Äpfel mit Bären vergleichen

23. Mai 2010

Heute morgen zelebriere ich mir eine Birne. nach dem dritten Stückchen bin ich satt. wirklich. ich könnte zwar weiterhin kauen und schlucken, aber ICH WILL NICHT. ich will wirklich nicht mehr. seit gestern “esse” ich wieder und bin meistens nach dem zweiten Löffel satt.

Obwohl die Fastenwoche alles andere als entspannt war und ich so gut wie jede körperliche Nebenwirkung hatte, freue ich mich wie bolle, es getan zu haben. denn meine momentane mentale Klarheit darüber, was ich tatsächlich in den letzten Monaten alles gegessen habe, wie viel Kaffee und Cola ich in mich schüttelte, die hätte ich sonst nicht hinbekommen.

Und so lange diese Klarheit in meinem Kopf noch herrscht, schreibe ich mir ganz schnell die Eindrücke und die Gedanken dazu auf, ich merke wie es mir geht - wie gut es mir geht - und mache Vorsätze für “mein neues Leben nach dem Fasten”.

In dem Bauch gluckert es wieder vertraut, die Sonne scheint mir auf den Pelz, aus den Lautsprechern klingt gute Musik, so soll das Leben sein.

Strechübungen, begleitet von Gedanken

19. Mai 2010

Ich glaube, ich wachse. oder schrumpfe. auf jeden Fall tun mir Teile im Rücken und Beinen weh, die zu diesem Symptom passen würden. das kann nichts mit dem Fasten zu tun haben, denke ich mir und rieche das frisch gemähte Gras.

Am Nachmittag begieße ich die Blumen, es ist wohl Vergissmeinnicht-Saison, der Garten ist voll davon und ich versuche mich auf das Nichtvergessen zu konzentriere. wem ich was schicken wollte, was ich dringend zu Samstag besorgen muss, eben waren die Gedanken noch da, doch kaum komme ich in die Nähe von Papier, sind diese weg, und dann muss ich wohl darauf warten, dass mich jemand an etwas was ich tun wollte erinnert…

Ich entdecke die meditative Seite des Fastens. während ich immer noch auf die Euphorie-Phase warte, die bald kommen sollte, stelle ich sehr klare Gedanken fest. wichtige Gedanken. das Unwichtige, wie Einkaufslisten, verschwinden komplett, aber ganz klare, philosophisch angehauchte Gedanken über mich und die Welt, die sind da und gehen erstaunlicherweise auch nicht weg.

Nun werde ich wohl noch ein paar Strechübungen für meine wachsende oder schrumpfende Körperteile machen und dann, dann singe ich mir ein Lied.

Nadja fastet

18. Mai 2010

Ich sitze da und starre mein Essen an. dann fange ich an, es mechanisch zu zerteilen und in mich einzustopfen. ich kaue ordentlich, trinke viele unalkoholische Getränke und habe keine Beschwerden. aber Kummer. ich habe keine Lust auf das Essen, ich verspüre keinen Hunger, alles schmeckt irgendwie gleich und macht mich nicht glücklich. ich esse viel zu schnell und viel zu viel. Schnitzel, Nudeln, riesige Menge Salat, ganze Ananas, Nachtisch. es frustet mich. ich kann das alles nicht mehr sehen. und dann beschließe ich, einen Neustart zu machen. eine Woche Fasten, dass scheint mir eine Möglichkeit dafür zu sein.

Dieser Beschluss ist fast zwei Jahre alt.

Nun bin ich soweit. Gestern saß ich mit drei lieben Kolleginnen beim Thailänder und trank meine Mangoschorle. und stellte fest, so gut wie jeder andere Mensch um mich rum hat schon mal gefastet, alle aus unterschiedlichen Gründen, aber viele mit ähnlicher Quintessenz: es hilft, wogegen auch immer. das Gute an der gesammelten Erfahrung um mich rum ist, ich stelle fest, ein paar Dinge in den letzten zwei Tagen nicht ganz richtig gemacht zu haben. OK. macht nix. dann erkläre ich den heutigen Tag eben zu meinem Fastentag Nummer 1.

Und dieser Eintrag hier ist extra für Britta und Mareike. sie meinten, sie werden das lesen.

Gestalten treffen

16. Mai 2010

Gestalt bezeichnet umgangssprachlich die äußere Form, den Umriss, Wuchs (Habitus) oder die Erscheinung von Gegenständen und Lebewesen. aha. na dann war der gestrige Vernissage-Abend in Bochum ein voller Erfolg!

Konzept: Nadja kommt mit 20 frischen holländischen Rosen, drückt sie den Ausstellern nach einander in die Hände, nach dem Signieren des Polaroids darf die Person eine Rose behalten… so werden es immer mehr Polas und weniger Rosen und in Summe eine Menge spannende Gespräche und durch und durch sehr angenehme Begegnungen!

Ich glaube, alles weitere wurde gestern schon gesagt. wenn nicht, einfach hier unten drunter notieren…

4 Stunden Woche

10. Mai 2010

Jeden Abend wenn ich schlafen gehe, guckt mich dieses Buch vom Nachttisch an, als wäre es mein schlechtes Gewissen. schon wieder nicht geschafft, schon wieder gehst du viel zu spät ins Bett ohne mich gelesen zu haben… schon wieder warst du nicht früh am Nachmittag zuhause und hast mich auch nicht am Wochenende auf der Terrasse gelesen… na gut, das mit der Terrasse ist bei diesem Wetter eh nicht möglich, aber das mit dem früher nach Hause kommen und früher ins Bett, müssen das wirklich gute Vorsätze bleiben oder schaffe ich mal den Absprung?
warum arbeiten wir so gern? nein, Frage falsch gestellt: warum arbeite ICH so gern?

eigentlich passt dazu die Gegenfrage: warum habe ich mir dieses Buch gekauft? na gut, heute lese ich paar Seiten, vielleicht schaffe ich es dann, mehr zu können was man will und weniger zu dürfen oder wie auch immer der Spruch weiter ging. Redaktionsschluss 23:26

kommentarlos

25. April 2010

“du bist mehr als nur ein hübsches Mädchen”

23. April 2010

Im Moment habe ich in meinem Beruf ein schönes Nebenprojekt: Ich fotografiere meine Kollegen für die Erneuerung unserer Beraterprofile: Mehr Mensch soll sichtbar sein, um in den ersten Milikesunden des Kontaktes mit dem Kunden zu überzeugen.darum geht es weniger darum, ein “hübsches” Foto zu machen, nein, der Mensch mit all seinen spezifischen Charakterzügen (eher ernst oder eher locker, schnell, langsam, kompetent, cool, sympatisch usw) soll sichtbar sein. kein Passfoto, kein Bewerbungsfoto, eher magisches Harry Potter Bild, was mit dem gegenüber sprechen kann…

und obwohl das Ganze viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ich mir ursprünglich gedacht habe und ich nicht weiß, ob ich den Ansprüchen nur im geringsten gerecht werde, macht es unvermidert Spaß, unkünstlerisch, pragmatisch und sehr zielgerichtet (und auch noch digital) zu fotografieren.

*freu*

etwas, das mir nicht gefällt

19. April 2010

Von einer Erkältung an das Sofa gefesselt, hab ich heute endlich Zeit gehabt, Bilder zu schauen. habe mich in die Breiten und Höhen des Internets verführen lassen und mit sehr viele Bilder, Fotografenwebseiten, Fotoblogs, Youtube Anleitungen für Wet Plate und noch vieles mehr angeschaut. und dabei etwas festgestellt, das mir nicht gefällt: Ich habe mich für demnächst in Hamburger Planten und Blomen verabredet, Blümchen kniüsen, aber mir war schon klar, welche Kamera und welchen Film ich mitnehme um welches bereits vor dem Auge existierendes Ergebnis herzustellen.

Und was mir dabei überhaupt nicht gefällt, ist der Fakt, dass ich nicht suche, nicht experimentiere, kein try & error, feiges bekannte Technik mit bewährten Filmen kombinieren, so habe ich das nicht angefangen, so ist nur ein Teil von mir, der Teil, der Angst vor Veränderungen hat und sich auf dem ausruhen möchte, was ich schon kann.

Und nun verspreche ich mir selbst, diesen Sommer sehr viel zu experimentieren. keine Ahnung womit und nicht wirklich wissend warum, möchte ich mich selbst herausfordern und Bilder machen, die ich noch nie gemacht habe. Punkt.

Verheiratet, zwei Kinder, Haus, guter Job sucht Sinn des Lebens

11. März 2010

Um 6:25 ist es draußen bereits hell. ich schamponiere mein Haar ein, und unter anderen Umständen würde mich die Verlängerung der hellen Tageszeit bestimmt erfreuen, nicht aber, wenn ich um diese Uhrzeit schon wach sein muss. aber es hilft nix, durch die Ritzen der Badezimmertür dringt Kaffeeduft ein, ich muss wach werden und ich muss los.

Um 7:42 lege ich den sechsten Gang ein und reihe mich in die Perlenkette der schwarzen Liesingautos, alle auf dem Weg in die tollen Büros zu den netten Kollegen. acht bis zehn Stunden später reihe ich mich dann normalerweise in die gleich Perlenkette ein, für heute genug die Welt gerettet, jetzt werden Kinder geknuddelt  und Bücher gelesen, Nachrichten geguckt und Abendbrot gegessen. doch heute ist ein besonderer Abend, ohne Kindengeknuddel und mit einer Bratwurst im Bauch.

Um 20:17 treffe ich auf der Vernissage ein. es ist stickig und laut, Herr Rakete wirkt klein, und ich freue mich plötzlich, dass ich kein berühmter Fotograf geworden bin und dass ich keine Autogramme an die pickeligen heranwachsenden Kunstfanatikerinnen geben muss. viele wichtig wirkenden Menschen stehen rum und nippen an den Gläsern mit etwas drin, Vernissagen sind bekanntermaßen nicht zum Bilder, sondern zum Menschengucken da. Herr Müntefering ist auch anwesend, er wirkt ein wenig einsam zwischen all den lauten und schrill verkleideten Besucherinnen, und eine Weile stehen wir zufällig nebeneinander und schauen auf die wunderbaren Menschenportraits an der Wand, und ich bin kurz davor zu fragen: Sagen Sie, Herr Müntefering, ist Politiker nicht auch nur ein ganz normaler Beruf?

Geräusche

25. Februar 2010

Heute morgen glaubte ich zu hören, wie ein Riesendinosaurier ganz viele Glückskekse auf einmal mit seinem Gebiss zermahlte. chrchrchrumm chrchrchrust chrchrasch chrchrach….. wer so aufwacht, hat den Rest des Tages genug Adrenalin im Blut, um alles zu ertragen, was auf einen zukommt. es kam aber nix, was das Adrenalin wert war, und so gehe ich ganz umsonst hochgepuscht zu dem Elternabend. hoffentlich passiert dort was, sonst kann ich nicht einschalfen.

Wenn es weiterhin so warm bleibt, werde ich morgen früh den Dino beim Brei essen erwischen…..