Jemand sagte: Das Wetter kann man nicht wählen.

Doch!, – sagte ich mir und buchte mir ein Wochenende in der Sonne.

Die Bundestagswahlen haben dieses Jahr für sehr viele Gespräche gesorgt. Vielleicht täuscht es aber auch nur, weil es gerade mal 10 Tage her ist. Oder weil mein Sohn (15) sich neuerdings sehr für Politik interessiert.

Ich interessiere mich für die Wege, unser menschliches Potenzial zu heben. Eine unpassende Antwort auf die Partyfrage: „Was machst du so beruflich?“ Aber eine ehrliche. Meine Partygespräche sind seither nie langweilig.

Wählen heißt verzichten

Deutsche Sprache ist eine schöne Sprache. So viele Wortspiele, gemeinsame Wortwurzeln, und manchmal reimen sich genau die richtigen Wörter perfekt aufeinander. Wie „Wahl“ und „Qual“ zum Beispiel.

Wählen ist eine Qual. Ob eine Bundestagswahl oder eine Kugel Eis beim Italiener – mit meiner Wahl entscheide ich, wie das Leben weiter geht. Im Großen oder im Kleinen. Denn zwischen dem, was wir schon haben (und kennen) und dem, was wir durch unsere Wahl herbeiholen, liegt die Ungewissheit. Was, wenn die gewählte Sorte nicht schmeckt? Und wenn ich etwas übersehen habe? Wenn ich jetzt heirate und morgen eine noch hübschere Frau treffe?

Je mehr Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen, desto schwieriger ist es für unser – sowieso mit Informationen überfülltes – System, eine entspannte Wahl zu treffen.

Wenn wir das eine wählen, wählen wir all das andere ab. Wenn ich VW kaufe, fahre ich keinen Mercedes. Und andersrum. Menno, das ist aber ungerecht!

Wählen hat Konsequenzen

Niemand niemand kann’s dir kann’s dir sagen sagen
Keiner keiner kennt die Antwort – die Antwort
auf alle alle deine deine Fragen Fragen
Du musst du musst nur verstehen – verstehen
wir ernten ernten, was wir was wir säen (säen)

Fanta 4

Im Fall von der Bundestagswahl werden wir die Konsequenzen sicher präsentiert und kommentiert erleben. Es wird ja jetzt schon genau analysiert, wie X angeblich Einfluss auf Y hat und warum Z dann unwahrscheinlich wird.

Manche Konsequenzen sehen wir nicht sofort. Manche begreifen wir nicht als Konsequenz. Weil – bis auf das Beispiel mit der Eissorte – die meisten Themen des Lebens komplex sind. Wir können die Konsequenz nicht linear verfolgen. Wir können nicht immer ernten, was wir säen (wählen), weil andere sich einmischen.

Am Beispiel Marmelade: Paul geht in Supermarkt und will Marmelade kaufen. Er weiß, dass seine Frau Erdbeere mag, doch er mag lieber Pfirsich. Weil Paul heute gut drauf ist, denkt er auch an seine Tochter und kauft ihre Lieblingsmarmelade – bittere Orange aus England. Zuhause angekommen und stolz wie Oskar, stellt Paul am Frühstückstisch fest, dass seine (pubertierende) Tochter von Orange nix wissen will und weder er selbst noch seine Frau bittere Orange mögen.

Das hat er sich anderes vorgestellt, der Paul. Nächstes Mal soll jemand anders die Qual der Wahl am Marmeladenregal haben. (das reimt sich ja schon wieder, Schenkelklopfer!)

Man kann nicht nicht wählen

Ob Paul nun mit oder ohne Marmelade nach Hause gekommen wäre, eine Wahl hätte er getroffen. Entweder für sich zu sorgen (Pfirsich) oder seiner Frau eine Freude zu machen (Erdbeere) oder sich bei seiner (pubertierenden) Tochter ein paar Punkte zu holen (ist nach hinten losgegangen). Beim nächsten Mal – das hat er auch schon entschieden – soll jemand anders wählen, er wählt das „sich ergeben der Wahl durch andere“. Das haben bei der Bundestagswahl 17 Millionen wahlberechtigte Menschen auch getan.

Wenn man nicht wählt, also nicht proaktiv und mit voller Überzeugung, wählt man das Andere. Das, was über bleibt. Das, was andere wählen. Man kann dan Glück haben oder Pech. Im Fall vom Glück, nun man kann das Ergebnis nicht auf eigenes Konto verbuchen. Im Fall vom Pech: Man kann versuchen, wie ein pubertierendes Kind die Nase zu rümpfen und zu sagen, das habe ich nicht ausgesucht. Das ändert das Ergebnis nicht.

Also ahoi, wähle das Wählen! Gehe mit offenen Augen durch dein Leben und suche aus, was DU haben willst. Sei dir bewusst, dass Wählen gleichzeitig verzichten bedeutet. Rechne mit Konsequenzen, die man nicht vorhersehen kann (es sind oft genug auch gute dabei!).

Sei der Gestalter deines Lebens. Der Surfer deiner Welle. Der Herr oder die Herrin deines Königreiches.

Viel Spaß dabei!

petranovskaja Unterschrift signatur

 

 

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