Archiv für die Kategorie ‘und in China fällt ein Sack Reiss um’

Stifmütterchen riechen nicht

Samstag, 28. August 2010

Da waren sie wieder, die kalten Hände. der Herbst ist da, und mit ihm die Melancholie und die scheinbar grundlose Traurigkeit, Gedanken über Tod und über das, was man bis dahin noch schafft.

Ich sage eine Verabredung ab, ich verbringe den Freitag Abend in dem menschenleeren Büro und verabschiede mich noch später am Abend von Heiner, der nach Singapur umzieht. hinter den Fensterscheiben vom Abaton Cafe ist es so dunkel wie in mir drin. ich bin nicht nervös, aber auch nicht ruhig.

Auf dem Weg nach Hause fahre ich im leisen Regen gleich an zwei Unfallstellen vorbei. die Mischung der blinkenden gelben und blauen Lichter verwandelt sich in eminem Traum in ein Beet voller Stifmütterchen. gibt es dafür eine Traumdeutung?

Nektargeile Schmetterlinge schmeissen sich in die feuchten Muschis der Bergblumen

Samstag, 10. Juli 2010

Weit ab von den Hallenbädern der schicken Hotels,
in denen Rolex nicht zum Schwimmen abgenommen wird,
läuten die Kuhglocken und summen die Fliegen,
dort treten nackte Kinderfüße das weiche Grün der erreichten Berggipfel
und in die leeren Limonadenflaschen wird das Tauwasser aus dem Schnee vom vorigen Jahr abgefüllt.
Ganz nah an den Himmel und wo Tannen kleiner als die Kinder
und genau dann, wenn Wochentage und Uhrzeit keine Relevanz mehr haben,
schmeisse ich die kleine Keksbrocken in die Schlunde von frechen Bergvögeln.

Geräusche

Donnerstag, 25. Februar 2010

Heute morgen glaubte ich zu hören, wie ein Riesendinosaurier ganz viele Glückskekse auf einmal mit seinem Gebiss zermahlte. chrchrchrumm chrchrchrust chrchrasch chrchrach….. wer so aufwacht, hat den Rest des Tages genug Adrenalin im Blut, um alles zu ertragen, was auf einen zukommt. es kam aber nix, was das Adrenalin wert war, und so gehe ich ganz umsonst hochgepuscht zu dem Elternabend. hoffentlich passiert dort was, sonst kann ich nicht einschalfen.

Wenn es weiterhin so warm bleibt, werde ich morgen früh den Dino beim Brei essen erwischen…..

ruckzuck ist wieder Sommer

Dienstag, 27. Oktober 2009

Philosophische Grundstimmung.

von Himbeerzweigen wurde ich ausgepeitscht

Samstag, 05. September 2009

Von Himbeerzweigen wurde ich ausgepeitscht
und sanft begrüßte Brennessel am Rand des Gartenuniversums

gebucht ist gebucht

Montag, 13. Juli 2009

Draußen quitschen Reifen eines vorbeifahrenden Autos. es ist still. ich sitze da und schreibe die Packliste. nein, es muss heißen DIE Packliste. Jedes Mal, wenn ich verreise, versuche ich, möglichst wenige Sachen zu vergessen. das Ergebnis kennen wir: erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. egal, an was man gedacht hat, an etwas, was man doch gern gehabt hätte, denkt man nicht.

jetzt versuche ich mich darauf zu konzentrieren, was ich garantiert vergessen hätte, wenn ich andersrum denken würde.

geht nicht. ich freue mich einfach nur, übermorgen Zürich zu sehen.

[heute]

Dienstag, 30. Juni 2009

nach hause fliegen

kinder müde küssen

geschirr streichen

fahrrad treten

rehe erschrecken

wiesengras riechen

marmelade kochen

urlaub auf dem berg buchen

locke drehen

und was machen sie so am dienstag abend?

Egal woran man stirbt, viel wichtiger, wofür du geboren wurdest

Samstag, 27. Juni 2009

In den Jahren, als wir noch Mädchen waren und zum ersten mal eine schlecht synchroniesierte Version von Pretty Woman sehen durften, in diesen Jahren durften wir auch zum ersten Mal Musik von King of Pop hören. und für mich war Er sehr lange Zeit der Mann, der sich in diesem Film nach einem kurzen Gespräch in eine katzenähnliche Gestalt verwandelte, ich habe mich zu Tode gefürchtet, und doch die Videokassette immer wieder nach vorne zurückgespult.

Der Rest ist mir relativ unwichtig. jeder erlebt alles auf seine Art und Weise. Fragenbleiben im Kopf: was passiert mit uns, wenn unsere Jugendidole langsam älter werden und nur noch in Erinnerung existieren? und wofür ich wohl geboren wurde.

Schlaf gut, Michael.

Barfussgedanken

Freitag, 19. Juni 2009

Am Rande eines Wolkenbruches gehe ich im Feld spazieren, barfuss. Hundert Meter links von mir regnet es, hier scheint die Sonne, der Boden unter meinen Füßen warm. Dann kommt der Regen näher und für einzweidrei Sekunden regnet es genau neben mir, so dass ich das Nass riechen und hören, aber noch nicht spüren kann. und in diesen drei Sekunden ischen nass und trocken wie die Grenze zwischen ja und nein, zwischen weiß und schwarz, sein oder nicht sein, Glück und Unglück wurden voneinander getrennt und nebeneinander auf die Bühne gestellt.

Dann bricht der Regen über mich, nun stehe ich da, von ober Sonne und Nass abbekommend und begreife binnen diesen Augenblicks, dass es keine Grenzen gibt zwischen ja und nein, möglich und unmöglich, gestern und heute, sein oder nicht sien. Alles ist eins, in diesem hier und jetzt dieses blinden Regens, von der Sonne geblendete Regengüsse ziehen wieder ab und verschwinden ganz plötzlich.

und es kommt ein Regenbogen.

vier Hochzeiten ohne Todesfall

Sonntag, 10. Mai 2009

überstanden. zwei Tage voller Ereignisse und Festivitäten. Geburtstage, Muttertage, Konfirmation, alles auf einem Haufen und in der Kleingruppe mit 25 Personen. zurück aus Westphalen, zuhause nix gemacht, der Rasen hat sich in Urwald verwandelt, dabei sollte es laut meinem Top-Quatschberuf-Vertretern Wettervorhersagern in Strömen regnen. nicht dass ich auf Regen bestehe, aber man hat halt nie passende Klamotten mit.

und doch, die Stadt Bielefeld existiert. nix Verschwörung. das war jetzt eine wichtige Ansage.