Seite wählen

Ich liebe ja die deutsche Sprache! Allein schon das Wort „Höflichkeit“ erzählt die Hälfte von dem, was ich gern sagen möchte. Damals, beim Hofe. Wo klar war, wie etwas stattfindet. Rituale, sich wiederholende Sequenzen, klare Regeln…

Heute: ich bin zu Besuch beim Kunden. Menschen kommen in den Meeting-Raum. Manche geben mir die Hand, manche bringen auch eine Visitenkarte. Andere sagen nur kurz „Hallo“ und verschwinden hinter ihrem Laptop-Bildschirm. Noch bevor wir fertig sind, müssen die ersten schon wieder los, so dass es auch keine gescheite Abschieds-Sequenz gibt.

Am Sonntag, wir frühstücken in der Hafen City, und es rollen zwei sonntäglich gekleidete Kinder, ca. 2 Jahre alt, an uns vorbei. Mit kleinen Rollern. Das Mädchen erkennt meinen Blick und bleibt stehen. Sie wischt sich die blonde Engelslocke aus dem Gesicht und sagt „Hallo!“ Ihr Bruder bleibt daneben stehen und guckt uns beide an. Er nickt mir zu. Hallo, antworte ich den beiden. Nach einem kurzen Dialog mit den Eltern sagen die beiden Kinder als erste „Auf Wiedersehen!“, bevor sie weiter rollen.

Ein angenehmes Gefühl einer menschlichen Begegnung bleibt.

Was ich mir für morgen wünsche:

  • dass wir einander sehen und wahrnehmen
  • dass wir einander richtig anschauen
  • dass wir einander einen Mindestmaß an Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken
  • dass eine innere Stimme es uns nicht erlaubt, ohne ein gescheites Hallo-Tschüss-Bitte-Danke Ritual miteinander zu sein

Danke, dass du Interesse gezeigt hast zu lesen, was ich schreibe. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag!

Nadja