Es gibt kein richtiges Leben im falschen. – Theodor W. Adorno

Wer entscheidet, ob dein Leben richtig oder falsch ist? Das bist du selbst! Und was sind deine Kriterien? Die meisten Menschen – auch und besonders auf der Suche nach dem Glück – wissen nicht was sie wollen. Was wir NICHT wollen, das wissen wir eher.

Die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Warum bin ich hier?“ ist anstrengend und dauert ein Weilchen. In diesem Artikel möchte ich dich an die viel zu selten gefeierte Bedeutung dieser inneren Arbeit erinnern.

Leben statt warten

Wir bekommen nur wenige Jahre, nur ein paar Tage Leben auf diesem Planeten. Keinen einzigen von ihnen halte ich für selbstverständlich. Diese Haltung gegenüber meinem Leben habe ich nicht immer gehabt, sie kam zu mir, als ich anfing, zu leben.

Davor habe ich vieles über mich ergehen lassen und gewartet. Ich wartete darauf, dass das, was mir passiert, mich glücklich macht. Es geschah nicht. Ich fing an, zu reflektieren. Seit 1999 nehme ich mir regelmäßig Zeit, persönliche Rückzüge zu machen und über mein “Warum” nachzudenken – nicht nur für mein Geschäft, sondern vor allem für mein Leben.

Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass diese nach außen unscheinbare innere Arbeit – mir Zeit nehmen, über mein Leben nachzudenken und meine Alltags-Muster zu beobachten und zu verändern – eines der wichtigsten Dinge ist, die du persönlich und beruflich für dich selbst tun kannst.

Schreiben statt denken

Im Coaching, in Trainings und Workshops habe ich viel mit denkenden Menschen zu tun. Ich finde es toll, wie viele Gedanken dann durch den Raum schwirren und ihn für eine kurze Weile füllen. Unser Bewusstsein hat die Eigenschaft, stetig weiter zu denken.

Darum finde ich es extrem wichtig, Schnappschüsse unserer Gedankenwelten zu machen. Zeichne ein paar Stichworte auf eine Serviette. Wenn die Gedanken keine Worthülse finden, kritzle wild mit dem Stift auf einem Blatt Papier, bis sich eventuell Formen ergeben. Wenn nicht, ist nicht schlimm. Das Arbeiten mit dem Stift auf Papier regt wichtige Regionen im Gehirn an.

Sehr wichtige Regionen.

Selbstbewusstsein entsteht aus dem Bewusstsein, du selbst zu sein. Je öfter du dir Zeit nimmst, deine Gedankenwelten abzubilden, desto mehr entwickelst du dein Selbstbewusstsein. Es gibt nichts, was du falsch machen kannst, wenn du dich hinsetzt und dir Zeit nimmst, mit dir selbst zu sein. Der erste Satz einer solchen Sitzung könnte lauten:

Ich weiß nicht, was ich aufschreiben soll.

Wer schreibt, küsst besser

Schreiben ist nicht nur für dein Selbstbewusstsein gut. Wenn du mit der Hand schreibst, trainierst du deine Emotionen. Schreiben dauert länger als Tippen – deine Geduld, deine Ausdauer werden also ganz nebenbei trainiert. Was du mit der Hand schreibst – im Zeitalter von Siri und Sprachnachrichten – bleibt länger in deinem Gedächtnis, bekommt somit eine größere Bedeutung.

Darum: Schreib es auf.

Führen von Tagebüchern (neudeutsch: Journaling) ist ein unglaubliches Werkzeug, um dein Selbstbewusstsein zu pflegen. Die so entstehende Gewohnheit, deine Gedanken und Erkenntnisse niederzuschreiben, eine durchgehende Linie, ein tragendes Element inmitten der vielen Fragen des Lebens und der hektischen Umwelt.

Der einfache Akt des Schreibens schafft Raum für Reflexion im Hier-und-Jetzt. Später kannst du in deinen Notizen blättern und so eine Reise in die Vergangenheit machen und aus deinen früheren Erfahrungen lernen. Die Zeit gibt uns eine neue Perspektive auf alte Erfahrungen, neue Bewertung. Was einmal eine Herausforderung war, entwickelt sich oft zu einer Chance. Die Dots. von denen Steve Jobs sprach, erkennen wir nur rückwirkend.

Lebensqualität in Zeit messen

Vielen fällt es schwer, zu sagen, wann das Leben besser wird. Nicht jeder hat es gelernt, auf das Bauchgefühl zu hören. In solchen Fällen sage ich:

Zeige mir deinen Kalender / Timer / Wochenplan / Jahresplan.

Dein Kalender ist deine persönliche Metrik. Wenn du wissen willst, wie die Prioritäten eines Menschen sind, reicht oft ein Blick in den Kalender. Wenn du dein Leben erneuern und bewusster gestalten willst, werfe einen Blick darauf, wie / wo / womit du deine Zeit verbringst.

Möglichkeiten statt Ausreden

Deine Identität und dein Bewusstsein sind geprägt von den Erfahrungen und Menschen, mit denen du dich umgibst. Soll etwa auf deinem Grab stehen: “Er hat jeden Tage alle Emails beantwortet”? Oder willst du lieber ein toller Freund / eine tolle Freundin, Bruder / Schwester, Vater / Mutter sein? Wer entscheidet, ob dein Leben toll ist? Das bist du selbst! Und du hast die Kontrolle über dieses Erbe. Es gibt IMMER Möglichkeiten, dein Leben zu planen und über deine wahren Prioritäten zu bestimmen. Es bist DU, der entscheidet, was in deinem Kalender steht!

Sei ehrlich zu dir selbst und reflektiere, ob das, was du willst und was du sagst, mit dem übereinstimmt, wie du deine Zeit verbringst.

Durchatmen statt Durchhalten

Beuge der Erschöpfung vor. Selbst die leidenschaftlichsten Menschen vergessen manchmal, wie wichtig es ist, sich Zeit zum Aufladen zu nehmen, bevor die inneren Ressourcen auf Null sind.

Wenn ich bei mir eine Abnahme der Energieniveaus oder Zunahme der ungesunden Gewohnheiten merke, nehme ich diese Signale ernst. Die Zeit, die ich nehme, um mich wieder aufzuladen, ist eine Investition in meine langfristige Belastbarkeit. Früher fand ich es toll, dass ich lange durchhalten kann. Lange ohne Trinken, ohne richtiges Essen, ohne ausreichend Schlaf, ohne Ausgehen mit Freunden, ohne Urlaub, ohne all die anderen für unser gesundes Leben unabdingbaren Dinge.

Sich aufzuladen heisst nicht automatisch nichts tun und auf dem Sofa liegen. Ein Tag in der Natur kann Wunder wirken. Ein schöner Abend mit Freunden, Lachen und Kochen, kleine sinnlichen Erlebnisse sind wertvolle Elemente eines ausgeglichenen Lebens. Ein Wochenendtrip an einen See in der Nebensaison kann die inneren Batterien mehr aufladen, als zwei Wochen Sommerferien auf Mallorca.

Gewohnheit statt Notfall-Reaktion

Finde dein Gleichgewicht zwischen dem Kopf, Bauch und Herz. Finde deine richtige Menge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Wenn wir jung sind, ist es leichter, das zu tun, was andere verlangen. Mit der Zahl der bereits gelebten Jahre verbleiben uns jedoch immer weniger Jahre zu leben. Darum ist es Wert, mit dem Reflektieren anzufangen. Die innere Arbeit – das Suchen und Finden deiner Leidenschaften, Fähigkeiten und Wünsche – sollte aus meiner Sicht mit der Pubertät beginnen und niemals aufhören.

Durch aktive Selbstbeobachtung, durch die Gewohnheit, sich selbst nahe zu sein, kannst du die perfekte Kombination zwischen dem was du willst und dem, was du kannst finden und ein langes, zufriedenes und vor allem DEIN wirkliches Leben führen.

Was wohl dann auf deinem Grabstein steht …

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Nadja Petranovskaja Signatur

 

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