheiden zu können ist eine Freiheit, die ich nicht missen möchte, doch trotzdem bin ich der Meinung, dass es in manchen Situationen auch nicht falsch ist, keine Entscheidung zu treffen. Denn eine bewusste Nicht-Entscheidung ist ein wichtiger Schritt.

Keine Entscheidung treffen und das aber richtig!

Natürlich macht es keinen Sinn, durch das Leben zu ziehen und einfach überhaupt keine Entscheidung zu treffen. Das ist auch gar nicht möglich, denn viele Entscheidungen des täglichen Lebens werden von uns unterbewusst getroffen. Doch es gibt durchaus Entscheidungen, wo du zu dem gesunden Schluss kommen kannst, keine Entscheidung zu treffen. Das sind Entscheidungen, bei denen es kein Pro und Contra gibt, das sind Entscheidungen, bei denen du persönlich voreingenommen bist und nicht neutral entscheiden könntest oder es sind Entscheidungen, die nicht nur dich, sondern auch andere Menschen gleichzeitig betreffen. Doch bevor du dich dafür entscheidest, dich nicht zu entscheiden, solltest du folgende Punkte beachten.

  • Mach dir Gedanken über die Alternativen – Bevor du für dich entscheidest, keine Entscheidung treffen zu wollen oder zu können, ist es notwendig, dir Gedanken über die Entscheidungssituation zu machen. Welche mögliche Entscheidungsalternativen stehen dir zur Wahl? Wieso kannst du dich zwischen mehreren dieser Alternativen nicht entscheiden? Kannst du die eine oder die andere Alternative ausschließen, bist du schon einen Schritt weiter. Bleiben aber dennoch mehrere Alternativen übrig, die für dich gleichwertig sind, macht es durchaus Sinn, bewusst keine Entscheidung zu treffen.
  • Verschaff dir Klarheit über die Konsequenzen – Welche Konsequenzen hat es für dich, wenn du keine Entscheidung triffst? Kannst du wirklich mit allen in Frage kommenden Alternativen gleichwertig leben? Lassen sich alle Alternativen mit deinen Zielen vereinbaren und kommen ihnen nicht negativ in die Quere?
  • Frag nach Hilfe – Was fehlt dir, um eine Entscheidung zu treffen? Du musst nicht immer alles alleine machen. Frag andere Personen nach Hilfe. Vielleicht war eine andere Person schon einmal in einer ähnlichen Situation und kann dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
  • Irgendjemand muss entscheiden – Wenn du nicht entscheidest, ist es nicht schlimm. Doch die Dinge geschehen nicht von selbst. Triffst du keine Entscheidung, wird es jemand anders tun. Aus diesem Grund ist es wichtig, im Vorfeld die möglichen Entscheidungsalternativen für dich einzugrenzen und nur diese Entscheidungsalternativen den anderen Entscheidungsträgern als Basis vorzulegen.
  • Akzeptiere die Entscheidung anderer – Kannst du dich zu einen Thema, das dich betrifft nicht entscheiden, ist es notwendig, die Entscheidung von anderen zu akzeptieren. Es ist notwendig, alles daran zu setzen, diese Entscheidung letztendlich trotzdem als gemeinsame Entscheidung zu sehen und das Ziel gemeinsam zu verfolgen. Und es ist notwendig, sich gleichzeitig von den Entscheidungsalternativen, die nicht gewählt worden sind zu verabschieden.

Sich in bestimmten Situationen nicht entscheiden zu können ist keine Schwäche. Es ist ein Zeichen größer menschlicher Stärke sich einzugestehen, sich nicht entscheiden zu können und stattdessen einen anderen zu bitten für dich, oder gemeinsam mit dir, zu entscheiden. Auch wenn du keine Entscheidung triffst, lass dir auf keinen Fall deine persönliche Meinung nehmen. Gib deine persönliche Meinung und Einschätzung zu diesem Thema preis und erklär wieso du in der Situation nicht in der Lage bist eine Entscheidung zu treffen. Und egal, ob Entscheidung oder Nicht-Entscheidung, jede neue Situation ist eine neue Erfahrung, die dir im Leben keiner nehmen kann.

Über den Autor:

Benedikt Ahlfeld ist Trainer, Autor und Entscheidungsmacher. Er zeigt, wie man selbstbestimmte Entscheidungen trifft und damit seine volle innere Kraft nutzt. Besuche ihn auf www.BenediktAhlfeld.com und finde heraus, wie du dein Leben nach eigenem Standard gestalten kannst.

PS: Trapst du gerade auf der Stelle rum und möchtest voran kommen? Hier findest du 40 Gründe, dich für ein Coaching zu entscheiden.

40 gute Gründe für Coaching

V wie Vlow

Wir leben zwar nicht mehr im Industriezeitalter, sprechen jedoch immer noch deutlich öfter von Leitung und Effizienz als vom Flow und Glück. Warum ist das so? Anlässlich des 5. Projektmanagement Camps in Berlin fasse ich ein Paar Gedanken zusammen.

Lasst uns beten

Früher, da waren die Dinge für uns geregelt. Freitags Fisch, Sonntags in die Kirche. Als Frau musste man sich keine Gedanken um Karriere machen. Leben war quasi bereits wie ein Teppich vor einem ausgebreitet, man marschierte einfach durch, und alle sieben Tage hieß es dann: Lasst uns beten.

Und heute?

Manche Musikautomaten sind so eingerichtet, dass man von ihnen auch zwei Minuten Stille kaufen kann.

Wir nennen es Komplexität. Weil es so viel ist und so mit einander verwoben ist. Dynamik, weil die Geschwindigkeit zugenommen hat. Und wir behaupten, Dinge seien nicht vorhersehbar und sprunghaft. Wir müssten uns darauf vorbereiten. Bücher, Trainings, Konferenzen zu VUCA.

Und alles warum?

Alle Kopfhaare zusammen wachsen im Monat einen Kilometer.

Mag sein, dass die Welt anders geworden ist. Vielleicht ist sie das aber auch nicht. Wir haben bloß gelernt, diese Dynamik und Komplexität zu erkennen. Durch das Internet, durch die unbegrenzte Zahl der Möglichkeiten, etwas zu erfahren und durch die Zahl der Kanäle, die uns permanent berichten, was los ist.

Fahre mal ins Grüne

Schalte paar Geräte aus, lege dich mit einer Picknickdecke auf eine Wiese und schließe die Augen. Nichts erinnert dich hier an Volatilität oder Mehrdeutigkeit.

Je länger ich mich in der Natur aufhalte, desto leichter fallen mit Entscheidungen, habe ich festgestellt. An einem Strand mit Muscheln und Sand scheinen Dinge nur halb so komplex zu sein wie am Schreibtisch. Mit dem Duft des Waldbodens in der Nase regt mich auch der schwierigste Kundenmitarbeiter nicht auf.

Mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen verbraucht pro Stunde 150 Kalorien.

Und darum schreibe ich heute nicht über V wie Vertrauen und Vernetzung, V wie Verantwortung und Verpflichtung, V wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit, V wie Vision und Visualisierung … sondern über V wie Vlow. Na gut, Flow.

Happiness macht Kindern Flow und Erwachsenen ebenso

Begriffe, die für die PM Camp Blogparade vorgeschlagen wurden, sind toll. Und auch zu “normal”. Es wird schon so viel über Verantwortung und Vernetzung gesprochen und geschrieben. Aber zu wenig über Flow und Happiness Management.

Wir leben im 21. Jahrhundert, doch messen wir die Arbeit immer noch in Stunden. Wir koppeln Gehalt an Fleiss und Leistung. Das sind lineare Modelle aus der “alten” Welt, heute schwer aufrecht zu erhalten.

Professor Hüther, deutscher Hirnforscher, fasst die Lage zum Thema Motivation und Umsatz so zusammen:

Viele Führungskräfte haben leider noch das aus dem vorigen Jahrhundert stammende Welt- und Menschenbild im Kopf: das einer auf maximale Ressourcenausnutzung orientierten Gesellschaft. Da muss man Dressurmethoden einsetzen, Konkurrenz schüren, Fachidioten ausbilden, Abhängigkeiten erzeugen und klare Hierarchien und Karriereleitern aufbauen. Da muss man ständig neue Maßnahmen, Regeln und Kontrollverfahren einsetzen und möglichst viel Druck erzeugen, damit man den Wettkampf um die noch verfügbaren Ressourcen gewinnt. Kurzfristig mag das auch heute noch gelegentlich funktionieren, aber langfristig führt dieses alte Muster in Sackgassen. Diese nennen wir dann »Krisen«.

Mir reicht’s, ich gehe schaukeln!

Ich schreibe meine Artikel nicht aus Langeweile. Es tut mir weh zu sehen, wie viele Menschen sich tag täglich zur Arbeit “schleppen”. Ich finde das nicht gut, dass wir wöchentlich unsere wertvolle Energie mit sinnlosen Meetings verbringen. Ich bin dagegen, dass wir alle zusammen unser menschliches Potenzial zu Grabe tragen.

Ich will das nicht hinnehmen. Egal ob als Berater, Coach, Fluggast oder Freund, ich setze mich in jedem Kontext und zu jeder Tageszeit dafür ein, dass wir aufhören, uns wie Maschinen zu drillen und unsere Pobacken bis zum Burnout zusammenzukneifen. Ich möchte, dass wir akzeptieren, dass wir schillernde, facettenreiche Wesen sind und als solche behandelt werden dürfen.

95 des Meeres sind noch unerforscht.

Und manchmal denke ich, dass wir uns als Homo sapiens auch noch nicht ganz so gut kennen. Obwohl wir im 21. Jahrhundert sind, herrscht vielerorts immer noch die Meinung, man könne die Menschen genau so behandeln wie vor hundert Jahren. Man nimmt die neuesten Erkenntnisse der Motivationsforschung und bemüht sich darum, die Mitarbeiter zu motivieren. Mit Lob, mit hübschen Möbeln und anderen externen Anreizen.

Der Fehler dabei: egal, um welchen externen Motivations-Anreiz es sich handelt, diese sind nicht nachhaltig. Und: in der Zeit, wo Dynamik und Komplexität stetig zunehmen, verlieren viele Unternehmen die Übersicht, an welchen Stellen welche Maßnahmen und Projekte wirksam sind oder waren.

Let the children play

Wenn man spielende Kinder anguckt und sieht, wie konzentriert diese bei der Sache sind, könnte man sich fragen, warum man solche Bilder selten in Unternehmen vorfindet. Warum ist es für uns scheinbar so schwer, die Begeisterung für das, was wir tun, mit in das Berufsleben zu übertragen?

 Kurzer Exkurs: Wie wirkt Happiness auf unser Körper?

Ein finnischer Forscher – Dr. Lauri Nummenmaa, Assistant Professor Cognitive Neuroscience an der Aalto University School of Science in Finnland – hat die Frage untersucht, wo in unserem Körper welches Gefühl zuhause ist. Denn meistens wird vermutet, die Emotionen entstehen in unserem Gehirn. Für seine Studie wurden Probanden gefragt, welche körperlichen Empfindungen sie bei einer Reihe von Emotionen spüren. Die Empfindungen wurden – aus dem “Normalzustand” aus – in die positive oder negative Richtung beschrieben und festgehalten. Interessant ist, dass es keine großen kulturellen Unterschiede zwischen Probanden aus Finnland, Schweden und Thailand gab. Das Ergebnis ist auf dem Bild oben sehr anschaulich zusammengefasst.

Nicht mal die Liebe schafft es, dass der Körper durchgängig “erhellt” ist. Nur im Zustand der vollen Zufriedenheit und Sorgenfreiheit (Happiness) sind wir in allen unseren körperlichen Anteilen leicht, warm und beflügelt. Und was ist – aus der Sicht der Produktivität – alles möglich, wenn wir bei der Arbeit so viel heller im Kopf sind?

(Mehr dazu in meinem Artikel über Zusammenhang von Glück und Produktivität.)

Es gibt kaum kurzsichtige Aborigines.

Happiness Management ist das Bestreben, jedem Menschen die Rahmenbedingungen zu geben, in denen er sich als Persönlichkeit wohl fühlt und voll entfalten kann. Dabei liegt der Fokus auf dem Potenzial des Menschen und den Fähigkeiten, die in ihm stecken. Wie man das erreicht?

Es ist so einfach wie kompliziert: Indem man Arbeitsbedingungen schafft, in denen sich das Arbeiten wie ein Spiel anfühlt. Die psychologischen Bestandteile solcher Umgebung sorgen für die Befriedigung der sogenannten Wachstumsbedürfnisse: Kompetenz, Autonomie und Verbundenheit.

Mit KOMPETENZ ist das Streben nach fachlicher Perfektion gemeint, d.h. hinsichtlich eines bestimmten Aspektes möglichst effizient bzw. wirksam zu handeln. Verantwortlich zu sein, Befugnis über Entscheidungen zu haben sorgt für einen starken Handlungsantrieb.

Das Bedürfnis nach AUTONOMIE beschreibt das Verlangen, möglichst aus freien Stücken – also frei von Zwängen – agieren zu können. Daher ist AUTONOMIE nicht mit Individualismus oder Egoismus gleichzusetzen. Hier geht es darum, wie frei eine Entscheidung getroffen werden kann und ob externe Einflüsse die Entscheidung einschränken. Es handelt sich hier um den Handlungs- bzw. Spielraum.

VERBUNDENHEIT bezieht sich auf den Wunsch, die Zuneigung und Fürsorge anderer zu erfahren sowie dies selbst auch anderen zukommen zu lassen. Wichtig ist, dass für den Erhalt der geistigen Gesundheit alle Bedürfnisse befriedigt werden müssen.

Statt Spielräumen und Entscheidungsfreiheit trifft man in vielen Organisationen heut zu Tage leider eher Zeit- und Leistungsdruck. So sind die meisten Mitarbeiter in ihren Möglichkeiten gehemmt und bringen nicht die gewünschten Ergebnisse.

V wie Vazit ;-)

Der Flow Zustand ist flüchtiger als Spiritus. Doch scheint dieser direktproportional mit dem Glücksgefühl zusammen zu hängen. Wer in seinem Unternehmen für fortlaufende geistige Entwicklung und das geistige Wohlbefinden seiner Mitarbeiter kümmert, kann den Herausforderungen der Zukunft gut standhalten. Die Dynamik und die Komplexität der Themen, die auf uns zukommen, lässt sich nur mit zufriedenen Menschen voller Flow, Energie und Antrieb meistern.

Amen.

petranovskaja Unterschrift signatur

*In diesem Artikel wurde das unnütze Wissen aus dem entsprechenden Buch von Neon genutzt. Ich danke allen, die dieses Buch zusammengestellt haben – es bringt mich immer wieder zum Lachen und Nachdenken.

 

PS: Habe eine wunderbare Vervollständigung meiner Gedanken im Blog von Henrik Kniberg gefunden und ein tolles Video mit vielen guten Tipps, die nicht nur für Selbständige sehr wertvoll sind:

 

 

Über das Auflösen des sequentiellen Lebensweges und das neue Miteinander

Wir reden dieser Tage viel über die Arbeit. Arbeit 4.0 heisst sie dann manchmal. Oder New Work. In einem früheren Artikel habe ich bereits ausgeführt, was mich aufregt. Heute möchte ich zwei Gedanken dazu vertiefen: das Auflösen des sequentiellen Lebensweges und das neue Miteinander.

Lesen, lernen, neugierig sein

Früher, da war der Lebensweg so ziemlich klar. Man ging zur Schule, erlernte dann einen Beruf – mit oder ohne Uni – und arbeitete dann, bis die Rente kam. In der heutigen Zeit ist sowohl die Rente als eben diese Berufsbildung unsicher, ungewiss, unklar.

Früher, da gingen die Dinge sequentiell. Nacheinander konnte man die Scheibchen jeder Lebensphase durchleben.

Damit ist Schluss.

Wir leben die verschiedenen Phasen parallel. Nachdem wir lange genug über das Unwort “Work-Life-Balance” diskutiert haben und festgestellt haben, dass Leben und Arbeit keine Feinde sind, suchen nun immer mehr Menschen Erfüllung in der Arbeit. Darum bauen zum Beispiel viele Firmen die Büros so um, dass man sich zwischendurch ausruht oder in einer kreativen Atmosphäre trifft. Das industrielle, funktionale, tritt zurück. Das ganzheitliche, humane kommt zum Vorschein.

Dafür!

Doch damit nicht genug. Wo früher die Arbeit streng nach der Lernphase kam, gibt es in meinem Bekannten heute kaum noch einen Studenten ohne duales Studium. Die neue junge Generation hat sichtbar wenig Lust, lange Jahre auf der ungemütlichen Unibank zu sitzen. Diplome werden abends bei den Online-Universitäten gemacht. Jobs werden gewechselt, damit man dazwischen Zeit hat, Peru zu bewandern und irgendwo in Afrika an einem gemeinnützigen Projekt mitzuarbeiten.

Alles parallel. Paradigmenwechsel.

petranovskaja drei felder des lebens

Einander ertragen

Wir brauchen neue Überlebens-Fähigkeiten. Früher waren es Hunger, Kälte und ein Säbelzahntiger, von denen wir uns schützen mussten. Heute ist es für die meisten von uns die Informationsflut. Wie viele von uns sind mittlerweile besser in iPhone aktualisieren als in eine gepflegte Konversation führen? Wir sind so sehr mit dem schnellen, flüchtigen, blinkenden beschäftigt, dass ein echtes philosophisches Gespräch Kopfschmerzen erzeugt. Wir haben Aufmerksamkeitsspanne von einem Goldfisch (ca. 7 Sekunden).

Wir verbringen zu wenig Zeit miteinander. Und wenn wir miteinander sitzen, dann zeigen wir einander, wie gut wir unsere Smartphones im Griff haben. Oder weißt du, welche Augenfarbe deine Kollegen haben und wie sie aussehen, wenn das Wochenende richtig entspannt war?

Es mag ja sein, dass technische Skills notwendig sein werden, um in der Zukunft der Arbeit zu bestehen. Ich halte jedoch das Aktive Zuhören nach 20 Jahren in der Wirtschaft für eine der wichtigsten und selten anzutreffenden Kernkompetenzen jeder Person, die irgendwas erreichen will.

Ach übrigens, um andere zu ertragen, sollte man sich selbst zuerst ertragen können. Damit fängt das an.

Willst du schnell lernen, dich selbst zu ertragen? Hier mein Video für dich dazu:

Möge dein Tag gut zu dir sein!

petranovskaja Unterschrift signatur

Was mich am Change Management und dem Umgang damit zum Durchdrehen bringt

Neuerdings schreibe ich Artikel anders. Vermutlich bin ich reifer geworden. Heute fasse ich zusammen, was mich an dem – zugegeben sehr großen – Thema Change Management und dem Umgang damit zum Durchdrehen bringt.

Durchdrehen ist ja erstmal wertfrei. In meinem Fall meine ich, dass ich eine emotionale Reaktion auf vielerlei Artikel, Bücher, Gespräche und konkrete Situationen verspüre. Letztendlich war es der Blogparade-Aufruf von intrinsify.me, der mir den Ruck gegeben hat, Position zu beziehen. Darum fange ich einfach an mit der Antwort auf die Frage:

Wie schlagen wir Brücken von alt zu neu?

  1. Sorry, Jungs. Seit ich längere Zeit mit einem Linguisten zusammen gearbeitet habe, sind mir Wörter und Satzformulierungen extrem wichtig. Die Frage “Wie schlagen wir Brücken von alt zu neu?” gaukelt vor, dass das “Neu” schon da ist und ich nur noch eine Brücke bauen muss.
  2. Außerdem meint man, dass entweder das eine (Alt) oder das andere (Neu) liebenswert sind und wir eine Brücke brauchen, um das eine zu verlassen und das andere zu erreichen. Siehe weiter unten “machbare Vorschläge”, Nummer 1.
  3. Wenn es nur um die Frage ginge, wie man Brücken schlägt, wäre meine Antwort a) einfach machen und falls mich dann noch ein verunsichertes Gesicht anschauen würde wäre passender b) das mit dem Schiff und der Sehnsucht nach dem Meer, ihr wisst schon, Herr Antoine und das sehr oft genutzte Zitat.

Aber darum geht es ja nicht. Der Artikel von intrinsify setzt sich sehr ausgiebig mit dem Begriff, der Handhabung, der Nutzung und Abnutzung von Change Management auseinander, was an sich toll ist. Wirklich. Das ist für mich die helle Seite der Internet-Macht: das wir einander über das Internet unsere Gedanken mitteilen. Und dennoch hat mich gerade dieser ausgiebige Artikel daran erinnert, was mich so nervt.

Was mich beim Thema Change Management zum Durchdrehen bringt, eine Liste

a. dass es meistens so viele Worte und lange Texte braucht, um sich zum Thema Change auszulassen. Mein Lieblingsmentor Niels Pfläging schrieb dazu ein Essay, welches für Aufregung sorgte. Im englischsprachigen Raum müsste ich mich Tage einschließen, um nur die wirklich krassen Sachen dazu zu lesen. Schlauer fühle ich mich nach diesen Wortschlachten nicht.

b. dass fast jeder meint zu wissen, worum es geht und wie es funktioniert. Praktisch jeder Mensch meint, nur weil er schon mal “Betroffene zu Beteiligten” gelesen oder gehört hat, weiß er, was los ist. Wenn ich dann ab und zu zwischen so vielen Experten für Change sitze, frage ich mich, warum einer davon nicht ausreicht.

c. dass wir Komplexität zu simplifizieren versuchen, nur um das Gefühl zu haben, dass wir oben auf sind und die Kontrolle haben. Blödsinn! Komplexes lässt sich nur gemeinsam bewältigen, und da jede Change Situation individuell ist, gibt es für richtigen, echten Change keine Best Practice. Ja, es gibt Berichte, wie andere es gemacht haben – und?

d. dass man so viel redet und so wenig tut. Meine Güte, das Ganze wird nicht weniger komplex und es wird nicht weniger “menscheln” (ein Unwort des Jahrhunderts!), wenn wir stundenlang darüber sprechen.

Ich finde, das reicht. Sonst rede ich mich ja noch über meine eigene Schwafelschwafel auf!

Nun ab nach vorn:

Kurze Übersicht für entspannten Umgang mit Change

  1. Koexistenz respektieren: Alt und Neu nicht wie zwei Ufern betrachten, die voneinander getrennt sind und wo man eine Brücke braucht. Stattdessen sind Alt und Neu wie zwei Wesen, die parallel zueinander immer gleichzeitig im Raum sind.
  2. Ehrlich sein: Wie Peter Kruse vorschlägt, nur das managen, was man wirklich beeinflußen kann. Bei ihm heisst es “direkte und indirekte Variablen”. Eine Unternehmenskultur kann man z. B. nicht formen. Man kann auch die Motivation der Mitarbeiter und deren Unlust nicht managen. Innovationskraft, Kreativität, Lernfähigkeit – all das sind indirekte Variablen, und wie man dahin kommt, dass sie sich in gewünschte Richtung verändern, weiß kein Master Plan.
  3. Vertrauen. Wer Veränderungen in engen Kreisen als “Retortenbabys” zur Welt bringt, darf sich nicht wundern, dass nix passiert. Immer, wenn ich nach einem Führungskräfte-Workshop höre, man müsse sich abstimmen, wie man am Folgetag den Mitarbeitern sagt, was los war, kriege ich Migräne. Kein Vertrauen geben, aber Vertrauen erwarten, echte Milchmädchenrechnung!
  4. Wave and smile. Ja, man braucht dicke Haut, wenn man losmarschiert und heute – wo doch jeder weiß, wie Change geht und was VUCA ist und all das andere – behauptet, den nächsten Change anzustoßen. Man muss eine Menge ertragen, man muss immer einmal öfter aufstehen, als man hinfällt und man sollte immer lächelnd durch das Unternehmen laufen.

Warum?

Weil wir gerade die Zukunft des Unternehmens gestalten und sicherstellen. Wir sind Schöpfer, Erschaffer, Kreative bei der Arbeit. Wir sind mutig, ehrlich, zuversichtlich und optimistisch. Wir glauben, dass Veränderung möglich ist und wir lassen uns weder von klugen Modellen noch von noch viel klügeren Propheten davon abhalten, lösungsorientiert weiter zu machen.

Ahoi!

Nadja Petranovskaja Signatur

Zukunft der Arbeit: Was mich aufregt

Zukunft der Arbeit: Was mich aufregt

Gedanken zum 1. Mai, Tag der Arbeit

Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen
Genug ist zu wenig – oder es wird so wie es war
Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders

Herbert Grönemeyer – “Bleibt alles anderes”

Es ist 1. Mai, und es ist Montag. Am Tag der Arbeit arbeitet kaum jemand, und ich denke, die meisten von uns freuen sich über diesen Feiertag. Besonders, wenn das Wetter gut ist.

In meiner Heimat sind wir am 1. Mai meistens auf die Straße gegangen, zur Demo. Worum es ging? Um Solidarität. Zeigen, dass wir da sind. Zusammenhalten. Sich beteiligen.

Hier in Hamburg ist der 1. Mai ein Tag voller Schlagzeilen. Krawalle, Wasserkanonen, Polizeieinsatz, kaputte Fensterscheiben, Angst um Ausschreitungen. Wer nicht radikal ist, macht einen großen Bogen um die Schanze.

Work is not a job.

Catharina Bruns, Unternehmerin

Keine Demos zur Zukunft der Arbeit? Nope. Eher Konferenzen, auf denen man sich für teueres Geld Vorträge von schlauen Leuten anhören darf. Oder Online-Diskussionen bei Xing. Oder beunruhigende Beiträge in den Medien. Soeben habe ich einen Artikel von der Bertelsmann-Stiftung kommentiert… Die Überschrift lautete: “Tag der Arbeit: Doch wie viele werden in Zeiten der Roboter-Technik noch Arbeit haben?”. Meine Antwort:

petranovskaja arbeit

Was mich aufregt

Es regt mich auf, dass wir – und hier spreche ich von dem Wir meiner zweiten Heimat Deutschland – wenig Wir-Gefühl haben (Ausnahme: Fussball-Weltmeisterschaft). Dass es wenig Zusammenhalt gibt. Und dass sich nur sehr wenige an der Gestaltung der Zukunft beteiligen.

Es regt mich auf, dass diejenigen, die sich an der Gestaltung der Zukunft der Arbeit beteiligen, möglichst schnell ein Markenlogo drauf und ein Preisschild dran machen. Erinnert mich an das geschützte “Schland” Wort. So schließt man schnell diejenigen aus, die sich mit so etwas nicht auskennen oder eher frei mitwirken wollen.

Es regen mich 3.0, 4.0 und andere sinnlose Buchstaben und Zahlen. Unnötige Verkomplizierung von ohnehin komplexem Material.

Es regen mich Betriebsräte auf, die angstgetrieben so viele gute Initiativen ausbremsen oder stoppen.

Es regen mich Politiker und Lobbyisten auf, die nicht wissen, worum es geht, aber trotzdem öffentlich Stellung beziehen zu “Man muss was tun”. Wer ist “man”?

Es regt mich auf, dass wir einander oft sehr schlecht zuhören. Dass wir unsere Sehnsüchte, Bedürfnisse und Wünsche nicht kennen. Dass wir weder uns selbst zugeben, wie sehr wir überfordert sind.

Zukunft der Arbeit

Ja, alles dreht sich. Ja, es ist viel, komplex und unvorhersehbar. Keiner weiß, was morgen kommt und wo es dann weh tut.

Keiner weiß, was morgen kommt und wo es dann weh tut.

Perfekte Ausgangslage, um in Bewegung zu kommen. Genau die richtigen Rahmenbedingungen, um in Bewegung zu bleiben. Stillstand ist der Tod.

Apropos Tod

Diejenigen, die viel Macht und Einfluss auf das, wie unsere Gesellschaft sich entwickelt, sind – zumindest biologisch – dem Tod viel näher, als die, die noch viel Zeit in der neuen Arbeitswelt verbringen werden. Mittfünfziger bis Mittsechziger, Anzüge, Privilegien, gewohnte Strukturen – warum sollten die bitte schön etwas ändern wollen?*

Und die Mittzwanziger bis Mittdreißiger? Viel zu viele passen sich an. Dem Wortschatz, dem Verhaltenskodex, dem Mindset. Manch sprechen von Karriere, als hätten wir da draußen 1974.

Viel zu viele passen sich an.

Zum Glück gibt es die anderen. Die jungen Wilden, die sich nicht anpassen. Nur dass sie auch selten dort reingehen, wo Veränderungen nötig sind. Sie gründen ihre eigenen Unternehmen, wandern nach Asien aus und leben dort als Digitalnomaden, finden ihren Weg – vorbei an dem Mainstream.

Mag sein, dass sich auf diesem Wege auch viel verändert. Dass durch – Achtung Buzzword – Fachkräftemangel und fehlenden Nachwuchs diejenigen einfach aussterben, die sich nicht verändert haben. Wäre voll das Darwinsche Prinzip. Doch auch dies – zugucken müssen, wie fähige, fitte Leute auf ihre Rente warten – regt mich auf.

Vielleicht sind wir zu satt? Wir haben zu viel, es fehlt uns an nichts, wir jammern auf dem allerhöchsten Niveau dieses Planeten. Aus so einem Zustand entstehen selten Impulse für wirkliche Veränderungen. Weil wirkliche Veränderungen nicht immer angenehm sind.

Vielleicht sind wir zu satt?

Mein Beitrag

Nun, meckern kann jeder. Was tue ich?

  1. über die Zukunft und unsere Möglichkeiten schreiben und sprechen
  2. mich bei verschiedenen Initiativen beteiligen und einbringen
  3. lesen, lernen, neugierig sein, weiter gehen
  4. andere schubsen, motivieren, an- und aufregen, bis sie auch in Bewegung sind
  5. Vorbild sein: mutig, optimistisch, emotional

Und was machst du?

Nadja Petranovskaja Signatur

*Nicht falsch verstehen: Ich arbeite viel mit den Managern über 50, und es gibt grandios gute Vordenker und Entscheider unter ihnen. Um das Mindset dieser Generation dem Neuen gegenüber offen zu machen, braucht es viel Geduld. Doch der Einsatz von Zeit und wertschätzender, liebevoller Umgang mit der erfahrenen Generation lohnt sich immer! 

Fünf Gründe, dich mit glücklichen Menschen zu umgeben

Fünf Gründe, dich mit glücklichen Menschen zu umgeben

Glück ist etwas individuelles. Jeder empfindet anders, jeder sucht woanders. Das Gute ist: wir können einander dabei unterstützen, dass jeder auf seine Art und Weise glücklicher, zufriedener ist. Am Besten geht das, wenn wir uns jeden Tag darauf fokussieren, was in unserem Leben bereits gut läuft und einander gaaaaanz viel darüber berichten.

Allein glücklicher werden ist schwer. Es ist vom großen Vorteil, sich mit Menschen zu umgeben, die ihr Glück bereits gefunden zu haben scheinen. Hier sind meine fünf Gründe, sich mit zufriedenen, glücklichen Menschen zu umgeben:

1. Glück ist ansteckend

Der beste Weg, dein eigenes Glück zu finden, ist, diejenigen zu finden, die es bereits gefunden haben. Menschen, die Zufriedenheit ausstrahlen, wissen, wie man diesen Zustand pflegt wie man Glück mit anderen teilt. Gehe gedanklich die Liste deiner Freunde, Verwandter und Bekannten durch und finde raus, wer am glücklichsten zu sein scheint. Verbringe möglichst viel Zeit mit diesen Menschen und du wirst sehen, dass deine Sicht auf die Welt sich verändert.

2. Lachen verbindet

Wenn wir Zeit miteinander verbringen, wälzen wir gern ernste Themen. Wir philosophieren, diskutieren und finden Lösungen für Probleme. Das ist sicher eine gute Sache. Eine andere gute Möglichkeit, dich mit anderen Menschen zu verbinden ist, zusammen zu lachen und Spaß zu haben. Wer bringt dich zum Lachen? Wem kannst du mit einem Witz Bauchmuskelkater generieren? Diese Menschen sind die richtigen für das Vermehren deiner Lachfalten und deiner Glückshormone!

3. Weniger Jammern ist für alle gut

Wir alle wissen, das Leben kann schwer sein. Wir alle haben unsere Kämpfe. Darum ist es so wunderbar, Zeit mit Leuten zu verbringen, die sich so gut wie nie beschweren und weder Zeit noch Energie fürs Jammern aufwenden. Wir können sie blauäugig nennen oder für unverbesserliche Optimisten halten, aber es ist tut richtig gut, ein paar solcher Menschen immer wieder (und immer öfter) in unserer direkten Nähe zu haben.

4. Lerne verschiedene Bewältigungsstrategien

Wir alle haben unsere Strategien für den Umgang mit harten Tagen und rauen Zeiten. Aber es kann nicht schaden, neue Inspiration und neue Ideen aufzuschnappen. Schließlich können wir noch nicht alles berücksichtigt haben. Ein Spaziergang mit einem Menschen, der im Leben schon einiges durchgestanden und sein Glück gefunden hat, kann viele neue Perspektiven auf eigene Lage der Nation liefern.

5. Wir sind die Summe der Menschen, die uns am nächsten sind

So oder ähnlich wird dieses Sprichwort immer wieder zitiert. Nun, ich habe meine persönlichen Erfahrungen mit den Veränderungen meines Freundeskreises gemacht und ich bin zufrieden! Schau dir also die Menschen an, mit denen du oft deine Zeit verbringst und frage dich: Will ich so werden? Bewundere und respektiere ich diese Menschen? Fühle ich mich zu glücklichen Menschen hingezogen?

Wenn nicht, ist es vielleicht an der Zeit, sich neue Gesichter und neue Inspiration zu holen. Eine Unterstützung kann dabei die Monchu-Methode sein.

Übrigens, nicht jeder von uns ist gern unter Menschen. Wenn du eher introvertiert bist und dennoch deine Umgebung gestalten willst, kann Lesen von Büchern, Blogs oder Newslettern und Anschauen von Videos dein Weg sein.

Wer will, findet Wege ;-)

Herzliche Grüße,

Nadja Petranovskaja Signatur

 

 

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Vier pragmatisch einfache Tipps für den Umgang mit schwierigen Zeiten

Vier pragmatisch einfache Tipps für den Umgang mit schwierigen Zeiten

Der Umgang mit den schwierigen Zeiten fällt uns nicht leicht. Wir fühlen uns überfordert, sehen den Wald for lauter Bäumen nicht und haben das Gefühl, alles bricht über uns zusammen.

Tipp Nummer 1: Du bist mehr, als das, was gerade ist

Prüfe, was von dem, was dir gerade schwierig ist, wirklich ist  – und was nur in deiner Wahrnehmung (oder weil du etwas zum ersten Mal erlebst) schwierig ist. Byron Katie, eine mutige Frau und Bestsellerautorin, hat dazu vier sehr hilfreiche Fragen formuliert. Setze dich in Ruhe hin, denke an das, was für dich gerade schwierig ist und beantworte dann:

  1. Ist das wahr?
  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?
  4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Wenn du diesen Tipp jetzt spontan hilfreich findest, empfehle ich dir die offizielle detaillierte Anleitung zu nutzen.

Tipp Nummer 2: Sprich mit jemandem, der gut zuhören kann

Es sind nicht immer die Freunde, die einen gut kennen, die in einer (dann auch für sie) neuen Situation gut zuhören können. Viele von uns neigen auch zu schnell dazu, Lösungen zu suchen und Vorschläge zu machen, was du tun sollst. Es ist meistens sehr hilfreich, wenn man seine Sorge und seine Verwirrung mitteilen kann – einfach nur erzählen und sich selbst dabei beobachten.

Nach einem guten Gespräch mit einem guten Zuhörer erscheinen einem die Schwierigkeiten – wie in dem Sprichwort “Geteilte Sorgen sind halbe Sorgen” –  gar nicht mehr so schlimm.

petranovskaja punkt

Tipp Nummer 3: Sehe groß!

Eine Geschichte zum Nachdenken, die du vielleicht schon kennst:

Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Er verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Studenten auf die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Nun erklärte der Professor folgendes:

“Ich möchte Sie bitten, das auf zuschreiben, was Sie dort sehen.”
Die Schüler waren verwirrt, aber begannen mit ihrer Arbeit.

Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier usw.

Nun lächelte der Professor und sagte:

“Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.

Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen …

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund usw.

Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben.

Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie ihre Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in ihrem Leben und teilen sie es mit anderen Menschen!”

Tipp Nummer 4: Wachse

Jede schwierige Situation im Leben ist eine Möglichkeit, etwas zu lernen. Vor allem uber dich selbst. Über deine Fähigkeiten, deine Charaktereigenschaften, deine Grenzen – und dein bisher noch nicht genutztes Potenzial. Wir nutzen als Menschen nur ca. 10-15 % unseres Gehirns, das gleiche wird für unsere emotionalen und physischen Fähigkeiten wahr sein. Jede Schwierigkeit im Leben ist gut dazu, sich selbst zu spüren, sich kennenzulernen. Sich zu entdecken und zu merken, wie du wachsen kannst.

Denn jedes “Nein” kann auch ein “Noch nicht” bedeuten.

Jeder Rückschlag kann bedeuten, dass es einen besseren Weg gibt.

Jeder Verlust kann heißen, es wird noch viel mehr kommen. Vielleicht anders, als erwartet.

Und jede Enttäuschung kann heißen: Bauch rein, Brust raus, zeige der Welt verdammt noch mal, wer du wirklich bist und was du drauf hast!

Weitermachen. Niemals aufgeben. Immer ein Mal mehr aufstehen als hinfallen. Den Glauben an sich nicht verlieren.

Und weil ich in solchen Situationen ein Freund von englischsprachigen Gedichten bin, möchte ich mit dir eins meiner Lieblings-Poeme teilen.

Carry on

It’s easy to fight when everything’s right,
And you’re mad with thrill and the glory;
It’s easy to cheer when victory’s near,
And wallow in fields that are gory.
It’s a different song when everything’s wrong,
When you’re feeling infernally mortal;
When it’s ten against one, and hope there is none,
Buck up, little soldier, and chortle:

Carry on! Carry on!
There isn’t much punch in your blow.
You are glaring and staring and hitting out blind;
You are muddy and bloody, but never you mind.
Carry on! Carry on!
You haven’t the ghost of a show.
It’s looking like death, but while you’ve a breath,
Carry on, my son! Carry on!

And so in the strife of the battle of life
It’s easy to fight when you’re winning;
It’s easy to slave, and starve and be brave,
When the dawn of success is beginning.
But the man who can meet despair and defeat
With a cheer, there’s the man of God’s choosing;
The man who can fight to Heaven’s own height
Is the man who can fight when he’s losing.

Carry on! Carry on!
Thing never were looming so black.
But show that you haven’t a cowardly streak,
And though you’re unlucky you never are weak.
Carry on! Carry on!
Brace up for another attack.
It’s looking like hell, but – you never tell.
Carry on, old man! Carry on!

There are some who drift out in the desert of doubt
And some who in brutishness wallow;
There are others, I know, who in piety go
Because of a Heaven to follow.
But to labor with zest, and to give of your best,
For the sweetness and joy of the giving;
To help folks along with a hand and a song;
Why, there’s the real sunshine of living.

Carry on! Carry on!
Fight the good fight and true;
Believe in your mission, greet life with a cheer;
There’s big work to do, and that’s why you are here.
Carry on! Carry on!
Let the world be the better for you;
And at last when you die, let this be your cry!
Carry on, my soul! Carry on!

Robert W. Service, kanadischer Dichter

Weitermachen, du wirst es auch durch diese schwere Zeit schaffen!

Nadja Petranovskaja Signatur

 

Sieben simple Gründe, die deine Zielerreichung ausbremsen

Sieben simple Gründe, die deine Zielerreichung ausbremsen

Zielerreichung ist in der Zeit von schneller – komplexer – undurchsichtiger ein rares Gut geworden. Kaum setzen wir uns ein Ziel, kommen neue Möglichkeiten, neue Ablenkungen und Verführungen. Dann gibt es noch all die Zeitfresser, die uns am Erreichen der Ziele hindern und all die Ausreden, die parat stehen, um unser schlechtes Gewissen zu beschwichtigen. (In meinem Buch “Reiseführer in das Land des Besseren Du” gehe ich einzeln auf diese Phänomene ein.)

Immer im Januar reflektiere ich über meine eigenen – erreichten und nicht erreichten – Ziele des Vorjahres und lerne, gelassener und sicherer in meiner Zielerreichung zu werden. Heute möchte ich dir die sieben simple Gründe vorstellen, die dich ggf. ausbremsen. Gefunden habe ich diese bei meinem Freund und Unternehmer Reinder in seinem Artikel “How To Not Be The 92% That Gives Up On Goals In 2016”. Ich habe mir erlaubt, meine eigene Interpretation unter Einfluss von Niels Pfläging einfließen zu lassen.

An dir ist es nun, nach dem Lesen des Artikels etwas zu ändern oder zu lassen.

Wie Ziele nicht funktionieren

Sich Ziele zu setzen und sich an diese zu halten ist nicht einfach. Wer plant, hat als Haltung, dass eine Menge an Ergebnissen auf eine bestimmte Zukunftsspanne festlegbar ist und man genau weiss, auf welchem Wege diese Ergebnisse innerhalb dieses Zeitabschnittes erreichbar sind.

Neben dem Fakt, dass unsere Pläne und Vorhersagen laufend an die Realität angepasst werden müssen, gibt es typische Zielsetzungs-Sünden, die uns an der Zielerreichung hindern. Hier sind sie:

1. Die Liste mit den Zielen ist zu lang

Wenn du dir zu viel auf einmal vornimmst …. den Satz muss ich nicht wirklich beenden, oder? Sehr beliebt ist es hier, Themen aus den privaten und beruflichen Kontexten zu vermischen, so dass man zur Zielerreichung ununterbrochen etwas tun muss, ohne durchatmen zu können. Doch nicht jeder hat Ressourcen und einen Willen, um das große Programm diszipliniert durchzuarbeiten. (Möchtest du wissen, wie es um deine Ressourcen steht? Reserviere dir einen Coaching-Slot in meinem wunderbaren Arbeits-Loft!)

2. Du bist zu pessimistisch

Wenn du deine Liste der Ziele “realistisch” schreibst, kann es sein, dass du dabei deine Fähigkeiten unterschätzt und den Aufwand für die Zielerreichung überschätzt. (Ein Tipp an dieser Stelle: Wir ÜBERschätzen meistens, wie viel in einem Jahr möglich ist und UNTERschätzen, wie viel in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren “geht”.) Ergebnis einer pessimistisch-realistischen Ziel-Liste: du scheiterst, weil du dich nicht genug herausforderst.

3. Du bist zu optimistisch

Was für pessimistische Haltung gilt, gilt natürlich auch für eine zu optimistische. Viele unterschätzen die Anstrengungen, die es für Zielerreichung braucht, und überschätzen eigene Kontroll-Möglichkeiten. Zu optimistisch zu sein ist fast schlimmer als ein Pessimist zu sein: bei ersten Anzeichen von Schwierigkeiten möchte man am liebsten weglaufen…

4. Du bist zu realistisch

Breite deine Flügel aus, lebe dein Potenzial und lass dich von deinen Träumen entführen

Unsere Realität wird durch unsere Denk- und Wahrnehmungsfilter definiert. Oft auch durch Freunde, Bekannte und Kollegen, die uns sagen, was wir können und was (angeblich) nicht. Statt dich auf die Zielerreichung in der dir bereits bekannten Realität zu begrenzen: breite deine Flügel aus, lebe dein Potenzial und lass dich von deinen Träumen entführen! Denn Träume sind nicht gleich Ziele, sie dürfen groß sein. Die Träume (für dich in deiner heutigen Realität vielleicht unrealistisch klingend) lösen in uns Energie aus, um unsere neue Realität zu erschaffen.

5. Du machst dir Sorgen

Sich Sorgen zu machen ist wie ein Schaukelstuhl – man ist zwar beschäftigt, kommt aber nicht voran.

Als ob die Zielerreichung an sich nicht schon schwer genug wäre! Statt eine positive Geisteshaltung zu behalten, entmutigt man sich selbst mit unnötigen Sorgen um die Zukunft (oder beschäftigt sich nur mit dem Trauern über die Vergangenheit). Ich weiß, wovon ich spreche, ich bin eine Zeit lang echt gut gewesen im Sorgen machen, nicht schlafen können, Falten bekommen und absolut unbegründete Ängste verarbeiten. Höre einfach damit auf. Das Universum ist gerecht und wird dich niemals im Stich lassen ;-)

6. Du belohnst dich vorzeitig

Wenn man vorhat, fünf Kilo abzunehmen, sollte das nächste Zitronen-Sahne-Törtchen erst dann als Belohnung angemessen sein, wenn man das Ziel wirklich erreicht hat. Nicht vorher schon für die ersten 500 Gramm. Der sogenannte “Belohnungsaufschub” (delayed gratification) im Sinne des Verzichtes auf kleine Belohnungen in Erwartung einer großen Zielerreichung ist für viele von uns schwer. Für dich hoffentlich nicht!

7. Du feierst nie

Die Kehrseite der vorzeitigen Belohnung lautet für viele: gar nicht feiern. Nicht geschimpft ist gelobt genug? Von wegen!! Wer sich selbst niemals wertschätzend auf die Schulter klopft, setzt die inneren Zielerreichung-Systeme schachmatt. Plane dir ganz bewusst etwas ein, was du dir gönnst und wie du feierst, wenn deine Ziele erreicht wurden.

8. Bonus: Zu große Ziele

Das kennst du sicher auch: Wenn das Ziel lautet “In einem Jahr will ich Idealgewicht, Superjob, Traumpartner und vier Wochen Urlaub am Strand”, bleibt etwas auf der Strecke. Oft ist es die Motivation. Dagegen hilft der Spruch vom Beppo dem Straßenkehrer:

Mach einen Besenstrich nach dem anderen, und irgendwann ist die ganze Straße gekehrt.

Bitte lasse mir hier deine Gedanken zu diesem Thema: Kanntest du den einen oder anderen Grund schon? Hast du mehr Tipps, wie man seine Ziele erreichbar macht?

Ich bin sehr gespannt!

Nadja Petranovskaja Signatur

Innere Arbeit und ihre unterschätze Bedeutung

Innere Arbeit und ihre unterschätze Bedeutung

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. – Theodor W. Adorno

Wer entscheidet, ob dein Leben richtig oder falsch ist? Das bist du selbst! Und was sind deine Kriterien? Die meisten Menschen – auch und besonders auf der Suche nach dem Glück – wissen nicht was sie wollen. Was wir NICHT wollen, das wissen wir eher.

Die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Warum bin ich hier?“ ist anstrengend und dauert ein Weilchen. In diesem Artikel möchte ich dich an die viel zu selten gefeierte Bedeutung dieser inneren Arbeit erinnern.

Leben statt warten

Wir bekommen nur wenige Jahre, nur ein paar Tage Leben auf diesem Planeten. Keinen einzigen von ihnen halte ich für selbstverständlich. Diese Haltung gegenüber meinem Leben habe ich nicht immer gehabt, sie kam zu mir, als ich anfing, zu leben.

Davor habe ich vieles über mich ergehen lassen und gewartet. Ich wartete darauf, dass das, was mir passiert, mich glücklich macht. Es geschah nicht. Ich fing an, zu reflektieren. Seit 1999 nehme ich mir regelmäßig Zeit, persönliche Rückzüge zu machen und über mein “Warum” nachzudenken – nicht nur für mein Geschäft, sondern vor allem für mein Leben.

Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass diese nach außen unscheinbare innere Arbeit – mir Zeit nehmen, über mein Leben nachzudenken und meine Alltags-Muster zu beobachten und zu verändern – eines der wichtigsten Dinge ist, die du persönlich und beruflich für dich selbst tun kannst.

Schreiben statt denken

Im Coaching, in Trainings und Workshops habe ich viel mit denkenden Menschen zu tun. Ich finde es toll, wie viele Gedanken dann durch den Raum schwirren und ihn für eine kurze Weile füllen. Unser Bewusstsein hat die Eigenschaft, stetig weiter zu denken.

Darum finde ich es extrem wichtig, Schnappschüsse unserer Gedankenwelten zu machen. Zeichne ein paar Stichworte auf eine Serviette. Wenn die Gedanken keine Worthülse finden, kritzle wild mit dem Stift auf einem Blatt Papier, bis sich eventuell Formen ergeben. Wenn nicht, ist nicht schlimm. Das Arbeiten mit dem Stift auf Papier regt wichtige Regionen im Gehirn an.

Sehr wichtige Regionen.

Selbstbewusstsein entsteht aus dem Bewusstsein, du selbst zu sein. Je öfter du dir Zeit nimmst, deine Gedankenwelten abzubilden, desto mehr entwickelst du dein Selbstbewusstsein. Es gibt nichts, was du falsch machen kannst, wenn du dich hinsetzt und dir Zeit nimmst, mit dir selbst zu sein. Der erste Satz einer solchen Sitzung könnte lauten:

Ich weiß nicht, was ich aufschreiben soll.

Wer schreibt, küsst besser

Schreiben ist nicht nur für dein Selbstbewusstsein gut. Wenn du mit der Hand schreibst, trainierst du deine Emotionen. Schreiben dauert länger als Tippen – deine Geduld, deine Ausdauer werden also ganz nebenbei trainiert. Was du mit der Hand schreibst – im Zeitalter von Siri und Sprachnachrichten – bleibt länger in deinem Gedächtnis, bekommt somit eine größere Bedeutung.

Darum: Schreib es auf.

Führen von Tagebüchern (neudeutsch: Journaling) ist ein unglaubliches Werkzeug, um dein Selbstbewusstsein zu pflegen. Die so entstehende Gewohnheit, deine Gedanken und Erkenntnisse niederzuschreiben, eine durchgehende Linie, ein tragendes Element inmitten der vielen Fragen des Lebens und der hektischen Umwelt.

Der einfache Akt des Schreibens schafft Raum für Reflexion im Hier-und-Jetzt. Später kannst du in deinen Notizen blättern und so eine Reise in die Vergangenheit machen und aus deinen früheren Erfahrungen lernen. Die Zeit gibt uns eine neue Perspektive auf alte Erfahrungen, neue Bewertung. Was einmal eine Herausforderung war, entwickelt sich oft zu einer Chance. Die Dots. von denen Steve Jobs sprach, erkennen wir nur rückwirkend.

Lebensqualität in Zeit messen

Vielen fällt es schwer, zu sagen, wann das Leben besser wird. Nicht jeder hat es gelernt, auf das Bauchgefühl zu hören. In solchen Fällen sage ich:

Zeige mir deinen Kalender / Timer / Wochenplan / Jahresplan.

Dein Kalender ist deine persönliche Metrik. Wenn du wissen willst, wie die Prioritäten eines Menschen sind, reicht oft ein Blick in den Kalender. Wenn du dein Leben erneuern und bewusster gestalten willst, werfe einen Blick darauf, wie / wo / womit du deine Zeit verbringst.

Möglichkeiten statt Ausreden

Deine Identität und dein Bewusstsein sind geprägt von den Erfahrungen und Menschen, mit denen du dich umgibst. Soll etwa auf deinem Grab stehen: “Er hat jeden Tage alle Emails beantwortet”? Oder willst du lieber ein toller Freund / eine tolle Freundin, Bruder / Schwester, Vater / Mutter sein? Wer entscheidet, ob dein Leben toll ist? Das bist du selbst! Und du hast die Kontrolle über dieses Erbe. Es gibt IMMER Möglichkeiten, dein Leben zu planen und über deine wahren Prioritäten zu bestimmen. Es bist DU, der entscheidet, was in deinem Kalender steht!

Sei ehrlich zu dir selbst und reflektiere, ob das, was du willst und was du sagst, mit dem übereinstimmt, wie du deine Zeit verbringst.

Durchatmen statt Durchhalten

Beuge der Erschöpfung vor. Selbst die leidenschaftlichsten Menschen vergessen manchmal, wie wichtig es ist, sich Zeit zum Aufladen zu nehmen, bevor die inneren Ressourcen auf Null sind.

Wenn ich bei mir eine Abnahme der Energieniveaus oder Zunahme der ungesunden Gewohnheiten merke, nehme ich diese Signale ernst. Die Zeit, die ich nehme, um mich wieder aufzuladen, ist eine Investition in meine langfristige Belastbarkeit. Früher fand ich es toll, dass ich lange durchhalten kann. Lange ohne Trinken, ohne richtiges Essen, ohne ausreichend Schlaf, ohne Ausgehen mit Freunden, ohne Urlaub, ohne all die anderen für unser gesundes Leben unabdingbaren Dinge.

Sich aufzuladen heisst nicht automatisch nichts tun und auf dem Sofa liegen. Ein Tag in der Natur kann Wunder wirken. Ein schöner Abend mit Freunden, Lachen und Kochen, kleine sinnlichen Erlebnisse sind wertvolle Elemente eines ausgeglichenen Lebens. Ein Wochenendtrip an einen See in der Nebensaison kann die inneren Batterien mehr aufladen, als zwei Wochen Sommerferien auf Mallorca.

Gewohnheit statt Notfall-Reaktion

Finde dein Gleichgewicht zwischen dem Kopf, Bauch und Herz. Finde deine richtige Menge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Wenn wir jung sind, ist es leichter, das zu tun, was andere verlangen. Mit der Zahl der bereits gelebten Jahre verbleiben uns jedoch immer weniger Jahre zu leben. Darum ist es Wert, mit dem Reflektieren anzufangen. Die innere Arbeit – das Suchen und Finden deiner Leidenschaften, Fähigkeiten und Wünsche – sollte aus meiner Sicht mit der Pubertät beginnen und niemals aufhören.

Durch aktive Selbstbeobachtung, durch die Gewohnheit, sich selbst nahe zu sein, kannst du die perfekte Kombination zwischen dem was du willst und dem, was du kannst finden und ein langes, zufriedenes und vor allem DEIN wirkliches Leben führen.

Was wohl dann auf deinem Grabstein steht …

Fange heute an!

Nadja Petranovskaja Signatur

 

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