Ich muss verrückt sein. Was andere auf Hochglanzfolien für teuer Geld verkaufen, schreibe ich hier einfach so ins Internet.

Ich bin verrückt. Verrückt nach einer schönen gemeinsamen Zukunft. Und eins weiß ich: es reicht nicht zu wissen, man muss es auch umsetzen. Es ist also unerheblich, dass hier Themen und Impulse für alle verfügbar stehen. In dem Tun zeigt sich, wer nicht nur konsumieren, sondern auch umsetzen kann. Denn nur, wer sich bewegt und die richtigen Impulse anwendet, überlebt. Das neue Darwinsche Gesetz sozusagen.

See you on the other side ;-)

Acht unabdingbare Schritte, um die Zukunftsfähigkeit zu erreichen

Vorab: Sollte irgendein der Punkte in dieser Liste Fragen aufwerfen, gibt es am Ende dieses Artikels eine Kommentarfunktion. Ich freue mich sehr auf unseren Dialog!

1. Fokussiere dich ausschließlich auf sinnhafte und wertschöpfende Tätigkeiten, Dienstleistungen und Produkte

Für deine Kunden geht es primär um die Wertschöpfung. Die Probleme des 21. Jahrhunderts werden immer komplexer, und so müssen auch die Lösungen und Lösungswege immer flexibler und weitblickender sein. Beispiel: Wenn China morgen eine ökologische Stadt bestellt, wer kann sie liefern?

Es reicht nicht, Prozesse zu optimieren und Marktführer in einem Bereich zu sein. Zunehmend schnell kratzen die “jungen wilden” neuen Unternehmen an der Marktposition. Es ist also regelmäßig notwendig, alles wegzulassen, was unnötig ist. Für manchen Unternehmen könnte das zum Beispiel bedeuten, dass sie ihren Vertrieb nicht mehr brauchen. Für andere, dass einen Teil ihrer Produktpalette reduzieren, um mit weniger Angeboten wendiger zu sein.

Agilität ist das neue A und O.

In Zeiten voller Umbruch bleibt manchmal kein Stein auf dem anderen. Wo harte Faktoren wackeln und Richtung wechseln, bilden die sogenannten “weichen Faktoren” (Unternehmenskultur, Vernetzung auf zwischenmenschlicher Ebene) den einzigen Halt. Das “Warum” des Unternehmens wird wichtiger sein als die Quartalszahlen. Und wenn das “Warum” zukunftsfähig ist, werden sich genug Menschen finden, die sinnhaften Dienstleistungen / Produkte herzustellen. Wer wertschöpfend denkt und agil handelt, zieht als Unternehmen auch Mitarbeiter an.

Fachkräftemangel ist Fremdwort für zukunftsfähige Organisationen.

2. Fördere richtige Kompetenzen

Faktenfächer wie Geschichte, Geografie oder Biologie spielen in Zukunft kaum noch eine Rolle. Stattdessen heißen die Schulfächer „Mut“, „Verantwortung“, „Projektarbeit“, „Teamführung“, „Selbstreflexion“ und natürlich „Programmieren“. – Sven Gábor Jánszky, Trendforscher

Während die Kids in der Schule immer noch primär Deutsch und Mathe im Fokus haben, wird uns die Zukunft ganz andere Kompetenzen abverlangen. Wie in meinem Artikel zur Zukunft der Arbeit erwähnt, sind es unter anderem folgende Fähigkeiten:

  • Problemlösungskompetenz
  • Selbstmanagement
  • Kreativität
  • Unternehmergeist
  • Interkulturelle / interdisziplinäre / generationsübergreifende Kompetenz
  • Teamfähigkeit / Ambiguitätstoleranz
  • Technische Fähigkeiten (Umgang mit den Geräten, Apps und Daten, Programmiersprachen)
  • Change Kompetenz / antifragile Haltung / Risikofreude

Es liegt auch nicht mehr allein in der Verantwortung der Personalabteilungen, den Lernprozess in diesen Feldern anzustoßen. Jeder, der einer Arbeit nachgeht, muss sich aus meiner Sicht selbst um seine Entwicklung kümmern. Gegebenenfalls kann er bei seinem Unternehmen Unterstützung in Form von Finanzmittel oder freier Zeit erfragen. Schlaue Unternehmen tun ihrerseits alles dafür, Lernmöglichkeiten für die gelisteten Kompetenzfelder in den Arbeitsalltag einzubauen statt sie in Form von Seminaren “gähn” anzubieten.

Neue notwendige Kompetenzen werden uns herausfordern.

3. Nutze die Andersartigkeit der Menschen (Ambiguitätstoleranz)

Aus dem Industriezeitalter haben wir das Bild vom Menschen übernommen, der in ein Raster und in eine Norm passt.  Menschen wachsen, lernen, gehen 40 Stunden pro Woche arbeiten, werden Rentner und sterben. Dass unsere menschlichen Bedürfnisse dabei für die allermeisten von uns nicht genügend befriedigt wurden, quittieren wir jetzt mit der wachsenden Arbeitsunfähigkeit.

Zukünftig werden wir alle viel stärker damit konfrontiert, dass weder alle über einen Kamm scheren noch etwas mit einer Gießkanne über alle verteilen wirksam ist. Wir werden uns untereinander viel mehr reiben und dabei lernen, wie verschieden wir sind. Und wir werden lernen, einen Vorteil daraus zu ziehen.

Langsame brauchen länger, sensible brauchen leiser, risikobereite brauchen bunter, leistungsfähige brauchen mehr.

Die Unsicherheit dieser Vielschichtigkeit zu ertragen wird ein wichtiger Faktor sein bei der Frage, wer übrig bleibt.

4. Lasse Impulse zu

Viel mehr als früher werden Impulse und Informationsflüsse an Bedeutung gewinnen. Wo man sich früher leisten konnte, eine Vorstandspräsentation tagelang vorzubereiten, wird diese in Zukunft – wenn überhaupt – nur noch als Elevator Pitch existieren. Es wird mehrere Wahrheiten nebeneinander geben und eine wachsende Zahl an Möglichkeiten.

Impulse gab es auch früher schon von überall: von außen, von innen. Innerhalb eines Unternehmens waren die offiziell gültigen meistens von oben gekommen, die anderen wurden per Flurfunk verteilt.

Wer in Zukunft überleben will, muss zulassen, dass Informationen frei verfügbar sind, und jeder von uns muss lernen, diese sinnstiftend zu verwenden.

5. Fördere zwischenmenschliche Beziehungen

Komplexes lässt sich nur zusammen bewältigen. Gerald Hüther spricht von “Gewinnergemeinschaften”. Muss man hier eigentlich noch lange argumentieren?

Früher waren Strukturen vor allem funktional zusammengesetzt. Irgendwie musste jeder funktionieren. Zukünftig werden wir schnelleren Wachstum und biegsamere Bewegungen brauchen. Als Unternehmen mit Hunderten und Tausenden von Mitarbeitern ist das nur dann möglich, wenn zwischenmenschliche Beziehungen ermöglicht, gefördert und gepflegt wurden.

Mehr zusammen lachen, öfter zusammen Pizza essen und auf jeden Fall zusammen über die Zukunft sprechen!

6. Pflege Emotionen

Wir Menschen sind emotionale Wesen. Wenn wir bei der Arbeit nur unser Gehirn nutzen, verschenken wir einen Großteil unseres Potenzials.

Emotionen, erkannt und benannt, sind in dynamischen und komplexen Umfeldern ein viel besserer Kompass als (vermeintlich) sachliche Argumente. Wer sagen kann, warum er verärgert ist, reduziert Business Bullshit, zeigt sich als menschliches Wesen und ermöglicht Beziehungen mit anderen Menschen, denen es ähnlich geht.

Sobald wir lernen, auf dieser Ebene miteinander zu sprechen, werden wir mehr Menschen als wir es heute sind.

7. Gestalte das Lernen neu

Früher haben wir das Lernen den Institutionen überlassen. Schule, Uni, Weiterbildungs-Institute.

Zukünftig wird das Lernen überall und jederzeit stattfinden. Im Bus auf dem Weg zur Arbeit. im Schlaf, in der Diskussion mit Kollegen. Wer nicht offen ist für das Lernen, wird sich zunehmend unwohl fühlen. Weil das Gewohnte, das Stetige immer weniger greifbar sein wird. Mitkommen – mit der Geschwindigkeit, mit der Menge – lautet die Devise.

Und weil Lernen zusammen viel wirkungsvoller ist, gehört es zum Neugestalten des Lernens dazu, dass man auf einander achtet. Es geht eben nicht mehr darum, wer schneller und besser ist.

Das “WIR” wird groß geschrieben und das “WIR” wird gewinnen.

8. Probiere Neues aus

Das Cynefin Modell sagt klipp und klar, was für komplexe Umfelder gut funktioniert: ausprobieren statt nachdenken. Wer nicht ausprobiert, gewinnt keine neuen Erkenntnisse, hindert eigene Lernprozesse.

Denn es gibt so viele neuen Möglichkeiten! Neue Methoden, neue Theorien, neue wissenschaftlichen Erkenntnisse, neue Wege, etwas zu lernen und neue Gelegenheiten, zu wachsen.

Wie gesagt, ich bin verrückt. Verrückt und hungrig nach einer Zukunft, in der Agilität und Digitalisierung keine Schlagworte mehr sind. Ich will erleben, wie wir zusammen – jeder für sich aber vor allem gemeinsam – wachsen und gedeihen.

Und natürlich will ich erleben, wie immer mehr von uns anfangen, von innen zu leuchten, vor dem Wecker aufzustehen und sich auf jeden einzelnen Tag freuen.

More Shiny Eyes!

Bonus!

9. Kümmere dich um die Gesundheit

Nachdem Work-Life-Balance für die meisten zum Unwort geworden ist, sprechen wir nun lieber von Wellbeing. Ariana Huffington sagt, Wohlsein ist die neue Metrik unseres Lebens. Wo früher nur Geld oder Erfolg zählte, weiß man (endlich), dass man Zeit und Glück nicht kaufen kann. Genau so wenig, wie man sich eine Gesundheit kaufen kann.

Wenn du dir jeden Tag die Zähne putzt, nimm dir bitte jeden Tag mindestens genau die gleiche Zeit für die Pflege deiner mentalen Gesundheit. Mache es auf deine Art und Weise. Ideen dafür gibt es zahlreich in diesem Blog und jeden Montag in meinem Newsletter. Solltest du deine ganz persönlichen Ideen brauchen, komm bitte in mein Coaching-Programm. Und wenn du das zusammen mit deinen Kollegen tun willst, habe ich ein Enterprise Mind Fitness Programm im Angebot.

Jeden Tag zufrieden lächeln.

#läuft

Nadja Petranovskaja Signatur

 

 

PS: Mein Web-Wörterbuch hat heute Wörter “sinnhaft”, “sinnstiftend”, “Ambiguitätstoleranz” und “weitblickend” hinzugefügt.

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