Umarme dich selbst. Das ist etwas, das du jeden Tag tun kannst.

Umarme dich selbst, mit deinen eigenen Armen. Spüre die Wärme und die Liebe.

Umarme dich selbst, weil das etwas ist, das jeder von uns braucht. Und weil 2020 uns diese einfache Geste des Miteinanders drastisch eingegrenzt hat.

Wer viel umarmt, umarmt flüchtig.

Aus Sizilien

Paradoxien

Distanz bedeutete in 2020, dass wir einander wertschätzen und schützen wollen. Paradox, sind wir das doch ganz andersrum gewohnt. Menschen, die sich bei einer Begegnung umarmen, ist ein natürliches Bild, welches tief in unseren Bildern des normalen Lebens abgelegt ist. OK, manche Völker begrüßen sich eher mit einem Nasenstubs oder einer Stirn-Berührung, aber auch diese Geste ins in diesem Jahr rar.

Ich habe vor kurzem den Film “Tatsächlich… Liebe” geguckt, mit Hugh Grant, Emma Thompson, Colin First, Keira Knightley und vielen weiteren großartigen Schauspielern. Der Film startet und endet am Flughafen Heathrow, wo Menschen in dem Ankunftsbereich gefilmt werden. Ich habe geheult wie ein Sommerregen, warm und lautlos.

Was, wenn diese Bilder noch länger bloß Kino bleiben? habe ich mich gefragt. Wir werden aktuell scheibchenweise auf einen möglichen Termin vertröstet, wo wir einander wieder treffen und umarmen dürfen. Monat für Monat werden wir gebeten, uns nicht zu treffen – und wenn schon, dann uns nicht zu umarmen.

Wissenschaft

Was die “Free hugs” so populär gemacht hat, ist die Tatsache, dass Umarmungen uns besser fühlen lassen. <In einer Umarmung schüttet unser wunderbarer Körper Botenstoffe aus, die im Volksmund als „Glückshormone“ bezeichnet werden. Eine bunte Mischung aus Dopamin, Endorphinen, Noradrenalin, Oxytocin und Serotonin.

Die kleine Hormonkunde:

  • Dopamin ist der wichtigste Botenstoff für unsere Glücksempfindungen. Als “Bote” leitet es Gefühle und Empfindungen im Körper weiter und steuert die Durchblutung der inneren Organe, damit Impulse an die Muskeln weitergegeben werden. In Kombination mit frischer Luft und Bewegung führt es mit Serotonin und Adrenalin zum lebendigen Wohlfühl-Mix.
  • Endorphine funktionieren als körpereigenes Schmerzmittel und mildern Erschöpfungssymptome. Darüber hinaus regulieren sie das Hungergefühl, unsere Stimmung und die Produktion von Sexualhormonen.
  • Noradrenalin hebt unsere Laune, steuert unseren Wachheits- und Aufmerksamkeitsgrad, steigert die Motivation und fördert die geistige Leistungsbereitschaft.
  • Oxytocin ist dafür bekannt, Gefühle von Angst und Stress zu reduzieren, allgemeines Wohlbefinden zu fördern und die kognitive Empathie bzw. die soziale Kompetenz zu steigern.
  • Serotonin nimmt an Prozessen im zentralen Nervensystem teil und wirkt sich auf unser Schmerzempfinden, Schlaf- und Sexualverhalten und den emotionalen Zustand aus. Insbesondere wenn die Tage wieder länger und heller werden, übernimmt das Serotonin das Regiment und sorgt für mehr Elan. 

Was die Wissenschaft uns mit diesen Fakten sagen möchte? Dass eine Umarmung ein wunderbares Mittel ist, uns selbst gesund zu erhalten. Und weil wir gerade in den Feiertagen 2020 weniger Umarmungen erleben, also sonst üblich, sollten wir auf uns aufpassen und unsere Batterien nicht zu sehr leer werden zu lassen.

In einer Umarmung sind wir unangreifbar

Umarme dich selbst und erfreue dich daran, dass du da bist. Nimm dich so an, wie du im Moment bist und wachse aus deinem Ich für dich selbst und nicht für andere. Finde dich selbst wertvoll und sage dir, wie toll du bist. 

Nadja Petranovskaja, aus dem Podcast mit Marc Löffler

Ganz zu Beginn dieser Blog-Reihe habe ich den Begriff der Salutogenese in die Luft geworfen. Welche Umschreibung der Gesundheit ist in deinem Kopf zuhause?

  1. Gesundheit ist da und muss ab und an repariert werden, wenn sie kaputt ist. Dazu gibt es Fachleute und Mittel.
  2. Gesundheit entsteht automatisch und erhält sich von selbst, wenn sie nicht blockiert ist.

Was für mich der größte Unterschied zwischen Umschreibung 1 und 2 ist? In der ersten Beschreibung nutze ich Gesundheit als Ressource und gebe im Zweifelsfall die Verantwortung an Fachleute und Pillen ab – die sollen mich wieder heil machen.

In der zweiten Umschreibung übernehme ich die Verantwortung für meine Gesundheit und erkenne, dass ich einen Beitrag leiste.

Darum umarme ich mich, wann immer mir eine Umarmung eines anderen Menschen fehlt. Und wenn es etwas mehr sein darf, dann:

  • bürste ich mich achtsam und genüsslich die Haare
  • nehme ich mir reichlich Zeit für die Hautpflege im Bad (Duschgel, Seife, Pflegeartikel für Haut und Haar mit wunderbaren Düften und Strukturen)
  • pflege ich meine Füße und Hände
  • verstecke ich mich unter kuscheliger Decke und genieße die Wärme auf der Haut
  • Sitzheizung im Auto ist übrigens auch toll ;-)

So umarme dich und trage die Verantwortung dafür, deine Gesundheit zu erhalten. In einer Umarmung bist du unangreifbar für Stress und die negativen Gefühle, die unser Immunsystem angreifen. Du bist unangreifbar für die negativen Schlagzeilen und die innere Unruhe, die deinen Schlaf ruiniert. Du bist unangreifbar für das Gefühl der Niedergeschlagenheit.

Und so möchte ich dich sehen – unangreifbar, stark und zuversichtlich.

Ich umarme dich, gedanklich. Vom Herzen. Die inneren Bilder und die Bilder aus dem Film “Tatsächlich… Liebe” unterstützen mich dabei, diese Umarmung nicht beliebig zu machen.

petranovskaja Unterschrift signatur

Das “Gesünder in die Zukunft” Tagebuch

  1. Aufbruch, gesünder in die Zukunft
  2. Denke nicht an den rosa Elefanten
  3. Die Wellen des Lebens
  4. Singen, falsch und richtig