Schachtelhalmbrühe

Schmachtend renne ich in den Garten. Wer schon einmal Mund voll Walderdbeeren hatte, der weiß, dass es Gott geben muss. die schwarzen Johannisbeeren sind dieses Jahr so groß wie Kirschen, und Unkraut so hoch wie meine Tochter. und von diesem Regenwetter sind sehr viele Blätter krank, mir völlig unbekannte Probleme winken mir von jeder Ecke und sagen, kümmere dich um mich. ab und an braucht auch ein Laissez-Faire Garten etwas Pflege.

Schachtelhalmbrühe. das Geheimmittel norddeutscher Biohexen, schnell angerührt und umhergesrpüht, schon hoffe ich auf Besserung, ob naiv oder blauäugig, das werden wir in paar Wochen sehen. zwischendurch holt mein Sohn mich zurück ins Haus, er kann nicht schlafen, weil ihm ein Kuscheltier fehlt, wir suchen und finden, jetzt darf ich nochmal raus, denn ich habe noch nicht von den weißen Johannsibeeren gekostet und nicht an den Rosen geschnuppert.

Einige Minuten danach widme ich mich der Kunst, indem ich Blümchen fotografiere, die meine Tochter verbotenerweise im Garten geplündert hat. ich setze mich hin vor dem Stapel ungescannter Fototaschen und fange an zu schauen. ich finde dazwischen Doppelbelichtungen, ein Projekt mit Catherine Buca aus UK, ich finde noch mehr Fotos, von denen ich bereits vergessen habe, dass ich sie machte. Es ist, als würde man mit einem Bein immer paar Schritte hinterher sein, die Fotos sind aus Herbst und Winter, und jetzt ist der Hochsommer da… ein Vogel hüpft am Terrassenfenster hin und her, der Scanner brummt, die CD ist auf Wiederholung gestellt, ich werde also solange beschallt, bis ich müde bin.

hoffentlich träume ich nicht von der Schachtelhalmbrühe.

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