Polaroid
Gute Nachrichten
Mitten in all der angeblichen Finanzkrise und in der schon länger angeblichen Polaroid-Krise eine Nachricht: in Berlin, Brunnenstrasse 195, macht ein Polaroid-Shop auf. Für einen Aprilscherz hielte ich das vor 29 Tagen, doch heute sieht man Fotos vom Ort der Geschehens, und gleich schlägt das Herz höher, in Berlin müßte man heute Abend in den Mai tanzen, mit einer Polaroidkamera um den Hals, um 8pm ist nämlich Grand Opening Party gewesen laut dem newsletter. Seufz….
Ja
ich glaube, das war Herr Tolstoi, der sagte, dass die Familien in dem, wie sie glücklich sind, alle gleich sind. bloß in dem unglücklich sein ist jeder anders. wenn ich auf einer Hochzeit bin, muss ich immer an diesen Spruch denken, und immer wieder hoffe ich, diesem Paar wird es gut gehen. gleich gut wie all den glücklichen und besser als den anderen.
Polasucht
Ich weiß, ihr wolltet Tütenbild.
Tüte allein war mir an so einem Tag aber nicht Motiv genug. ich hoffe auf euer Verständnis, dass mein Sohn also mit auf dem Bild ist. ;-)
Außerdem habe ich was zu beichten:
ich habe mir eben Polaroids bestellt. ich habe bereits das vorletzte Mal geschworen, kein Geld mehr dafür auszugeben, es wäre verrückt, total unvernünftig, zu teuer etc.
Nun ist es aber so, dass bis auf “zu teuer” der Rest total zu mir passt. unvernünftig. und etwas verrückt. als selbstaufgelegte Strafe muss ich zumindest auf die nächsten drei Paar Schuhe verzichten und barfuss mit der Polaroidkamera durch die Gegend laufen. verzichten muss ich dafür wirklich auf irgendwas. blödes teueres Hobby!! bescheuerte unkontrollierte Sucht!! hat nicht jemand einen befreundeten Therapeuten, der mir so was wegtherapieren kann? wobei… den Therapeuten kann ich mir noch weniger leisten, dann lieber Polaroidsucht…
Es war ein ganz schöner, harmonischer Tag, und zum Glück ist es uns samt allen anwesenden Omas gelungen, diesen Tag zu einem besonderen für den Juri zu machen. zur Belohnung für die Geduld beim Lesen gibts noch ein Tütenbild fast ohne Kind :-)
Gedankensalat mit Fischstäbchen [für Tanja und Kathy]
Ich stehe am Fluss, der sich Seeve nennt, und pflücke Brombeeren. die Kühe auf der anderen Flusseite schauen mich gelangweilt an. es ist Nachmittag. Später zupfe ich im Garten paar Blütenblätter für den Salat und denke: ich das wirklich die gleiche *ICH*, die vor paar Tagen noch am Hudson River stand und den Geräuschen den großen Stadt NYC lauschte?
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“Super!”, – sagte die Frau neben mir, aber ihr Gesicht und der Ton, in dem sie das sagte, verriet mir, dass das eben die langweiligste Bestellung seit Monaten gewesen sein muss. diese ständige Vermischung aus so Vielem, sie machte mich tagtäglich etwas durcheinander. sich selbst in dieser Stadt nicht zu verlieren, das erschien mir plötzlich so wichtig. und dennoch die Stadt nicht als Feind wahrzunehmen, ein guter Gast zu sein, ein aufmerksamer Zuhörer und ein dankbarer.
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Am vorletzten Tag unserer Reise fanden wir ein Frühstücksdeli ohne Einweg-Geschirr. seit zehn Tagen Plastik, Pappe und Styropor und nun so was. das plötzliche Klirren der Messer auf dem Porzellanteller kam mir wie ein Geräusch aus der anderen Welt vor.
Jetzt bin ich zurück, das weiß ich. *Dressing rühren geh*
