Die erste ist mit drei. die zweite in der Pubertät. die dritte habe ich wohl jetzt. eine Art Berufs-Pubertät. wenn Urteilsvermögen anfängt, um sich rumzuschlagen und nichts mehr gut gut genug ist. Abgrenzung, mangels Eltern, von altbekannten und vertrauten Arbeitsritualen. Suche. neue Suche. finden und verwerfen. durcheinander bringen, neu sortieren, andere mit sich konfrontieren und beschäftigen. Business-Punk sein. Erreichtes in Frage stellen.
Finde ich ein Ende? wie hört eigentlich die Pubertät auf? ich denke jetzt darüber nach.
Wer nicht weiß, welchen Film er im Kino gucken soll, schaut sich einfach den neuen Star Trek. Sahnebilder, ganz wie der letzte, wurde auch hier sehr liebevoll gearbeitet. Die Handlung, naja, für mich als Mädchen schon ganz OK ;-) und: wenn’s geht, auf Englisch gucken, wegen der lustigen Sprüche…
Frühling. Pflücke Löwenzahnblätter und junge Brennesseltriebe. trenne Käfer und Gras von der Beute. atme die Aromen ein (diesen Schritt nicht überspringen!). tue Löwenzahnblätter in kaltes Wasser. übergieße Brennessel mit kochend heißem Wasser. mach dir eine Gurkenmaske oder ruf jemand an (oder warte einfach). nun lass das Unkraut abtropfen und schnippel es in mundgerechte Stücke. füge hinzu, was du sonst ern im Salat hast. ich esse gern ein gekochtes Ei darin. Joghurt oder Sylter Salatsoße. Ä wualá!
Natürlich darf ich klauen, hat er gesagt. also klaue ich diesen total melancholischen Satz, der unter einem Foto von dem Berliner Dom stand, und über dem Dom waren viele kleine schwarze Flecke, vermutlich Vögel. vielleicht aber auch nur Staub auf dem Film. oder auf dem Scanner. und auch wenn der Satz eigentlich eher zum Herbst passt, ist es der perfekte Satz für heute, für den Tanz in den Mai, für das Volksfest des Besinnungslosen. mir ist nicht nach besinnungslos, mir ist nach Stille und Ruhe und nach weicher Haut und Becher Tee.
Vielleicht weil der Frühling sich dieses Jahr so viel Zeit lässt, lerne ich, geduldiger zu sein. ich lerne Zeit zu haben und diese Zeit nicht umzubringen. Leben ohne Fernsehen und Facebook fühlt sich ab und an nach Leben in einem sibirischen Dorf, weit abseits der Zivilisation. ist natürlich quatsch, aber inmitten der vielen Zeit kommen eben auch solche abstrusen Gedanken, die Platz finden, sich gemütlich hinsetzen und mich von ihrem Platz aus zwinkernd anschauen. Volksfest der Besinnung in meinem Kopf. ein entschleunigter Frühling in meinem Herzen. nochmal von vorn, nochmal zum ersten Mal etwas tun und dabei ein Herzklopfen haben, das in Australien hörbar sein wird.
Doch ich bin furchtlos. furchtlos und aufgeregt. ein Gefühl des Fliegens ohne zu wissen wie man landet. eine Gewissheit, dass es richtig ist.
Der Leim riecht angenehm nach Kindheit. früher haben wir mit so was die Vogelhäuschen zusammen geklebt. heute sind die Sicken für die Lautsprecher dran.
Mein Nachbar sagte, ich muss die Beziehung zu meinen neuen (gebrauchten uralten und sauguten) Boxen aufbauen, indem ich die alten Sicken ordentlich abkratze und das Gerät liebevoll putze. ich folge dieser Anweisung mit Hingabe, während die Musik leise aus dem Computer flüstert. verschiedenste Hilfsmittel kommen dran, bis festgestellt wird, welche Wunder eine Nagelfeile vollbringen kann…
Zwei Abende später sind alle Schritte vollbracht, die Bass-Lautsprecher sind wieder in die Box eingeschraubt und paar powervolle Songs bringen mich fast dazu, die Boxen zu umarmen. hat funktioniert, der Trick mit dem Beziehungsaufbau. danke, Manuel!
Wasser im Topf wird langsam heiss. “Diese hier sind meine”,- sagt meine Tochter und hält viereinhalb Spaghetti in die Luft. klar, denk ich, die werden wir nachher schon aus der Gesamtmenge wieder rauszaubern. Nein, protestiert sie. ich soll sie getrennt kochen. ach Mensch, wir haben Hunger, wir haben keine Energie für dieses Heckmeck – und dann bricht es aus mir raus: “Warum kannst du nicht normal sein und wie alle die im großen Topf gekochte Spaghetti essen?!?!” Die Antwort trifft mich wie Schlag: “Weil ich nicht wie alle bin.”
1:0 für meine Tochter. 1:0 für viereinhalb Spaghetti.
Ausschlafen. Yoga. Dusche. Frühstück. Flipflops an und ab zum Markt. Frische leckere Sachen kaufen. zweites Frühstück in der Sonne. Morgen-Mails lesen und schnell beantworten. und dann, wenn keiner auf etwas wartet, Pläne schmieden: für den Rest des Tages, für die Woche, für den Ausstieg aus dem aktuellen Projekt. für Mai. für den Sommer. für den Business Plan. für den Rest des Lebens.
Das schönste am Leben ist, dass man selbst bestimmen kann, was man will. denn um zu bekommen, was man will braucht es nur eins: deine Entscheidung.
Einer der wesentlichen Vorteile von Schulferien ist, dass man auch als Erwachsener aus dem Alltagstrott rauskommt. denn zwischen Schwimmen, Dombesuch, Pyjamaparty und Löten ist wenig Platz für Powerpoint und Mails. zum Glück.
Heute haben wir viel Zeit mit den wunderbaren Büchern von Keri Smith verbracht. gekleckert, gekritzelt, geschmiert, geknickt, ausprobiert und uns herrlich über die Ergebnisse gefreut.
Und dann bin ich – seit Jahren ausnahmsweise mal wieder – in eine Achterbahn gestiegen. unbeschreiblich!!
Vor gut zwei Jahren, als meine entzündete Schulter mich vom “Arbeiten” (im Sinne mit der Maus klicken) abhielt, hat mir mein seit-diesem-Besuch-Lieblingsarzt gesagt, ich soll dreimal die Woche eine Stunde joggen gehen. in meinem Tempo. aber eine ganze Stunde. auf meinen fragenden Blick hin, in dem bestimmt geschrieben stand, dass ich dazu keine Zeit habe, meinte er, ich kann es gern lassen und dann unters Messer gehen. oder in einem halben Jahr damit anfangen, dann wären aber fünf Mal die Woche notwendig, um mir zu helfen. ich habe verstanden – und bin in diesem Jahr vierhundert Kilometer gelaufen.
Wie oft nehmen wir uns Zeit für uns? Haut und Haare nicht nur während Wellnes-Wochenenden pflegen, sich etwas gesundes und leckeres Kochen statt einem schnellen Käsebrot.
Ich kenne Menschen, die teuere Bodylotions im Bad stehen lassen und diese aus irgendwelchem Grund nicht nutzen. Menschen, die sich teuere Ayrwerda-Kuren buchen und den Rest des Jahres keineswegs auf ihre Gesundheit achten.
Du bist was du isst. Du bist was du tust. unser Geist und unser Körper brauchen regelmäßige Pflege, täglich, wöchentlich, bewusst und mit Liebe zu uns selbst ausgeführt.
Darum folgt auf meine Yoga-Stunde heute eine ausgiebige Pflegestunde und ein Spaziergang.
Einen schönen Sonntag, Welt!