Kann man virtuelle Arbeit analog denken?

petranovskaja Shiny Eyes on demand 6
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1. Februar 2021

Wir sitzen so viel und gucken in die Bildschirme, und da fragte ich mich: wie kann man diese virtuelle Arbeit analog denken?

Seit 2020 findet die Arbeit für einige von uns mehr oder weniger regelmäßig in der sogenannten virtuellen Welt statt. Ich sage „sogenannt“, weil es für das Arbeiten außerhalb des offiziellen Büroraums sowohl viele Begriffe als auch viele Wege gibt.

2013 bis 2014 waren für mich geschäftlich sehr schwierigen Jahre. Dafür waren es aber auch die buntesten Jahre meiner Selbständigkeit. Ich habe von überall gearbeitet – nur nicht von einem „normalen“ Büroraum. Mehrere Strände waren dabei, auf paar Kontinente verteilt. Cafés und Airbnb Lokationen, Küchen meiner Freunde und meiner Eltern. Meine Mutter hatte damals noch keinen WLAN Router, das war technisch eine sehr ambitionierte Angelegenheit, und da habe ich entdeckt, dass jede Shopping Mall in St. Petersburg sowohl kleine hübsche Sitzgelegenheiten als auch recht schnelles Internet anbietet – for free.

2020 habe ich drei Monate lang auf der Baustelle gearbeitet, immer abwechselnd zwischen echten Bauarbeiten und Videokonferenzen. Hier haben wir unsere Nachbarn um den WLAN Zutritt gebeten. Das reale Umbauen unserer Wohnung und das notwendig gewesene Umbauen meiner selbständigen Tätigkeit waren die erste Metapher für diesen Artikel.

Was – habe ich mich gefragt – wenn wir die virtuelle Arbeit nicht nur wohlwollend ertragen (weil eine Pandemie uns nicht in unsere Büros gehen lässt), sondern proaktiv neu denken würden? Was erschaffen wir uns dann?

Arbeit neu erschaffen

Kurz vorab: ich weiß, dass virtuelle Arbeit nicht für jeden möglich ist, und ich bin all denen unglaublich dankbar, die einfach weiterhin zur Arbeit gehen und ihre Kraft in die (nicht virtualisierbare) Arbeit investieren. Ich habe viele Freunde, denen eine Videokonferenz bis heute keine Möglichkeit geben würde, ihre Arbeit von zuhause aus zu erledigen. Handwerker, Gastronomen, Werkzeugbauer, Einzelhandelskaufleute, Ärzte, Polizisten… 

Doch zurück zur Frage.

Wie kannst du etwas Virtuelles analog denken? Mit Händen, mit Formen? Mit Farben und Hilfsmitteln?

Hier habe ich eine Top 6 Liste für dich zusammengestellt:

  • Geschirr und Besteck sind auf den ersten Blick recht fremd in deinem Kreativ-Bereich, doch auch hier weißt du nicht, was dein Gehirn daraus zaubert. Nimm ruhig Töpfe und Pfannen dazu!
  • Lego/Playmobilfiguren und jede Form von Bilderkarten sind der Klassiker, um die Zukunft zu visualisieren
  • nimm dir einen Stapel Bücher aus dem Bücherregal und sortiere sie solange auf dem Fussboden, bis sie dir wie ein Wegweiser dienen (die meisten Bücher haben sehr hilfreiche Titel!). Das gleiche kannst du mit den Schlagzeilen aus den Zeitungen und Zeitschriften machen. Schneide zuerst alles aus, was größer gedruckt ist. Bringe die Schlagzeilen dann in einer Reihenfolge oder eine Form, die dir eine Botschaft oder einen Hinweis gibt.
  • Hast du einen Stauraum oder eine Garage? Gehe hin und nimm Gegenstände in die Hand, die du lange nicht mehr angefasst hast. Frage dich: was sagt mir dieser Gegenstand über meine (Wunsch)Art zu arbeiten?
  • Gehe einfach raus in die Natur und nimm unterwegs Natur-Artefakte mit. Folge deinen Gedanken: was erzählen dir die Blätter, Stöcke, Steine, Formen, Farben und Strukturen darüber, wie deine Arbeit sein soll?
  • Ist das alles zu abstrakt, greife gern auf die New Work Toolbox zurück. Dort haben wir auf den NEU>>DENK Karten eine Menge Begriffe und Ideen, die du nutzen kannst, um die Zukunft (deiner) Arbeit zu gestalten.
New Work Toolbox Info

Diese Liste war ursprünglich noch viel länger, aber da meinte Nicole, das lenkt ab. Wenn du möchtest, sende ich dir die ablenkenden Ideen hinterher per Email :-)

Viel Spaß beim Erschaffen deiner Arbeit!

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