Ein Zebra? Das Jahr startet mit vielen Fragen und wenigen Antworten. Diese Zeilen entstehen in einer Zeit voller Widersprüche. Ich selbst war kurz davon, diesen Artikel einzustampfen, anstatt ihn zu veröffentlichen. Denn es gibt bestimmt für viele von uns gerade wichtigere Fragen als die eigene Gesundheit. Wie zahle ich die nächste Monatsmiete? Wie betreue ich die Kinder und helfe ihnen, mit der chaotischen bis nichtexistenten online Schule? Wie unterstütze ich meinen Partner? Was mache ich mit meinen Eltern, die ich nicht besuchen kann? Und während ein Teil unserer Gesellschaft alles auf die bald vorhandene Impfung setzt, gibt es unter uns genug Kritiker, Besserwisser, Zweifler und natürlich auch einfach nur gelassene Menschen, die sich ungern mit den Frage beschäftigen, auf die sie keinen Einfluss haben.

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Frage, wie wir gesünder in die Zukunft kommen. Denn ohne Gesundheit sind die meisten Fragen unseres Lebens – aus meiner Sicht – obsolet. Und auf diese recht einfache Frage habe ich heute eine banale Antwort. Und ja, da kommt ein Zebra drin vor. Vielleicht ist die Antwort sogar so banal, dass du zuerst verärgert sein wirst. Bereit?

Unter vielen Dingen, die du als Mensch tun kannst, um dein Immunsystem zu stärken, ist keins so sehr in deinem Circle of Influence, wie das Lachen. Du weißt, etwas lustig finden und einfach so loslachen. Oder sich bewusst eine Komödie anschauen statt eines Krimis. Oder sich die millionenfach vertretenen Fail-Videos auf Youtube reinziehen, wo andere Menschen etwas ungeschickten anstellen und (meist) lustig umfallen.

Dank Internet haben wir alles, was wir zum Lachen brauchen, stets dabei. Wir können uns Standup Comedians anschauen oder Charlie Chaplin. Tiervideos oder unsere eigenen Kinder. Comedy-Serien oder Comic-Zeichnungen. Wir können auch einander anrufen und uns lustige Geschichten aus der Vergangenheit erzählen.

Weißt du noch, damals….?

Ein Kind lacht ca. 400 Mal am Tag. Erwachsene Menschen nur ca. 15-20 Mal. Ich finde das ziemlich traurig – haben wir Erwachsene doch auf keinen Fall weniger zum Lachen. Wir erleben genau so viele Dinge, die verwunderlich und urkomisch sind. Letztens sah ich aus dem Fenster, wie eine Taube recht ungeschickt auf einem dünnen Ast landete und fast runterfiel, und ich konnte mich bestimmt fünf Minuten nicht vor Lachen einkriegen, so lustig fand ich diese Szene.

Gibt es nichts in der Gegenwart zum Lachen? Erzählt einander Geschichten. Etwas ausgeschmückt und ins rechte Licht gerückt, haben wir in unserem Leben alle etwas erlebt, worüber andere lachen können.

Meine Kinder, 19 und 17 Jahre alt, lachen auch recht viel, besonders über die Chats mit ihren Freunden. Es ist großartig, ihr Schnauben und das aufflammende Lachen zu hören, wenn sie sich mal in eine Chat-Diskussion reinbegeben. Sie können aber auch wirklich über eine absolute Kleinigkeit lachen. Über Schreibfehler oder neue Emojis, über ihre eigenen Avatars bei Snapchat und die Frisur ihrer Lehrer. Oh, Lehrer, da gab es früher immer viel Potenzial zum Lachen!

Lachen stärkt das Immunsystem

Ich schreibe diesen Text aus Überzeugung, dass wir alles in uns haben, was uns gesund hält. Wir sind von Natur aus perfekt ausgestattet, jeder Krankheit Paroli zu bieten. Leider bin ich nicht der Mensch, der so witzig schreibt, dass du vor Lachen vom Stuhl fällst, daher schmeiße ich dich mit ein paar Fakten zu:

  • Lachen wird seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht. Die Wissenschaft dazu nennt sich Gelotologie.
  • Einer der ersten Gelontologen – William F. Fry von der Stanford University – untersuchte die Auswirkungen des Lachens auf den Körper. Dazu wurde unter anderem Blut abgenommen und untersucht. Auch Muskelaktivität und andere Körperfaktoren wurden nach und nach untersucht.
  • Durch das Lachen wird dein körpereigenes Immunsystem aktiviert. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass regelmäßiges Lachern die Anzahl der Gamma-Interferon, Killer T-Zellen und Antikörper steigert. Gamma-Interferon ist eine hormonartige Substanz, die die Produktion von körpereigenen Abwehrstoffen aktiviert und koordiniert. Die Killer T-Zellen hingegen vernichten bereits infizierte Zellen. Inzwischen gibt es mit der Psychoneuroimmunologie ein weiteres Fachgebiet, das genauer erforscht, welche Folgen es für unsere Gesundheit hat, ob wir fröhlich oder traurig sind.
  • Man spricht beim Lachen vom Inneren Joggen, da beim Lachen ca. 300 Muskeln angespannt werden.
  • Durch die stark angeregte Atmung wird dem Körper verstärkt Sauerstoff zugeführt, Verbrennungsvorgänge und Stoffwechsel im Körper werden beschleunigt.
  • Lachen vermindert Produktion der Stresshormone Cortisol und Adrenalin (über diese und andere Hormone habe ich in meinem letzten Blogartikel geschrieben) und setzt Endorphine frei, die sowohl schmerzlindernd als auch schmerzunterdrückend wirken. Dadurch kann das Lachen zu einer schnelleren Genesung beitragen – aus diesem Grund gibt es in vielen Krankenhäusern die Clowns, die mit Kindern spielen.

Die Liste können wir gern weiter fortführen. Denn Lachen hat über die erwähnten Punkte hinaus auch einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem und erhöht den Level, ab dem wir Belastungen als Stress empfinden. Auch andere psychische Leiden, die mit Frust anfangen und mit Burnout enden, rücken durch das Lachen in weitere Ferne. Insgesamt macht das Lachen uns stärker und auch attraktiver für andere Menschen, was wiederum Einfluss hat auf die Intensität der sozialen Beziehungen. Und soziale Beziehungen, das wissen wir ebenfalls aus zahlreichen Forschungsergebnissen, sind unabdingbar für das gesunde Leben. Darüber vielleicht später mehr.

Es geht!

Ich weiß, dass so manche Ratschläge und platte Kalendersprüche in einem unpassenden Moment recht unpassend und wenig glaubwürdig zu sein scheinen. Wie soll mir das Lachen helfen, wenn mir gerade nach Heulen zumute ist? Wie soll ich mich bitte unter die Menschen begeben und mit ihnen lachen, wenn ich mich selbst gerade nicht ausstehen mag?

Ich kenne solche Momente zugenge. Das Leben ist eben ein Zebra – und nach jedem schwarzen Streifen kommt ein heller Streifen dazu. Wenn du also gerade in einem dunklen Lebensstreifen steckst, müde und enttäuscht, dann sage dir eins:

Es geht! Ich kann immer über etwas lachen. Und wenn das nichts in meinem eigenen Leben ist, dann eben über Tom und Jerry. Oder über Charly Chaplin. Oder über ungeschickte kleine Kätzchen, die ihre ersten Gehversuche unternehmen. Oder über die völlig sinnlosen Memes, die es im Internet noch und nachher gibt. Und irgendwann können wir dann auch wieder über uns selbst lachen.

Über unsere Sturheit, unseren Talent, uns selbst bemitleiden zu können. Wir sind ein wunderbares und sehr talentiertes Wesen, Wir können so vieles. Und das wichtigste in dieser Zeit – so scheint es mir – wir können uns selbst von innen gesünder machen und diese Gesundheit – ganz ohne äußeren Einfluss – ausbauen und behalten.

Wenn du mir nicht glaubst, rufe mich an. Ansonsten: gehe und finde etwas, worüber du heute lachen kannst, Allein oder mit jemandem zusammen.

Es geht!

petranovskaja Unterschrift signatur

Das “Gesünder in die Zukunft” Tagebuch

  1. Aufbruch, gesünder in die Zukunft
  2. Denke nicht an den rosa Elefanten
  3. Die Wellen des Lebens
  4. Singen, falsch und richtig
  5. Umarme dich selbst