Vom Müssen und Wollen

petranovskaja Shiny Eyes on demand 6
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23. September 2013

Musst du oder willst du?

Jeden morgen, wenn du aufwachst, wie ist es dann: MUSST du aufstehen oder WILLST du aufstehen, aufspringen, loslegen? Schleppst du dich ins Bad und dann in die Küche, um dir eine braue Brühe zu kochen und dich dann zur Arbeit zu schleppen? Oder hüpfst du freudig von hier nach da, lächelst dich im Spiegel an und kannst es kaum abwarten, etwas schönes zu machen?

Oder bist du irgendwo in der Mitte dieser beiden extrem schwarz-weiß dargestellten Wege in einen Tag? Was unterscheidet diese beiden Extrembilder voneinander?

Und woher kommt das Müssen?

Ich glaube, es beginnt in der Schule. In der Schule müssen wir das richtige lernen und irgendwann müssen wir auch plötzlich gute Noten haben – weil wir ohne gute Noten angeblich keinen guten Job bekommen. Aha. Das bedeutet, jemand hat bestimmt, wir müssen einen guten Job haben. Was ist denn ein guter Job? Auch da hat irgendjemand bestimmt, ein guter Job muss etwas mit Karriere, Erfolg und viel Geld auf dem Konto haben. Und sollte man eines Tages tatsächlich erfolgreche Karriere gemacht haben und ganz viel Geld haben, dann kommen viele viele mehr von diesen “müssen” hinzu.

Um es abzukürzen: Das Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Leiter und du denkst, du steigst nach oben. In Wahrheit musst du immer mehr, sobald du dich einmal in dieses Müssen einsperren lassen hast.

einfach

Du musst überhaupt nichts.

Niemand muss. Sobald du das in deine Gedankenwelt hineinlässt, geht es dir garantiert besser.

Du musst nicht aufstehen, du WILLST es. Du hast dich entschieden – aus freien Stücken – diesen Job anzunehmen, der um eine gewissen Zeit anfängt, und darum willst du aufstehen und hingehen.

Du musst keine Miete bezahlen, du hast dich freiwillig dazu entschieden, dir ein Wohnobjekt zu mieten, und weil du dort wohnen willst, willst du auch dafür bezahlen.

Du musst nicht in dieser Beziehung stecken. Du weisst schon, freiwillig und so weiter.

Ich weiß – es klingt verrückt, es klingt unbequem und so dass man sofort widersprechen möchte. Widerspreche, ich bin für solche Diskussionen sehr gern offen. Du musst nicht, aber du kannst es gern tun, wenn du willst.

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Dein Kommentar:

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5 Kommentare

  1. Mal eben kurz vom Handy. Ich muss aufstehen um meiner ungeliebten nachzugehen. Sicher, ich habe mir den arbeitsplatz vor vielen Jahren selbst und frei willig ausgesucht. Allerdings haben sich in den letzten Jahren die Bedingungen zum Nachteil geaendert. Ich sehe zur Zeit keine wirklich gute alternative, aus dieser Nummer raus zu kommen. Sorry fuer das wilde gross und kleingeschreibsel. Das macht mein Telefon automatisch und ich achte beim tippen nicht so darauf.

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  2. ein müssen muss ja auch nicht immer negativ behaftet sein.,,,glaub ich.

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    • nein Berni, da hast du wie so oft Recht. Mir hilft es, mit dieser Gegenüberstellung zu arbeiten (müssen – wollen), um zu sehen, wie sehr jemand sich als Opfer empfindet und darum handlungsunfähig ist.

  3. ich fühle mich schon etwas wie ein opfer, weil andere gerade indirekt über einen teil meines lebens bestimmen. nämlich den, zurzeit krank zur arbeit zu müssen. ich werd mich am wochenende mal in ruhe hinsetzen und eine zeitlinie bis ende januar 2019 basteln. und dann schaun wir mal was geht.

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    • und wenn du hilfe beim kritzeln brauchst, dann meldest du dich. iBussi!

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  1. Charismatisch in 24 Stunden | More Shiny Eyes - […] in der es darum geht, „Ich muss …“ in „Ich will …“ übersetzen (ein Thema, das ich leidenschaftlich unterstütze)…

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