Dreiundzwanzig Grad ist ein magischer Zustand des Universums. es ist genau richtig warm in der Sonne, und es ist perfekt kühl im Schatten. der langsame Wind schafft es nicht, mein Haar zu durchwehen, selbst als ich aufs Fahrrad steige und in das benachbarte Dorf zur Eisdiele fahre.
Dreiundzwanzig Grad ist eine perfekte Temperatur für jede Kleidung. für egal welche Schuhe. es ist nicht zu heiß für Bewegung und nicht zu kalt fürs Rumsitzen. es ist eine Temperatur, die von mir aus gern an elf Monaten im Jahr um mich herrschen darf. einen Monat lang hätte ich gern Schnee und dunkel.
Jetzt ist es aber nicht dunkel. es ist hell und es sind genau die dreiundzwanzig Grad, um den Abend draußen zu verbringen. wer nicht weiß, was er dabei trinken soll (soll vorkommen), empfehle ich Aperol-Kirsch, eben entstandene Kreation. in der Luft liegt eine süße Duftmischung als Flieder und Raps, so dominant, dass sogar die gesammelten Grillanzünder der ganzen Nachbarschaft nicht dagegen ankommen.
Ich weiss, dass es dekadent klingen mag, aber ich mag keine drei-Sterne-Hotels. besonders dann nicht, wenn sie einer Kette angehören. hinter unserem Durst nach Urlaub wüten die Berater dieser Welt und helfen den letzten Kreuzer an Umsatz zum Gewinn zu machen. nur so kann man sich erklären, dass der Speiseraum, in dem ich gerade sitze, im Keller ist.
Ich mag auch den abendlichen Wettbewerb der Tigerblusen nicht und nicht den Sonnenbrand auf weißer englischer Haut. und ich finde die mich umgebenden gescheiterten Einkindehen sämtlicher europäischer Nationen deprimierend.
All das Böse über unser Hotel zu schreiben ist nur deswegen möglich, weil ich es auch ganz anders kenne. weil ich beruflich gern in zwei-Sterne-Hotels übernachte, liebevoll auf den Gast ausgerichtet. weil ich mir oft denke, hätte ich ein Hotel, ich wäre der perfekte Manager dafür… weil ich mich schon immer aufgeregt habe über die schicken Schuppen mit goldenen Säulen im Foyer, wo man doch nur aufbewahrt, umputzt und abgefüllt wird.
Was muss man tun, wenn man Sonne, Meer und Berge aber keine Reisegruppen mag? Ideen, Tips und konkrete Adressen sind hier herzlich willkommen!
es wird Frühling. der Rest ist eigentlich schon in der Titelzeile gesagt. nur noch so viel: Jetzt sollte die zeit der Pläne und der guten Vorsätze sein. nicht im dunklen und mit Festen überfüllten Dezemberabschluss, sonderen jetzt, wo der Aufschwung in unseren Venen pulsiert und die Hoffnung stärker ist als Rambo und Arni zusammen. ich habe GANZ PLÖTZLICH wieder Lust, und ich habe plötzlich – naja, nicht Tausende – paar Fotoideen. und egal wie gut oder schlecht diese sind, es ist wie das erste Schluck Wasser nach einer langen Durststrecke.
Da waren sie wieder, die kalten Hände. der Herbst ist da, und mit ihm die Melancholie und die scheinbar grundlose Traurigkeit, Gedanken über Tod und über das, was man bis dahin noch schafft.
Ich sage eine Verabredung ab, ich verbringe den Freitag Abend in dem menschenleeren Büro und verabschiede mich noch später am Abend von Heiner, der nach Singapur umzieht. hinter den Fensterscheiben vom Abaton Cafe ist es so dunkel wie in mir drin. ich bin nicht nervös, aber auch nicht ruhig.
Auf dem Weg nach Hause fahre ich im leisen Regen gleich an zwei Unfallstellen vorbei. die Mischung der blinkenden gelben und blauen Lichter verwandelt sich in meinem Traum in ein Beet voller Stiefmütterchen. gibt es dafür eine Traumdeutung?
fleissig Englisch lernen. Internet ist in meinem ersten Hotel dieser Reise “complimentar”, was wohl meint, mit inbegriffen. wie zum Beispiel auch freier Kaffee mit eckliger Kaffeesahne mit Geschmack (schon mal Haselnuss probiert?) und tadellos gutes Wetter.
Liste der nicht fotografierten Dinge beginnt mit:
- Skyline von Manhattan, Orte Nassau und Babylon, zahlreiche wunderhuebsche Wohnhaeuser im quasi englischen Stil, eine gute Haelfte von denen “for sale”, weisser Sand am Atlantik-Strand und strahlende Kinderaugen.
morgen setzt sich der Urlaub fuer Koerper und Seele fort. erstmal weiterhin gen Osten. wie ihr sieht, vermisse ich euch ein kleines bisschen ;-)