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Nektargeile Schmetterlinge schmeissen sich in die feuchten Muschis der Bergblumen

Samstag, 10. Juli 2010

Weit ab von den Hallenbädern der schicken Hotels,
in denen Rolex nicht zum Schwimmen abgenommen wird,
läuten die Kuhglocken und summen die Fliegen,
dort treten nackte Kinderfüße das weiche Grün der erreichten Berggipfel
und in die leeren Limonadenflaschen wird das Tauwasser aus dem Schnee vom vorigen Jahr abgefüllt.
Ganz nah an den Himmel und wo Tannen kleiner als die Kinder
und genau dann, wenn Wochentage und Uhrzeit keine Relevanz mehr haben,
schmeisse ich die kleine Keksbrocken in die Schlunde von frechen Bergvögeln.

Zwei Erwachsene, zwei Kinder und eine Magendarmgrippe

Sonntag, 03. Januar 2010

Das hab ich mir ganz anders vorgestellt. sagt sich leicht, wenn man es wirklich so fühlt, und meistens ist es unerfreulich. diese Stadt will sich mir wohl nicht öffnen. zweimal hatten wir schon vor, hierher zu kommen. entweder war keine Zeit oder keine Flugmöglichkeit, irgendwas war immer, jetzt haben wir rechtzeitig und richtig gebucht, vier Tage San Francisco, das sollte es werden, Highlight der Reise 2009/2010.

Zwei Sachen trösten mich: 1) bisher war das Wetter nicht doll und 2) auf dem Weg zu Walgreens komme ich jedes Mal an Union Square vorbei, da laufen piekfeine Leute rum, da fährt die berühmte Tram lang und von der kleinen Schlittschuhlaufbühne hört man nette Musik.

Morgen soll es Sonne geben. wenn es nicht anders klappt, werden wir zumindest auf dem Weg zum Flughafen einmal zu der Brücke fahren, denn ich habe einen Aufrag, von dort runter zu spucken.

Rastloses

Montag, 09. November 2009

Überall liegen sie. die Bildertüten. um mich besser in der Anzahl noch nicht wirklich angeschauter geschweige denn gescannter Bilder zu orientieren, habe ich auf die Tüten darauf geschrieben, was sich drin verbirgt. Dublin. Dresden. Berlin. Zürich. Rerik. ich habe in diesem Jahr fast nur Reisebilder gemacht. die meisten sind dafür da, mit der Familie auf dem Sofa zu sitzen, in dem Schuhkarton zu wühlen und in Erinnerungen zu versinken.

Der Kirchturm von Prenzlau, zum Beispiel, hat 308 Stufen.

Berlin und Berliner

Dienstag, 22. September 2009

Das Bild hängt schief, weil das Haus beim Vorbeifahren der LKWs wackelt.

gebucht ist gebucht

Montag, 13. Juli 2009

Draußen quitschen Reifen eines vorbeifahrenden Autos. es ist still. ich sitze da und schreibe die Packliste. nein, es muss heißen DIE Packliste. Jedes Mal, wenn ich verreise, versuche ich, möglichst wenige Sachen zu vergessen. das Ergebnis kennen wir: erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. egal, an was man gedacht hat, an etwas, was man doch gern gehabt hätte, denkt man nicht.

jetzt versuche ich mich darauf zu konzentrieren, was ich garantiert vergessen hätte, wenn ich andersrum denken würde.

geht nicht. ich freue mich einfach nur, übermorgen Zürich zu sehen.

Schoene Gruesse aus dem Paradies

Montag, 13. April 2009

Wir steigen im Paradies aus. Bahnhof Paradies steht da. Ich dachte immer, Paradies muesste ein Landeplatz sein. Bahnhof isses aber. Mit Strassenbahn und Buss zu erreichen. Paar Schritte weiter kann man aus dem 28. Stock auf das Ganze schauen. Und den Rest der Tage geniessen wir den Rest der Gegend. Ich bin mit Pouva Start und Lomo unterwegs. Das heisst, irgendwann gibt es Bilder. Bis dahin gibt es liebe Gruesse aus Jena, Chemnitz, Dresden, Meissen, Torgau, Dessau und dem Harz.

in Ulm und um Ulm herum

Dienstag, 07. April 2009

Willkommen! - schreit das Schwabenlaendle mir entgegen und begruesst mich mit seinen benebelten Bergen, kurvigen Autobahnen und nicht minder kurvigen Spaetzle. Schau dir unsere Burgen an und vergiss nicht, den Zwiebelbraten zu kosten. Lecker, gell? Jedes mal, wenn ich hier bin, wundere ich mich darueber, dass so viele kulturelle Unterschiede Platz haben in diesem kleinen Deutschland. Doch, ich mag Deutschland, vielleicht ja gerade wegen diesem Kram, doch kann ich hier irgendwie nicht fotografieren (und Zeit hab ich hier unten genug verbracht), und morgen, da froie ich mich sehr auf mein Hamburg.

this never happened before

Sonntag, 30. November 2008

Als ich den fertigen Adventskalender an die Wand hing, hörte ich das Lied bereits zum dritten Mal. dabei stand auf der Playmobil-Packung, dass man zum Aufbau ca. 45 Minuten braucht. und ich lächelte, wenn da 45 Minuten steht, dann mache ich das locker in einer halben Stunde. und dann legte ich Sir McCartney auf und legte los. ich weiß, ich war geistesabwesend, doch es tat mir gut. und es macht mir nichts aus, dass ich doch fast zwei Stunden Playmo gespielt habe.

und es ist auch egal, ob ich mir jedes Mal Paul zum Nachdenken auflege oder andersrum, seine Musik mich zum Denken anregt. und eigentlich gab es auch nichts zum Nachdenken. mehr zum Abschweifen. es war ein runder Sonntag, mit allem, was dazugehört.

und so eben fällt mir auf, dass dieser Gedanke mich auch bereits mindestens das dritte Mal aufsucht. er war bereits beim Pyjamafrühstück da und dann am Nachmittag, als wir irgendwo in der Pampa im Cafe des Heimatvereins saßen, und ich mit Erstaunen dachte, ich würde jede dieser rüstigen Rentnerinnen, die das Cafe führten, ohne Zögern in meiner Firma einstellen (wenn ich eine hätte), denn einen so gut organisierten Laden habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

und obwohl ich den eigentlichen Gedanken des Tages immer noch nicht in Worte fassen konnte, kenne ich ihn, und er gefällt mir. das Blatt wenden, den Weg finden, das Neue entdecken, all diese Dinge geistern durch meinen Kopf, ich bin voller Ideen und überfüllt mit Zuversicht, die mir selber ja schon fast ungesund erscheint, und dennoch will mein Ich nichts anderes, als einfach weiter gehen. und ich weiß, dass ich bereits unterwegs bin.

Ferien bei Kollegen

Samstag, 04. Oktober 2008

wenn man in der Schweiz von Freunden spricht, nennt man sie “Kollegen”. ich habe vergessen zu fragen, wie man Kollegen nennt. ich war in der Schweiz, Freunde, also Kollegen, besuchen. paar davon waren sogar echte ex-Kollegen. nett war das. warm und sonnig, mehr will man nicht.

der Zug nach Luzern fuhr pünktlich ab, ich sitze oben, meine Seele baumelt dem Körper davon. angekommen, hier war Musikfestival, der Bahnhof voller Punks, das passt so wenig hierher… und an jeder Ecke: “heissi Maroni”, drei Monate im Jahr riecht es in der Schweiz nach gebratenen Kastanien. ich nehme lieber Tasse heisse Schokolade.

so ähnlich begegne ich anderen Städten, entspannt, fröhlich, neugierig. da drüben hat’s ein nettes Cafe. und abends gibts Nachtessen. Zug steht am Zuger See, Stück weiter kommt man nach Küssnacht. die schweizerischste Schweiz trifft man in Schwyz. kaum gewöhne ich mich an die Orte, die Küche und die Mundart, muss ich schon wieder zurück.

ich lasse immer ein Stück meiner Sehnsucht hier. und ich werde wiederkommen.

schönes Wetter täuscht immer über die wirkliche Lage hinweg

Donnerstag, 04. September 2008

Wir fuhren fast vier Stunden, seit wir das letze Mal Kaffee getrunken haben. die Landschaft veränderte sich alle 20 Minuten, mal waren es Hügel voller Kakteen [für Dirk: Kacktusse], mal flaches Tal mit riesigen Steinen, dann hinter der Kurve wieder Hügel, nur ohne Kakteen, dafür voller Gestrypp, und zwar richtig. die Pinkel- und Photopause haben wir unter dem größten Kaktus gemacht, denn ich davor je gesehen habe. aber wen interessiert das. vier Stunden nach dem letzten Kaffee war dann der nächste dran, und pünktlich zu dem Höhepunkt des Kaffeedurstes [schreibt man das so?] waren wir plötzlich an diesem Ort. ein Café, ein Motel mit vier Zimmern, paar Hunde und ein Mann, der auf dem Anhänger Benzinkanister hatte. bis zur nächsten Stadt waren es also mindestens nochmal vier Stunden.

für uns wurden es dann neun, denn kurz nach dem zweiten Kaffee des Tages hat uns eine Kuh gerammt.