Dreiundzwanzig Grad

Dreiundzwanzig Grad ist ein magischer Zustand des Universums. es ist genau richtig warm in der Sonne, und es ist perfekt kühl im Schatten. der langsame Wind schafft es nicht, mein Haar zu durchwehen, selbst als ich aufs Fahrrad steige und in das benachbarte Dorf zur Eisdiele fahre.

Dreiundzwanzig Grad ist eine perfekte Temperatur für jede Kleidung. für egal welche Schuhe. es ist nicht zu heiß für Bewegung und nicht zu kalt fürs Rumsitzen. es ist eine Temperatur, die von mir aus gern an elf Monaten im Jahr um mich herrschen darf. einen Monat lang hätte ich gern Schnee und dunkel.

Jetzt ist es aber nicht dunkel. es ist hell und es sind genau die dreiundzwanzig Grad, um den Abend draußen zu verbringen. wer nicht weiß, was er dabei trinken soll (soll vorkommen), empfehle ich Aperol-Kirsch, eben entstandene Kreation. in der Luft liegt eine süße Duftmischung als Flieder und Raps, so dominant, dass sogar die gesammelten Grillanzünder der ganzen Nachbarschaft nicht dagegen ankommen.

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Reise-Lessons learned

Wenn das Zimmer kein Meerblick hat, hört man meistens weniger straßenlärm. Es scheint, als wäre es überall außerhalb Usedom üblich, zwischen dem Meer und der Häusermeile eine Straße zu bauen.

Wenn das Wetter hier schlecht ist, fahr woanders hin.

Nimm immer offline map im iPhone oder sehr gutes Kartenmaterial mit. Selbst wenn du beschließt, ganz frei nach Nase zu fahren. denn manchmal musst du in einem etwas größeren Ort den nicht ausgeschilderten Ortsausgang finden.

Vertraue nicht der Farbe auf Google Maps. die schönsten Strände sind meistens genau da, wo es nicht blau ist.

Wo es viele Autobahnen gibt, ist es häßlich. durchfahren!

Wo es viele Campingplätze gibt, gibt es viel Ramsch und komische Menschen. Fahre woandershin!

Schöne Ortsnamen und schöne Orte korrelieren selten.

Nutze die Mittagshitze zum fahren, Morgenstunden zum fotografieren, Abendzeit zum baden, essen und flanieren.

Kippe niemals zwei Zuckertütchen auf einmal in die Tasse! (spanische Zuckertüten haben doppelte Menge drin).

Wenn’s richtig schön ist, guck nicht auf den Preis – bezahle und genieße!

Lerne Sprachen. benutze die frisch gelernten Wörter wann immer du dazu kommst.

Reise nochmal.

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Sonnenuntergang auf der Waschmaschine

Ich sitze auf der Waschmaschine und warte darauf, dass irgendwo aus ihr Wasser austritt. wenn man nicht da sitzt und aufpasst, tritt das Wasser auch aus, man weiß bloß nicht wo. also wo die Quelle dieser wunderbar warmen und leckeren Lauge ist, die man dann nach jedem Waschvorgang aus dem Schlitz hinter der Waschmaschine wegwischen darf.

ich habe die Quelle gefunden. das ist die Tür. ich bin stolz auf mich. keine Ahnung, ob es reparierbar ist, darum kümmere ich mich morgen. solch kleinen Haushaltserfolge tun immer gut. dazu nette Musik, und surfen geht auch im Hauswirtschaftsraum, seit irgendein netter Ingeneur Wireless erfunden hat.

Ihr werdet sicher fragen, was das mit Sonnenuntergang zu tun hat? nun, wenn man da so rumsitzt und der Waschmaschine zuhört, ist es irgendwie ähnlicher Zustand wie am Strand, wo Wellen rauschen. nur dass es nicht nach Salz riecht.

gute Nacht

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Herbstballade

ich feiere Versöhnung mit dem Herbst

ich laufe in fallende Blätter hinein und lasse die nicht wärmende Sonne auf meinen Rücken scheinen.
ich verzeihe dem kalten Wind und lasse den Staub des Sommers vom Dauerregen abwaschen.
ich parfümiere mich mit dem Duft des frisch gepflügten Feldes, lade das Klopfen der Wassertropfen in meinen mp3-Player, rühre die Kastanien in meiner Tasche wie Gebetsperlen um und lasse endlich die Ruhe und die Stille in mein Herz, während ich die Heizkörper höher drehe.

wenn ich nichts dagegen tun kann, dass du da bist, nehme ich dich hin.
hallo, Herbst.

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where the f*** liegt Stratford?

Eine feine Orgelmusik. dazu fahren Menschen im Kreis, sie machen Figuren mit den Beinen, sie tragen allesamt Rollschuhe und es wirkt, als waere ich in einem FIlm aus den 70ern. ein Herr bremst ab und steht direkt vor mir, breites amerikanisches Grinsen. Warren Beauty. wow. ob ich nicht auch fahren wolle. und Kinderrollschuhe finden sich bestimmt auch. nein, Warren, tut mir leid, aber Kids gehoeren ins Bett, wir sind bloss auf dem Weg vom Strandspaziergang wegen der altmodischen Pink Panther Melodie hier nochmal eingebogen.

so verbringen die Amerikaner also ihre Sonntag-Abende… paar Stunden spaeter liege ich imer noch wach im Bett und denke an mein Date. ich bin sehr aufgeregt, wie es morgen wird. nach diesen 5 wunderbar charmanten Tagen auf der Geheimtipp-Insel soll ich mich in die Stadt begeben, die so viele toll finden… ich habe Angst. Angst, dass ich enntaeuscht werde. und Angst, dass ich mich in die Stadt verliebe. abwechselnd. irgendwann schlafe ich doch ein, die Wellen und die frische Luft machen ihre Arbeit.

mein letzter Gedanke: laut Routenplaner dauert es 1 Stunde 25 Minuten bis Manhattan…

[wenn ich die richtigen Worte finde, beschreibe ich die ersten Eindruecke aus NYC. ich habe viele Bilder und noch keine Fotos. das gefaellt mir gut. morgen tue ich einen Film mitnehmen.]

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