Die Affen von Gibraltar

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Gibraltar gehört zu England, man kann dort aber auch mit Euro bezahlen. Es hat ausschließlich einen internationalen Flughafen. Es ist trotz intensives Googelns nicht möglich zu verstehen, warum dieses Stückchen Erde so eine seltsame Geschichte hat, aber eins ist klar: Es ist ein einsames und nicht wirklich ansehnliches ans Ende der Welt abgeschobene Stück Monarchie, und wären da nicht die immer hungrigen und sehr menschlichen Affen, würde sich vielleicht auch kein einziger Tourist hierher verirren.

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Aber… Aber… Abercrombie!

Ein T-Shirt kostet ca. vierzig Euro. Zehn sind fürs T-Shirt. Zehn für das umherverstreute Parfüm. Zehn als Eintritt in diesen Club, in dem Mädchen und Jungs in Flipslops tänzeln und dich nicht fragen, ob sie dir behilflich sein können oder ob du zurecht kommt. sie fragen: “What’s going on?” und plötzlich fange ich an zu lächeln. ich bin nicht wegen der Klamotten hier, sondern aus Neugierde und weil ich hier gerade vorbeiging. und natürlich wegen der leckeren Kerle (endlich mal sexistische Marketingmaßnahme andersrum!).

Die letzten zehn Euro sind dann wohl eine Art Beitrag in diesen Therapie-Topf. ich kam rein mit mieser Laune, der ganze Tag lief schief und ich war stinkesauer. ich kam raus und fühlte mich plötzlich gut. vielleicht war das auch nur total zufälliges Phänomen, dass nur an diesem Tag, nur mit mir und nur einmalig funktioniert, aber…

… der Laden ist geil! es ist dunkel, man sieht die Klamotten kaum und vor den Umkleiden ist die Schlange zu lang für die Preise. zwei der Sachen, die ich anprobieren wollte, waren nicht in meiner Größe da, aber so kam ich auch nicht in die Versuchung, dem Marketing-Puff doch noch nachzugeben und was zu kaufen. wegen etwas anzuziehen werde ich bestimmt nicht nochmal reingehen, aber…

… aber ansonsten schon.

 

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Nektargeile Schmetterlinge schmeissen sich in die saftigen Kelche der Bergblumen

Weit ab von den Hallenbädern der schicken Hotels,
in denen Rolex nicht zum Schwimmen abgenommen wird,
läuten die Kuhglocken und summen die Fliegen,
dort treten nackte Kinderfüße das weiche Grün der erreichten Berggipfel
und in die leeren Limonadenflaschen wird das Tauwasser aus dem Schnee vom vorigen Jahr abgefüllt.
Ganz nah an den Himmel und wo Tannen kleiner als die Kinder
und genau dann, wenn Wochentage und Uhrzeit keine Relevanz mehr haben,
schmeisse ich die kleine Keksbrocken in die Schlunde von frechen Bergvögeln.

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Zwei Erwachsene, zwei Kinder und eine Magendarmgrippe

Das hab ich mir ganz anders vorgestellt. sagt sich leicht, wenn man es wirklich so fühlt, und meistens ist es unerfreulich. diese Stadt will sich mir wohl nicht öffnen. zweimal hatten wir schon vor, hierher zu kommen. entweder war keine Zeit oder keine Flugmöglichkeit, irgendwas war immer, jetzt haben wir rechtzeitig und richtig gebucht, vier Tage San Francisco, das sollte es werden, Highlight der Reise 2009/2010.

Zwei Sachen trösten mich: 1) bisher war das Wetter nicht doll und 2) auf dem Weg zu Walgreens komme ich jedes Mal an Union Square vorbei, da laufen piekfeine Leute rum, da fährt die berühmte Tram lang und von der kleinen Schlittschuhlaufbühne hört man nette Musik.

Morgen soll es Sonne geben. wenn es nicht anders klappt, werden wir zumindest auf dem Weg zum Flughafen einmal zu der Brücke fahren, denn ich habe einen Aufrag, von dort runter zu spucken.

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Rastloses

Überall liegen sie. die Bildertüten. um mich besser in der Anzahl noch nicht wirklich angeschauter geschweige denn gescannter Bilder zu orientieren, habe ich auf die Tüten darauf geschrieben, was sich drin verbirgt. Dublin. Dresden. Berlin. Zürich. Rerik. ich habe in diesem Jahr fast nur Reisebilder gemacht. die meisten sind dafür da, mit der Familie auf dem Sofa zu sitzen, in dem Schuhkarton zu wühlen und in Erinnerungen zu versinken.

Der Kirchturm von Prenzlau, zum Beispiel, hat 308 Stufen.

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gebucht ist gebucht

Draußen quitschen Reifen eines vorbeifahrenden Autos. es ist still. ich sitze da und schreibe die Packliste. nein, es muss heißen DIE Packliste. Jedes Mal, wenn ich verreise, versuche ich, möglichst wenige Sachen zu vergessen. das Ergebnis kennen wir: erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. egal, an was man gedacht hat, an etwas, was man doch gern gehabt hätte, denkt man nicht.

jetzt versuche ich mich darauf zu konzentrieren, was ich garantiert vergessen hätte, wenn ich andersrum denken würde.

geht nicht. ich freue mich einfach nur, übermorgen Zürich zu sehen.

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Schoene Gruesse aus dem Paradies

Wir steigen im Paradies aus. Bahnhof Paradies steht da. Ich dachte immer, Paradies muesste ein Landeplatz sein. Bahnhof isses aber. Mit Strassenbahn und Buss zu erreichen. Paar Schritte weiter kann man aus dem 28. Stock auf das Ganze schauen. Und den Rest der Tage geniessen wir den Rest der Gegend. Ich bin mit Pouva Start und Lomo unterwegs. Das heisst, irgendwann gibt es Bilder. Bis dahin gibt es liebe Gruesse aus Jena, Chemnitz, Dresden, Meissen, Torgau, Dessau und dem Harz.

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in Ulm und um Ulm herum

Willkommen! – schreit das Schwabenlaendle mir entgegen und begruesst mich mit seinen benebelten Bergen, kurvigen Autobahnen und nicht minder kurvigen Spaetzle. Schau dir unsere Burgen an und vergiss nicht, den Zwiebelbraten zu kosten. Lecker, gell? Jedes mal, wenn ich hier bin, wundere ich mich darueber, dass so viele kulturelle Unterschiede Platz haben in diesem kleinen Deutschland. Doch, ich mag Deutschland, vielleicht ja gerade wegen diesem Kram, doch kann ich hier irgendwie nicht fotografieren (und Zeit hab ich hier unten genug verbracht), und morgen, da froie ich mich sehr auf mein Hamburg.

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