Zwischen abgemähten Kornfeldern und Sonnenfinsternis, Grillen und Baden, Parkfestival und Gartenpartys waren die letzten Wochen voller Momente von großer Freude im Kleinen… Duft des Spätsommers, Aprikosenkuchen und aprikosenfarbener Himmel, Orte voller Ruhe und Frieden.
Ich bin hier gern zu Hause. Vor drei Jahren hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mich in Sachsen wähnen würde. Ich bin in der Zarenstadt Sankt Petersburg aufgewachsen und groß geworden. Ich reiste an die schönsten Orte dieser Welt in 52 Ländern. Ich kenne New York und Barcelona so gut wie manche andere ihren Supermarkt.
Und jetzt bin ich in Sachsen zu Hause, und das nicht genug: Ich wohne auf einem Dorf! Es ist schön hier, ruhig und grün, und der Sternenhimmel ist atemberaubend. Nach Chemnitz fahre ich 25, nach Dresden 40 Minuten. Konzerte, Festivals und Ausstellungen füllen meinen Kalender genauso wie ganz herzliche und besondere private Events.
Ich bin hier in den letzten 10 Monaten mehr ICH gewesen, als ich für möglich hielt. Und darum dachte ich: Vielleicht ist Zuhause gar kein Ort? Vielleicht ist es eher der Zustand, in dem äußere Stimmen leiser werden und meine eigene Stimme lauter ist.
Wer bin ich, wenn niemand etwas von mir will?
Wenn ich nichts muss?
Identitätsarbeit nennt sich dieser Schritt im Coaching. Schicht für Schicht geht es darum, sich zu erkennen, verschiedene Anteile der Persönlichkeit zu benennen und zu fühlen. Was und wer tut mir gut? Was brauche ich wirklich? Was darf gehen? Was bleibt, wenn eine Rolle wegfällt?
Und Umzüge, Umbrüche – sie machen sichtbar, was wichtig ist.
Ich habe erkannt, dass mir eine große Stadt mit 5 Baristas in Fussnähe weniger wichtig ist als die Nähe zur Natur, Jahreszeiten und die deutsche Sprache. Frische Luft und sauberes Wasser. Einfachheit und Schönheit. Freiheit und Möglichkeiten. Mein Kern leuchtet, als hätte ich ihn poliert. Ich fühle mich aufgeräumt, gelassen, stark. Von innen stark.
Ich werde auf meine Ausstrahlung angesprochen. Auf meine gerade Körperhaltung, meine Ruhe, meine Haut. Menschen, mit denen ich mich wirklich gern umgebe, tauchen in meinem Leben auf – beruflich wie privat. Und ja: Den witzigen Typen date ich immer noch.
Warum ich dir das alles erzähle?
Weil geteilte Freude sich vermehrt. Ich nichts fühlt sich so gut an, wie Freude zu vermehren.


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