Dreiundzwanzig Grad

Dreiundzwanzig Grad ist ein magischer Zustand des Universums. es ist genau richtig warm in der Sonne, und es ist perfekt kühl im Schatten. der langsame Wind schafft es nicht, mein Haar zu durchwehen, selbst als ich aufs Fahrrad steige und in das benachbarte Dorf zur Eisdiele fahre.

Dreiundzwanzig Grad ist eine perfekte Temperatur für jede Kleidung. für egal welche Schuhe. es ist nicht zu heiß für Bewegung und nicht zu kalt fürs Rumsitzen. es ist eine Temperatur, die von mir aus gern an elf Monaten im Jahr um mich herrschen darf. einen Monat lang hätte ich gern Schnee und dunkel.

Jetzt ist es aber nicht dunkel. es ist hell und es sind genau die dreiundzwanzig Grad, um den Abend draußen zu verbringen. wer nicht weiß, was er dabei trinken soll (soll vorkommen), empfehle ich Aperol-Kirsch, eben entstandene Kreation. in der Luft liegt eine süße Duftmischung als Flieder und Raps, so dominant, dass sogar die gesammelten Grillanzünder der ganzen Nachbarschaft nicht dagegen ankommen.

Veröffentlicht am von in tatsächliche Tatsachen. Keine Kommentare.
Schlagwörter: , , , , , , ,

die vögel brüllen von den zweigen und die schneeglöckchen starren mich aus dem unterholz an

Es wird!

es wird Frühling. der Rest ist eigentlich schon in der Titelzeile gesagt. nur noch so viel: Jetzt sollte die zeit der Pläne und der guten Vorsätze sein. nicht im dunklen und mit Festen überfüllten Dezemberabschluss, sonderen jetzt, wo der Aufschwung in unseren Venen pulsiert und die Hoffnung stärker ist als Rambo und Arni zusammen. ich habe GANZ PLÖTZLICH wieder Lust, und ich habe plötzlich – naja, nicht Tausende – paar Fotoideen. und egal wie gut oder schlecht diese sind, es ist wie das erste Schluck Wasser nach einer langen Durststrecke.

Gestern habe ich mir einen Hut bestellt.

Veröffentlicht am von in tatsächliche Tatsachen. 1 Kommentar.
Schlagwörter: , , , ,

Barfussgedanken

Am Rande eines Wolkenbruches gehe ich im Feld spazieren, barfuss. Hundert Meter links von mir regnet es, hier scheint die Sonne, der Boden unter meinen Füßen warm. Dann kommt der Regen näher und für einzweidrei Sekunden regnet es genau neben mir, so dass ich das Nass riechen und hören, aber noch nicht spüren kann. und in diesen drei Sekunden ischen nass und trocken wie die Grenze zwischen ja und nein, zwischen weiß und schwarz, sein oder nicht sein, Glück und Unglück wurden voneinander getrennt und nebeneinander auf die Bühne gestellt.

Dann bricht der Regen über mich, nun stehe ich da, von ober Sonne und Nass abbekommend und begreife binnen diesen Augenblicks, dass es keine Grenzen gibt zwischen ja und nein, möglich und unmöglich, gestern und heute, sein oder nicht sien. Alles ist eins, in diesem hier und jetzt dieses blinden Regens, von der Sonne geblendete Regengüsse ziehen wieder ab und verschwinden ganz plötzlich.

und es kommt ein Regenbogen.

Veröffentlicht am von in und in China fällt ein Sack Reiss um. 2 Kommentare.
Schlagwörter:

das Nix hat einen Durchmesser von 40 km

mein Sohn hat sich neuerdigs das Sonnensystem vorgenommen. man sagt ja, dass Kinder diesen unstillbaren Wissensdurst haben, aber mein Sohn hat Durst hoch zwei, der trinkt das Wissen Eimerweise – und vor allem fordert er Nachschub, und er kann laut werden.

in dem kleinen Brockhaus stand nicht viel drin.in den üblichen Kinderbüchern auch nicht wirklich das, was er wissen wollte. zum Glück gibt es Wikipedia. der Pluto war zuerst dran. aufrufen, ausdrucken, dem durstigen Kind in die Hand drücken, damit es endlich aufhört zu quengeln. am Morgen danach wurden wir mit den Ergebnissen der Studie konfrontiert. der Pluto hat drei Monde. von dem einen meine ich mal was gehört zu haben, der andere wäre nur aus Gas und der dritte heisst Nix und hat einen Durchmesser von 40 km.

angefangen hat es in Jena, in dem Zeiss-Planetarium. nun ist morgen der Neptun dran. und nächstes Wochenende bauen wir die Planeten maßstabgeträu nach und hängen sie abstands-maßstabgeträu auf. dann heisst es nicht “geh dich waschen”, sondern “ab zum Uranus und komm erst wieder auf die Erde, wenn die Zähne glänzen wie die Sterne!”

Veröffentlicht am von in tatsächliche Tatsachen. 8 Kommentare.
Schlagwörter: ,

im Weltall mit Robert Redford [für Nika]

Am Samstag war ich mit Robert Redford im Weltall. das war der Tag, wo das Wetter nicht wußte, wie man uns auf der Erde glücklich machen soll, es stand ziemlich umentschlossen in der Gegend rum und verhalf mir somit zu der Entscheidung, was neues zu entdecken. unter anderem den All. und die kosmischen Kollisionen. ich mag es sehr, dass Planetarium runde Räume sind. der Film lief ca 25 Minuten und wurde von Robert Redford besprochen. diese Stimme ist [Männer einfach mal weghören] WOW. es gibt Dinge, die kann man nicht erklären. nicht beschreiben. dazu gehört Robert Redfords Stimme. mir ist egal, wie klein seine Füße sind, der Mann ist einfach sexy. und – ich würde mit ihm nicht nur auf einer kleinen Insel Urlaub machen [hehe], ich würde mit ihm durchaus auch Sachen machen, wie dieser Weltallflug. das besondere bei solchen Stimmen ist, sie lesen nicht einfach nur den Text, sie entführen. das besondere an Weltallfilmen ist, ich mag sie nicht besonders. bis auf Star Treck. aber da ist es anders. hier war es so, dass der Robert mich in meine Vergangenheit entführte. ich fühlte mich plötzlich klein, so sehr klein in Anbetracht der Galaxien, die vor meinen Augen zusammenkrachten, doch Roberts Stimme sagte mir: fürche dich nicht, Mädel, du bist ein Teil davon. ganz sicher.

und ich sah mich kleine Walderdbeeren in einen Kinderbecher sammeln, da musste ich 5 Jahre alt gewesen sein. ich sah mich einen verschneiten Berg runter fahren, mit voller Wucht gegen eine Birke fahren und eine Gehirnerschütterung kriegen, nach der ich 48 Stunden durchschlief (da war ich wohl 7), ich sah noch viele andere kleine *Kinderfilme*, alle waren fester Bestandteil meines Lebens und komischerweise waren sie auch ein fester Bestandteil des Universums, so eng fühlte ich mich damit verbunden, so sehr traute ich Robert, als er mir erzählte, all die Kollisionen sind wichtig, es ist gut, dass Dinge aufeinanderprallen und: nichts bleibt wie es ist, alles, von minimal klein bis undenkbar groß verändert sich, jede Sekunde, und ich bin mitten drin.

als ich dann aus dem Planetarium hinausging, schaute ich schnell über die Schulter. Robert nickte mir zu und sagte: Nur zu, Mädel, trau dich, alles wird wunderbar.

Veröffentlicht am von in wie ein Sandkorn in der Wüste. 45 Kommentare.
Schlagwörter: , ,